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Eine Woche

Eine. Woche.

In sieben Tagen um diese Zeit werde ich den ersten Arbeitstag im neuen Job schon hinter mir haben. In vier Tagen werde ich bepackt mit Brownies, Donuts und Mini-Amerikanern ins Büro fahren. In sechs Tagen werde ich diese Wohnung – mein Zuhause! – fürs erste verlassen und nur noch an Wochenenden wiederkommen.

Heute wurde mir erst einmal bewusst, was das bedeutet. Ich schrieb ja schon über die “letzten Male”, aber jetzt wird es wirklich akut. Im Büro meint die Kollegin “Oh, das ist ja dein letzter Montag hier” (ob ich das jetzt jeden Tag hören werde – dein letzter Dienstag, dein letzter Mittwoch?). Und zuhause kann ich im Grunde schon genau sagen, was ich hier noch tun werde und was nie wieder. Das ist gruselig, denn ich möchte hier ja eigentlich gar nicht weg.

Die ersten Kartons sind gepackt, einiges hat der Held schon mitgenommen. Ich freue mich auf die Zeit mit ihm – allerdings habe ich mich auch ans allein Wohnen inzwischen sehr gewohnt und ich genieße die Ruhe nach Feierabend und die Freiheit, tun und lassen zu können, was und wann und wie ich möchte. Laute Musik hören, nackt durch die Wohnung laufen oder wie jetzt bei geöffnetem Fenster im dunklen Wohnzimmer sitzen, ganz allein, den Laptop auf dem Schoß – das alles fällt in den nächsten 2 Monaten erst einmal flach, weil ich ja kurzzeitig mit dem Helden bei den Schwiegereltern in spe einziehe. Wenig Platz, wenig Ruhe. Wenig “meins”, wenig “zuhause” – auch wenn ich mich dort pudelwohl fühle, bin ich ja doch irgendwie immer Gast. Bisher war das zumindest immer so, wer weiß, wie es jetzt wird. Ich bin mal gespannt.

Hier also: Endspurt. Morgen ist der letzte Spieleabend. Mittwoch muss ich noch einmal Wäsche waschen. Donnerstag werde ich für die Kollegen backen. Freitag ist mein letzter Arbeitstag und abends kommt der Held. Und Sonntag fahren wir dann. Gemeinsam. Und lassen die Wohnung ganz allein. Schnüff!

Letzte Male

Seit heute ist mein Urlaub vorbei. Und als ich gestern so nach Hause fuhr, vom Helden zum Bahnhof gebracht, dämmerte mir: Jetzt kommt die Zeit der “letzten Male”. Das war das letzte Mal, dass der Held mich so zum Bahnhof brachte, damit wir die Arbeitstage getrennt voneinander verbringen würden (denn die nächsten Wochenenden kommt er zu mir). Das war auch das letzte Mal, dass ich meinen Koffer vom Düsseldorfer Hauptbahnhof nach Hause zog. Und dass ich den Fortgang dieser riesigen Baustelle auf dem Heimweg sehen würde. Das fertige Gebäude werde ich wohl nie zu Gesicht bekommen.

In den nächsten Tagen werden dann wohl noch einige letzte Male folgen. Der letzte Spieleabend. Der letzte Arbeitstag. Das letzte Mal morgens auf den Bus warten. Die letzten Bücher in die Stadtbücherei bringen. Die letzte Gemüsekiste (eine neue kann ich frühestens ab September bestellen, wenn wir die Wohnung haben). Das letzte Mal Tatort mit Handy-Chat schauen. Meinen netten Allergologen zur letzten Spritze besuchen. Das letzte Mal mich mit der Nachbarin im Flur festquatschen. Das letzte Mal an der anderen Nachbarin im Flur unauffällig vorbeihuschen, um eben nicht festgequatscht zu werden. 😉

Es sind Dinge, um die es mir Leid tut, und Dinge, die mir nicht fehlen werden. Ich freue mich auf die neue Situation, aber ich bin auch etwas wehmütig. Ich habe gern hier gewohnt, die Wohnung ist ein echtes Zuhause geworden. Einige Menschen sind mir ans Herz gewachsen (zum Glück zieht meine Freundin im Oktober sowieso ebenfalls weg, um wiederum ihre Fernbeziehung zu einer Nahbeziehung zu machen – perfektes Timing). Der Job hat Spaß gemacht, die Kollegen sind nett – wäre da nicht die ewige Befristung und die Entfernung natürlich gewesen. Ich werde versuchen, die kommenden 2 Wochen noch zu genießen und etwas draus zu machen!

