Wenn ich unserer Generation einen Namen geben müsste, dann wäre das wahrscheinlich „Generation Peter Pan“. Tatsächlich scheint „erwachsen“ fast eine Beleidigung für viele zu sein, und gestandene Mittdreißiger wehren sich mit Händen und Füßen dagegen, „erwachsen zu werden“. Spoiler: Sie sind es trotzdem. Per definitionem.

Ich muss zugeben, dass ich auch einmal so war. Damals. Als Teenager. Uuuh, erwachsen sein. Wie schrecklich. Dann ist doch alles blöd. Und so spießig ist man dann! Und man muss immer nur arbeiten. Und dann geht man heim und ins Bett. Ohgottogottogott. Schröcklich.

Kindsein. Offenbar gar nicht mal so geil.
Kindsein. Offenbar gar nicht mal so geil.

Heute werde ich 32 Jahre alt, und ich würde meinem Teenager-Ich gern zuflüstern: Das ist alles gar nicht wahr. Es wird von jetzt an nur noch besser. Mit jedem Jahr. Die Zwanziger sind besser als die Zehner, die Dreißig piekst erst etwas, aber nur zwei Tage, und dann sind auch die Dreißiger fantastisch. Vermutlich werden auch die Vierziger und Fünfziger großartig sein – zumindest hoffe ich das mal.

Tatsache ist doch, dass man die meisten Dinge, die am Erwachsensein doof sind, sowieso machen muss. Ob man sich nun als „erwachsen“ bezeichnet oder dieses Wort vehement von sich weist. Man muss nun mal irgendwie an Geld kommen – dazu muss man sich mit Arbeitgebern oder Ämtern oder Kunden herumschlagen, ist halt so. Man muss seine Miete bezahlen und seinen Haushalt mehr oder weniger schmeißen und selber daran denken, sich die Fußnägel zu schneiden (sorry). Man muss sich von selbst an Mamas Geburtstag erinnern (wenn das nicht die Gattin macht, hüstel) und selbstständig entscheiden, wann es mal wieder Zeit ist, zum Zahnarzt zu gehen.

Also, egal, ob du dich als erwachsen bezeichnen möchtest oder nicht: Diese Dinge wirst du sowieso tun, mehr oder weniger erfolgreich. Da hilft kein weinerliches „Mimimi, ich bin aber nicht erwachsen“. Klar, vielleicht gehst du zu selten zum Zahnarzt oder hast schon mal deine Miete zu spät bezahlt, oder beäugst gerade kritisch deine Zehen und fragst dich, wo die Nagelschere ist (ich hoffe nicht!!!).

Aber die tollen Seiten des Erwachsenseins! Die heben das alles wieder auf! Keine Widerrede – hier sind die Top Ten tollsten Dinge am Erwachsensein:

  1. Du kannst Eis essen, wann immer dir danach ist.
  2. Du kannst solange aufbleiben, wie du möchtest.
  3. Du kannst so viele Videospiele spielen, wie du willst.
  4. Du kannst Auto fahren!
  5. Du kannst vor dem Fernseher essen.
  6. Du kannst den Haushalt auch einfach mal liegenlassen, ohne dass jemand schimpft.
  7. Du kannst selbst entscheiden, wohin der Urlaub geht. Und wie er aussieht.
  8. Du kannst dich tätowieren lassen.
  9. Du musst nie wieder Rosenkohl essen. Es sei denn, du magst Rosenkohl. Dann kannst du auch jeden Tag Rosenkohl essen. Natürlich bist du dann etwas merkwürdig, aber ich mag dich trotzdem.
  10. Wenn du Feierabend hast, hast du Feierabend. Das gilt zumindest für „normale“ Arbeitnehmer – für Selbstständige ist das sicher anders, genauso wie für Studenten. Aber sonst: Keine Hausaufgaben, nicht mehr lernen. Frei ist frei. Ein traumhaftes Gefühl!

Und jetzt mal ehrlich: Allein der erste Punkt bringt mich immer wieder in größte Verzückung und ist es absolut wert! Daher blicke ich auch meinem 33. Lebensjahr mit voller Freude und Neugier entgegen. Und außerdem muss ich glaube ich mal wieder Ben & Jerry’s kaufen.

