Schlagwort-Archive: Das Leben an sich

Gerade jetzt #1

Wie ist das so, gerade jetzt? Eine kleine Momentaufnahme. Zuerst hier aufgeschrieben, ab jetzt vielleicht häufiger mal zwischendurch. Was steht auf der Tagesordnung? Was beschäftigt mich?

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Gerade jetzt…

denke ich eigentlich die ganze Zeit nur an unsere neue Wohnung und wie wir sie einrichten werden! Die Küche haben wir schon ungefähr 5 mal umgeplant und es macht riesig Spaß. Am Wochenende wird es wieder in die Möbelhäuser gehen!

mag ich den Frühling! Es sprießt und wird überall grün, und die Sonne scheint. Das macht mich so glücklich!

mag ich nicht so gern meine Haare, deshalb habe ich am Samstag einen Termin beim Frisör.

fühle ich mich optimistisch, motiviert und topfit. Das macht der Frühling mit mir!

trage ich leider immer noch Handschuhe auf dem Fahrrad morgens. Und meistens auch abends.

brauche ich noch sehr viel Kraft, um morgens pünktlich aus dem Bett zu kommen. Aber ich setze fest darauf, dass Gewohntheit daraus wird.

höre ich immer noch “Hamilton”, das Musical über den amerikanischen Gründungsvater. Außerdem Podcasts – am liebsten “Dear Hank and John” und ganz neu für mich “My brother, my brother and me“.

mache ich mich fit und mir selbst dicke blaue Flecken beim Bouldern. Es macht so viel Spaß! Ich glaube, ich habe endlich den perfekten Sport für mich gefunden.

lese ich bald das neue Buch für den Buchclub: Die Widerspenstigkeit des Glücks von Gabrielle Zevin.

trinke ich jeden Tag eine Kanne Früchtetee im Büro, am liebsten “Persischer Granatapfel” von Teekanne.

vermisse ich Urlaubstage! Aber bald kommt ja der Mai mit seinen vielen Feiertagen und im Juni haben wir dann tatsächlich Urlaub.

schaue ich mit dem Helden die zweite Staffel Better Call Saul, und allein noch mal die alten Gilmore Girls-Folgen durch, bevor ja dann irgendwann die neuen rauskommen sollen. Ich freue mich schon!

träume ich nachts wirre Wohnungsträume und tags … eigentlich auch. Nur nicht ganz so wirr. 😉

Und, wie ist das bei euch so, gerade jetzt? Nachmachen erwünscht!

Die Aufsteh-Challenge – ein Zwischenbericht

Tag 1:

Ich habe abends natürlich keine Klamotten rausgelegt. Ich bin aber schon vor dem Wecker so halbwach. So geht es mir immer, wenn ich weiß, dass ich pünktlich rausmuss. Es ist dann das erste, an das ich morgens denke, und ich schlafe nicht mehr so entspannt. Hilft beim Aufstehen, ist aber für die Schlafqualität wahrscheinlich gar nicht mal so geil.

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Als um 7 Uhr der Wecker klingelt, darf ich noch einmal snoozen, habe ich beschlossen. Es fällt mir schwer, nicht auf Instagram oder Twitter zu klicken, wenn ich doch sowieso schon wach bin. Ich bleibe noch 5 Minuten liegen und stehe dann – noch vor dem Snooze-Klingeln – tatsächlich auf, auch wenn ich matschig bin.

Unter der Dusche fällt mir eine Schwachstelle des Plans auf: Ich finde nichts gemütlicher, als sich nach dem Duschen noch mal ins warme Bett zu kuscheln. Tja, mache ich aber nicht. Ich ziehe mich an und dann kommt die zweite Schwachstelle: Ich muss mir die Haare föhnen. Ich hasse Haare föhnen! Aber auch diese Hürde wird erfolgreich genommen. Ich habe sogar noch Zeit, mir die Nägel zu schneiden und ein bisschen im Wohnzimmer die Unordnung vom Vorabend zu beseitigen.

Eine knappe Stunde früher als sonst komme ich aus dem Haus. Auf dem Weg zur Arbeit halte ich an, um ein paar Fotos für Instagram zu machen. Das habe ich in letzter Zeit immer gelassen, weil ich schon so spät dran war – schön, es jetzt wieder zu können! Um Punkt 8:05 Uhr bin ich am Büro – das ist exakt eine Stunde eher als die letzten Tage! Die Kollegen schauen etwas verwirrt. 😉

 

Tag 2:

Heute fahre ich mit dem Auto zur Arbeit. Das weiß ich schon vorher. Ich werde um 7 Uhr geweckt, blinzle in den Morgen und bleibe noch ein paar Minuten liegen. Mit dem Auto brauche ich ja nicht so lang wie mit dem Fahrrad, denke ich mir.

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Wieder habe ich nicht daran gedacht, mir Kleidung rauszulegen. Aber es geht ja auch so. Die Hoffnung mit dem Auto erweist sich als Trugschluss, da um diese Zeit sehr viel Verkehr ist und ich etwa genauso lange wie  mit dem Rad brauche. Gut ist es trotzdem, denn es regnet wie aus Kübeln. Ich bin wieder gegen kurz nach 8 Uhr im Büro, und die Kollegen sind wieder verwirrt. Nachmittags gönne ich mir einen frühen Feierabend. Schließlich war ich jetzt schon 2 Tage lang früh da.

 

Tag 3:

Heute – Montag. Ich schlafe nicht sehr gut, und irgendwann bin ich wach und weiß, jetzt muss ich aufstehen. Ich versuche verzweifelt, mich wachzuhalten, bis der Wecker wieder snoozt, aber es ist sehr schwer. Ich stehe auf und gehe ins Bad, und wundere mich, dass der Held noch schläft. Sonst steht er vor mir auf. Ein Blick aufs Handy: Es ist 4.30 Uhr. Uaah, schnell wieder einkuscheln! Es ist schön, noch etwas schlafen zu können. Es zeigt mir aber auch, dass mich das Thema offenbar ziemlich beschäftigt und eine gewisse innere Anspannung verursacht. 😉

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Um 7 Uhr dann klingelt tatsächlich der Wecker und holt mich aus wirren Träumen über neue Wohnungen (wir mussten unter anderem einen Klimaanlagen-Makler beauftragen). Heute muss ich nicht duschen und bleibe daher tatsächlich noch ein paar Minuten liegen. Aber um 7.20 Uhr muss es auch genug sein. Und das Handy habe ich nicht angefasst. Stattdessem habe ich dem Helden, während er sich anzog, von meinem verrückten Traum erzählt. Sehr erstaunlich, denn eigentlich finde ich nichts schlimmer, als morgens zu reden. Oder generell zu reden, wenn ich müde bin.

