Alltagshüpfer | Rezensionshüpfer

Das Happiness-Projekt: Mehr Energie im Januar

7. Februar 2018

Vor ein paar Wochen habe ich ja mit dem „Happiness-Projekt“ von Gretchen Rubin angefangen. Jeden Monat gibt es ein anderes Thema, um das sich gekümmert wird, um „glücklicher“ (ich nenne es lieber „zufriedener“) zu werden. Das Januar-Thema war „Vitalität“:

  • mehr Schlaf
  • mehr Bewegung
  • aufräumen
  • unangenehme Aufgaben erledigen
  • „so tun als ob“ – sich energiegeladener fühlen, indem man so handelt, als wäre man es

Das habe ich mal mehr, mal weniger versucht, im Januar auszuprobieren. Ich habe versucht, ins Bett zu gehen, wenn ich müde war. Erste Erkenntnis: Es ist gar nicht so leicht, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Wann ist man wirklich müde? Wenn man leicht gähnt? Dann müsste ich gleich nach Feierabend ins Bett. Oder wenn man sich nicht mehr konzentrieren kann und einem die Augen zufallen? Dann ist es allerhöchste Eisenbahn und eigentlich schon zu spät. Ich bin jedenfalls relativ oft relativ früh ins Bett gegangen, aber nie so richtig früh. Man will ja auch was vom Feierabend haben… Bei mir hat es dazu geführt, dass ich morgens nicht wirklich viel fitter war als zuvor, aber abends dafür immer früher müde. Vielleicht spielt sich das mit der Zeit ein, mal sehen. Ein bisschen probiere ich es noch, es war nämlich auch ganz angenehm und vielleicht fehlt mir da wirklich ein bisschen die Regelmäßigkeit.

Mehr Bewegung? Ich habe weitergemacht wie bisher. Allerdings habe ich jetzt endlich wieder ein Fitness-Armband, so dass ich versuche, die 10.000 täglichen Schritte zu schaffen. Zumindest meistens. Ansonsten DVD-Gehupfe vor der Arbeit, Mittagspausenschritte mit dem Hund und der tägliche Fahrradweg zur Arbeit. Muss reichen. Teilweise konnte ich zumindest den DVD-Sport gleichzeitig unter „unangenehme Aufgaben“ verbuchen. Das ist nämlich ein Training, dass nicht nur (hoffentlich) körperlich fit macht und somit mehr Energie liefert, sondern auch eins, das der psychischen Seite hilft. Ich muss mich echt überwinden, das so früh morgens zu machen und fühle mich danach gleich, als hätte ich schon richtig was geleistet und könnte Bäume ausreißen. So soll’s sein!

Aufräumen – das hat geklappt, mehr oder weniger. Ist aber ja ohnehin gerade Thema, von daher völlig in Ordnung.

Unangenehme Aufgaben habe ich neben dem Sport ein paar erledigt. Ich war beim Zahnarzt. Ich habe einen Termin fürs Hautscreening, mein erstes überhaupt, vereinbart. Hat mir das Energie gegeben? Nicht so richtig. Ich glaube, die richtigen Aufgaben waren nicht dabei. Ich werde mich zukünftig bemühen, unangenehme Aufgaben möglichst schnell zu erledigen. Nix mehr mit „Man müsste mal“. Denn manche bringen diesen Energieschub wirklich, siehe „DVD-Gehupfe“.

Tja und das „so tun als ob“ habe ich weggelassen, schließlich sollte ich ja ins Bett, wenn ich müde war. Das hat sich etwas widersprochen. 😉

Der erste Monat ist um. Bin ich glücklicher? Naja. Nicht so wirklich. Aber wie man sieht, habe ich ja auch nicht sooo viel anders gemacht. Das Schlafengehen übe ich noch ein bisschen. Dass ich die Arzttermine erledigt habe, schadet ja auch nicht, ob es mich nun glücklich macht oder nicht. (Zumindest habe ich jetzt kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich daran denke.) So richtig spannend ist das nicht, gebe ich zu. Aber die große Erkenntnis war noch nicht dabei. Vielleicht ändert sich das ja in den nächsten Monaten noch?

