Heute findet bereits die vorletzte Lektion unseres Hausfrauen-Seminars statt. Bald sind wir top-ausgebildet und bestens vorbereitet, den Haushalt wie ein Profi zu schmeißen und dabei noch eine gute Ehefrau zu sein! Seid ihr auch schon so aufgeregt?

Wie viele Uhren sind in eurem Haushalt zu finden? Wir besitzen vier „fest installierte“: eine Wanduhr im Esszimmer, eine am Küchenradio und zwei in der Wohnung verteilte „Wetterstationen“. Aber ein „hübsches Küchenmuster“ hat keine davon. Und eine Schreibtischuhr hat hier auch keiner:

Uhren sind heutzutage in den Haushalten seltener als zu Großelterns Zeiten. In der Küche allerdings ist eine Uhr sehr wichtig, damit alles pünktlich fertig wird. Die modernen Küchenuhren mit Küchenwecker lassen ein Klingelzeichen ertönen, wenn Kuchen oder Braten fertig sind. Diese Vorrichtung wird auch Kurzzeitwecker genannt und kann von der Hausfrau nach Belieben bis zu 60 Minuten eingestellt werden. Für Haushalte, die bereits im Besitz eines Kurzzeitweckers sind, gibt es formschöne runde Küchenuhren aus Steingut mit hübschen „Küchenmuster“. Die genau gehenden Uhren sind mit Acht-Tage-Gehwerk oder mit Batteriewerk erhältlich. Der Hausherr bevorzugt eine Schreibtischuhr in gerader, schlichter Form, mit großer Standfestigkeit und natürlich mit Batteriewerk. Es gibt auch Modelle mit Summersignal, Zeit und Datum. Sehr schön wirken auch runde Schreibtischuhren mit gut leserlichen Ziffern und Sekundenzeiger. – Im Wohnraum mit modernen Möbeln fügt sich eine altmodische Standuhr mit Mahagoniegehäuse und Messingverzierung sehr gut ein. Schon wie Großmutter erfreut heute die Enkelin eine alte „Wiener Uhr“ mit vergoldetem Holzgehäuse und zartem Glockenschlag. Die Uhr ist mit Schlüssel aufzuziehen. – Auch an die Vergangenheit erinnern Wanduhren mit an Ketten hängenden Messinggewichten und wohlklingendem Schlagwerk. Moderne Wanduhren sind schlicht in der Form. Sehr dekorativ wirkt es, wenn eine helle Uhr auf dunkler Tapete oder eine Uhr mit dunkler Holzumrandung auf hellem Untergrund aufgehängt wird. Nicht nur im Kinderzimmer erfreut eine Schwarzwälder Kuckucksuhr durch ihre Kuckucksrufe.

Die Tipps zur Unfallverhütung habe ich nicht mitnotiert. Sie sind größtenteils selbstverständlich und ich vertraue darauf, dass ihr nicht im Bett raucht und keine zwei Stühle übereinander stapelt, um die Fenster zu putzen. Denn denkt immer daran:

Unfallverhütung im Haushalt ist in erster Linie Sache der Hausfrau. Sie ist verpflichtet, größte Sorgfalt und Achtsamkeit walten zu lassen und nicht durch sträflichen Leichtsinn die Familie durch Unfälle in schweres Leid zu stürzen. Besonders in Haushalten mit kleinen Kindern sind geeignete Vorsichtsmaßnahmen zu treffen, um Unfälle weitgehend auszuschalten.

Wie oft stellt ihr eigentlich eure Matratzen zum Lüften auf? Ich glaube, dafür muss ich die Haushaltshilfe kommen lassen, ich bekomme unsere nämlich gar nicht allein bewegt. Außerdem wird es sicher eine Umstellung, täglich den Spiegel zu putzen, aber gut, was sein muss, muss sein:

