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Bloggerfrühstück und Handy-Ärger – Tagebuchbloggen am 5. Mai {WMDEDGT}

Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Das fragt Frau Brüllen zwar an jedem Monatsfünften, aber ich bin nur sporadisch dabei. Aber immerhin habe ich heute mein Buch hochoffiziell als “Tagebuchblog” bezeichnet, da darf das ja kaum fehlen, oder?

Heute ist ein etwas untypischer Freitag. Er fängt schon damit an, dass mein Wecker eine halbe Stunde früher klingelt. Der Held hat heute Abend Firmenfeier und wünscht sich, mit dem Auto zur Arbeit gebracht zu werden, damit er abends nicht zurückfahren muss. Dem Wunsch entspreche ich gern, denn es bedeutet immerhin, dass ich auch nicht Radfahren muss. Es ist wieder unangenehm kühl geworden und den Luxus, ein Auto zu haben, genieße ich immer mal wieder gern.

Pünktlich liefere ich den Helden also im Nachbarort ab und rund 20 Minuten später sitze ich selbst auch schon am Schreibtisch, genieße den ersten Kaffee und knabbere an dem leckeren Honigkuchenriegel, den wir am vergangenen Wochenende in unserem Kurzurlaub in den Niederlanden gekauft haben. Zu viel darf ich aber nicht frühstücken. Nur anderthalb Stunden später verlasse ich das Büro nämlich schon wieder und mache mich auf den Weg in den Hafen. Leila und Hanna, die fabelhaften Gründerinnen der MünsterBlogs-Website, haben nämlich zum Mini-Meeting mit Frühstück geladen. Und mit TV-Begleitung!

Am Hafen suche ich relativ lange einen Parkplatz – ich bin ja sonst nur abends dort und dachte mir, tagsüber findet man sicher locker was. Haha, sehr naiv von mir, denn tagsüber wird dort natürlich gearbeitet! 😉 So musste ich sogar so weit hinten parken wie nie zuvor. Immerhin waren es damit noch ein paar Schritte bis zum Treffpunkt. Mein aktuelles Ziel ist es schließlich, hundert Tage lang täglich 10.000 Schritte zu gehen. Immerhin 33 Tage halte ich das jetzt schon durch!

An der Location angekommen, stelle ich fest, dass man vermutlich auch dort hätte parken können. Aber nun gut. Das wäre ja langweilig und Schritte hätte ich auch keine gemacht! 😉 Das Mini-Meeting mit Frühstück ist dann wunderbar – kommunikativ, informativ, spannend. Und Kaffee und Brötchen gibt’s auch, was will man mehr? Alles wird vom WDR gefilmt, nächste Woche wird vermutlich ein Beitrag in der Lokalzeit erscheinen. Ich durfte auch ein paar Worte sagen und war sehr aufgeregt. Dann habe ich mich vor dem Mikro erschreckt, das von oben in mein Blickfeld ragte. Vermutlich werde ich rausgeschnitten. 😀

Anschließend darf ich zurück ins Büro. Ein Hoch auf die Gleitzeit, die solche spontanen Pausen ab und zu möglich macht! Vormittags hatte ich die meisten Kundenanfragen schon abgearbeitet, so dass ich mich nachmittags mit Übersetzungen beschäftigen kann. Das macht durchaus Spaß, ich probiere eine neue Übersetzungssoftware aus. Außerdem versuche ich, meinem Arbeitskollegen das Konzept Blog zu erklären. Zum wiederholten Male. Er steht dem Internet recht skeptisch gegenüber (obwohl wir eine reine Online-Firma sind 😀 ) und so geht es nach dem heutigen Termin um Blogger-Kooperationen, Authentizität, Münsterblogs im allgemeinen und speziellen. Das ufert etwas aus und irgendwann müssen wir die Diskussion ohne Ergebnis abbrechen, damit die Arbeit auch gemacht wird! 😉

Nach der Arbeit husche ich noch kurz in den Supermarkt. Da der Held nicht da ist, möchte ich Arabische Kichererbsen-Spinat-Suppe kochen. Er steht nicht so auf Spinat und Eintöpfe sind auch nicht sein Favorit, da passt das ja ganz gut und schnell geht es auch. Seit dem Frühstück habe ich nämlich nichts mehr gegessen – mein Magen knurrt!