Das Februar-Thema ist: Liebe. Da bin ich ja mal gespannt. Ein bisschen habe ich schon angefangen. Folgende „Aufträge“ werden dabei aufgeführt:

  • Hören Sie auf, herumzunörgeln
  • Erwarten Sie weder Lob noch Anerkennung
  • Kämpfen Sie mit fairen Mitteln
  • Laden Sie Ihre Problemchen nicht beim Partner ab
  • Zeigen Sie Ihre Liebe.

Ich habe mir beim Lesen schon meinen Teil gedacht, aber das spare ich mir für den nächsten Monat auf… 🙂

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Verlosung: Macht mich das glücklich? – Aufräumen mit Konmarie

2. Februar 2018

Glück, Ordnung und Ratgeberbücher! Das sind ganz offensichtlich meine neuen Themen hier im Blog. Wie konnte das passieren? Also – insbesondere der Mittelteil? Glücklich will wohl jeder sein, und ein Faible für Ratgeberbücher habe ich ja nun schon seit vielen, vielen Jahren. Aber wenn man mir vor einiger Zeit gesagt hätte, dass ich mich gern mit Aufräumen beschäftige, dann hätte ich der Person wohl den Vogel gezeigt.

Und heute sitze ich hier wieder einmal und behaupte: Aufräumen macht mich glücklich. Wenn man es richtig macht. Von den Sätzen, die mir dabei helfen, habe ich neulich schon berichtet. Heute geht es um das Buch, das mich in der Hinsicht wirklich weitergebracht hat: Magic Cleaning von Marie Kondo. Passenderweise trägt es den Untertitel „Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“. Und während ich einerseits widersprechen möchte, denke ich andererseits noch einmal darüber nach und sage: Ja okay. Ein bisschen hat es mein Leben vielleicht schon verändert.

Dabei habe ich das Buch nicht einmal gelesen. Stattdessen habe ich mich erst von meiner Twitter-Filterblase (angeführt von Svea) anleiten lassen und es mir anschließend einfach vorlesen lassen. Den Ratgeber gibt es nämlich als kostenloses Hörbuch bei Spotify. Das war optimal für mich, so konnte ich es beim Radfahren oder Spazieren hören, konnte lautstark widersprechen, wenn es mir zu esoterisch wurde, und die offenbar (laut zahlreichen RezensentInnen) ständigen Wiederholungen sind mir auch nicht groß aufgefallen. Daumen hoch dafür!

Eigentlich geht es bei Marie Kondo gar nicht so sehr ums Aufräumen. Oder vielmehr, es geht um mehr als ums Aufräumen. In erster Linie geht es nämlich ums Ausmisten. Der Großteil des Buchs handelt davon, dass wir zu viele Dinge besitzen, die uns nicht glücklich machen (da wären wir wieder beim Thema) und für die wir auch gar keinen Platz haben. Und das erschwert natürlich das Aufräumen. Also startet man bei Konmarie mit dem Aussortieren. Da gibt es einen ganz strengen Plan und äußerst strenge Regeln, wie man vorzugehen hat. An einige habe ich mich gehalten, an andere nicht so sehr.

Visualisierung: Ich sehe was, was ich noch nicht sehe

Als erstes stellt Marie Kondo die Frage: Warum räume ich auf? Was will ich damit erreichen? Wie soll mein Leben, wie soll mein Zuhause aussehen? Das soll man ganz klar visualisieren. Je genauer das Bild, desto besser. Ich muss zugeben, dass ich mit diesem Schritt nicht so viel anfangen konnte. Ich bin ja sowieso eher so reingerutscht und habe nach Sveas Anleitung statt nach Buch angefangen – da ist dieser Schritt bei mir unter den Tisch gefallen, sorry Marie!