(Übrigens gab es auch ein “erstes Mal” diese Woche: Ich habe zum ersten Mal, seit ich dabei bin, die “12 von 12” verpasst. Ich war noch im Urlaubsmodus und wir haben sowieso nicht viel gemacht außer Ausschlafen und zum Frisör gehen…)

Gekündigt

Den Job. Die Wohnung. Das Gemüse-Abo. Das Busticket.

Es gibt so viel, woran man denken muss, wenn man in eine andere Stadt zieht – viel mehr als früher, als man noch Studentin war und mit leichtem Gepäck reiste. Und umziehen, das tu ich recht bald: Denn aus dem Wunsch zu Beginn des Jahres wird nun Realität, eines der diversen Vorstellungsgespräche war ein Volltreffer und schon am 1. Juli heißt es “Hallo, ich bin die Neue”!

Ein bisschen betrübt bin ich, dass mir nur noch so wenig Zeit in der alten Wohnung und mit den bisherigen Kollegen bleibt: Denn Freitag fahre ich erst mal für 3 Wochen in den Urlaub! (Wobei ich mich über den Urlaub natürlich trotzdem nicht beschweren möchte…) Danach sind es dann nur noch gute 2 Wochen hier. Aber da so eine Wohnung ja längere Kündigungsfristen hat – 3 x so lange wie mein Job! – bleibt mir der Ort noch ein Weilchen erhalten und die Möbel müssen auch nicht sofort raus. Glücklicherweise, denn unsere neue Wohnung ist ja erst ab Herbst frei. Urgs. Jetzt müssen wir 2-3 Monate überbrücken und voraussichtlich – falls sich nicht spontan was besseres auftut – bei des Helden Eltern Asyl beantragen. Es gibt schlimmeres, aber es gibt auch besseres.

Noch 14 Arbeitstage. Ich freu mich!

Und plötzlich…

Auf einmal ist wieder Land in Sicht. Der Held, der von dem Haus erzählt, das wir haben könnten – direkt neben seinen Eltern – und der davon ausgeht, dass ich das nicht will. Zu nah dran. Aber ich will. Unter gewissen Voraussetzungen, natürlich. Und so werde ich im Herbst wahrscheinlich – vielleicht – hoffentlich wieder nach Münster ziehen und wir haben eine total großartige Wohnung. Hach.

Was wir machen, wenn meine Stelle in Düsseldorf verlängert wird – mal sehen. Was wir machen, wenn sie nicht verlängert wird und ich stattdessen arbeitslos bin – mal sehen. Der Plan ist es natürlich, dass ich bis dahin eine Stelle in Münster habe. Beworben wird fleißigst, aber so viele Stellen gibt es eben nicht.

Am Wochenende waren dann aber auch andere Themen angesagt: Wie soll unser Teppich aussehen? Heizen wir mit dem Kamin oder der Heizung? Brauchen wir mehr Regale? Wer nimmt unsere Pakete an, wenn wir nicht mehr in einem Mehrfamilienhaus wohnen? Werden wir es ohne Badewanne überstehen? Wir müssen daran denken, die Mülltonnen selbst rauszustellen! Wir haben gar keinen Rasenmäher (für den ca. 4 Quadratmeter großen Rasen)! Kann man die Fahrräder unterstellen? In welcher Farbe streichen wir die Wohnzimmerwand? Was machen wir mit dem Keller? Wird das Kinderzimmer zum Computerzimmer für den Helden oder zum Nähzimmer für mich? Und: Können wir uns die Miete überhaupt leisten?

Es ist alles sehr, sehr aufregend!

So viel zum Thema…

…neue Pläne und Perspektiven.