Auf dem Heimweg fahre ich einen Umweg. In unserem Dörfchen ist eine Baustelle inklusive Baustellenampel und so stehen zur Berufsverkehrszeit immer Massen an Autos Schlange, um die einspurige Durchgangsstraße zu befahren. Ich fahre also so, dass ich aus der anderen Richtung komme – ob sich das lohnt, weiß ich nicht, aber immerhin fahre ich entspannt, statt im Stau zu stehen. Daheim liegt dann ein Wahlprospekt von der CDU im Briefkasten. Sie listet unter anderem alle Erfolge auf, die sie in den letzten Jahren hier im Ort so erreicht hat. Ich muss etwas lachen, denn einer davon ist die Sanierung und der Umbau der Bushaltestellen – der Grund für die aktuelle Baustelle und den täglichen Stau. Sicherlich ein lohnenswertes Projekt, aber ob die Anwohner momentan so dankbar dafür sind?

Mein Plan für heute Abend lautet: das Smartphone neu installieren. Seit Tagen meldet es, dass die SD-Karte defekt sei. Ich kann nicht mehr fotografieren, weil die Fotos nicht gespeichert werden können; und alles, was einen Zugriff auf die Karte erfordert, dauert gefühlte Stunden. Dazu habe ich eine neue SD-Karte bestellt, die heute ankommen soll. Leider finde ich aber außer dem CDU-Prospekt nichts im Briefkasten… So ein Mist!

Schnell schmeiße ich eine Maschine Wäsche an und dann koche ich erst einmal, den knurrenden Magen erwähnte ich ja schon. Währenddessen schaue ich nach, was der Händler zur Lieferung der Speicherkarte zu sagen hat. Tja. Nun. Er hat folgendes zu sagen: Die Sendung wurde zugestellt. An der angegebenen Lieferadresse. Nämlich, wie zwei weitere Klicks schnell zu Tage bringen, am Büro. So ein Mist! Ich war mir so sicher, dass ich Zuhause als Lieferadresse angegeben hatte! Ich ringe kurz mit mir. Kann ich das Wochenende noch so überstehen? Ich könnte wahrscheinlich, aber ich will nicht. Grummel. Also steige ich nach zwei Tellern Suppe und der letzten Folge “Freaks and Geeks” auf Netflix wieder ins Auto und düse zum Büro. Schnell mit Warnblinker in der Busspur halten, zum Briefkasten flitzen (in den ich sonst immer nach Feierabend einen Blick werfe – außer heute!), den Umschlag schnappen, und wieder heim.

Währenddessen hat das Smartphone am Computer Bilder und Daten gesichert. Ich hänge noch schnell die Wäsche auf und setze mich an den Tisch, um zu bloggen. Das mache ich auch gerade. 😉 Ich sitze im Wohnzimmer bzw. am Esstisch, weil ich sowieso allein bin und in meinem Nähzimmer derzeit beide Nähmaschinen auf dem Schreibtisch stehen. Da ist es hier doch etwas gemütlicher. Außerdem kann man so schön aus dem Fenster gucken und schauen, wer alles vorbeikommt. Dabei trinke ich einen schönen heißen Tee und bin eigentlich ganz zufrieden mit der Welt.

Das Smartphone lädt vor sich hin und sobald der Akku voll ist, werde ich mich daran begeben, es neu aufzusetzen. Das wird ein Spaß! (Ihr kennt das ja mit dem So-tun-als-ob, oder?) Ich hoffe, das wird nicht den ganzen Abend dauern, dann kann ich noch ein paar Blogbeiträge vorbereiten. Währenddessen warte ich auf Nachricht vom Helden, der eigentlich meinte, ich müsste ihn vermutlich nicht abholen, aber vielleicht kommt ja alles anders. Ich hoffe es allerdings nicht, denn ich habe schon meinen Onesie an. 😉

Euch allen wünsche ich noch einen wunderbaren Abend und schaut mal bei Frau Brüllen rein, die die aktuelle Liste mit allen Teilnehmern an der WMDEDGT-Aktion hat!

WMDEDGT? – Tagebuchbloggen am 5. März

Spontan dachte ich mir, ich könnte mal wieder bei WMDEDGT mitmachen – Frau Brüllens Aktion, die im langen Namen “Was machst du eigentlich den ganzen Tag?” heißt und jeden 5. des Monats stattfindet. Nun ist zwar eigentlich schon der sechste, aber ich beschreibe natürlich trotzdem meinen fünften März – den gestrigen Sonntag.