Kategorien statt Orte, Haufen statt Häppchen

Wo man vielleicht vorher sagte „Ich sortiere jetzt dieses Regal aus“, geht man jetzt thematisch nach Kategorien vor. Dabei gibt es sogar eine vorgeschriebene Reihenfolge: Bücher, Kleidung, Papierkram, Kram (hierunter fällt ALLES andere) und Erinnerungsstücke. Wenn man mit einer Kategorie anfängt, gibt es dann da, wo es vorher appetitliche Häppchen gab, die man in absehbarer Zeit abarbeiten konnte, dicke, große Haufen. Je nach Kategorie ganze Berge. Alles, was zu der Kategorie gehört, wird zusammengeworfen. Ja, das hat System – denn wenn man diesen Stapel in seiner ganzen Schönheit vor sich sieht, ist man nämlich erst einmal ganz schön erschlagen, wie viel ZEUG man besitzt. Dabei werden beispielsweise alle Bücher aus der ganzen Wohnung zusammengesucht – die aus dem Regal im Wohnzimmer, die Kochbücher aus der Küche, die ollen Bücher aus dem Keller, die Bücher aus dem Arbeitszimmer, der Stapel vom Nachttisch, ganz egal. Und dann steht man vor dem Berg.

Persönlich habe ich mit Kleidung angefangen, da ich ursprünglich nur meinen Kleiderschrank aufräumen wollte. Und weil ich das ganze nach der Arbeit gemacht habe, habe ich die Kategorie noch verfeinert und pro Abend eine Unterkategorie aufgetürmt: T-Shirts, Blusen, Hosen… Das hat gut funktioniert.

Kleiderschrank: Vorher – nachher. (Über der Stange habe ich ein Brett entfernt, an das ich sowieso nie dran kam, ohne ein Riesenchaos zu verursachen. Dafür habe ich dann bei Ikea zusätzliche Schubladen bestellt. Ich liebe es!)

Das Vorgehen ist folgendermaßen: Man nimmt jedes einzelne Teil in die Hand und spürt in sich hinein: Macht mich das glücklich? Oder behalte ich es bisher aus anderen Gründen? Beispiele gibt es genug: Das war so teuer. Das kann man doch noch tragen. Das habe ich geschenkt bekommen. Zum Schlafen ist das noch gut. Ziel ist es, wirklich nur noch Dinge zu besitzen, die uns ein gutes Gefühl geben. Der Rest kommt sehr rigoros weg. Was man jetzt damit macht, dabei hilft das Buch übrigens nicht. Bei Frau Kondo kommt alles in große Müllsäcke und wird entsorgt. Ich habe vieles an Freundinnen oder meine Mama weitergegeben, einiges konnte aber auch tatsächlich in den Müll, einiges in die Give-Box und *tüdelüü* ich habe auch noch eine Tüte im Keller, was laut Konmarie strengstens verboten ist, mich aber nicht groß stört. Bücher, CDs und DVDs kann man oft gut bei Momox oder Rebuy verkaufen.

Der Zweck der Dinge

„Behalte nur die Dinge, die du liebst“ – das klingt sehr einfach. Ist es im Alltag aber oft nicht. Siehe die oben genannten Sätze. Teure Fehlkäufe, Geschenke, ehemalige Lieblingsteile, die jetzt aber nicht mehr so recht zum Leben passen wollen. Da hat mir ausgerechnet einer von Marie Kondos eher esoterischen Ansätzen geholfen. Das ist normalerweise so gar nicht mein Ding. Weder bedanke ich mich abends bei den Schuhen, die mich den ganzen Tag getragen haben, noch glaube ich, dass in den Schrank gestopfte T-Shirts sich unglücklich fühlen und sie beim Zusammenlegen die Energie meiner Hände aufsaugen.

Dennoch habe ich mich nach und nach ertappt, immer häufiger zu denken: Das hat seinen Zweck erfüllt – jetzt kann es aussortiert werden. Bei vielen Dingen, die ich in der Hand halte, frage ich mich ganz bewusst: Was war der Zweck dieses Gegenstandes? Und nein, der Zweck eines Buchs ist es nicht unbedingt, gelesen zu werden und der Zweck einer Hose nicht unbedingt, meinen Hintern warm einzupacken. Oft genug ist die Antwort: „Ich habe es gekauft und habe mich dann gut gefühlt.“ Ja, ich bin oft Impulskäuferin und wie oft ist man schon aus der Stadt heimgekommen und hat sich tierisch über die neue Jacke gefreut, die man gefunden hat? Und dann verstaubt diese Jacke im Schrank und man fühlt sich schlecht. Weg damit! Der Zweck, mir Freude zu bringen, ist erfüllt! Jetzt sorgt die Jacke für schlechte Gefühle, die kein Mensch haben will! Das Geld war nicht verschwendet, denn ich habe es in mein gutes Gefühl investiert. Und zack, fällt mir das Aussortieren leicht. Genau wie bei Geschenken – der Zweck des Geschenks war es, mir eine Freude zu machen. Wenn diese Freude jetzt verflogen ist, ist das eben so! Dinge, die ich mal geliebt habe, aber jetzt nicht mehr mag? Ihr Zweck ist erfüllt, sie dürfen gehen!

