Alltagshüpfer

Arbeitsagentur

24. Februar 2010

Es ist wie üblich: Die Arbeitsagentur macht mich wahnsinnig. Da ist es verpflichtend, drei Monate vor Ende des Zeitvertrags sich arbeitssuchend zu melden. Meiner Ansicht nach viel zu früh. Bei Jahresverträgen ist das ja noch ein ganzes Viertel der gesamten Vertragslaufzeit! Letztes Jahr war es schon so, dass ich mich bei der Arbeitsagentur gemeldet habe und drei Tage nach dem Termin dort erst erfahren habe, dass mein Vertrag verlängert wird. Zwei Monate wären doch völlig ausreichend, oder?

Dann muss man, um sich arbeitssuchend zu melden, eine kostenpflichtige Hotline anrufen. Das finde ich absolut unverschämt. Wofür bezahle ich denn Steuern? Ich MUSS ja dort anrufen – ich kann ja nicht einfach mal vorbeigehen, denn ich muss mich ja drei Monate vor Vertragsende melden und bin somit noch berufstätig. Gnarf. Das ärgert mich total.

Jetzt gibt es Verwicklungen, weil mein Held ALG2 bekommt und wir aber trotzdem keine Bedarfsgemeinschaft sind. Es gibt die Regel, dass man erst nach einem Jahr zusammenwohnen eine Bedarfsgemeinschaft ist. ABER es ist furchtbar kompliziert bis unmöglich, das auch wirklich durchzusetzen. Diese Regel hätten sie sich lieber direkt sparen sollen, es ignoriert sie nämlich jeder bei der Arge. Man muss erst 20x darauf hinweisen, dass diese Regelung tatsächlich besteht.

Nach § 7 Absatz 3a SGB II wird ein wechselseitiger Wille, Verantwortung füreinander zu tragen und füreinander einzustehen, vermutet, wenn Menschen

  • länger als ein Jahr zusammenleben,
  • mit einem gemeinsamen Kind zusammenleben,
  • Kinder oder Angehörige im Haushalt versorgen oder
  • befugt sind, über Einkommen oder Vermögen des anderen zu verfügen.

Dieser Absatz legt eine im Gegensatz zum Amtsermittlungsprinzip nach § 20 SGB X stehende Beweislastumkehr fest. Nicht die Behörde muss die Einstehens- und Verantwortungsgemeinschaft beweisen, sondern die Antragsteller müssen beweisen, dass sie keine Einstehensgemeinschaft sind.

So schreibt es Wikipedia. Wir durften dann „beweisen“, dass wir keine Einstehensgemeinschaft sind. Von den vier Punkten trifft bei uns aber keiner zu. Dennoch war es höchst-höchst-höchst-kompliziert, das nachzuweisen. Ich durfte dann einen Text schreiben, wieso ich nicht finanziell für meinen Helden einstehen würde. Ich finde aber, die Regelung besagt eigentlich ganz eindeutig, dass ich gar keine Begründung brauche, wenn wir noch nicht ein Jahr zusammenwohnen. Zum Zeitpunkt des Antrags wohnten wir sogar erst 14 Tage zusammen. Tja. Pustekuchen. Letztenendes hat es aber geklappt und wir sind offiziell keine Bedarfs- und Einstehensgemeinschaft. Somit werden unsere Einkommen (also mein Einkommen und sein ALG2) nicht aufeinander angerechnet.

Jedenfalls habe ich heute bei der Arbeitsagentur angerufen, um mich arbeitssuchend zu melden, da mein Zeitvertrag ja in drei Monaten ausläuft. Woraufhin mir der äußerst freundliche Mitarbeiter (er war wirklich sehr engagiert und nett) mitteilte, ich würde ja in einer Bedarfsgemeinschaft mit einem ALG2-Empfänger leben, daher sei für mich die Arge und nicht die Arbeitsagentur zuständig. Hä??? Aber wir sind doch offiziell gar keine Bedarfsgemeinschaft? Er hat das dann geklärt und mich freundlicherweise zurückgerufen (somit musste ich die kostenpflichtige Hotline doch nicht so lange anrufen wie befürchtet, vielleicht sollte man sich immer irgendeine komplizierte Frage ausdenken und zurückrufen lassen). Doch doch, wir seien definitiv eine Bedarfsgemeinschaft. Ich meine, mir ist das ja egal, wer mir keinen neuen Job vermittelt, die Arge oder die Arbeitsagentur, ich kann das sowieso nicht so recht auseinanderhalten alles. Aber ich blicke einfach nicht mehr durch.