Als ich morgens aufwachte und dachte “Uuh, ich könnte mal aufs Klo gehen”, war es sieben Uhr. Ich drehte mich noch ganz kurz auf die Seite und stand dann auf – und als ich im Bad war, zeigte die Uhr schon kurz vor neun an. Upps, das “kurz auf die Seite drehen” war wohl doch noch mal mit Einschlafen verbunden gewesen. So blieb ich gleich auf. Der Held, der am Vorabend erst spät von einem Freund zurückgekommen war, schnorchelte noch sanft vor sich hin.

Ich beschloss, schon mal Brötchen zu holen. Normalerweise macht das immer der Held, aber dieses Wochenende habe ich es gleich an beiden Tagen übernommen. Verrückt! Das Problem war, dass ich noch im Schlafanzug war. Wieder ins Schlafzimmer an den Kleiderschrank wollte ich aber nicht – ich schaffe es selten genug, aufzustehen, ohne den Helden zu wecken. Also musste ich improvisieren. Auf dem Wäscheständer auf dem Balkon hingen eine Unterhose und ein fast trockenes Paar Socken, im Bad fanden sich die Kletterhose und der Sport-BH, und als Oberteil habe ich dann einfach eine Fleece-Jacke angezogen. So ausgestattet ging es los zum Bäcker – und um meine Fitness-Uhr zufriedenzustellen, lief ich sogar eine extra große Runde.

Wieder daheim, war der Held immer noch nicht aus dem Tiefschlaf erwacht. Ich kochte in aller Ruhe eine Kanne Kaffee und deckte den Frühstückstisch. Außerdem erinnerte ich mich an unseren Milchaufschäumer, der seit Ewigkeiten im Küchenschrank verstaubte, und machte mal wieder richtig schönen Milchschaum (so ein Induktionsding, nicht so ein Mini-Stab-Dingsi). Und dann setzte ich mich mit dem ersten Milchschaumkaffee erst mal hin und las ein Weilchen in meinem aktuellen Buch.

Nachdem ich die erste Tasse ausgetrunken hatte, ging ich dann aber doch mal ins Schlafzimmer und weckte den Helden. Anschließend frühstückten wir gemütlich. Das Telefon klingelte irgendwann und ich hielt ein Schwätzchen mit meinen Eltern, wir schmiedeten Wochenend- und Ferienhaus- und Geburtstags- und Renovierungspläne.

Gegen 12 machte ich mich dann auf den Weg in die Boulderhalle. Ich gehe gern recht früh am Wochenende, denn da ist es noch nicht so voll. So auch an diesem Sonntag. Dennoch fand ich fast keinen Parkplatz, weil gegenüber der Halle nämlich Trödelmarkt war. Das ärgerte mich, weil natürlich alle auf dem Boulderhallenparkplatz stehen mussten, obwohl sie gar nicht bouldern waren. Grummel. Ich war dann aber trotzdem recht erfolgreich unterwegs und schaffte ein paar neue Routen und auch eine, die ich bei den vergangenen Malen erfolglos versucht hatte. Dann allerdings rollte ich mich beim Absprung etwas zu schwungvoll ab und bremste mit dem Daumen. Das war etwas blöd. Zum Glück gibt’s in der Halle Coolpads, aber danach war erst mal Schluss und ich war gegen 14 Uhr wieder daheim.

 

Erst mal reparierte (bzw. ersetzte) ich den ausgerissenen Druckknopf meines zweiten Traumanzugs, dann hüpfte ich unter die Dusche und wusch mir Kreide, Schweiß und Staub vom Körper, um anschließend in besagten Traumanzug zu schlüpfen. Sundays are for onesies, Leute!

Das Wetter war inzwischen traumhaft sonnig, ich schnappte mir mein Buch und setzte mich auf den Balkon in die Sonne. Noch ein Kaffee dabei, der Held leistete mir auch Gesellschaft. So lässt es sich aushalten! Wenn auch nicht sehr lange, dann verschwand die Sonne wieder hinter einer einzelnen, aber riesigen Wolke. Hmpf. Dann halt nicht. Zum (späten) Mittag gab es Waffeln nach Münstermamas Rezept. Die wollen wir nämlich nächstes Wochenende der Helden-Familie vorsetzen, wenn wir den Heldengeburtstag feiern, und vorher muss das Rezept natürlich erst einmal probiert werden! 😉 Es war ganz hervorragend lecker, muss fürs Familienfrühstück aber wohl verdoppelt werden.

Der Held räumte die Küche auf und kümmerte sich um die Wäsche, während ich mich ins Nähzimmer zurückzog und seine neu erstandenen Jeanshosen für ihn kürzte. Dabei sind mir gleich zwei Nähnadeln abgebrochen und ich muss wohl dringend mal ein Sortiment neuer Nadeln besorgen, bevor ich irgendwann ganz ohne dastehe.

