So, mittlerweile bin ich über die moderne Technik hinweggekommen und deswegen geht es heute unter anderem um Schallplatten. Außerdem lernen wir, besser einzuschlafen, und erfahren einiges darüber, wie wir bestimmte Räume und Ecken der Wohnung einzurichten haben.

Es ist schon angenehm, dass mp3s nicht so viel Platz wegnehmen. Sonst wüsste ich auch gar nicht, ob ich noch zu den jungen Menschen gehöre, die ihre Kästen asymmetrisch an die Wand hängen, oder ob ich da inzwischen eher symmetrisch bleiben müsste?

Schallplatten sorgfältig aufbewahren, damit sie nicht zerkratzt werden. Reicht der Platz bei leidenschaftlichen Plattensammlern neben dem Plattenspieler nicht aus, ist ein Ständer aus Rundeisen zu empfehlen. Junge Leute bevorzugen Kästen, die auch asymmetrisch an der Wand aufgehängt werden können. Für anspruchsvollere Schallplattenfans gibt es sehr hübsche Plattenkoffer.

Vor dem Schlafengehen sollte man besser nicht zu viel diskutieren. Und auch nicht zu viel nachdenken, denn Blut in Richtung Gehirn ist ganz gefährlich. Also: Besser RTL schauen?

Schlaflosigkeit ist häufig eine Folge von hitzigen Debatten, kurz vor dem Schlafengehen geführt, oder vom Wälzen schwieriger Probleme. Jeder Blutandrang zum Gehirn ist zu vermeiden, denn der Grundsatz für einen guten Schlaf heißt: kühler Kopf – warme Füße. Sollte sich der Schlaf gar nicht einstellen wollen, dann ‚raus aus dem Bett und vier Minuten lang in knöchelhohem kalten Wasser wassertreten. Danach die Füße kräftig frottieren und sofort zurück ins Bett.

Viel Platz braucht die Hausfrau ja nicht. Immerhin ist die ganze Wohnung ihr Revier und so viel Zeit, um faul z.B. am Computer zu hocken, ist sowieso nicht vorhanden. Aber einen Lichtblick hat das Ganze: Es gibt tatsächlich einen Platz in der Wohnung, für den die Hausfrau nicht verantwortlich ist, sondern der Ehemann. Halleluja!

Schreibschrank oder Schreibtisch? Hausfrauen und heranwachsende Töchter geben dem Schreibschrank den Vorzug. Der zur Verfügung stehende Platz an der heruntergeklappten Schreibplatte ist ausreichend zum Briefeschreiben, für die Eintragungen ins Haushaltsbuch oder zur Erledigung der Schulaufgaben. Ist die Klappe geschlossen – sie nimmt dann keinen Platz mehr weg – sind alle Schreibutensilien hinter ihr verschwunden. Für Einzelgänger, denen nur ein Raum zur Verfügung steht, ist der Schreibschrank geradezu ideal. Er hat genügend Unterbringungsmöglichkeiten für Schreibpapier, Rechnungen und all die vielen kleinen Papiere, ohne die heute nicht auszukommen ist. Als kleiner Nachteil wirkt sich das Wegräumen aller Gegenstände auf der hochklappbaren Schreibfläche aus, während man bei einem festen Tisch alles liegenlassen kann. Der Schreibtisch des Hausherrn, am besten an ein Fenster gestellt, darf möglichst nur von ihm selbst aufgeräumt werden.

Auch wenn die ganze Wohnung ihr Revier ist – wie es scheint, kann die Hausfrau nicht einfach mit dem Rest der Familie im Wohnzimmer entspannen, sondern braucht ein Eckchen für sich. Wo sie dann allerdings auch nur sitzt, um Ansprechpartner für andere zu sein? Ich würde vermuten, dass dem Hausherrn ein ganzes „Arbeitszimmer“ zugestanden wird – aber vielleicht denke ich da nur schlecht von der Autorin, denn dies ist nicht erwähnt. Vermutlich bräuchten wir da schon „Das 1×1 der richtigen Wohnungseinrichtung“ in der ausführlichen Ausgabe.

Sitzecke für Hausfrau sollte in jeder Wohnung möglich sein. Und wenn es nur ein bequemer Sessel mit breiter Rückenlehne ist, in dem sie sich von der Tagesarbeit ausruhen kann. Besser ist’s, wenn sich die Frau des Hauses in einer Ecke des Wohnzimmers, nahe dem Fenster, ein stilles Plätzchen einrichtet, das von den anderen Familienmitgliedern respektiert wird. Je nach Größe des Raumes gesellt sich zum Sessel ein kleiner Tisch, ein Nähständer, ein Büchergestell und vielleicht sogar ein kleiner Schreibtisch (Schreibschrank). Heranwachsende Töchter und Söhne wissen: Wenn Mutti in „ihrem“ Sessel sitzt, nimmt sie sich die Zeit, mit ihnen ihre Anliegen zu besprechen.

