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Eine Wanderung mit Canyon-Blick

Wandern? Ja, kenne ich. Haben wir früher™ gemacht, als ich noch ein Kind war und wir ein Ferienhaus in der Eifel hatten. Gerüchten und Familienlegenden mussten meine Eltern damals Schokolade auf dem Weg verstecken, damit ich ohne Murren mitwanderte. Tatsächlich habe ich aber gute Erinnerung an viele Wanderwege und behaupte jetzt einfach mal frech, dass das wahrscheinlich bei einer Osterwanderung passiert ist.

Tatsache ist jedenfalls, dass ich schon ziemlich lange nicht mehr wandern war. Doch in letzter Zeit juckte es mich in den Fingern. Oder vielmehr in den Füßen. Ich bin ja jetzt stolze Besitzerin eines Fitnessarmbands, das mich sowieso zum Laufen motiviert (ich versuche, jeden Tag 10.000 Schritte zu schaffen). Außerdem haben mich diverse Postings von Frauke inspiriert. Aber aus irgendeinem Grund hatte ich immer einen Wanderurlaub vor Augen. Und erst vor ein paar Wochen, als jemand den Teutoburger Wald erwähnte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Man muss gar nicht einen ganzen Urlaub lang wandern. Schon gar nicht, wenn man so untrainiert ist wie ich. Man kann auch einfach von Münster aus eine halbe Stunde Auto fahren und schon ist man in herrlicher Landschaft!

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Tatsächlich kann man vermutlich auch im noch näheren Münsterander Umland wandern. Was mich aber motivierte, den TeutoSchleifen-Weg “Canyon-Blick” zu besuchen: Das Versprechen auf einen einwandfrei ausgeschilderten Wanderweg in gutem Zustand. So für den Einstieg wollte ich mich nicht mit Karte, GPS und ähnlichem herumschlagen. Und außerdem natürlich der Canyon! Also mal ehrlich. Ein Canyon? In Lengerich? So ein Quatsch. Das Bild auf der Website hielt ich für übertrieben, aber trotzdem wollte ich das mit eigenen Augen sehen.

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Der Wanderweg “Canyonblick” ist ein Rundgang von ungefähr 11 Kilometern. Als ich den Parkplatz endlich erreicht hatte (die Anfahrt war auf der Website nicht so super erklärt – meine einzige Mini-Kritik), hatte ich die Wahl: Wählte ich die “korrekte” Laufrichtung, wäre ich erst nach fast zehn Kilometern am Canyon. Andersherum schon nach 1,5 Kilometern. Also: Belohnung oder Startpunkt? Ich entschied mich dafür, zuerst zum Canyon zu gehen. Erstens wusste ich nicht, wie anstrengend das ganze würde, und zweitens wollte ich natürlich auch Fotos machen und das Wetter versprach eventuellen Regen – und wie lange mein Smartphone-Akku halten würde, war ja auch fraglich. Also: Auf zum Lengericher Canyon!

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Und da war er, der Canyon, und sah genauso aus wie auf den Werbebildern. Das Wetter war nicht so gut, aber ich war trotzdem enorm beeindruckt! Beim “Canyon” handelt es sich um einen ehemaligen Kalksteinbruch, in dem 1977 die Arbeit eingestellt wurde. In die Abbruchgrube wurde Wasser geleitet, die Wände wurden unter anderem bepflanzt, indem Pflanzensamen aus einem Flugzeug geworfen wurden! Seit 1989 ist der Canyon Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden. Ich habe trotzdem einige Mountainbiker dort entlangbrettern sehen… Schade.

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Auch wenn der Wanderweg sich “Canyonblick” nennt, ist der Canyonblick ein ziemlich kurzes Vergnügen. Man steht einmal auf der Aussichtsplattform und kann den oben gezeigten Blick bewundern, aber das war’s auch schon. Schade – aber wirklich gestört hat es auch nicht, denn es gab genug zu gucken und das Gelände war sehr abwechslungsreich. Wald, Felder, Wiesen oder Riesenfarne? Kein Problem.

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Außerdem geht ein Teil der Strecke über eine Weide mit Kühen. Das ist optional – man kann auch über die Straße gehen bzw. muss das sogar, wenn man Hunde dabei hat – aber ich war natürlich Feuer und Flamme. Auf dem Schild stand, die Kühe wären sehr neugierig und würden direkt zu den Wanderern kommen. Nachdem ich endlich das Tor gemeistert hatte, ging ich also genauso neugierig über die Weide. Aber alle Kühe waren ausgeflogen! Schade…

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Etwa einen Kilometer weiter traf ich dann aber doch noch Lengerichs Next Topmodels. Geduldig posierten die vier für ein paar Fotos. Ich habe überhaupt unglaublich viele Fotos gemacht. Gut, dass ich allein unterwegs war. Das war überhaupt sehr entspannend. Es gab so viel zu sehen, dass mir keine Sekunde langweilig war. Ich konnte mein eigenes Tempo gehen und auch mal eben alle zwei Meter stehenbleiben, um ein Foto zu schießen.

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Im sehr, sehr grünen Farngebiet, in das die grüne Treppe führte und in dem man über Wiesen wanderte (sehr angenehm!), summte und brummte es ohne Unterlass. Vor allem in meinem Gesicht. Meh! Doof! Das Gebiet war offenbar Heimat zahlreicher Bienen. Nun, nichts gegen Bienen, und getan haben sie mir auch nichts, aber dieses Gebrumme um meinen Kopf herum hat mich völlig verrückt gemacht. Ich war froh, als ich wieder am Maisfeld entlanglaufen konnte.

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Wald gab es auch zu sehen! Wald mit Aussicht, Wald mit Treppen, ganz egal. Wie gesagt: wirklich abwechslungsreich!

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Zwischendurch zog es sich richtig zu und das Foto sieht fast schon bedrohlich aus. Tatsächlich war es warm, blieb trocken und als ich nach elf Kilometern wieder am Parkplatz war, packte ich meinen Rucksack ins Auto und lief noch mal “eben kurz” zum Canyon, um die Aussicht zu genießen. Und wieder zurück. So standen letzten Endes rund 15 Kilometer auf dem Tageszähler. Und es war toll!

Die TeutoSchleife war wirklich perfekt ausgeschildert, so dass ich nur an einer einzigen Stelle kurz überlegen musste, wo es langgeht. So hatte man den Blick für die interessanten Details und Aussichten! Jetzt bin ich auf jeden Fall motiviert, auch noch die anderen TeutoSchleifen zu wandern. Insgesamt gibt es sieben. Die nächste werde ich mich dem Helden zusammen laufen. Mal sehen, ob wir wanderkompatibel sind! 🙂