Die Zeit bis zum Tatort überbrückten wir dann mit “The Witness”. Das ist ein Computerspiel, bei dem man Logikrätsel lösen muss. Im Prinzip muss man immer nur eine Linie durch ein Raster ziehen, vom Eingang bis zum Ausgang. Allerdings gibt es dabei zahlreiche Regeln zu beachten, die man teilweise auch erst einmal selbst herausfinden muss, und so kommt man ziemlich ins Grübeln. Mir macht es aber riesig Spaß. Und deswegen schalteten wir nach einer Stunde Langeweile auch den Tatort wieder aus und spielten weiter.

Gegen 22:30 wechselte ich dann vom Onesie Nummer 2 in Onesie Nummer 1 und verkrümelte mich ins Bett. Dort las ich noch schnell mein Buch zu Ende und versank dann schlummernd ins Land der Träume… Um von Leberwurstbroten, leuchtenden Linien (The Witness!) und der aktuellen Lieblingsserie zu träumen.

WMDEDGT? – Tagebuchbloggen am 5. Dezember

Der Adventskalender erinnert mich morgens daran, dass heute der fünfte ist – traditionell der Tag des “WMDEDGT” von Frau Brüllen. WMDEDGT steht – das ist zwar eigentlich absolut selbsterklärend, aber ich schreibe es vielleicht trotzdem noch mal dazu – für “Was machst du eigentlich den ganzen Tag?” und fordert uns quasi höchstoffiziell dazu auf, unseren Tag im Blog zu dokumentieren. Nun denn, dann mache ich das doch mal!

7:00 Uhr. Ich wache auf, weil a) der Wecker klingelt und b) der Held mir einen “Hab einen schönen Tag”-Kuss ins Gesicht drückt. Ich bin leicht verwirrt, denn normalerweise werde ich schon ein bisschen wach, wenn der Heldenwecker klingelt und der Held aufsteht. Heute habe ich das alles geflissentlich verschlafen. Ich drehe mich noch ein bisschen von links nach rechts und snooze, weil meine warme Bettdecke sooo kuschelig-gemütlich ist. Dabei spiele ich ein bisschen mit dem Handy herum. Eigentlich habe ich ja Social Media-Verbot morgens im Bett. Also werden “nur” die Emails gecheckt, der Wetterbericht aufgerufen (-5 Grad! Aber der nächste Regen “voraussichtlich Donnerstagnachmittag”, damit kann ich leben), und höchstens 2, 3, 4, 7 Tweets gelesen. Hüstel. Ich muss noch mal etwas üben, scheint mir.

Dann aber: raus aus dem Kuschelbett, rein ins Bad und anschließend in die Klamotten, die ich ungewohnterweise schon am Vorabend herausgelegt habe. Und dann zum Adventskalender! Mein Tausch-Adventskalender ist wie jedes Jahr toll. In den letzten Tagen habe ich dort schon einen Schlüsselanhänger, niedliche Blumenstecker, einen Gürtel und selbst gemachte Gewürzsalze herausgeholt. Heute gibt es ein besonders großes und schweres Päckchen. Darin versteckt sich eine Plätzchen-Backmischung!

Da trifft es sich gut, dass ich eine Email im Postfach habe. Ich habe bei einem Ersatzteil-Händler angefragt, ob ein bestimmtes Backblech in unser Backofen-Modell passt. Unser Backofen (der jetzt vom Techniker endlich für perfekt funktionsfähig erklärt wurde und im Prinzip die letzte Baustelle in unserer neuen Wohnung war) wurde nämlich ohne Backblech ausgeliefert. Ausstellungsküche halt. Oder sagen wir es mal so: Ich habe nicht die Nerven, mich noch mal mit Alma Küchen auseinanderzusetzen, ob dort eigentlich ein Backblech mitgeliefert hätte werden müssen. Immerhin war ein Rost dabei. Aber ich schweife ab – ich war auf der Suche nach einem passenden Backblech und das ist schwieriger, als man so gemeinhin denken mag, wenn man kein ausziehbares Blech haben möchte. Jetzt haben wir aber endlich ein passendes gefunden und ich schicke dem Helden schnell den Link, damit er es bestellen kann. So kann er es sich ins Büro liefern lassen. Tagsüber sind wir ja  nie zuhause und können daher auch keine Pakete annehmen – wir lassen uns vieles ins Büro schicken, aber größere Pakete darf dann der Held bestellen, damit ich nicht so viel auf dem Fahrrad transportieren muss.