Ratet mal, ob ich mir Klamotten rausgelegt habe? Natürlich nicht. Vielleicht wird das mein Ziel für die kommende Woche. Jedenfalls bin ich wieder zeitig im Büro und vielleicht muss ich den Kollegen doch irgendwann einmal erzählen, woran das eigentlich liegt. Auf dem Weg zur Arbeit will ich eigentlich noch ein Rezept in der Apotheke abholen – aber die hat noch geschlossen! Das ist mir bisher glaube ich noch nie passiert (sie öffnet um 8.15 Uhr).

 

Erstes Fazit

Unglaublich, aber wahr: Es geht! Und es macht mir immer noch Spaß. Nicht das Aufstehen an sich, natürlich. Aber so früh fertig zu sein und vor dem Losfahren sogar noch einige Kleinigkeiten zu erledigen. Nix dolles. Ich mache unsere Betten. Ich räume etwas zusammen. Heute früh wollte ich meine am Wochenende gekaufte neue Klingel ans Fahrrad montieren (bin aber an der Schraube der alten Klingel gescheitert). Das ist schön! Nicht so schön ist natürlich, wenn ich um 4.30 Uhr aufwache und meine, ich muss dringend aufstehen. Das zeigt mir aber auch, dass die Challenge noch neu ist in meinem Kopf und keine Routine. Mal sehen, ob die sich in den nächsten Tagen oder Wochen einstellt.

Ich bin dennoch jeden Tag etwas später aufgestanden. Immer noch viel früher als sonst, aber. Das sollte jetzt nicht einreißen… Morgen geht’s spätestens beim ersten Snoozeklingeln um zehn nach sieben aus den Federn.

Vielen Dank an euch alle für die vielen lieben Kommentare und Tipps zum ersten Beitrag. Ich denke über einen Lichtwecker nach – meint ihr, der ist die Investition wert?

Der frühe Vogel oder Morgens um sieben ist die Welt noch in Ordnung

Bei meinen letzten 12 von 12 erwähnte ich es, und sicher habe ich es hier öfter schon mal anklingen lassen: Ich bin schlecht darin, morgens aufzustehen. Morgens ist das Bett einfach zehnmal kuscheliger als abends; und die Decke ist so schön warm; und der Traum so entspannt; und es gibt einfach kaum ein besseres Gefühl, als sich einfach noch mal umdrehen zu können.

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Wenn ich dann einmal wach bin, ist es aber auch nicht wirklich besser. Ich stehe nicht auf, nein! Ich nehme das Smartphone zur Hand. “Kurz mal eben” Twitter, Instagram, Facebook checken. Das kann dann durchaus eine halbe Stunde dauern. Und obwohl ich es mir jeden Morgen vornehme, komme ich nur schwer davon los. Nun könnte man hier natürlich auf die Smartphones schimpfen. Aber wenn ich ehrlich bin: Früher habe ich Radio gehört und mir gedacht “Nur noch eben den Beitrag zu Ende hören… Nur noch eben das eine Lied…” – das war auch nicht besser!

Nun kommt mir meine Gleitzeit bei dieser Geschichte nicht unbedingt entgegen, im Gegenteil. Denn wenn ich wirklich früh aufstehen muss, weil ich einen Termin habe, dann geht das auch. Nicht unbedingt ohne Quengeln und Brummen und Müdigkeit, aber es geht. Aber das Wissen: Ach, ob ich nun fünf  Minuten später im Büro bin, ist ja auch irgendwie egal? Das führt dazu, dass ich regelmäßig länger arbeiten muss, als ich das gern hätte, und immer die letzte morgens im Büro bin. Und das ist ja auch doof.

Nun habe ich bei Was Eigenes diesen tollen Artikel gelesen und fühle mich wieder etwas ertappt und motiviert. Das muss doch auch anders gehen! Ich will nicht unbedingt um 5 Uhr aufstehen. Aber um 7 Uhr sollte doch wirklich machbar sein. Ich weiß, viele von euch werden jetzt lachen. Viele Leute sind um diese Zeit schon bei der Arbeit! Aber da ich nicht muss, klappt es eben nicht. Während ich in vielerlei Hinsicht ein sehr disziplinierter Mensch bin, ist hier wohl meine Achillesferse.

 

Der aktuelle Ablauf

Hier stelle ich mich jetzt etwas bloß: Um 6:45 Uhr klingelt der Wecker. Ich drehe mein Smartphone um, was den Schlummermodus aktiviert. Das mache ich dann bis 7:50 Uhr. Zu der Zeit habe ich dem Wecker gesagt, dass jetzt Schluss ist mit Schlummern. Ich muss eine kleine Aufgabe lösen, um den Wecker auszuschalten. Ich mache mir Musik an und versuche, nicht wieder einzuschlafen. Ich lese meinen Twitter-Feed, scrolle durch die Instagram-Timeline oder schaue, was auf Facebook so passiert ist. Irgendwann zwischen 8:15 und 8:30 Uhr (!!!) stehe ich auf. Eigentlich möchte ich um 8:30 Uhr das Haus verlassen!

Ich brauche morgens tatsächlich nicht lange – ich gehe ins Bad, dann ziehe ich mich an. Wenn es ein Tag ist, an dem unser Staubsaugerroboter Dustin die Wohnung saugen soll, während wir unterwegs sind, räume ich noch schnell ein paar Dinge zur Seite. Dann bin ich im Prinzip schon bereit, mich aufs Fahrrad zu schwingen. Ich frühstücke im Büro. Vielleicht schon ein Fehler?

 

Die Aufsteh-Challenge

So, jetzt gelobe ich hiermit feierlich vor der Blog-Leserschaft: Ich werde mich bessern! Ab sofort werde ich um 7 Uhr aufstehen! Jawollja! (Stellt euch mich bitte an dieser Stelle mit stolzgeschwellter Brust und optimistischem Gesichtsausdruck vor.)

Nun weiß ich ja, dass die meisten Experten empfehlen, jeden Tag zur gleichen Zeit aufzustehen. Also… JEDEN TAG. Auch am Wochenende. Wenn ich das dem Helden vorschlage, erklärt er mich für verrückt! Also werde ich mich der zusätzlichen Herausforderung eines unregelmäßigen Schlafrhythmus stellen… Nicht, dass ich das bisher nicht sowieso gemacht hätte. 😉

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Denn natürlich habe ich mich umgesehen nach den besten Tipps, zum Frühaufsteher zu werden. Leider haben mich die meisten nicht weitergebracht, da es bei mir ja nicht daran liegt, dass ich zu müde bin. Da bringen mir Tipps dazu, wie ich besser einschlafe, herzlich wenig. Am hilfreichsten fand ich noch diese Liste mit 22 Tipps.