Jetzt bin ich mal gespannt, ob das ganze Konsequenzen im finanziellen Bereich nach sich zieht. Wenn wir nun doch eine Bedarfsgemeinschaft wären, würde mein Held ja weniger Geld bekommen (wenn auch immer noch etwas, so viel verdiene ich nämlich leider nicht, dass es für 2 reichen würde). Das fände ich überraschenderweise ziemlich blöd.

Na mal sehen, was sich die Damen und Herren noch einfallen lassen. To be continued…

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Alltagshüpfer

Neue Wege

23. Februar 2010

So, jetzt ist es offiziell. Mein aktueller Vertrag wird nicht verlängert und spätestens Ende Mai höre ich bei meinem jetzigen Arbeitgeber auf. Das ist vor allem der (wie ja schon erwähnt) netten Kollegen wegen sehr schade, aber ich gebe zu, ich hatte es mir schon vorher überlegt, die Firma zu wechseln, aus den verschiedensten Gründen. Daher habe ich auch schon ein paar Bewerbungen geschrieben und habe schon die erste Einladung zum Vorstellungsgespräch gekriegt. Hui! Wie aufregend! Und jetzt darf ich auch endlich mit meinen Kollegen darüber reden! 😉

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Alltagshüpfer

Zu nette Kollegen

19. Februar 2010

Irgendwie habe ich gerade extreme Schwierigkeiten damit, dass ich mich mit meinen Kollegen so gut verstehe. Über die neuesten eventuellen und tatsächlichen Entwicklungen kann ich nämlich gerade gar nicht mit ihnen reden, weil es ja halt meine Kollegen sind und ich das erst mal noch für mich behalten muss… Und so sitze ich hibbelig und aufgeregt im Büro und weiß gar nicht, was ich erzählen soll und muss tierisch aufpassen, dass mir nichts rausrutscht.

…während gleichzeitig mein Held nach Monaten der Stellensuche immer noch keine positive Antwort hat, was wiederum mir ein schlechtes Gefühl gibt. Schwierige Situation, gerade.

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Gedankenhüpfer

Hallo, 2010 – ich lebe noch!

11. Januar 2010

Ja, mich gibt es tatsächlich noch. Inzwischen ist das neue Jahr schon fast zwei Wochen alt und ich habe seit Ewigkeiten keinen Eintrag mehr geschrieben… Asche auf mein Haupt. Aber das Blog ist halt Vergnügen, also schreibe ich auch nur, wenn ich Lust drauf habe oder etwas zu sagen habe.

Im Moment geht es mit mir auf und ab. Mein Held hat immer noch keinen Job und ich schwanke zwischen einem „Alles wird gut, wird schon schiefgehen“ und einem „Oh mein Gott, er wird dieses Jahr 30  und niemand wird ihn jemals einstellen“. Das nervt ganz schön. Im Grunde habe ich eine „Wird schon niemand verhungern“-Einstellung, aber je länger das alles dauert, desto blöder. Dazu kommt, das mein Vertrag dieses Jahr auch ausläuft und ich keinen Plan habe, ob er verlängert wird oder nicht. Da werde ich mich nächsten Monat mal unbedingt drum kümmern müssen, dabei habe ich gar keine Lust. Überhaupt, erwachsen sein ist doof. Ständig irgendwelche finanziellen Überlegungen, man muss alles selbst im Blick haben, von Arztterminen bis zum gesamten Haushalt. Diesen Monat kommt schon wieder einer von der Versicherung und wirft mal einen Blick auf meine Altersvorsorge. Ächz.

Wie gesagt, ich schwanke. Von Sorge vor allem, was kommen mag. Arbeitslosigkeit? Umzug? Doofer Job? Hin zur Dankbarkeit für das, was ich habe. Ein wunderbares Zuhause. Eine tolle Familie (und da ist die „Schwiegerfamilie“ mit inbegriffen). Eine glückliche Beziehung mit dem besten Helden von allen. Und wieder zurück. Das ist anstrengend… Und ich wünsche mir wirklich täglich nichts weiteres als endlich einen blöden Job für meinen Helden und einen blöden Vertrag für mich.

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Alltagshüpfer

Unsere persönliche Wirtschaftskrise

16. November 2009

Und schon wieder eine Absage. Dieses Mal immerhin mit einem Vorstellungsgespräch vorab und nicht direkt nach der schriftlichen Bewerbung. Langsam wird es wirklich zermürbend. Mein Held schreibt eine Bewerbung nach der anderen, aber es gibt auch einfach nicht so viele Stellen in seinem Bereich. Er ist räumlich festgelegt dank mir und da wird es noch mal schwieriger. Jedes Mal sage ich „Beim nächsten Mal klappt’s“, bei jeder versendeten Bewerbung keimt die Hoffnung auf, die auch immer größer wird, nur um dann wieder von einem „leider müssen wir Ihnen mitteilen“ erschlagen wird. Das macht keinen Spaß.

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