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Podcast-Liebe: Über das glückliche Leben, die Lage der Nation und mehr

Podcasts! Ich bin nach einer langen, langen Zeit, in der ich mit dem gesamten Konzept einfach nicht warmgeworden bin, mittlerweile großer Fan. Podcasts sind super: Man kann sie unterwegs hören, man kann sie hören, während man andere Dinge tut, man lernt im Zweifelsfall noch was. Sie sind nicht so lang wie Hörbücher, sie sind gratis, und es gibt ungefähr eine Million verschiedene davon. Ich habe einfach länger gebraucht, um die passenden Podcasts für mich zu finden! Ich bin nämlich recht wählerisch und gebe dem Ganzen auch keine lange Anlaufzeit. Wenn mich die erste Folge schon langweilt oder nervt, fliegt der Podcast wieder aus meiner Liste. Leider geht es mir so mit den meisten deutschen Podcasts. Leute, die ohne Konzept drauflos labern und blöde Witze reißen, sind leider oft nicht meins. Wie bei “lustigen” Büchern – es ist offenbar schwer, genau mein Humorzentrum zu treffen. Wenn es aber klappt, bin ich treu und höre “rückwärts”, bis ich alle Episoden durch habe. So kann ich mich dann monatelang mit einem Podcast beschäftigen.


Vielleicht wünscht ihr euch auch noch Podcast-Tipps? Falls ja, dies ist die Playlist mit meinen aktuellen Highlights:

Lage der Nation

Tatsächlich ist die “Lage der Nation” mein erster deutschsprachiger Podcast, auf den ich mich jede Woche freue (und einer von nur zwei Podcasts, die ich automatisch von meiner App herunterladen lasse). Er erscheint immer am Wochenende, allerdings nicht so 100% zu einem festgelegten Zeitpunkt. Und so klicke ich mich ab Freitag Nachmittag immer mal wieder in meine Podcast-App, um zu gucken, ob “die neue Lage” schon da ist. Wenn ja, schnappe ich mir die Kopfhörer und verlasse das Haus. Ein Spaziergang oder auch mal laufen gehen macht mit diesem Nachrichtenpodcast auf den Ohren einfach Spaß. Philip Banse, Journalist u.a. beim Deutschlandfunk, und Ulf Buermeyer, Richter am Landgericht Berlin, fassen die Ereignisse der Woche in ca. anderthalb Stunden zusammen, ordnen ein und erklären Hintergründe. Natürlich nicht ohne Meinung, das bleibt nicht aus, aber da gehen wir an den meisten Stellen konform. Dabei geht es, anders als der Name der Sendung vermuten lässt, nicht nur um News aus Deutschland. Einer der Schwerpunkte ist, sicherlich auch aufgrund der persönlichen Hintergrunde der beiden, die Netzpolitik. So weiß ich jetzt vermutlich mehr über Vorratsdatenspeicherung als du. Also, außer du hörst auch die Lage. Bääm. 😀

Klar, dass aufgrund der Länge des Podcasts nicht alle Themen besprochen werden können, die auf der Welt passiert sind. Auch klar, dass nicht alle Themen gleich “gut” besprochen werden können. Aber mein Eindruck ist, dass Banse & Buermeyer durchaus kritikfähig sind, sie setzen sich mit ihren Hörerinnen und Hörern auseinander und freuen sich über Feedback, und revidieren auch mal ihre Meinung. Sympathisch! Und ich fühle mich definitiv besser informiert, seit ich regelmäßig die “Lage” höre.

Happier with Gretchen Rubin

Neulich habe ich den Podcast schon in diesem Artikel über ein schönes Lebensmotto erwähnt: Always choose the bigger life. Die Autorin hostet den Podcast gemeinsam mit ihrer Schwester. In handlich verpackten 20-30 Minuten (gern so ungefähr eine Fahrradfahrt zur Arbeit lang – perfekt für mich) stellt Gretchen Methoden vor, mit denen man sein Leben “Happier” machen kann. Ideen, Leitsätze, Gewohnheiten, Denkanstöße. Dabei gibt es jede Woche ein “Try this at home” und einen “Happiness Stumbling Block”, also quasi einen Stolperstein fürs Glücklichsein, und wie man damit umgehen kann. Ich habe schon viel mitgenommen daraus! Manches sind wirklich Kleinigkeiten, anderes sind größere Ideen, und manches ist für mich persönlich auch einfach nix. Aber es macht mich fröhlich und viel mehr will ich ja gar nicht im Leben.