Mein Schlachtplan sieht folgendermaßen aus:

  1. Ich lege am Vorabend meine Kleidung für den nächsten Tag heraus.
  2. Ich stelle meinen Wecker auf 7 Uhr. Nicht auf 6:45 Uhr wie bisher.
  3. Ich installiere eine neue Wecker-App oder schalte die Schlummerfunktion bei meiner bisherigen App aus.
  4. Wenn der Wecker klingelt, öffne ich keine Social Media-App. Keine einzige!
  5. Ich stehe auf und gehe duschen. Das mache ich normalerweise abends, weil ich ja morgens keine Zeit habe. Meine Haare sehen dann aber immer schrecklich aus.
  6. Und schon kann ich mich fertigmachen und losfahren!

Ich muss zugeben: Ich freue mich fast ein bisschen drauf! Zumindest jetzt. Morgen früh um 7 sieht das schon ganz anders aus, schätze ich. Ich werde euch auf dem Laufenden halten.

Wie ist das bei euch so? Von einigen weiß ich ja schon, dass es ähnlich ist. Macht ihr mit? 😉

Alle Jahre wieder – ein Liebster-Award

Wenn ich mein Blog-Archiv durchforste, kann ich euch sagen, dass es jetzt schon gut zwei Jahre her ist, dass ich zum letzten Mal dran war. Und noch weitere anderthalbe Jahre, dann findet man meine erste Teilnahme. Es wird also mal wieder Zeit, oder? Der “Liebster-Award” zieht seine Kreise und dazu gehört es, dass man immer wieder neue Fragen beantworten darf. Dieses Mal hat mich Frauke nominiert und die Fragen sind so wunderbar jahreszeitlich passend, dass ich nicht widerstehen konnte!

1. Welche ist deine liebste Jahreszeit?
Ehrlich? Ich mag sie alle. Sie kommen alle zur rechten Zeit. Der Frühling kommt und ich  freue mich, dass es wärmer und heller wird, und grüner. Der Sommer kommt und ich freue mich über Hitze, Farben, Tage, die man draußen verbringen kann. Der Herbst kommt und ich freue mich über bunte Farben und goldenes Licht. Der Winter kommt und ich freue mich über Gemütlichkeit, Kaminfeuer und natürlich die Weihnachtszeit. Das ist schon ganz gut alles so eingerichtet. Entscheiden könnte ich mich nicht – aber Sommer und Herbst schlagen Frühling und Winter.

2. In welchem Monat bist du geboren und hat dich das irgendwie geprägt?
Ich bin im Mai geboren. Ob mich das geprägt hat? Ich glaube nicht, eigentlich.

3. Wie zelebrierst du den Herbst?
Ich mache viele, viele Herbstfotos, zünde abends mal wieder ein Kerzchen an oder den Kamin, trinke mehr Tee und kuschle mich abends auf dem Sofa in die weiche Decke ein.

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4. Kerzen oder Glühbirnen?
Kerzen! Sogar am Tannenbaum, wobei wir da beides haben. Lichterketten für den Alltag und wenn man nicht ständig im Raum ist – Kerzen eigentlich nur für Heiligabend.

5. Wo wohnst du und was gefällt dir an deiner Heimatstadt am besten?
Ich wohne in Münster. Was übrigens nicht meine Heimatstadt ist, aber für den Zweck dieser Frage werde ich sie mal als solche behandeln. 😉 Am besten gefällt mir, dass die Stadt so überschaubar ist. Ständig trifft man Leute, die man kennt, und man kommt überall mit dem Fahrrad hin.

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6. Welchen Park/Grünanlage/sonstiges draußen bei dir in der Nähe sollte ich mir unbedingt mal ansehen?
Wir haben viel Natur und Grün um uns herum. In der Stadt bietet sich eine Runde um den Aasee an, oder ein Besuch im tollen Botanischen Garten hinterm Schloss. Etwas weiter raus ist die Burg Hülshoff, wo man sich bei schönem Wetter auch wunderbar auf die Wiese legen kann.

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7. Gibt es ein Lied über deine Stadt und wenn ja, welches?
Ja! Als erstes fällt mir da “Parken in Münster” von Astra Kid ein. Sehr treffend. Hier kann man es anhören, wenn man auf den entsprechenden Titel klickt! Es gibt auch ein mehr oder weniger offielles Münster-Lied, verrät mir Google. Aber ehrlich?

Alter Giebel Zickzackreihe, frischer Jugend Übermut,
dazu Sonntagssonnenweihe; ach, wie reimt sich das so gut!
Blonde Zöpfe, bunte Mützen, kecke Worte, leiser Schrei.
Und die alten Giebel blitzen, waren schon so oft dabei.

“Kecke Worte, leiser Schrei”? Was soll das überhaupt bedeuten? Ich bleib bei Astra Kid.

8. Wann fängst du mit der Weihnachtsdeko an?
Üblicherweise so gegen Ende November. Dieses Jahr ist ja schon Ende November der erste Advent, da bietet sich das Wochenende ja förmlich an. Aber wenn der erste Advent erst im Dezember wäre, würde ich vermutlich trotzdem schon im November dekorieren.

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9. Ab wann isst du Weihnachtsgebäck?
Ebenfalls so ungefähr Ende November. Aber da bin ich nicht dogmatisch. Der Held isst schon seit Wochen Lebkuchen und ich nasche mal ab und an. Aber ich bin eh kein großer Weihnachtsgebäck-Fan. Abgesehen von selbstgebackenen Plätzchen.

10. Was ist dein liebster Weihnachtsfilm?
Auf jeden Fall “Tatsächlich Liebe” und “Das Wunder von Manhattan”. Ersterer muss mindestens einmal im Jahr gesehen werden, mit dem einen oder anderen Glühwein dabei. Den zweiten schaffe ich nicht unbedingt immer, aber er ist auch sooo schön!

11. Stelle dir selbst eine Frage und beantworte sie.
Was ist der Sinn des Lebens? Oh, ok, vielleicht sollte ich etwas kleiner anfangen. Was sollte dieses Jahr in deinen Adventskalender (jetzt noch schnell dem Helden den Link geschickt, bääm, ich bin so clever!)?
In meinen Adventskalender gehört auf jeden Fall ein Anhänger für den Weihnachtsbaum, außerdem vielleicht eine Kleinigkeit von Butlers oder aus der Buchhandlung. Oder etwas von Lego.

So, jetzt bin ich erst mal total in Weihnachtsstimmung! 🙂 Geht es euch auch schon so?

