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Der Batman-Schrank – ein Upcycling-Projekt für Geeks

In unserer neuen Wohnung – die ich immer noch neue Wohnung nenne, obwohl wir mittlerweile seit zehn Monaten hier wohnen – gab es eine Ecke, die irgendwie übrig war. Eine Nische in der Küche, neben dem Kühlschrank. Relativ breit und tief, aber darüber eine Schräge. Nach unserem Einzug standen dort mehrere Möbel, die aber alle a) kaum zur Küche passten und b) in der Zwischenzeit anderswo einen besseren Platz finden konnten. Klar war, der Platz konnte nicht leer bleiben, denn wir brauchten den Stauraum.

Wir machten uns also auf die Suche nach einer Lösung. Besuche in Baumärkten und Möbelhäusern brachten Ideen, aber irgendwie war nichts wirklich perfekt. Bis uns eines Tages die Nachricht meiner Schwiegereltern erreichte, die nach uns umzogen. Bei ihnen war eine Kommode übrig – ob wir die gebrauchen könnten?

Die Maße waren perfekt – die Optik war nicht ganz so toll in unserer Küche. Das helle Holz passte nicht zur Küche in weiß mit dunkelbraun. Aber da ließe sich doch was machen, oder? Ganz tief im Hinterkopf hatte ich da einen Blogartikel, den ich vor Jahren mal gelesen hatte. Eine kurze – na gut, offen gestanden etwas längere – Google-Suche brachte ihn zu Tage: Ein DIY-Buffet mit The Walking Dead-Theme. Die Grundidee stand, das Thema war auch schnell gefunden: Batman!

Der Plan war nach einiger Recherche dann ein etwas anderer als im Inspirationsbeitrag. Die Kommode wollten wir weiß streichen, die Deckelplatte schwarz – und die Milchglasscheiben in den Türen und Schubladen sollten den gewünschten Comic-Look erhalten. Dafür mussten wir erst einmal alles auseinandernehmen. Glücklicherweise ließen sich alle Glasscheiben herausnehmen! Das machte die Sache erheblich leichter. Als erstes mussten wir alle Holzteile gründlich abschleifen. Da wir beide bei solchen Projekten unglaublich ungeduldige Menschen sind, die am liebsten sofort loslegen (das Abschleifen haben wir an einem Freitagabend direkt nach der Arbeit gemacht, nachdem wir die Kommode abgeholt hatten), ist aus diesem Stadium auch das erste Bild des Möbelstücks. Akzeptiert dies bitte als “Vorher-Bild”, auch wenn wir schon angefangen haben:

Ihr seht: Es passt super in die Ecke und der Stauraum wird schon allein für die Mikrowelle so dringend benötigt, dass es schon in den Zwischenschritten der Baustelle zugeräumt wird. 😉

Als nächstes war das Lackieren dran. Es ging erstaunlich gut. Ich rechnete eigentlich damit, dass wir mindestens 3 Lagen bräuchten, aber zwei Schichten haben tatsächlich ausgereicht. Es dauerte trotzdem einige Zeit, schon allein dank der Schubladen und Türen. Das Hauptgestell war dagegen schnell fertig. Hochprofessionell im Nähzimmer (es war Januar!) auf zwei Wasserkisten.

Jetzt begann der spaßige Teil! Erst mal der, bei dem ich nur am Computer sitzen und googeln musste. Danach kam der nicht ganz so spaßige Teil, bei dem wir nicht nur drucken, sondern insbesondere ausschneiden mussten… Eine etwas eintönige Arbeit.

Eine der Schubladen-Scheiben, die deutlich kleiner als die in den Türen sind, durfte derweil als Testobjekt herhalten:

Im Bastelschrank hatte ich noch seidenmatten Decoupage-Kleber, von dem ich vor Ewigkeiten ungefähr drei Tropfen für ein Projekt gebraucht hatte. Ich übte ein bisschen, bis sich folgende Technik als optimal herausstellte: Die Scheibe großzügig mit Kleber einpinseln, den Comic darauf andrücken und von oben mit noch mehr Kleber bepinseln, bis er völlig durchweicht ist. Dann gründlich trocknen lassen – es verschwindet dann auch wieder der bläuliche Schimmer, der uns erst etwas beunruhigt hatte.

Es stellte sich heraus, dass auf eine Schubladenscheibe exakt zwei klassische Batman-Comicstrips übereinander passen. So erzählt jede Schublade eine kleine Geschichte – allerdings ohne Zusammenhang und ohne Anfang und Ende, man kann nicht alles haben. 😉

Auf den beiden Türen haben wir uns dann ausgetobt und auch ganzseitige Comics verarbeitet. Dadurch wird es insgesamt unruhiger, aber das gefällt mir sehr gut. Auf der rechten Tür sind etwas ältere und im Format immer noch klassischere Comics, auf der linken Tür wird es noch wilder. Da dort der Joker ein recht großes Bild einnimmt, ist das rechte Fach jetzt das “Joker-Fach”, wenn wir darüber reden – auch nicht unpraktisch (Wohin gehört das? – Ins Joker-Fach!). 😉

Der Deckel, der auf Anregen des Helden schwarz lackiert wurde, wurde leider nicht so gut. Die Oberfläche wurde einfach nicht richtig glatt. Aber wir sind ja improvisationsbereit. Und so bestellten wir einfach im gleichen Shop, der schon die Rückwand für unsere Küche (hinter Spüle und Herd) geliefert hatte, eine schwarze Glasplatte, die seither auf der Kommode liegt. Sieht hübsch aus, funktioniert einwandfrei und hat nicht die Welt gekostet – perfekt! Außerdem spiegelt es hübsch die Batman-Lampe (die nach ihrem unglückseligen Ableben beim Umzug zu Weihnachten durch meine Eltern wieder ersetzt wurde, yay!):

Auf den Schubladen sind jetzt wie gesagt die ganz alten Comics, die für uns heute ja doch oft eher zum Schmunzeln anmuten:

Im Vergleich dazu die moderneren Details – im Format nicht mehr so festgelegt, deutlich erwachsener und “cooler”:

Die schwiegerelterliche Kommode ist jedenfalls nicht wiederzuerkennen – zum Glück gefällt es dem edlen Spender ebenfalls. Und wir sind sowieso sehr glücklich mit unserem DIY-Upcycling-Projekt!