Nach ein paar Minuten Instagram auf dem Sofa packe ich mich warm ein. Dann geht’s ab aufs Fahrrad. Erwähnte ich die minus fünf Grad? Brrr, es ist kalt. Als erstes merke ich es im Gesicht, dann an den Daumen, dann an den Füßen (dann bin ich da). Aber die Landschaft ist wunderschön weiß überzogen und die Sonne geht auf (und blendet nur ein bisschen), so dass alles erträglich wird. Ich höre eine Folge “Note to Self” mit einem Interview mit Marina Abramović, eine serbische Performance-Künstlerin. Es geht darum, unser Smartphone mal eine Weile zur Seite zu legen und uns auch mit uns selbst zu beschäftigen. So empfiehlt sie, sich an einem Tag, an dem man sich voller Energie fühlt, einfach mal auf einen Stuhl ans Fenster zu setzen und drei Stunden lang gar nichts zu tun. Oder eine Tüte Linsen oder Reis zu zählen – gerne 6 Stunden lang. Nun ja. Ich finde den Ansatz interessant, nehme mir (wie so oft) fest vor, das Smartphone öfter zuhause zu lassen, aber habe nicht vor, eine Tüte Linsen zu zählen.

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Im Büro angekommen: erst mal das Fahrrad reintragen (nachdem es mehrfach vor der Tür beschädigt wurde, stelle ich es genervt in den Flur), mich auspacken, die Heizung aufdrehen, Kaffee eingießen. Arbeit, Arbeit, Arbeit. Es ist Montag, da sind es immer besonders viele Emails. Aber es geht eigentlich. Der große Weihnachtsstress ist (noch) nicht angekommen bei mir.

Mittags mache ich einen kleinen Spaziergang zum Bücherschrank. Ich habe gestern Abend ein Buch ausgelesen, was ich okay fand, aber nicht unbedingt behalten möchte. Das stelle ich dort hinein. Es ist wunderbares Wetter, die Sonne scheint und es ist knackig kalt. Ich genieße den Spaziergang. Anschließend machen wir alle Mittagspause. Wir sitzen in der Büroküche – ich mache mir eine Dosensuppe warm (pssst, nicht die beste Ernährung, aber egal). Zwischendurch schicken wir ungefähr 3 mal den Bürohund zurück in den Flur, der lernen soll, dass er nicht (mehr) in die Küche darf. Es klappt ganz gut, dafür, dass er es jahrelang durfte.

Nachmittags: Arbeit, Arbeit, Arbeit. Wie sich das gehört. 🙂 Irgendwann gegen 17:15 habe ich genug und packe mich wieder Schicht für Schicht ein. Draußen ist es mittlerweile schon längst dunkel, ich schwinge mich aufs Fahrrad und mache die nächste Folge von “Note to Self” an. Eigentlich geht es bei diesem Podcast um Technologie und vor allem, wie diese unser Leben beeinflusst. Aber nachdem es heute früh schon um den Abstand zur Technologie (und das Zählen von Linsen) ging, wird auf dem Heimweg ein ehemaliger Google-Mitarbeiter interviewt, der Meditation für IT-Mitarbeiter lehrt. Achtsamkeit ist das Thema… Nun ja, das ist nicht so meins, aber immerhin kann ich dadurch üben, asiatisch gefärbtes American English zu verstehen und 25 Minuten kann man sich das mal anhören. Vielleicht hätte ich die Folge übersprungen, aber mit den dicken Fäustlingen auf dem Fahrrad halte ich ungern an, um das Smartphone zu bedienen – das ist immer so umständlich.