Post Author: Nele

10 Replies to “Warum erwachsen sein rockt.”

  1. Yay! Ich hab auch nie was dagegen gehabt. Ein paar weniger Verpflichtungen wären schon cool, aber dafür wiegen die ganzen Pluspunkte eben auch alles auf.
    Alles liebe nochmal!

  2. Also haargenau so ist es!
    Erwachsensein ist eindeutig cooler als es nicht zu sein. Mein Leben ist besser geworden je älter ich wurde.
    Ich hab ein bißchen Angst, dass es auf einmal wieder andersrum geht…

  3. Ein schöner Beitrag Nele! Ich bin auch lieber erwachsen-das auf jeden Fall.wobei, wenn ich jetzt in meinem nahen Umfeld mitbekomme wie schnell man wieder von erwachsen zu „hilfebedürftig wie ein Kind“ wird macht es mir schon auch ein wenig Angst
    Liebe Grüße, Nina

  4. Happy birthday nachträglich :-*
    Genauso ist es. Wer sich wehrt, ändert daran ja nix. Jünger werden wir alle nicht mehr und mit dem Alter wird es eh immer besser!
    Punkt 1 find ich übrigens super und zu Punkt 9 kann ich dir nur zustimmen 🙂
    Liebe Grüße, Frauke

  5. Alles Gute zum Geburtstag !
    Wie oft war ich – Anfang 40 – schon froh drüber,
    aus dem Alter raus zu sein in dem ich alles Mögliche was
    gerade „in“ ist auch gut finden muss. Alterweisheit kommt in
    ganz kleinen Schlucken, aber sie schmeckt gut 🙂
    Eins aber noch: Tätowiert sein ist (obwohl gerade tierisch „in“)
    viel, viel merkwürdiger als Rosenkohl zu mögen…denn der
    Rosenkohl ist schnell weggegessen, die Tattoos bleiben…

  6. Gerard erst gelesen von daher etwas verspātet: Alles Gute zum Geburtstag!
    Und ich finde auch, dass das Leben im Großen und Ganzen immer besser wird. Dieses ganze „OMG ich bin ja schon sooooo alt mit Mitts 20“ geht mir manchmal ganz schön auf den Keks. Genauso wie die Angst vor der 30.

  7. Ein Hoch auf das Erwachsenensein.
    Noch vorgestern sagte mir eine noch Siebzehnjährige: Nächste Woche werde ich alt! Oh mein Gott.
    *kopfschüttelnd* Mit achtzehn fühlt man sich also schon alt. Komische Vorstellung.
    Ich bin gerne mittlerweile 34 und möchte kein einzelnes Jahr missen und hoffe auf viele weitere. Wobei ich Ninas Bedenken bezüglich des Alterns und wieder zum Kinde werden verstehen kann. Aber noch liegen da hoffentlich ein paar viele Jahre zwischen.

  8. Hallöchen und alles Gute nachträglich zum Geburtstag!
    Ein sehr schöner Text und eine geniale Liste. Besonders lachen musste ich beim Rosenkohl. Herrlich! Aber genau so ist es eben auch. Ich möchte nicht mehr 17 sein (okay, vielleicht doch, aber nur mit dem Wissen, das ich heute habe!) – jedes Alter hat halt so sein Für und Wider. Ich persönlich mache das auch gar nicht so an einem Jahr fest, sondern eher an der Lebensphase. Und die aktuelle Lebensphase genieße ich – trotz Höhen und Tiefen – SEHR!

    Liebe Grüße
    Nika

  9. Hallo Nele!

    Alles Liebe und Gute nachträglich zum Geburtstag! (Besser sehr spät als nie. ;-))
    Ich konnte es früher gar nicht erwarten erwachsen zu sein. In meiner Kindheit und in meiner Jugendzeit gab es so viele Verbote und „Das macht man nicht“ (ohne Erklärung/Begründung), dass ich es kaum erwarten konnte, endlich machen zu können, was ich will. Vieles hab ich aber so verinnerlicht, dass ich das manchmal aber auch nicht genießen kann. Deswegen arbeite ich eher daran, mein inneres Kind öfter mal an die Macht zu lassen. Also einfach nicht so viel nachzudenken. Klappt mal schlechter, mal besser.

    LG, Sabrina

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