“Ihre Texte haben uns sehr gut gefallen, und das Bewerbungsgespräch war auch super. Der einzige Grund, weshalb ich Ihnen jetzt die feste Stelle nicht anbieten kann, ist die Tatsache, dass wir die Abteilung leider komplett einstellen und in Zukunft nur noch mit Freelancern arbeiten werden.”

Ähm. Ja, danke. Die perfekte Stelle. Der perfekte Ort. Das perfekte Vorstellungsgespräch, zum ersten Mal in meinem Leben. Mental schon die Wohnung ausgesucht. Eine Woche seit dem Vorstellungsgespräch und schon gibt es eine “konzeptionelle und strategische Neuausrichtung der Geschäftsleitung”?

Und schon ist alles wieder ganz, ganz weit in die Zukunft gerückt. Alle Pläne über den Haufen geworfen und alle Perspektiven, nun ja, verschoben.

Stellensuche – mal wieder

Tja, wenn mein Held und ich nicht in einer Wochenendbeziehung verharren wollen (und das wollen wir nicht), muss sich etwas an der beruflichen Lage tun. Seiner oder meiner. Vorzugsweise sieht das im Moment danach aus, dass meine Lage sich ändern muss. Er hat ja jetzt endlich nach 2 Jahren eine Stelle gekriegt und die Aussicht auf einen unbefristeten Vertrag im nächsten Jahr, wohingegen ich eine weitere Verlängerung meines Zeitarbeitseinsatzes im nächsten Jahr für unwahrscheinlich halte.

Also habe ich mich gerade mal anderthalb Stündchen meiner wertvollen Feierabendzeit mit der Jobsuche beschäftigt. Und das Ergebnis? Mein Gewissen ist beruhigt und ich werde voraussichtlich Hausfrau und Mutter. Ich habe keine, wirklich nicht EINE Stelle entdeckt, die auch nur ansatzweise gepasst hätte. Monster hat sich in dem halben Jahr, in dem ich keine Stellen gesucht habe, irgendwie umgebaut und ich finde es jetzt total unpraktisch (vor allem ist die ortsbezogene Suche jetzt noch schlimmer als vorher – mich hat es vorher schon genervt, dass mir ständig irgendwelche Jobs in Berlin oder Wien oder Südafrika angezeigt wurden, aber jetzt tauchen sie direkt am Anfang auf und nicht mehr nur am Ende der Listen). In der Jobbörse der Arbeitsagentur hat sich zwar die Struktur nicht geändert, aber auch hier gibt es nichts, was für mich passen würde. Grummel.

Naja, ich habe ja noch Zeit. Mein Vertrag läuft Ende März 2012 aus. Aber trotzdem. Je eher, desto besser, hatte ich gedacht. Hmm. Wo sucht ihr noch nach Stellen? Ich hasse bewerben und wünschte, man könnte mich einfach so anstellen. Liebe Arbeitgeber, ihr hättet hier in mir einen loyalen und motivierten Angestellten, der gern und gut textet (egal, ob es dabei um Anzeigen, Newsletter, Online-Texte, Produktbeschreibungen, Prospekte, redaktionelle Texte oder sonstiges geht), Erfahrung im Umgang mit verschiedensten Zielgruppen hat (wobei es sich derzeit auf die Zielgruppe 50+ konzentriert), neben Deutsch fließend Englisch und Niederländisch spricht, sich gern und schnell in neue Themenbereiche einarbeitet, sich mit den Niederlanden auskennt, ein abgeschlossenes Studium hat und sehr, sehr gern im Münsterland arbeiten würde. Da sollte es doch jetzt bald an die Tür klopfen, oder? 🙂

Voll im Einsatz

Hallo zusammen,

ich möchte Euch mitteilen, dass Euer Einsatz bis 31.03.2012 verlängert wurde! 🙂
Mit [eurer Zeitarbeitsfirma] habe ich auch schon gesprochen. Hierzu wird Euer Ansprechpartner auch noch auf Euch zukommen.

Für Rückfragen stehe ich Euch gerne zur Verfügung!