Zuhause angekommen stelle ich fest, dass ich eine Email vom Fitbit-Support bekommen habe. Ich habe mein neues Armband reklamiert, weil es oft meine Schritte nicht zählt. Nun soll ich hundert Schritte gehen, dabei im Kopf mitzählen und anschließend berichten, was der Tracker anzeigt. Siehe da: Er zeigt nur 60 an. Also schnell dem Support von diesem Ergebnis berichtet. Dann kommt auch der Held nach Hause und während das Wasser für die Nudeln heiß wird, spülen wir schnell das Kochgeschirr vom Vorabend und unterhalten uns über unseren Tag. Während des Essens (es ist Montag – da gibt’s bekanntermaßen Miracoli) schauen wir eine Folge Modern Family, anschließend spielen wir noch ein bisschen was. “Planet Coaster” – früher habe ich “Theme Park” geliebt, da musste man einen Vergnügungspark mit Achterbahnen und Co. bauen. Das neue Spiel ist im Prinzip das gleiche. (Noch besser fand ich nur “Theme Hospital”, ein großartiges Spiel. Davon gibt’s aber meines Wissens keine gute Neuauflage.) Es ist eigentlich ein PC-Spiel, aber weil der Held der Held ist, ist er bestens ausgestattet und wir können das Spiel mit einem Steam Controller am Fernseher spielen. Das macht es natürlich viel entspannter (und ich kann den Argumenten des Helden, wir bräuchten im neuen Wohnzimmer einen neuen Fernseher, schwerer widersprechen, denn wir sitzen so weit weg, dass ich beim Spielen immer häufiger die Schrift nicht lesen kann.*)

Viel Zeit haben wir allerdings nicht, denn montags ist auch Chorprobe. Kurz vor 8 mache ich mich auf die Socken – mein Weg zur Grundschule, in der wir proben, ist zu Fuß nur ungefähr 150 Meter. Das ist machbar. Die Hälfte fehlt heute irgendwie, zum Glück ist meine Altstimme ganz gut besetzt. Wir singen derzeit hauptsächlich kirchliche Lieder und üben neu von Vivaldi “Domine Fili Unigenite” ein. Erst mal ganz schön viele Töne, aber wenn ich es mir jetzt in Originalgeschwindigkeit anhöre, klingt es sehr schön.

Um 21:30 Uhr ist die Probe vorbei. Ich schaue auf meinen Schrittzähler: 7.500 Schritte. Eigentlich hatte ich heute vor, die 10.000 mal wieder zu schaffen. Also gehe ich noch eine Runde um den Block. Ich möchte mir die Weihnachtsbeleuchtung in den Fenstern ansehen, aber die meisten Häuser haben ihre Rolläden schon heruntergelassen. Pfff. Das finde ich ja doof. So ist es kalt und dunkel, und als ich wieder am Haus ankomme und eigentlich noch 500 Schritte fehlen, ist mir das auch egal und ich husche lieber schnell ins Warme.

Jetzt sitze ich mit dem Laptop auf dem Schoß im Nähzimmer auf dem Sofa und habe es gemütlich. Der Fitbit-Support hat noch mal geantwortet und mir einen Neustart des Armbands empfohlen. Ich frage mich, ob man das nicht direkt hätte sagen können, dann hätte ich mir die 100 Schritte sparen können, der Tipp ist ja jetzt nicht gerade revolutionär. Ich probiere es (ja, eigentlich ist das bei Technik immer der erste Schritt – aber diese Armbänder werden eigentlich gar nicht ausgeschaltet) und werde morgen mal testen, ob es jetzt besser ist. Die fehlenden 500 Schritte werde ich heute wohl nicht mehr schaffen. Aber da das Armband ja zu wenig zählt, habe ich eine gute Ausrede. 😉

Heute werde ich nicht mehr viel machen. Vielleicht lese ich noch etwas, oder gehe einfach nur duschen und früh ins Bett. Da ist es schließlich so kuschelig unter der dicken Winterbettdecke mit Bieberbezug. SO kuschelig!!!

* Held, ich weiß, dass du das liest. Nein, wir kaufen keinen neuen Fernseher.

Tagebuch-Blogging à la Kl. Brüllen

Frau Brüllen ist neugierig und möchte gerne in unseren Alltag reinschnuppern. Kenne ich – ich bin nämlich auch neugierig, deshalb mag ich ja auch die 12 von 12 so gerne! Hier geht es um ein “Was machst du eigentlich den ganzen Tag?”, eine Frage, die sich mir selbst bei vielen Menschen stellt, deren Berufsbezeichnung mit wenig sagt. Und da ich nicht unfair sein will und nur selbst “lünkern” (Kennt noch jemand dieses Wort?), mache ich natürlich brav mit. Heute geht’s los!

6:30 Uhr Der Heldenwecker geht morgens vor meinem, aber inzwischen höre ich das nicht mehr. Ich merke nur irgendwann, wie er aufsteht, und stelle dann enttäuscht fest, dass er gar nicht nur auf einem nächtlichen Badezimmer-Besuch ist, sondern dass es tatsächlich schon fast Zeit ist, aufzustehen. Mein Wecker schließt sich dieser Meinung um 6.50 Uhr an. Ich brauche dann noch einige Zeit, um richtig wach zu werden, und checke mit meinem Smartphone erst das Wetter und dann die Nachrichten.