Diese Erkenntnis war eine kleine Offenbarung für mich und hat dafür gesorgt, dass ich wirklich überall Dinge zum Aussortieren gefunden habe, auch wenn ich nie damit gerechnet hätte.

Ein zweiter, ebenso wichtiger Trick ist es übrigens, sich bei kniffligen Entscheidungen nicht zu fragen „Kann das weg?“, sondern: „Möchte ich das behalten?“ Das besagt im Prinzip schon die Frage, ob es mich glücklich macht, aber so wird es noch einmal deutlicher. Man dreht das Prinzip des Aussortieren ins Positive um, ins Prinzip des Behaltens quasi: Wenn ich mich nicht ganz klar FÜR etwas entscheide, dann ist es eben eine Entscheidung dagegen, denn dazwischen gibt es nichts.

Falten, bis der Arzt kommt

Bei Kleidung setzt Kondo auf eine ganz bestimmte Faltmethode. Dadurch liegen die Klamotten nicht mehr gestapelt im Kleiderschrank, sondern stehen aufrecht hintereinander. Für diese Aufbewahrungsmethode bieten sich Schubladen an. Tatsächlich habe ich meinen Kleiderschrank etwas umgerüstet und komme jetzt mit deutlich weniger Platz aus, was natürlich auch, aber eben nicht nur am Aussortieren liegt. Das beste daran: Man kann alle Kleidungsstücke auf einen Blick sehen und sie aus dem Schrank nehmen, ohne Chaos zu verursachen. Ich besitze wirklich viele T-Shirts, das ist immer noch so und stört mich überhaupt nicht, aber jetzt kann ich sie endlich alle gleichzeitig sehen und wenn ich das hinterste tragen möchte, fällt nicht der ganze Stapel um, weil ich das unterste herausziehen muss! Revolutionär!

Klar, das Falten macht etwas mehr Arbeit, aber mir macht es immer noch Freude (ich mache es jetzt seit mehreren Monaten). Sogar meine Socken falte ich jetzt so… Das darf man eigentlich niemandem erzählen! 😉 Und diese bunte Schublade mit den immer noch massig vielen T-Shirts – hach! Da geht mir das Herz auf!

Alles an seinem Platz und einen Platz für alles

Revolutionäre Erkenntnis: Aufräumen ist kinderleicht! Es dauert nur wenige Sekunden! Wenn – ja, wenn – alles seinen festen Platz hat. Insbesondere habe ich das in meinem immer etwas „körmeligen“ Näh- und Bastelzimmer gemerkt. Dort war beim Umzug alles erst mal „irgendwie“ eingeräumt worden. Hauptsache, die Kisten sind leer. Alles wurde also ohne System in Schubladen und Regalfächer geräumt und gut war es. Das blieb fast ein Jahr lang so und es war immer sehr wuselig, und zudem fand ich nie etwas wieder.

Das Ausmisten des Nähzimmers war daher auch eine Aufgabe, die mich wahrlich an den Rand der Verzweiflung trieb. Alles auf einen Berg sah ja noch nicht einmal SO wild aus, aber es waren einfach so unendlich viele kleine Teile! Und je mehr ich anfasste, desto chaotischer wurde es. Ich sah wirklich kein Land. Aber ich blieb dran (musste ich ja auch – alles lag auf dem Fußboden!) und nach wirklich vielen Stunden war es irgendwann geschafft. Mein Bestand an „Zeug“ hatte sich dabei sicherlich halbiert. Und dann begann ich, möglichst sinnvoll einzusortieren. Das Ergebnis macht mich sehr glücklich (insbesondere die Schublade mit dem Masking Tape!) und das Aufräumen UND Suchen von Dingen im Nähzimmer ist seither binnen Sekunden erledigt – ein Traum!