Wohnungspflege, tägliche: Bevor mit der eigentlichen Arbeit begonnen wird, ist aufzuräumen. Am besten geschieht dies am Abend, denn herumliegende Gegenstände behindern die zügige Arbeit am Morgen. Auch den Berufstätigen sei empfohlen, Ordnung in der Wohnung zu schaffen, bevor sie sich zum Arbeitsplatz begeben. Gleich nach dem Aufstehen Betten auslegen, lüften. In der Küche das Frühstücksgeschirr zusammenstellen, wenn genügend Zeit, gleich abwaschen. Im Wohnzimmer lüften; Tischtuch bzw Tischdecke ausschütteln, Papierkorb leeren, falls dies nicht schon am Abend vorher geschehen ist, Schnittblumen mit frischem Wasser versorgen, Pflanzen, wenn erforderlich, gießen, Teppich bzw. Fußboden kehren. Im Badezimmer Waschbecken und Abstellplatte reinigen, ebenso die Badewanne, falls sie gebraucht wurde. Spiegel putzen, Fußboden aufwischen, Toilette säubern. Nun geht’s wieder zurück ins Schlafzimmer, wo die Betten gemacht werden. Matratzenteile und Keilkissen wenden, Betttuch umlegen oder fest einstecken, Kopfkissen aufschütteln, glatt ins Bett legen. Stepp- oder Wolldecke nach innen gleichmäßig umschlagen, glatt auflegen, wenn gewünscht am Fußende fest einstecken. Federbett aufschütteln, auflegen, glattstreichen. Um das Bett tagsüber vor Staub zu schützen, kann eine dünne farbige Decke aufgelegt werden. Anzüge und Kleider, die über Nacht gelüftet wurden, ausbürsten, weghängen. Im Kinderzimmer aufräumen, Fußboden reinigen, Staub wischen. Je nachdem, ob die Kinder noch klein sind, ob Haustiere gehalten werden, muss der Fußboden täglich sauber gemacht werden. Bei größeren Kindern und bei berufstätigen Ehepaaren, die den ganzen Tag abwesend sind, genügt ein wöchentliches Saubermachen.
Wohnungspflege, wöchentliche: Im Schlafzimmer die Matratzen aufstellen und zwei Stunden lüften lassen, Betten machen wie täglich, Teppich saugen, Fußboden wischen, Staub wischen. – Im Wohn-Ess-Zimmer Polstermöbel und Teppich absaugen, Fußboden wischen und bohnern, Fensterbänke abwischen. Im Kinderzimmer vorgehen wie im Schlafzimmer. Im Badezimmer Schränkchen und Hocker abwischen, Wasserhähne pflegen, Fußboden scheuern. In der Toilette Becken gründlich reinigen, am besten mit einem der guten käuflichen Mittel; Fußboden scheuern. In der Küche alles gründlich reinigen, Kühlschrank abtauen, auswaschen, Kachelwände und Küchenmöbel abwaschen, Fußboden scheuern.
Wohnungspflege, sonstige: Die weiteren noch anfallenden Hausarbeiten werden in Intervallen von drei bis vier Wochen ausgeführt. Da ist zunächst das Fensterputzen, mit dem zugleich das Abwaschen der Fensterrahmen verbunden wird. In jeder Woche an einem Tag nur ein Zimmer vornehmen. Betten frisch beziehen, dabei Federbetten abbürsten (weiche Bürste verwenden!). Zur Erleichterung beim Beziehen von Kopfkissen und Federbetten die Bezüge auf linke Seite wenden. In den Bezug mit beiden Händen hineinfassen, die unteren Bezugsecken ergreifen. Mit gleicher Hand die Kissenzipfel aufnehmen und den Bezug nach rechts umwenden. Er legt sich nun mühelos um das Federbett. Matrazen absaugen und wenden, Wolldecken gründlich ausschütteln. Türen abwaschen, Fußboden bohnern, Gardinen absaugen, Heizkörper abwaschen, im Bad Kacheln abwaschen.

So. Ihr entschuldigt mich jetzt? Ich muss dringend noch meine Heizkörper abwaschen. Hausaufgabe der Woche: Matratzen lüften. Nächste Woche folgt der letzte Teil unseres Seminars – und dann fehlt nur noch die Abschlussprüfung, bevor ihr als fertig ausgebildete Hausfrauen entlassen werdet! In der letzten Lektion erfahrt ihr endlich, wann ihr welche Aufgaben auszuführen habt. Die Liste mit den täglichen Aufgaben wirkt lang, aber keine Sorge – mit dem Thema Zeiteinteilung werden wir abschließen, so dass wir alles ab sofort voll und ganz im Griff haben werden.

