Viertes Advents-Wochenende

Jetzt ist der vierte Advent schon wieder vorbei. In einer Woche ist Weihnachten. Mein Vorhaben, möglichst wenig Pläne und Termine in der Weihnachtszeit zu haben, ist erwartungsgemäß gescheitert. Aber das ist gar nicht so schlimm, irgendwie. Plätzchen habe ich dennoch keine gebacken, und auch keine Weihnachtskarten versendet. Nächstes Jahr wieder. Vielleicht.

Das vierte Advents-Wochenende begann mit einem Besuch des Weihnachtsmarkts auf dem Gelände des Freilichtsmuseums Mühlenhof. Julia und ich schlenderten über das Gelände – es war super entspannt und schön, denn es war noch sehr leer. Es gab einige wenige, ausgewählte Stände mit wirklich anderen Dingen, als man sie sonst auf allen Weihnachtsmärkten Deutschlands zu sehen bekommt. Dazu die stimmungsvolle Beleuchtung und ein echter Nikolaus! Ich futterte mich über den Markt, wir hatten noch eine spannende Unterhaltung am Waffelstand mit einer älteren Münsteranerin, die uns aus der Nachkriegszeit erzählte, und später wärmten wir uns die Hände am Glühwein und die Füße an einer der zahlreichen Feuerschalen. Das hat nicht so gut geklappt, als ich wieder daheim war, kribbelten meine Zehen, als sie langsam wieder auftauten.

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Am Samstag gab es Weihnachtsmarkt-Kontrastprogramm, denn ich war mit meinen Eltern auf dem Weihnachtsmarkt in Essen verabredet. Ich fuhr mit dem Zug dorthin und war etwas schockiert über die Preise. Für eine Strecke von rund einer Stunde erwartet die Bahn, dass ich zwanzig Euro bezahle. ZWANZIG EURO! Immerhin gab es ein Tagesticket, so dass ich mit dreißig Euro für die Hin- und Rückfahrt auskam, aber ich war froh, nicht über Nacht zu bleiben. Für den Preis hätte ich auch mit dem Auto fahren können. Andererseits war die Zugfahrt recht entspannt, ich konnte schön lesen und aus dem Fenster sehen.

In Essen war es voll und ich mag Bahnhöfe einfach nicht (so viele hektische, gereizte, aggressive Menschen). Aber auf dem Weihnachtsmarkt ging es dann sogar, zumal wir nur ein bisschen vor uns hin schlenderten und die meisten Stände links liegen ließen. Nur unsere peruanischen Kartoffeln, die musste natürlich sein. Die gibt es traditionell nur auf dem Essener Weihnachtsmarkt. Ein Rezept habe ich jetzt mal gegoogelt, aber ob ich das ausprobiere, weiß ich noch nicht. So hat man etwas, auf das man sich das ganze Jahr freut und es bleibt etwas besonderes.

Nach dem Weihnachtsmarkt und etwas Shopping (yeah, passende Schuhe zum Weihnachtskleid!) machten wir uns dann auf zur Erlöserkirche. Wie jedes Jahr sahen wir das Weihnachtsoratorium. Eine Tradition, auf die ich nicht verzichten möchte. Es war eine schöne Aufführung und jetzt kann Weihnachten ruhig kommen!

 

Nach dem Konzert scheiterten wir daran, noch etwas zu Essen zu bekommen (am letzten Adventssonntag um 20 Uhr vielleicht nicht so überraschend, dass kein Tisch mehr frei ist), also setzten wir uns in unsere jeweiligen Züge und trennten uns wieder. Kein Problem – in einer Woche sehen wir uns ja schon wieder.

Der vierte Adventssonntag war dann nicht so erfreulich für mich. Ich hatte mir so viel vorgenommen – das Adventstagebuch weiterbasteln, Hausarbeit, schon mal die Geschenke einpacken und was man halt so macht, eine Woche vor Weihnachten. Stattdessen schoss meine Temperatur urplötzlich auf 39 Grad hoch und Schüttelfrost und Gliederschmerzen hatten mich fest im Griff. WTF? Ich befürchtete schon eine veritable Grippe, und das gerade jetzt!

Joah. Und euer vierter Advent so? #dasbrauchtdochjetztkeinmensch

Ein von Nele (@buntgestreifthuepfig) gepostetes Foto am

 

Glücklicherweise ist der Held ein exzellenter Krankenpfleger, und so verbrachte ich den Sonntag mit kuscheliger Bettdecke auf dem Sofa, trank Tee und schaute DVDs, während der Held den Haushalt schmiss. Geschenke einpacken und Adventstagebuch mussten halt warten. Und heute, einen Tag später, ist der Spuk plötzlich auch schon wieder vorbei. Ein-Tages-Grippe, wer kennt es nicht. Aber da will ich mich natürlich nicht beschweren (und meine Arbeitskollegen sicher auch nicht)! Ich glaube fest daran, dass die Pflege des Helden (und meine absolute Schonung auf dem Sofa) der Genesung geholfen haben. 🙂

Die letzte Arbeitswoche in diesem Jahr hat nun angefangen. Für Weihnachten ist eigentlich alles vorbereitet, nur die Geschenke müssen noch eingepackt werden und fürs Weihnachtsessen müssen wir auch noch einkaufen. Ich freue mich auf die freie Zeit!

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