7:30 Uhr Der Held hat aus dem Fenster geschaut und Schnee festgestellt. Daher will ich heute nicht mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren, sondern mich chauffieren lassen. Während ich meine 7 Sachen noch zusammensuche, fegt der Held noch schnell Schnee und räumt das Auto frei. Unsere Beifahrertür ist zugefroren – ich sitze heute hinten, und fühle mich wie eine edle Dame. 😉 Unterwegs diskutieren wir mal wieder über den schnellsten Weg. Heute setze ich mich durch und der Held gibt mir hinterher sogar Recht!

8:00 Uhr Im Büro gibt’s erst mal Kaffee in der Küche und ein paar Plaudereien über das Wochenende, dazu die üblichen Klagelieder über den Schnee. Ich stelle ein paar Brownies für meine Kollegen ab, die von gestern übrig geblieben sind. Praktisch: Da ich viel weniger Kollegen habe als der Held (nämlich vor Ort nur 4), dürfen die jetzt den übrig gebliebenen Geburtstagskuchen futtern, beim Helden hätte es nie gereicht für alle. Ich selbst frühstücke übrigens auch erst im Büro. Ein vorletztes Stück California Cheesecake (das letzte Stück steht noch im Kühlschrank, für den Helden).

8:30 Uhr “Mein” Shop funktioniert nicht, genauso wenig wie sein Backend. Ich bin unter anderem zuständig für unsere Kunden in der Schweiz, die müssen nun leider ein bisschen warten, bis ich mich um sie kümmern kann. Ich lese dann erst mal die deutschen Emails. Nach einer halben Stunde geht wieder alles, und ich kümmere mich um unsere Schweizer: Zahlungseingänge abgleichen, Bestellungen versandfertig machen (das heißt in meinem Fall aber lediglich, Lieferscheine und Rechnungen zu erstellen und diese dann ans Lager zu mailen), Emails beantworten, Bestände checken. Ich bin übrigens offiziell als Medienkauffrau eingestellt. Da ich vorher was ganz anderes gemacht habe und in diesem Beruf auch gar nicht ausgebildet bin, weiß ich aber nicht, ob das ein normaler Medienkauffrauenalltag ist. Ist mir auch egal, es ist jedenfalls schön abwechslungsreich.

9:00-12:30 Uhr Arbeit. 😉 Etwas konkreter: Ich stelle eine neue Lieferung von Waren in die Schweiz zusammen (dazu prüfe ich die vergangenen Verkaufszahlen und wähle dann passende Artikel aus, rechne Preise aus, fülle Tabellen aus), schreibe Texte zu unseren neuen Artikeln (die neue Jahreskollektion trudelt nach und nach ein) und erledige nebenbei noch die eine oder andere Kundenanfrage, Chef-Anfrage und Kleinigkeit.

12:30-13:15 Uhr Pause. Die Brownies haben sich bis auf ein letztes Anstandsstückchen verflüchtigt, das ich mir schnell selbst sichere. Der Nachmittag kommt schließlich! Ich gehe erst mal einen Blick in den Kühlschrank werfen, es ist noch Käse da. Also hole ich mir jetzt erst mal ein Brötchen beim Bäcker! In meinem Portmonee ist allerdings Ebbe, ich hätte noch mal am Geldautomaten vorbeischauen sollen. Nachdem ich mir ein Krusti für 38 Cent gegönnt habe, verbleiben noch königliche 6 Cent in der Börse! Wieder im Büro setze ich mich zu einigen meiner KollegInnen in die Küche, wir essen und unterhalten uns über Privates wie Berufliches. Bürohund Lulu schaut auch mal rein, um uns mit traurigen Augen dazu zu bringen, ihr etwas abzugeben. Machen wir nicht, aber nach dem Essen gibt’s noch eine Runde Hundekuscheln. 😀

13:15-17:20 Uhr Arbeit. Ich bin schon so ab 16:45 Uhr ganz allein im Büro, aber muss noch auf meinen Bus warten. Dafür schaffe ich ganz schön was weg, und zwischendurch bleibt noch Zeit für eine klitzekleine Surf-Runde, bei Kaffee und Brownie natürlich! Die Software nervt mich, denn sie stürzt dauernd ab. So kann ich Teile der Arbeit einfach gar nicht erledigen, die verschiebe ich auf morgen. Der Held bietet an, mich abzuholen, aber damit wäre ich auch nicht wirklich eher zuhause. Die Zeit, die er spart, soll er lieber schon mal zum Aufräumen nutzen, die Küche haben wir nämlich gestern als kleines Schlachtfeld hinterlassen.