Selbstverständlich geht es im Jahr 1966 nicht einfach um ein (neutrales) Kinderzimmer. Da muss schon unterschieden werden zwischen dem „Tochterzimmer“ und dem „Sohnzimmer“. Die Unterschiede, wenn auch gering:

Sohnzimmer: Hier ist das gleiche zu sagen wie für das Tochterzimmer. Nur können bei Söhnen die Möbel etwas kompakter gewählt werden. Als Arbeitsplatz kommt für den jungen Mann am besten ein verstellbarer Zeichentisch in Betracht, der dann in vielen Fällen später bei der Berufsausübung gute Dienste leisten kann. Während beim Tochterzimmer alle Farben und Muster zarter gehalten sind, unterstreichen kräftigere Farbtöne und geometrische Muster den „männlichen“ Charakter des Sohnzimmers. Wenn zur Wohnung ein Dachgeschosszimmer mit ausreichend großem Fenster gehört, ist dies der ideale Raum für den Sohn. Um genügend Platz zur Unterbringung von Büchern und Bastelmaterial zu erhalten, helfen hier Regale und Hängeborde. Für einen großen Schrank reicht in der Regel der Platz nicht aus. Unter Ausnutzung der Dachschräge lässt sich aber meistens ein Wandschrank einbauen.

Unser Haushalt ist ja mittlerweile mit einem im Jahr 1966 wahrscheinlich noch unvorstellbaren Staubsauger-Roboter mit Namen Robi Wan Kenobi ausgestattet. Ihr könnt euch denken, wie sehr vor allen Dingen der Held davon profitiert. Könnt ihr nicht? Nun:

Staubsauger, ob Hand- oder Bodenstaubsauger, sind aus den heutigen Haushalten nicht mehr wegzudenken. Sie erleichtern als Universalreinigungsgerät die Hausarbeit wesentlich. Vor dem Kauf eines Staubsaugers erst mehrere Fabrikate ansehen, an Vorführungen teilnehmen. Dann erst ist ein Vergleich möglich, um festzustellen: Dieses Fabrikat kommt für meinen Haushalt in Frage. (…) Und nun noch ein Tip: Den Kauf eines Staubsaugers gemeinsam vornehmen, denn nicht nur die Hausfrau ist an einer Einschränkung und Erleichterung der Hausarbeit interessiert, sondern auch der Hausherr (er kann in der gewonnenen Freizeit besonders verwöhnt werden).

haushaltsgeräte-60er-jahre

Der letzte Satz hat mich sprachlos zurückgelassen. Daher gibt es heute keine Hausaufgaben. Ihr könnt euch mental auf die nächste Woche vorbereiten. Da geht es dann um Telefongespräche, gut gedeckte Tische und natürlich auch ums Tochterzimmer.

Post Author: Nele

7 Replies to “Zur besseren Hausfrau von A bis Z – Heute: Die richtige Wohnungseinrichtung und die Besonderheiten beim Staubsaugerkauf”

  1. Was täten wir nur ohne dich und diese äußerst hilfreichen und lehrreichen Alltagstipps? Ich sollte dringend mal ein paar Dinge in meiner Wohnung überdenken und mich dann doch gegen einen Schreibtisch und für einen Schreibschrank entschließen. Und einen Sessel mit hoher Lehne am Fenster fehlt mir auch noch… Es gibt noch viel zu tun!

  2. /made my day!

    Kaum zu glauben daß das in der Zeit geschrieben wurde in der meine eigenen Eltern aufgewachsen sind. Aber gut zu wissen daß ich vor dem Schlafen gehen keine hitzigen Debatten führen sollte 😉

  3. Das dritte Gerät da rechts kenne ich nicht (sieht nach einem Gebläse aus), der Rest … ja ist angemessen … 😉 . Wenn Mutti in ihrem Sessel sitzt bitte auch Vati sitzen lassen. Einfach nur Sitzen … Moment den Satz kann man jetzt auch falsch verstehen, nicht daß Mutti ihn sitzen läßt (in Sinne von verlassen), wer macht denn dann die Hausarbeit :-)?

    LG
    Michael … der (gezwungenermaßen) immer ganz fleißig ist (und war)

  4. Der letzte Satz ist wirklich der Hammer! 🙂 Ich hab auch einen eigenen Sessel (eigentlich sogar zwei), macht mich das jetzt schon zu einer guten Hausfrau? *g*

    Liebe Grüße, Jessica

  5. Brüll! Dieses Foto dazu. Oh ja, die heiße Hausfrau-Schlampe mit den Domina-Stiefeln wird den Herren bestimmt ordentlich verwöhnen, sobald sie nur den super-tollen-Staubsauger hat… Du hast mich sehr zum Lachen gebracht. LG mila

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