Analogliebe #3: Alltag

Ihr Lieben, das Wichtigste zuerst: Die Kamera ist wieder da! Also, die digitale. Die analoge ist zwischendurch dann halt auch mal wieder zum Einsatz gekommen, und das hat mich an diese kleine Reihe hier erinnert. In den ersten Teilen habe ich Bilder von früher und von unserem Zuhause gezeigt.

Heute geht es bei der Analogliebe um den Alltag. Wieso nicht den Alltag festhalten? Sich in 20 Jahren daran zu erinnern, wie man sich mal eben ein Brot in der Küche geschmiert hat, welche Bücher man gelesen hat, und sich an die unfassbar gemütlichen Sternchenpantoffeln erinnern, um direkt zu googlen, wo es solche Retro-Schuhe heute noch zu kaufen gibt? 😉

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Alltag – den Haushalt machen, gemeinsam fernsehen, kochen oder Wäsche waschen. Oder auch einfach mal die Füße hochlegen auf dem Balkon:

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Komplett fertig für die Fahrt zur Arbeit – der Hose nach zu urteilen hat es geregnet:

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Robi Wan Kenobi, unser Staubsaugerroboter, bewegt sich. Das macht das Fotografieren etwas schwieriger. Und ihr wisst ja: Es gibt nur einen Versuch. So ist er etwas aus dem Fokus gefahren. Machts nichts.

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Letztes Jahr war das der SUB (Stapel ungelesener Bücher), mittlerweile sind sie bis auf das mittlere alle durchgelesen:

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Wie gesagt: Wäsche waschen gehört definitiv zum Alltag. Vermutlich ist das Foto für euch nicht sehr spannend. Aber eines Tages werde ich es ansehen und denken “Ach ja, diese Socken… Und die Wäscheklammern…” 😉

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Ein Fish-Eye-Selfie im Gästebad!

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Und so sieht ein gemütlicher Blog-Abend aus:

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Gelegentlich ist auch das Alltag – einfach mal nicht kochen, sondern Pizza bestellen und gemütlich auf dem Sofa mampfen, dabei eine spannende Serie gucken und total entspannt den Abend genießen:

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Welchen Part eures Alltags müsst ihr unbedingt mal mit der Kamera festhalten?

 

Im Moment {Schreibzeit}

Bine fragt uns im aktuellen Schreibzeit-Thema nach der Gegenwart. Das Prinzip kenne ich, unter der Überschrift “Currently” habe ich so schon häufiger private Tagebuch-Einträge verfasst. Aber wieso nicht auch mal auf dem Blog einen Einblick geben, was gerade so auf der Tagesordnung steht?

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Im Moment…

denke ich über ein Tattoo nach. Wieder einmal. Alle paar Monate packt es mich, und dann suche ich stundenlang nach Motiven und Inspiration, und dann lasse ich es doch. Mal sehen, ob ich es dieses Mal durchziehe. Es macht auf jeden Fall Spaß, darüber nachzudenken und zu überlegen, was man so sehr liebt, dass man es immer sehen möchte.

mag ich freie Tage. Der Mai hat so wunderbar viele davon! Außerdem mag ich das Radfahren im Frühling, und wie grün alles ist. Alles links und rechts vom Weg sprießt, blüht und wächst. Das ist wunderbar.

mag ich nicht, dass ich so oft nass werde auf dem Arbeitsweg, weil der Mai sich wettertechnisch doch sehr april-artig verhält. Außerdem mag ich es nicht, dass ich abends so müde bin und dann schlechte Laune bekomme.

fühle ich mich fröhlich und optimistisch.

trage ich Jeans und T-Shirt mit einer Jacke darüber, im Regelfall. Ich wünschte, es würde endlich warm genug werden, um Röcke und Kleider auszuführen.

brauche ich Geduld.

höre ich Spotify. Was zugegebenermaßen nicht sehr aussagekräftig ist. Auf meiner All-Time-Favoriten-Liste steht derzeit das neue Album der Donots (auf Deutsch!) ganz oben, dann Kraftklub, Queen (immer), The Doubleclicks, Chameleon Circuit und Sven van Thom.

mache ich viel zu wenig und sehe zu viel fern, aber meine Serie ist einfach zu spannend.

lese ich gar kein Buch (auch wenn meine Sidebar etwas anderes behauptet), denn das letzte hat mich nicht gefesselt. Ich lese nicht einmal Zeitschriften, denn im Moment reißen mich die meisten leider gar nicht vom Hocker (nicht einmal die Flow, die ich im Abo habe). Stattdessen lese ich herzzerreißende Sherlock-Fanfiction online, außerdem meine geliebte Calvin & Hobbes-Gesamtausgabe (im Zusammenhang mit der Tattoo-Recherche).

trinke ich Kaffee. Meine Kaffee-Gewohnheiten haben sich im vergangenen Jahr urplötzlich geändert – ohne Süßstoff, dafür mit normaler Milch statt Kaffeemilch wie die letzten 15 Jahre. Dazu passend haben wir eine neue Kaffeemaschine gekauft, so dass es bei uns jetzt wieder Filterkaffee statt Senseo gibt.

vermisse ich das Geocachen. Eine ganze Weile haben wir das in fast jeder freien Minute gemacht, und nun haben wir selten Zeit und auch oft nicht die Motivation. Man hat auch schon so vieles gesehen. Und ehrlich gesagt vermisse ich auch, dass das Hobby zunächst unbekannter und irgendwie geheimnisvoller war als heute, wo dank Smartphones und GPS und TV-Beiträge jeder Geocaching kennt und mal ausprobiert. Ok, es hat vielleicht was Elitäres, dass ich das vermisse. Aber es war schön, so etwas aufregendes und geheimnisvolles als Hobby zu haben, und jeder Cacher, den man getroffen hat, war etwas besonderes.

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schaue ich Arrow, zusammen mit dem Helden habe ich gerade Fargo beendet (siehe Bild), außerdem haben wir die erste Folge Adventure Time geschaut (was verwirrend war, was wiederum zu erwarten war) und überlegen nun, was als nächstes auf dem Programm steht. Wir sind uns da nicht immer einig. Supernatural? Homeland? The Americans? Daredevil? Agents of S.H.I.E.L.D.? Oder doch endlich mal die letzte Staffel von Dexter? Ihr seht, die Möglichkeiten sind endlos.

träume ich von einem Lottogewinn. Eigentlich träume ich von einem Eigenheim, aber nach einer kleinen Recherche scheint mir, dass der Lottogewinn da der erste Schritt sein sollte. Vielleicht sollte ich dazu erst einmal Lotto spielen, oder?

Liebe Bine, vielen Dank für das schöne Schreibzeit-Thema!