Vorher – nachher im Nähzimmer. Die Schublade mit dem Klebeband? Also, wenn die nicht glücklich macht, dann weiß ich auch nicht!

Konmarie: Minimalismus pur?

Die Konmarie-Methode wird sehr oft in einem Atemzug mit Minimalismus genannt. Wer mich und unsere Wohnung kennt, weiß: Ich bin alles, nur nicht minimalistisch. Wie passt das zusammen? Persönlich glaube ich nicht, dass man automatisch bei Minimalismus landet, wenn man Konmarie praktiziert. Kommen wir zurück auf die im ersten Punkt genannte Vision. Ich habe das nun vorab ja nicht gemacht, aber hätte ich mir mein „perfektes Zuhause“ vorgestellt, wäre das sicherlich nicht „weiße Wände, leere Regale, alles Ton in Ton grau-schwarz-weiß“ gewesen. Ich besitze immer noch über 50 T-Shirts. Ich liebe sie alle. Sie machen mich glücklich. Also dürfen sie bleiben. Dieses Bild meiner bunten Schublade erfreut mich jeden Tag aufs Neue. Der Schnickschnack in meinen Regalen, die bunten Buchrücken, das wildgemusterte Lego: Ja, bitte! Bleib und mach mich glücklich!

Fazit und Verlosung

Mit der Konmarie-Methode soll man in etwa 6 Monaten sein komplettes Zuhause aufräumen. Ich gebe offen zu: Mir ist unterwegs die Puste ausgegangen. Insbesondere die Küche bin ich nur wenig angegangen. Es ist aber auch schwieriger, wenn man zu zweit wohnt, finde ich. Es sei denn, der Partner macht mit – darauf hatte der Held aber keine große Lust, und das ist ja auch okay. Aber die Teile, die ich geschafft habe, machen mich immer noch glücklich. Und wenn ich Lust habe (denn meistens hat mir das Sortieren wirklich Freude gemacht!), gehe ich die restlichen Dinge sicherlich noch an. Im Happiness-Projekt wird Aufräumen und Aussortieren nicht ohne Grund im ersten Kapitel schon aufgegriffen!

Ein weiteres Fazit: Das Konmarie-Buch ist SEHR streng und SEHR esoterisch. Ich bin keins von beidem. In einer Amazon-Rezension las ich man solle das ganze wie ein Kochbuch betrachten: Das wirft man ja auch nicht weg, weil einem ein paar Zutaten nicht schmecken und man hält sich auch nicht zwangsläufig zu 100% an die Rezepte. So ist es hier wohl auch. Den esoterischen Teil habe ich größtenteils überlesen; an die Regeln habe ich mich mal mehr, mal weniger gehalten und oft waren sie auch wirklich sinnvoll.

So, aber jetzt kommt ihr ins Spiel: Lustigerweise habe ich ein paar Wochen, nachdem ich mit dem Aussortieren begonnen hatte und schon längst das Hörbuch durch hatte, ein Exemplar von Magic Cleaning gewonnen. Damit ich mir die Bude nicht mit unnötigen Gegenständen vollstopfe ( 😉 ), habe ich beschlossen: Davon sollt ihr profitieren! Wenn ihr jetzt auch kribbelige Finger bekommen habt, könnt ihr das Buch hier gewinnen. Und ich empfehle wirklich, das Buch wenigstens einmal zu lesen oder das Hörbuch zu hören. Es motiviert so sehr!

Die Teilnahme ist einfach: Verratet mir einfach euren besten Aufräumtipp ODER erzählt mir eine lustige Aufräumgeschichte, die ihr mal erlebt hat! (Ich habe zum Beispiel eine Freundin, die kam als Kind immer zum Aufräumen zu mir, weil sie das so gern gemacht hat und bei mir immer so schön Chaos herrschte. Nur mal so als Geschichten-Beispiel!) Teilnehmen darf jeder mit einer deutschen Versandadresse, der bis Sonntag, 18. Februar, unter diesem Beitrag einen Tipp oder eine Geschichte hinterlässt. Die Gewinnerin kontaktiere ich per Mail, also bitte eine gültige Emailadresse angeben. Viel Glück!