17:20-17:50 Uhr Heimweg. Ein paar Minuten Fußweg zum Bus. Es liegt zwar kein Schnee, aber er stöbert um mich herum und es ist bitterkalt. Ich bin froh, nicht mit dem Rad unterwegs zu sein! Meine Fellmütze über den Ohren dämpft alle Geräusche ab. An der Haltestelle muss ich noch einige Minuten warten, hier stehen mit mir jede Menge Schüler. Die Armen, dass sie so lange Schule haben! Trotzdem fühle ich mich in Gegenwart von fremden Teenagern immer etwas unwohl. Ich weiß auch nicht warum. Ich stehe abseits der Haltestelle und starre dem Bus entgegen. Die Fahrt geht dann fix: 7 Haltestellen.

17:50-18:45 Ich komme nach Hause und sehe als erstes, dass der Held die Glühlampe im Flur endlich ausgetauscht hat. Juchuh! Dann beichtet er aber, dass er dabei den Glaszylinder besagter Lampe kaputtgemacht hat. Ein bisschen Schwund ist immer… Er räumt wie versprochen die Küche auf, ich koche schnell. Montags ist bei uns Miracoli-Tag, also eigentlich ist es meistens gar kein Original-Miracoli, aber es gibt halt eine Packung Nudeln mit Sauce. Wir haben nämlich nicht so viel Zeit. Heute darf ich viel mehr als die Hälfte der Nudeln futtern, denn der Held hat ja noch sein Kuchenstück. Ich bin pupsatt, als wir fertig sind. Ich räume fix weg und schmeiße die Spülmaschine an.

18:45-20:00 Uhr Montags hat der Held “Fußball”. Also… Es kommen ein paar Freunde und sie spielen zusammen Fußball auf der X-Box. 😉 Bis alle da sind, spiele ich noch ein bisschen mit den Jungs andere X-Box-Spiele. Gestern hat der Held das “Rayman Raving Rabbids” für X-Box Kinect zum Geburtstag bekommen und deshalb gibt es heute lustige Kinect-Spielereien, die uns richtig ins Schwitzen bringen. Es muss von außen sehr lustig aussehen, wie wir uns zu dritt plötzlich alle auf den Boden werfen, in die Luft springen, Luftgitarre spielen oder wie wild zu zappeln anfangen! 😉 Um 20 Uhr sind alle da und ich lasse die Herren in Ruhe.

20:00-20:30 Telefonat mit Muttern.

20:30-21:25 Uhr Wildes Rumsurfen! 🙂

21:25 Ich kriege einen Koller wegen des Chaos’ um mich herum und räume endlich mal wieder meinen Schreibtisch auf. Dabei finde ich eine unbezahlte Rechnung, die seit 2 Wochen überfällig ist – zum Glück nur über 11 Euro. Upps. So erledige ich gleich noch ein paar mehr Überweisungen und erfreue mich an der Armfreiheit auf dem Schreibtisch. Hey, ich kann die Maus wieder bewegen! 😉

22:15 Uhr Jetzt, wo ich wieder Platz habe, kann ich den Laptop nach hinten schieben und vorn Hochzeitskram basteln. Ganz gemütlich, dabei lasse ich eine Folge Doctor Who über Lovefilm laufen. Die Serie habe ich nicht zuletzt dank Katha und natürlich dank der gesamten Begeisterung im Netz mal angefangen zu schauen! Ich muss zugeben, dass es mich heute leicht gruselt. Und dann ist es auch noch eine Doppelfolge und das Ende gruselt weiter! (Und beim Basteln hab ich auch nicht viel geschafft…)

23:00 Uhr Meinen guten Vorsätzen zufolge müsste ich jetzt im Bett liegen. Wenn ich 8 Stunden schlafe, geht’s mir am besten. Aber ganz ehrlich? Das schaffe ich nie. Auch heute nicht. Gerade bringe ich noch letzte Basteleien zu Ende und höre das Elisabeth-Musical dabei. Ich werde danach noch duschen gehen, ich bin ein Abendduscher, weil mir morgens jede Minute so wertvoll ist. 😉 Dann ab ins Bett und so schnell wie möglich schlafen, und hoffen, dass die Herren im Wohnzimmer beim Fußball nicht so gut spielen, dass ich von Jubelschreien geweckt werde! 🙂