Analogliebe #1: Damals

Ich liebe Fotos. Das reicht schon lange zurück – und man kann nicht bestreiten, dass das Fotografieren mit der Einführung der Digitalkameras einfacher geworden ist. Zumindest ist es nun kein Problem mehr, ein Bild 3, 4, 5 mal zu wiederholen, bis es perfekt ist. Oder andersherum einfach mal draufzuhalten, um nachher zu sehen, ob es etwas geworden ist. Tatsächlich habe ich mir angewöhnt, jedes Bild doppelt zu machen. Es ist gar kein Problem, aus einer Woche Urlaub mit 1.400 Bildern heimzukehren.

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Warum ich dieses Bild so mag, weiß ich gar nicht so genau. Aber hier sehen die Ampeldrücker heute ganz anders aus – gibt es bei euch noch diese?

 

Früher bin ich mit 5 Filmen in den Urlaub gefahren. Zwei Wochen Estland, England oder Nordseestrand mit 5 mal 36 Bildern – einhundertundachtzig Möglichkeiten. Und keine Chance, etwas zu löschen oder mit einem Blick aufs Display festzustellen, dass man es besser noch einmal macht. Und dann kam man aus dem Urlaub wieder und musste die Filme erst einmal abgeben und warten, um dann auch noch (für meine Schülerinnen-Verhältnisse) Unsummen zu bezahlen. Und das krasseste daran? Ich wurde immer mit sehr großen Augen angesehen, wenn ich erzählte, dass ich in zwei Wochen Urlaub fünf Filme (wir erinnern uns – 180 Bilder) vollgeknipst hatte. So viel?!

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Urlaubsfotos, die ich heute noch mag: Meine geliebten Schuhe. Was war ich damals stolz auf die! Ich werde ganz wehmütig, wenn ich dieses Bild betrachte.

 

Heute freue ich mich, dass ich so viel fotografiert habe. Meine ersten Fotoapparat hatte ich in der Grundschule auf dem Geburtstagstisch. Neulich habe ich alte Fotos angeschaut und mich an vieles erinnert. Und dabei habe ich festgestellt: Die wirklich spannenden Fotos sind nicht die Urlaubsfotos. Die wirklich spannenden Fotos, die ich heute noch dem Helden zeige oder mir an die Pinnwand hefte, die mich zum Lächeln bringen – das sind die Alltagsfotos. Es sind die Fotos von Menschen, aber auch die Fotos von Gegenständen, von Einrichtung, von meiner Umgebung, die sich mittlerweile natürlich geändert hat. Es sind nicht die Fotos von den Blumen im Garten, von den Sehenswürdigkeiten im Urlaub. Natürlich sind da manchmal auch tolle Bilder bei, die aus – sagen wir – künstlerischen Gesichtspunkten sehenswert sind. Die man sich an die Wand hängen würde. Aber die wahren Erinnerungen stecken da nicht drin.

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Erste Amtshandlung mit eigener Kamera: Den Geburtstagstisch fotografieren – noch bevor das nächste Geschenk ausgepackt ist.

 

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Ruhrgebiet pur. Die Outfits finde ich auch ganz groß. Völlig ohne Pink konnten wir damals leben.

 

Häufig genug ertappe ich mich sogar dabei, dass ich eigentlich nur höchst aufmerksam den Hintergrund der Bilder studiere – um mich an die Deko zu erinnern, das Buch auf dem Schreibtisch, und weißt du noch, dieses Poster an der Wand? Das finde ich großartig!

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Ja, es ist Chaos auf meinem Teenie-Schreibtisch. Aber ich freue mich über die vielen Details. Die grüne Glas-Wasserflasche. Das übercoole Telefon. Der Lösungsbogen für die Führerschein-Übungsbögen. Der Discman. Das Foto. Die Geburtstagseinladung.

 

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Dieser Aufkleber war damals schon altmodisch. Aber man sollte sie vielleicht trotzdem wieder einführen.

 

Ich habe die analoge Kamera also mittlerweile wieder herausgekramt – und ich fotografiere analog ganz anders als digital. Ich fotografiere unser Zuhause. Ich fotografiere meine Familie und Freunde. Ich fotografiere unseren Alltag. Ich fotografiere das, was mich umgibt, was ich jeden Tag sehe. Ich dokumentiere, anstatt künstlerische Fotos zu machen, die nie wieder angesehen werden. Jedes Bild benötigt Platz und kostet Geld, man überlegt sich also zwei Mal, ob man auf den Auslöser drückt. Tatsächlich klebe ich jetzt auch jedes (gelungene) Bild ein und schreibe ein-zwei Worte dazu.

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Weißt du noch? Nokia war das Nonplusultra unter den Handys. Und ganz cool war man, wenn man sein Betreiberlogo durch ein anderes Bild ersetzte. Zum Musikhören (oben im Bild kann man die Boxen erahnen) mussten wir damals noch ein zusätzliches Gerät, vermutlich den Discman, mitbringen. Und auf den Bierdosen war noch kein Pfand.

 

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Meinen Computer habe ich immer sehr geliebt. Ich mag dieses Bild. Ich weiß noch genau, wer den Stern gebastelt hat, und die Drumsticks hatte ich kürzlich wieder in der Hand, nur noch eine Erinnerung. Der Analog-Film passt natürlich super zum Thema.

 

Das sind die Bilder, die ich später zur Hand nehmen werde. Warum sollen wir nur im Urlaub fotografieren? Wollen wir uns in 20 Jahren an die zwei Wochen erinnern, oder an unser alltägliches Leben? Ich nutze für diese Dokumentation nun die analoge Fotografie aus mehreren Gründen: Ich überlege, bevor ich fotografiere. Ich sehe mein Zuhause, meinen Alltag mit anderen Augen: Ist diese Ecke es wert, einen von 36 Plätzen auf diesem Film zu belegen? Und wenn ein Foto nichts wird, dann ist es nicht so schlimm – es war ja nur etwas alltägliches und nicht ein unwiederbringlicher Moment (ok, dass meine Weihnachtsfotos allesamt nichts geworden sind, hat mich schon echt gewurmt).

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Das sieht alkoholischer aus, als mein Teenie-Leben es je war (Der Rum? Nur zum Backen. Die schwarze Flasche? Immer noch voll). Aber ich fand es wahnsinnig cool, diese Reihe auf meinem Regal stehen zu haben. Direkt vor den Puzzles.