Wer nicht warten kann, findet das Buch hier bei Amazon.

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Selbstversuch: Das Happiness-Projekt von Gretchen Rubin

21. Januar 2018

Schon lange bin ich Fan von Gretchen Rubins Podcast „Happier“. Darin gibt die Autorin zusammen mit ihrer Schwester Tipps, wie man im Alltag glücklicher werden kann. Vor vielen Jahren hat sie begonnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen – damals hat sie ein Buch darüber geschrieben, und das hat mir der Held nun zu Weihnachten geschenkt.

„Das Happiness-Projekt Oder: Wie ich ein Jahr damit verbrachte, mich um meine Freunde zu kümmern, den Kleiderschrank auszumisten, Philosophen zu lesen und überhaupt mehr Freude am Leben zu haben“ – eingängiger Buchtitel, oder? 😉 Zumindest sagt er aus, worum es geht. Nämlich um einen Selbstversuch. Ein Jahr lang versucht Gretchen Rubin verschiedene Methoden aus, mit denen man sich eventuell glücklicher fühlt. Und ich? Ich mache mit.

Bin ich unglücklich? Nein, keineswegs! Aber ich bin ja generell ein Opfer solcher Selbsthilfebücher. Zugegeben: Viele bringen nicht viel. Aber meistens kann ich wenigstens ein bisschen was mitnehmen und manchmal landet man ja auch einen echten Volltreffer. Generell leben wir natürlich ein einer Welt des Selbstoptimierungswahns – eigentlich kann ich das natürlich nicht gutheißen, aber andererseits, wer möchte nicht ein bisschen optimiert werden? 😉 Ich sehe das ganz pragmatisch: Mir macht es Spaß. Ich lese solche Dinger gern, ich probiere gerne aus und verändere gern Dinge. Ich versuche, ein reflektierter Mensch zu sein und glaube, dass ich mich dadurch weiterentwickle, und zwar im positiven Sinne. Das ist nicht jedermanns Sache, und das ist auch in Ordnung so. Niemand soll denken, er muss sich jetzt un-be-dingt auf Teufel komm raus „optimieren“. Für mich selbst denke ich eben, dass es nicht schaden kann, so etwas wie das Happiness-Projekt einfach mal aus Jux und Dollerei auszuprobieren und zu gucken, was hängenbleibt.

Das Happiness-Projekt ist in zwölf Monate aufgeteilt. Ich habe mit dem Januar nun natürlich viel zu spät angefangen. Aber was soll’s? Jux und Dollerei-Projekt, ich sagte es bereits. Außerdem habe ich einiges aus dem Januar sowieso schon auf dem Schirm gehabt. Der Januar hat nämlich das Thema Vitalität. Logisch: Wenn man mehr Energie hat, fühlt man sich besser, und somit ist man glücklicher.* Rubin spricht hier von physischer sowie psychischer Energie. Für den körperlichen Teil gibt es zwei Vorschläge, die man im Januar ausprobieren sollte: mehr Schlaf, mehr Bewegung. Tatsächlich glaube ich, dass ich da schon auf dem richtigen Weg bin. Bewegung habe ich dank Radweg zur Arbeit, Hüpferei vor dem Fernseher, mittäglicher Hunderunde mit dem Bürohund sowie wochenendlichen Wander- und Spazierrunden durchaus genug. Vielleicht versuche ich mich noch mal wieder an den 10.000 Schritten am Tag, sobald ich wieder einen Fitnesstracker habe. Was den Schlaf betrifft, versuche ich lustigerweise schon seit einigen Tagen, eher ins Bett zu gehen. (Lustig finde ich es, weil ich das Happiness-Kapitel tatsächlich erst heute gelesen habe.) Wenn es gut läuft: Einfach dann in die Kiste, wenn ich müde bin. Das werde ich jetzt noch konsequenter durchziehen und mal sehen, was passiert. Ist ja nicht das erste Mal, dass ich diese Erkenntnis habe.