My Dad Wrote A Porno

Der Titel klingt erst mal komisch, oder? Aber genau das ist passiert: Der Vater von Jamie Morton hat einen “erotischen Roman” verfasst. Und zwar, das stellt sich im Laufe der ersten Staffel des Podcasts heraus, einen wirklich, wirklich, wirklich schlechten erotischen Roman. Jamie liest das Buch Folge für Folge komplett vor – nicht nur uns, sondern vor allem seinen beiden Freunden Alice und James. Was sich daraus ergibt? Nun, unter anderem verwirrte Blicke von Passanten, wenn ich mal wieder auf dem Fahrrad scheinbar unmotiviert in brüllendes Lachen ausbreche. Das Buch an sich ist in erster Linie absurd, aber in Kombination mit den Reaktionen von insbesondere Alice mit ihrem wunderbaren britischen Englisch ergibt sich etwas, das mein Humorzentrum genau trifft. Mittlerweile gibt es schon eine zweite und dritte Staffel, ich höre mich nach und nach durch. Natürlich absolut NSFW. Aber wofür gibt es Kopfhörer?

Oma erzählt vom Krieg

Jetzt wird es etwas ernster. Und eigentlich ist “Oma erzählt vom Krieg” auch kein klassischer Podcast. Jedenfalls hat er nur fünf Folgen. Und die sind kurz. Aber sie haben es in sich. Die Reihe wird produziert von ze.tt, dem etwas jugendlicheren Portal von Zeit Online, mit dem ich eigentlich so gar nichts am Hut habe. Und tatsächlich finde ich die junge Moderatorin, die zu Beginn und am Ende jeder Folge zwei-drei Sätze sagt, eher nervig und irgendwie unangemessen quietschig. Dazwischen jedoch erzählen Frauen, die den zweiten Weltkrieg als Kinder miterlebt haben, ihre Geschichte. Die fünf Damen aus Berlin erzählen, wie sie Bomben erlebt haben, Nächte im Luftschutzkeller oder die Verschickung aufs Land. Es geht nicht um politische Hintergründe, sondern “einfach nur” um die Erlebnisse. Am Ende ziehen sie den Vergleich zur Gegenwart, in der auch Kinder in Kriegen aufwachsen müssen, und deshalb auf der Flucht sind. Der “Erziehungsauftrag” des Formats für junge Hörerinnen und Hörer ist unverkennbar, das Schlusswort der Produzentin manchmal sehr holzschnittartig, aber ich habe in jeder Folge Tränen in den Augen gehabt. Wirklich sehr hörenswert.

 

Meinen Lieblingspodcast “Dear Hank and John” habe ich euch jetzt schon so oft empfohlen, dass ich ihn nicht schon wieder aufführen wollte. Habt ihr noch Podcast-Vorschläge für mich?

Spezies Blogger – ein Podcast in Zusammenarbeit mit Mita & Manani / #bloggenmitherz

Ein langes Wochenende, 25 Frauen, ein Mann, 26 Kameras, 26 Laptops und ein Thema: Bloggen! Beim Bloggen mit Herz-Workshop am vergangenen Wochenende auf Föhr konnte man beobachten, wie sich die ganz besondere Spezies “Bloggerinnen” in freier Wildbahn und unter sich verhielt.

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“Typisch Blogger”, die Worte fielen häufiger – oder, um es wie Bine zu formulieren: “Wir sind Blogger, wir dürfen das”. Egal, ob sich mal wieder jemand zum Fotografieren auf die Straße legte oder ob bei jedem Gespräch das Smartphone zur Hand war, ob sich mal wieder vier Damen um das gleiche Motiv drängten oder sich an den Steckdosen abwechseln mussten, um ihre Computer zu laden.

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Wir waren unter uns und konnten das nachvollziehen. Niemand musste sich – wie sonst manchmal im Alltag – rechtfertigen, wenn er sein Essen auf Instagram posten wollte oder unbedingt noch eben seine Twitter-Timeline nachlesen musste.

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Danke an Bine für das perfekt passende Bild!

Wenn man also ein ganzes Haus voller Blogger hat, liegt es nahe, dass man einmal darüber nachdenkt, was “den Blogger an sich” eigentlich ausmacht. Sanna und ich haben uns mit dem Thema beschäftigt und wollten eigentlich gemeinsam einen Dialog schreiben. Aber hey – das Motto das Workshops lautete “Raus aus der Routine”! Also, wieso nicht einmal etwas völlig anderes probieren? Es wurde schnell deutlich, dass eines ziemlich bloggertypisch ist – und zwar, dass sie gern und viel reden. Also haben wir uns “mal eben” in Sandras Zimmer zurückgezogen und etwas ausprobiert, das für uns beide völlig neu ist: einen Podcast! Aus “mal eben” wurden schnell mehrere Stunden und es ist auch sicherlich nicht perfekt geworden, so ganz ohne Mikrofon im Hotelzimmer. Aber wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß beim Aufnehmen und ich hoffe, das kommt auch beim Anhören rüber:

Liebe Sanna, vielen Dank für diese Kooperation, es hat riesig viel Spaß gemacht und ich wünschte, wir hätten ein paar Outtakes! 😉 Und ihr, liebe Leserinnen, schaut auf jeden Fall auch mal bei Sannas Blog Mita und Manani rein und lest, was sie zu diesem Thema zu erzählen hat!