 

Einige dieser dokumentierenden Bilder möchte ich euch in der nächsten Zeit gern zeigen. Vielleicht habt ihr ja auch Lust, mitzumachen? Das heutige Thema ist “Damals”. Habt ihr auch Bilder, die den Alltag, das Zuhause festhalten – von früher? Dann schaut in euer Archiv und zeigt uns eure Einblicke – egal, ob analog oder digital! Falls ihr Interesse habt, werde ich beim nächsten Mal ein Linkup schalten (da muss ich mich dann erst mal einlesen) – in zwei Wochen wird das Thema “Zuhause” sein und dann sind aktuelle Fotos gefragt!

short stories 2014: Entschleunigung

Eigentlich fühlt sich das Leben nicht unbedingt stressig an. Bis ich mich verabreden will. Dann stellt sich regelmäßig heraus, dass ich eigentlich ziemlich viele Termine habe. Geburtstage, Hochzeiten, Fußball-WM, Spieleabend, hier mal ein Mittelaltermarkt und dort mal ein Chorkonzert. Weiterhin halte ich mich also an meinen Vorsatz, im Jahr 2014 viel zu erleben.

Manchmal nervt es mich aber doch, dass es so selten mal einen freien Tag gibt. Im Moment kommt eine chronische Übermüdung dazu – danke, liebe WM in Brasilien! Aber kürzlich, da ist es tatsächlich geschehen. Sonntagmorgens wachte ich auf – ausgeschlafen. Ich schaute aus dem Fenster – Regen. Ich schaute neben mich – der Held schnorchelte noch friedlich vor sich hin. Zeit für einen Kaffee auf dem Sofa, dabei Blogs lesen, natürlich im Schlafanzug!

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Als der Held irgendwann auch aus seinem Schönheitsschlaf erwacht war, stellten wir fest: Wir haben ü-ber-haupt keine Pläne diesen Sonntag. Naja gut, außer vielleicht abends Fußball zu schauen, aber die Spiele waren zu diesem Zeitpunkt auch noch keine besonders wichtigen. Also: Ü-ber-haupt keine Pläne! Geht das überhaupt noch? Was macht man denn da?

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Unsere Entscheidung war so spontan wie hervorragend: “Lass uns den ganzen Tag im Schlafanzug bleiben.” Und das machten wir. Wir saßen den ganzen Tag im Schlafanzug auf dem Sofa, spielten Diablo 3 auf der XBox und hörten den prasselnden Regen auf dem Dach. Zwischendurch gab es Kekse. Und mehr Kaffee. Und möglicherweise habe ich nachmittags sogar einen Korb Wäsche gebügelt, während der Held das Essen gekocht hat. Aber alles im Schlafanzug. Und danach fühlte ich mich so entspannt wie lange nicht – abends, als ich meinen Schlafanzug auszog, um einen neuen zum Schlafengehen anzuziehen! Und das alles ganz ohne schlechtes Gewissen, denn wozu ist man erwachsen, wenn man nicht ab und zu einen Tag im Schlafanzug vor der Spielekonsole verbringen kann?!

{short stories ist ein Projekt von Jolijou und was eigenes. “Entschleunigung” ist das Juli-Thema, das ich hier – relativ frei – umgesetzt habe. Weitere short stories zum Thema findet ihr hier.}

short stories 2014: Freundschaft

Wir haben uns Hollywood-Filme ausgedacht
Seifenopern voll Sturm und Drang
Wir haben uns heiser geredet und Pläne gemacht
Große Gesten den Weg entlang
Auf der alten Bahnschneise durch die Dünen
Eine schwankende Prozession
Wie Lari und Fari, wie Stefan und Harry
Und manchmal wie Vater und Sohn

Mit Freundschaften habe ich mich nicht immer leicht getan im Leben. Obwohl ich in den seltensten Fällen wirklich einsam war. Aber wie das so ist – man will doch immer mehr, als man hat. Das gilt oft genug auch für Freundschaften. Mein erstes Grundschulzeugnis enthielt dann auch folgende Passage:

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Ich kann mich zwar nicht erinnern, zu dieser Zeit auf irgendeine Art und Weise unglücklich gewesen zu sein. Aber so richtig dicke war ich offenbar in der Schule mit niemandem. Im Laufe der Grundschulzeit legte sich das glücklicherweise, was mir auch im zweiten Schuljahreszeugnis bestätigt wird. Ich habe obendrein noch haufenweise Briefe aus den Klassen 3 und 4, in denen diskutiert wird, ob Sandra jetzt meine beste oder doch nur zweitbeste Freundin ist, und ob ich Leonie wieder so weit verzeihen kann, dass sie wenigstens meine zehntbeste Freundin sein kann (ich habe nicht den Hauch einer Ahnung, was Leonie angestellt hatte, aber es scheint was Ernstes gewesen zu sein).

Ein Freund, so vertraut wie kein anderer
Ein Schelm, wie’s ihn zwei Mal nicht gibt
Ein suchender, unsteter Wanderer
Ich hab ihn so geliebt!

Nach der Grundschule sind wir in eine andere Stadt gezogen – gehen Sie zurück auf Los, ziehen sie keine 4000 Mark ein. Freundschaften, die sich nach der Grundschule sowieso neu positioniert hätten, brachen stattdessen völlig ab. Die folgenschwere Entscheidung eines 10jährigen Mädchens, in der weiterführenden Schule nun eine neue beste Freundin zu brauchen, da wiederum ihre Grundschulfreundin plötzlich so langweilig wurde und tatsächlich dem Unterricht folgen wollte, verschaffte mir wiederum aber eine Freundin fürs Leben. Zusammen mit 2 Jungs aus unserer Klasse bildeten wir ein wunderbares Kleeblatt, und wenn ich eine Sternschnuppe sah, dann wünschte ich mir, dass wir für immer Freunde bleiben würden. Spoiler: Es hat nicht geklappt.

Er hat mir mal die alberne, warme Mütze geschenkt
So eine, die dir ein Arschgesicht macht
Ich hab sie mir ihm zuliebe aufgezwängt
Und wir haben uns schlappgelacht

Gleichzeitig lebt man ja nicht nur in der Schule, und mein Nachbar in der neuen Stadt, zwei Jahre jünger als ich, entwickelte sich vom Spiel- und Streitgefährten in Kinderzeiten (Tagebucheinträge wie: “Neuer Name für M.: Arschloch” und zwei Tage später: “M. heißt wieder M.” waren keine Seltenheit) zum besten Freund im Teenie-Alter. Wobei die Bezeichnung “bester Freund” bei mir inzwischen nicht mehr ausschließlich verwendet wurde, denn meine besten Schulfreunde hatte ich ja immer noch. Mit diesem Freund habe ich wirklich alles besprochen, alles erlebt. Heimliche Partys, gemeinsame Ferienfahrten, erste Vollräusche. Nachmittage auf dem Bahnhäuschen. Oder einfach Abende am Fenster, denn die Fenster unserer Kinderzimmer lagen sich direkt gegenüber, dazwischen nur die Einfahrt.