Bei der psychischen Seite der Energie geht das Buch auf drei Dinge ein: Aufräumen, unangenehme Aufgaben erledigen und energiegeladener sein, indem man einfach so tut, als hätte man Energie und sich so selbst überlistet. Dass Aufräumen mich beschwingt und glücklich macht, konnte ich ja im letzten Jahr mit Konmarie schon sehr gut feststellen. Ein Blogpost dazu ist in Vorbereitung! Das Erledigen unangenehmer Aufgaben? Ja, es stimmt. Wenn man etwas erledigt hat, das man schon ewig vor sich hergeschoben hat oder das einem wirklich schwerfiel, anzugehen, dann fühlt man sich danach oft, als könne man jetzt ALLES. Eine gute Möglichkeit also! Laut Buch soll man eine To-Do-Liste mit unangenehmen oder nervigen Aufgaben machen. Viel ist mir aber nicht eingefallen, denn ich habe schon einiges abgehakt: Zeitschriften-Abos gekündigt, mit der Bank über meine Altersvorsorge gesprochen, all so unangenehme „man sollte mal“-Jobs. Auf meiner Liste steht jetzt ein Zahnarzttermin, ein Termin für ein Hautscreening (das habe ich noch NIE gemacht, ich weiß gar nicht, wo ich da hingehen soll) und das Abschreiben von Rezepten in unser Kochbuch. Vielleicht fällt mir noch mehr ein, es ist noch Platz auf der Liste! 😉

Diese Punkte versuche ich jetzt also mal für den Rest des Januars durchzuziehen und dann sehen wir weiter. Ich werde berichten und euch dann auch gleich erzählen, was das Thema für den Februar ist. Vielleicht hat ja noch jemand Lust, mitzumachen! Ich würde mich freuen. 🙂

Wie seht ihr das denn überhaupt? Kann man Happiness „trainieren“?

* Das Wort „glücklich“ als Übersetzung für „happy“ trifft es nicht zu 100%, meiner Meinung nach. „Happy“ ist vielleicht noch etwas „kleiner“ als das deutsche „glücklich“ – es kann eben auch erfreut, fröhlich und – ganz wichtig – zufrieden bedeuten. „Happier“ zu werden heißt also nicht zwangsläufig, permanent mit einem duseligen Grinsen der Glückseligkeit durch die Gegend läuft.

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Alltagshüpfer

Schnipsel

19. Januar 2018

Friederike hat Münster erwischt. Bei uns persönlich zum Glück nicht. Ein Blumentopf auf dem Balkon ist zerdeppert – den hätte man natürlich vorher reinstellen können, wäre man ein vorbildlicher Bundesbürger und würde die Warnungen von „Nina“ ernstnehmen. Ich habe Nina nicht einmal installiert, aber der Held schon und er las mir auch die Warnung vor. Tja. Schade um den Blumentopf. Ich bin gestern sogar mit dem Fahrrad gefahren. Vor der Arbeit war noch nichts („Büschen windig heute“ hätte ich an normalen Tagen vielleicht gesagt), nach der Arbeit war schon alles vorbei. Da musste ich dann ein paar Kurven um heruntergefallene Dinge fahren und ab und zu mal auf die Straße ausweichen, da der Bürgersteig samt Radweg wegen herunterfallender Dachziegel abgesperrt war. Alles in allem: keine Sturm-News bei uns.


Freitag haben wir Weihnachtsfeier. Ja, unsere Firma macht die Weihnachtsfeier immer im Januar. Wir nennen sie dann halt Neujahrsfeier. Das entspannt alle ungemein. Die Terminsuche ist einfacher, man bekommt problemlos Tische reserviert für viele Menschen, und wann man feiert, ist ja letzten Endes auch schnuppe. Dieses Jahr machen wir mal was ganz neues und gehen auf ein Konzert. Die Band eines Kollegen spielt. Eine Metal-Band. Ich finde es saucool, die meisten anderen auch, einige maulen. Aber irgendwer hat halt immer was zu meckern. Ich bin jedenfalls sehr gespannt.