Post Author: Nele

13 Replies to “Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Heute: Uhren, Unfallverhütung und die tägliche Wohnungspflege”

  1. Hallo,

    Ich habe dann beim ersten Versuch tatsächlich „Tiere abwaschen“ gelesen. Das schlimme – ich fand es nicht komisch. Ich werde wohl keine gute Hausfrau mehr, oder rettet mich das letzte Kapitel?

    Grüße

  2. Die Heizkörper waren vorbildlich geputzt bei dir. Hut ab. Wie gut, dass wir eine Fußbodenheizung im gesamten Wohnraum haben und nur zwei Heizkörper. Das scheint machbar 😉
    Dei tägliche Pflege des geliebten Blogs scheint mir aber in der heutigen Zeit unerlässlich und sollte doch eingeplant werden. Etwas nachlässig die Autoren von damals 😉 *hüstel*
    So ich bin dann mal weg, Bett machen, Kinderzimmer aufräumen (ach nee, ich find ja die können das selber auch ganz gut), Küche putzen und wischen nicht vergessen. Aber täglich, puhhhhh.

  3. Ich schätze mal, dass sie damals einfach noch keine Lattenroste hatten und deswegen die Matratzen öfter gelüftet werden mussten, damit sie nicht schimmeln. Heute ist das nicht mehr so wichtig, weil die Betten ja dank Lattenrost immer gelüftet werden.
    Und ich habe es noch nie verstanden, warum man sein Bett so machen soll, dass man abends erstmal eine halbe Stunde an allen Ecken ziehen muss, bevor man sich schlafen legen kann …

  4. @Larissa: Lattenroste waren wohl schon vorhanden aber die Matratzen waren ja noch nicht aus PU-Schaum oder Latex, sondern aus Feuchtigkeit absorbierenden Naturmaterialien. Zum Glück waren sie auch dreiteilig, denn die Dinger waren wirklich verdammt schwer!
    @Nele Dein Humor, ich ringel mich hier mit jeder neuen Ausgabe mehr. Fun Fact: meine Schwiegermutter hat mich mal sehr verständnisslos angesehen, als sie mal beiläufig erwähnte, dass sie ihre Küchenfronten wöchentlich runterwäscht. Ich hatte das für einen Scherz gehalten, doch das war bitterer Ernst. Wie wir jetzt wissen, ist meine Attitüde in diesem Bereich geradezu fahrlässig! Und dass ich noch nicht eine der Hausaufgaben erledigt habe, macht es auch nicht gerade besser…

  5. Ha, eine Uhr mit Küchenmuster… hängt hier 😉 Und die Betten beziehe ich natürlich genau wie beschrieben, sehr vorbildlich. Auf die Zeiteinteilung bei der Arbeit bin ich mal gespannt 😉

    Liebe Grüße, Jessica

  6. Äh, ja. Wir haben so Heizkörper mit so nem Gitter oben drauf, und da ist ne Menge Staub drin. Und, wie ich rigendwann mal feststellte, eine ziemlich große, tote (und geröstete) Spinne. Naja. Sauber, quasi?
    Matratze aufstellen find ich auch witzig, ich überlege grad, wo das geht. Die knickt doch eh um?
    Ich habe gestern versucht, nach dir Ausschau zu halten, war aber auch schon sooo überfordert von den Trillionen Menschen und den ganzen Ständen.

    1. Es war SO VOLL! Das war fast nicht mehr schön. Das Ausschau halten hab ich da ehrlich gesagt auch etwas vergessen… 😉

      Tote Spinne? Nicht hinsehen. Vergessen. Sauber!

  7. Einen tollen Kurs hast du hier bei dir im Blog. Ich werde mich natürlich bemühen, eine bessere Hausfrau zu werden.
    Mal gucken, wie der geneigte Hausherr reagiert, wenn ich vor meiner Arbeit noch die Betten mache. Ich verlasse die Wohnung nämlich immer schon kurz vor sechs… Gibt es da einen Tipp, wie man mit schlafenden Personen in den zu machenden Betten umzugehen hat?

    1. Gar kein Problem! Wie bereits an anderer Stelle zu lesen, hat der Hausherr zu diesem Zeitpunkt schließlich lääängst am offenen Fenster seiner Morgengymnastik nachzugehen! 😉

      Liebe Grüße
      Nele

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