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Wir haben nächtelang gegrübelt und gesungen
Und manches Glas geleert
Und am Morgen betrunken zusammengesunken
Einander die Welt erklärt

Die Welt besteht nicht nur aus Friede, Freude und Eierkuchen. Unser Schul-Quartett zerbrach, als die Jungs nach der zehnten Klasse von der Schule abgingen, wir Mädels aber blieben. In der 12. oder 13. Klasse habe ich ungefähr ein Jahr lang nicht mehr mit meiner besten Freundin gesprochen. Während der Oberstufenzeit war ich häufig unglücklich. Ich passte nicht in diesen Haufen, ich war anders – oder zumindest fühlte ich mich so. Als dann noch meine beste Freundin und ich uns voneinander entfernten, war es ganz vorbei. Ich ging ganz auf in der Clique meines Freundes – was an sich ja nicht schlimm war, nur dass diese alle in der Nachbarstadt wohnten, so dass ich in der Schule weiterhin einsam war. Es ist nicht so, als wäre ich gemobbt worden oder als hätte niemand mit mir geredet – eigentlich war ich vermutlich sogar ganz gut integriert. Aber ich fühlte mich einsam. Und wenn ich mal zu einem Geburtstag eingeladen wurde und dann noch hinging und dann noch Spaß hatte – dann fühlte sich das an, als hätte ich gerade den Mount Everest bestiegen. Es kam auch nur 2-3 Mal vor. Ich hatte dort niemanden, mit dem ich wirklich reden konnte.

Der Vorteil an der Schule ist aber ja, dass man sich trotzdem noch ständig sieht. Auch wenn man sich zerstritten hat. Meine Freundin und ich, wir haben uns wieder zusammengerauft. Wir haben hinterher viel darüber gesprochen, manchmal reden wir heute noch über diese Zeit. Uns beiden ging es nicht gut mit der “Trennung”, und ich bin mehr als froh, dass wir es geschafft haben.

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Was hab ich gesagt, was hab ich getan
Das ihn so verletzt haben mag?
Kein Brief, keine Nachricht, er ruft nicht mehr an
Und er fehlt mir an manch einem Tag

Nicht immer läuft es so gut. Ich ging zur Uni, in eine andere Stadt. Ich lernte neue Leute kennen. Die Zeit an der Uni war die Zeit meines Lebens, ich habe jeden einzelnen Tag genossen. Ich fand Freunde, und ich traf den Helden. Meine Schulfreundin kam ebenfalls in diese neue Stadt, und wir alle genossen das Studentenleben in vollen Zügen. Ich war so glücklich wie nie zuvor. Doch einer fehlte: Der Nachbarsfreund, der Seelenverwandte, der, dem ich alle meine Probleme erzählte. Der Kontakt wurde weniger, er verstand nicht, warum ich so handelte, wie ich es tat. Und irgendwann war der Kontakt dann ganz abgebrochen.

An manchem Tag, wenn ich den Dünenweg geh
Denk ich “Gleich taucht er aus dem Nebel auf”
Da, die dunkle Gestalt, die ich am Wegende seh,
Die große Gesten macht – und ich lauf

Wie weh das tat. Und wie schrecklich das war. Und wie erstaunt ich gerade jetzt bin, dass mir immer noch Tränen kommen, wenn ich dies aufschreibe. Ich habe ihm eine Email geschrieben, damals, und gefragt, was denn eigentlich passiert sei. Die Antwort? So sei es nun einmal, wenn man älter werde. Die Leben würden sich verändern, die Menschen würden nun einmal erwachsen, und man fände neue Freunde. Und das sei ganz normal. Wow. Daran hatte ich lange zu knabbern (und mir scheint, ich bin noch immer nicht ganz darüber hinweg – und das nach zehn Jahren!). Ja, ich war in einer anderen Phase meines Lebens als er. Er machte sein Abi, ich zog in die Welt hinaus. Aber so war es doch immer gewesen, irgendwie. Ich habe noch ein einziges Mal bei ihm geklingelt, als ich bei meinen Eltern war (er war ja immerhin der Nachbarsfreund). Mein Herz schlug bis zum Hals, aber niemand öffnete. Ich war nicht sicher, ob ich enttäuscht oder froh war. Erst vor wenigen Wochen habe ich ihn auf Facebook “geaddet”. Er hat mich “bestätigt”, aber wir haben kein Wort miteinander gewechselt. Vielleicht sollte ich ihm mal schreiben.

Wenn er’s ist, dann wird er mich von fern erkennen
Darum ist mir nicht bang
An den offenen Armen, an der albernen Mütze,
Und an meinem Gang.

Heute bin ich zufrieden mit meinen Freundschaften. Ich habe meine Lieblingsfreundin in der Ferne, ich habe meinen besten Freund geheiratet. Ich habe wenige, aber gute Freunde. Ich habe das wunderbare, großartige Internet, das mir hilft, mich so gut wie nie einsam zu fühlen. Ich habe sehr viele “weiter gefasste” Freunde, mit denen ich mich treffe und Spaß habe, auch wenn ich vielleicht nicht mein Seelenleben vor ihnen ausbreiten würde. Ich habe schon Kontaktanzeigen geschaltet oder beantwortet, um mehr “soziales Leben” im Alltag zu haben. Nicht aus Einsamkeit, sondern eher aus Experimentierfreude. Weil ich gern Menschen kennen lerne. Weil solche “Blind Dates” auch echte Abenteuer sind, die Spaß machen. Ich habe Menschen in meinem Leben, die ich anrufen kann, wenn ich Hilfe beim Umzug brauche; ich habe Menschen in meinem Leben, die das selbe mit mir tun. Ich weiß, wen ich fragen kann, ob wir gemeinsam den Eurovision Song Contest schauen wollen. Und ich weiß, bei wem ich mich bei Ehestreit ausheulen kann.

Aber dieser eine Freund. Dieser eine Verlust. Der trifft mich immer noch. Und das erstaunt mich selbst, denn als ich diesen Artikel begonnen habe, war das nicht das Ende, mit dem ich gerechnet hatte. Wenn ich heute darüber nachdenke, hatte er vermutlich Recht: Menschen verändern sich, Leben verändern sich, Freundschaften verändern sich. Ich kann aus jeder meiner Lebensphasen Menschen aufzählen, zu denen ich keinen Kontakt mehr habe, obwohl ich uns damals als gute Freunde bezeichnet hätte. Vom Jugendaustausch, den ich mitgeleitet habe, über mehrere Auslandsaufenthalte und das Studium bis hin zu mehreren Arbeitsstellen. Das ist schade, aber ich bin auch nicht besonders gut im Kontakt halten, und ja, das Leben geht halt einfach weiter. Auch wenn es häufig schade ist. Manche Freunde bleiben – viele Freunde gehen. Vergessen werden sie deshalb nicht. Ich werde immer an sie denken, und ganz besonders an meinen Nachbarsfreund, bei dem es immer noch ein bisschen piekst.