Beste Grüße
[die Personalabteilung]

Woah! Das sind ja 11 Monate! (Ende April wäre es vorbeigewesen hier) Gerechnet hätte ich mit noch mal so 3 bis 4. Schön! Ich freu mich!

Ausgehebelt

Mein Held und ich wohnen zusammen. Momentan mehr oder weniger, aber im Grunde schon.

Sagt die Arge: “Sie wohnen zusammen, also werden Sie wie ein Ehepaar behandelt und Ihr Einkommen aufeinander angerechnet. Das ist knapp zu viel für Leistungen.” Somit ist der Held nicht mehr über die Arge krankenversichert.

Sagt meine Versicherung: “Sie sind ja nicht verheiratet. Sonst könnte Ihr Lebensgefährt kostenlos mit in die Familienversicherung. So muss er sich selbst weiterversichern.” Und: “Das sind unterschiedliche gesetzliche Grundlagen. Klar, das hebelt sich gegenseitig aus. Aber das ist nun mal so.”

Die Versicherung kostet 140 Euro im Monat. Wenn man diese Ausgaben abzieht, sind wir wieder deutlich unter dem Betrag, bei dem Leistungen von der Arge in Frage kommen. Aber dann hätten wir die Kosten nicht mehr.

…ich bin verwirrt!

(Und ganz am Rande: Schön, wenn man bei der Arge nachfragt, ob mal irgendein Beschluss gefällt wurde bezüglich des Antrags vom 15. Dezember, und dann telefonisch erfährt, dass die Antwort schon seit dem 14. Januar im Computer steht. Schon mal was von Post gehört?)

Nur vier Wochen

Heute sind es noch vier Wochen, die vor uns liegen. Vier Wochen – ein Monat – der Februar, und das ist noch der kürzeste aller Monate. In vier Wochen wirst du nicht mehr bei mir wohnen.

Keine Frage, ich freue mich, dass du eine Chance bekommst. Das du einen Job in Aussicht hast nach diesem Praktikum, dass endlich eine Perspektive in Sicht ist. Und ich weiß, du hast dich auch ganz woanders beworben. Es hätte schlimmer kommen können. Und du bist ja nicht aus der Welt.

Trotzdem… Ich mag nicht wieder allein sein. Ich habe schon allein gewohnt hier, und ich erinnere mich noch gut daran, dass ich jeden Abend traurig war, wenn ich allein ins Bett musste. Am vergangenen Wochenende war es sehr schön, die Wohnung einmal ganz für mich zu haben – aber ich wusste, dass du abends wieder da bist. Ich schlafe besser, wenn du neben mir liegst, und ich fahre lieber nach der Arbeit heim, wenn du dort auf mich wartest. Telefonate sind kaum ein Ersatz.

Wochenendbesuche – ich erinnere mich gut. Es war schön, die Zeit gemeinsam zu verbringen, aber es war auch anstrengend. Alles andere blieb liegen, damit man die gemeinsame Zeit möglichst gut nutzen konnte. Frisörbesuch? Nee, der Held ist doch da. Badezimmer putzen? Nee, du fährst doch zum Helden. Eigentlich Bock, den Abend mit der besten Freundin zu telefonieren? Nee, du musst doch die Zeit mit dem Helden optimal ausnutzen.

Ich möchte keine Wochenendbeziehung, aber wir werden nicht drumherum kommen. Zumindest für einige Monate. Und dann? Wer weiß, wo ich Arbeit finden werde. Natürlich werde ich bei dir in der Ecke suchen. Da wollte ich doch schon von Anfang an arbeiten, eigentlich. Aber ob das klappt? Dein Praktikum muss ja auch erst mal gut laufen, damit du übernommen wirst.

Hach. Der Mensch hat auch immer was zu meckern. Ich weiß noch, dass du Angst hattest, wie es wird, wenn wir zusammenziehen. Und? Es klappt ganz wun-der-bar. Wir streiten uns nicht mal darüber, welches Klopapier wir kaufen (ja – du weißt, das war immer meine größte Sorge). ABER vorher hat es auch geklappt. Und ein Fuchs muss eben tun, was ein Fuchs tun muss…

Noch vier Wochen. Ich will nicht, dass du weggehst…