{short stories ist ein Projekt von Jolijou und was eigenes. Weitere short stories zum Thema Freundschaft findet ihr hier. Wie üblich hänge ich absolut hinterher, denn “Freundschaft” war das Thema aus dem Februar. Das Lied, welches ich hier zitiert habe, ist “Flaschenpost” von Reinhard Mey. Ich habe es damals in Dauerschleife gehört, weil es mir so passend erschien. Bei den ersten paar Tönen bekomme ich heute noch Gänsehaut.}

short stories 2014: Leidenschaft

“Fotos gehören zu unseren Blogs genauso, wie ein gutes Buch auf einem Nachttisch, wie langes Ausschlafen am Wochenende, wie eine warme Mütze zum eiskalten Winter, wie ein dicker Klecks Nutella auf eine Stulle! Aber: viel wichtiger, interessanter und persönlicher sind die Geschichten, die wir alle zu erzählen haben. Wir, Andrea und ich, möchten beim Bloggen wieder mehr ans Schreiben und Lesen appellieren und nicht nur Bilder-Gucken.”

Das schreibt Bine auf ihrem Blog zur Aktion “short stories”, die sie gemeinsam mit Andrea in die Welt gerufen hat. Na, wenn das mal nicht zu meinem Artikel von neulich passt, in dem ich mir vornahm, mehr zu erzählen und wirklich zu schreiben im Blog. Zum Februar-Thema Freundschaft werde ich bestimmt noch nachträglich etwas schreiben, aber das aktuelle März-Thema lautet Leidenschaft.

Puh, dachte ich beim ersten Lesen. Leidenschaft? Habe ich überhaupt eine Leidenschaft? Ich habe doch so viele Hobbys… Lesen, Bloggen, Nähen, Basteln, Serien, Geocaching, Fotografieren, Musik… Da könnte ich gar keine Leidenschaft benennen! Also fragte ich den Helden, der gerade auf dem Sofa seiner Leidenschaft – dem XBox-Spielen – nachging: “Was meinst du, was ist meine Leidenschaft?” Der Held überlegte … und überlegte … und meinte schließlich: “Ich weiß nicht, du machst so viele Dinge!”

Nach dem Lesen der bisherigen Beiträge zum Thema stellte ich fest, dass es vielen so geht. Hobbys, ja, aber Leidenschaft? Nope. Aber während ich so darüber nachdachte, stellte ich fest: Eigentlich versuche ich, alles mit Leidenschaft zu machen. Vor mittlerweile schon 2 Jahren nahm ich mir nämlich etwas vor. Ich war unzufrieden mit meiner Freizeit, obwohl ich doch nur das machte, was mir Spaß machte. Trotzdem fühlte ich mich gestresst – auch dadurch, dass mir eben so viele Sachen Spaß machen. Denn während ich nähte, konnte ich nicht bloggen. Während ich bloggte, konnte ich nicht lesen. Während ich las, konnte ich meine Serie nicht weiterschauen. Und während ich meine Serie weiterschaute, konnte ich mich nicht mit Freunden treffen. Das Gras auf der anderen Seite ist immer grüner.

Ich nahm mir also als guten Vorsatz fürs Jahr 2012 vor, “meine Hobbys positiver zu betrachten“, wie ich es formulierte. Also: Nur das zu tun, worauf ich gerade Lust habe; und dabei kein schlechtes Gewissen haben, weil ich etwas anderes währenddessen nicht tun kann. Und ich muss wirklich feststellen, zwei Jahre später, dass dieser Vorsatz erfolgreich war. Ich achte auf meine Bedürfnisse und mache in meiner Freizeit nur, worauf ich Lust habe (abgesehen selbstverständlich von festen Verabredungen oder anderen Verpflichtungen!). Und das schlechte Gewissen hat sich mit der Zeit – es brauchte etwas Übung – komplett abgestellt.

Tatsache ist, dass man dies auch am Blog und seinen gelegentlichen “Durststrecken” sehen kann. Wenn ich keine Lust habe, dann schreibe ich eben nicht. Der Blog ist meine Leidenschaft, nicht meine Verpflichtung. Weder verdiene ich Geld damit noch schulde ich irgendwem, dass ich schreibe. Genauso kann es vorkommen, dass ich mehrere Abende hintereinander etwas veröffentliche – weil es mir eben gerade wieder Spaß macht.

Das klingt jetzt vielleicht nicht gerade leidenschaftlich, wie ich das hier beschreibe. Vielleicht wirkt es, als ginge es eher darum, etwas nicht zu tun. Aber das stimmt nicht. Dieser Ansatz, in den Dingen, die mir gerade jetzt Spaß machen, aufzugehen, war für mich der Schlüssel zur Leidenschaft – weil ich mich ganz auf eine Sache konzentrieren kann. Yeah, Abende lang die aktuelle Lieblingsserie schauen, Fischstäbchen mit Vanillesauce essen und mit Fez und Fliege ins Kino gehen? Kein Problem! Die sieben Harry Potter-Bände zum sicherlich achten oder neunten Mal lesen, obwohl man Passagen schon auswendig kann? Kein Problem? Das neu entdeckte Album in Dauerschleife zwanzig Mal hintereinander hören? Kein Problem (solange der Held nicht da ist)! Jetzt-unbedingt-sofort-ganz-schnell einen Hoodie nähen? Kein Problem!

“Zeit, die du mit Vergnügen verschwendest, ist nicht verschwendet” – über diesen Spruch bin ich irgendwann in den Weiten von Pinterest gestolpert. Und das war wirklich die Lösung. Anstatt abends brummig ins Bett zu gehen, weil ich schon wieder den ganzen Abend im Internet gesurft habe, anstatt etwas Produktives zu schaffen, denke ich mir: Hast du dabei Spaß gehabt?

Ich plädiere also für mehr Leidenschaft bei allem, was wir tun, und weniger Verbissenheit bei allem, was wir nicht tun. Aus diesem Grund lese ich blöde Bücher nicht mehr zu Ende, zwinge mich nicht dazu, langweilige Serien weiterzuschauen oder lasse nicht alles stehen und liegen, um beim RUMS etwas präsentieren zu können. Alles hat seine Zeit, und hier geht es um meine persönliche Freizeit und nicht darum, eventuell die Ansprüche von anderen zu erfüllen. Und dieser kleine, aber feine Unterschied hat mich in den vergangenen zwei Jahren erheblich glücklicher und leidenschaftlicher werden lassen!