Unser regelmäßiger Essensplan funktioniert immer noch. Jeden Abend, wenn ich nach Hause komme und nur noch die Zutaten aus den Schubladen bzw. dem Kühlschrank holen muss, freue ich mich wieder darüber. Wir essen seither früher und sparen sicherlich Unmengen an Sprit, weil der Held nicht mehr nach jedem Arbeitstag einkaufen muss. Dank automatischer Erinnerung per „Wunderlist“ am Sonntagnachmittag planen wir auch den Rest unserer Woche dadurch etwas besser durch (der Held wird beispielsweise nicht mehr Donnerstag Mittag dadurch überrascht, dass ich ihm sage, dass ich abends Buchclub habe – das taucht ja alles schon bei der Essensplanung auf). Der Miracoli-Montag wird selbstverständlich trotzdem beibehalten. Traditionen und so.


Vom Leben gelernt: Mit dem Auto zur Arbeit fahren zu dürfen ist Luxus, der höchstens eine Woche lang richtig toll ist. Zwischen Weihnachten und Mamas Geburtstag Mitte Januar durfte ich ihr Auto ausleihen. Und weil ich es konnte, bin ich damit dann auch täglich zur Arbeit gefahren. Am Anfang war das super. In der ersten Januarwoche war es ja auch noch richtig leer auf den Straßen und ich war in kürzester Zeit am Büro angekommen. Außerdem war Mistwetter. In der zweiten Woche war es langsam nichts besonderes mehr, auf das ich mich jeden Tag freute. Außerdem wurden die Straßen immer voller und ich musste beim Hineinfahren in die Stadt ewig an den Ampeln warten. Mit dem Fahrrad flitze ich immer an diesen Schlangen vorbei und freue mich. Daher war es gar nicht so schlimm, als die Luxuszeit nach zwei Wochen vorbei war.

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Alltagshüpfer

5 Sätze, die mehr Ordnung in dein Zuhause bringen

15. Oktober 2017

Aufräumen! Wenige Menschen würden das vermutlich als ihr Hobby bezeichnen. Ich auch nicht. Was mich aber wirklich glücklich machen kann, ist Ordnung. Und vor diese hat der liebe Gott nun einmal das Aufräumen gesetzt. Oder?

Seit wir umgezogen sind, haben wir eine Durchgangsküche. Jeder, der in unser Wohnzimmer möchte, durchquert also erst einmal die Küche. Da ist nichts mehr mit „Tür zu, Chaos weg“ – zumal die Türen auch noch Scheiben haben, durch die man alles unbarmherzig zu Gesicht bekommt. Als wir letztes Jahr eingezogen sind, war also mein fester Vorsatz: Wir räumen jeden Tag die Küche auf. Und was soll ich sagen? 100% geklappt hat das nicht, aber wir sind deutlich ordentlicher geworden als vorher. Und  zwar nicht nur in der Küche, sondern insgesamt. Das gefällt mir sehr gut!

Wie ist es dazu gekommen? Zum einen gebe ich mir mehr Mühe (und der Held natürlich auch, aber ich möchte in diesem Artikel nur über mich selbst schreiben – denn ändern kann man ohnehin nur sich selbst, nicht den Partner oder andere Menschen, mit denen man zusammenwohnt). Zum anderen habe ich eine Menge zu dem Thema gelesen – manches bewusst, manches tauchte in ganz anderen Zusammenhängen auf und blieb irgendwie hängen.

Folgende Sätze haben nachhaltig beeinflusst, wie ich mich zu Hause verhalte:

Complete the cycle

Bringe zu Ende, was du angefangen hast. „Complete the cycle“ bedeutet zum Beispiel, dass du Dinge, die du herausholst, auch wieder zurückbringst – der „Kreis“ des Geschenke einpackens besteht darin, das Geschenkpapier, Schere und Klebeband zu holen, das Geschenk zu verpacken und anschließend das Geschenkpapier, Schere und Klebeband wieder an ihren Platz zu bringen. Erst dann ist der Kreis geschlossen. Der „Kreis“ kann zum Beispiel aber auch die Wäsche sein: Sie will sortiert, in die Maschine gebracht, aufgehängt und weggeräumt werden. Dieser „Cycle“ dauert etwas länger und es gibt Ruhephasen. Dennoch passiert es uns seither deutlich seltener, dass die Wäsche eine Woche trocken auf dem Wäscheständer hängt, oder bereits gefaltet im Korb liegt, aus dem man sich dann morgens ein T-Shirt nimmt. Es ist ein sehr befriedigendes Gefühl, zu denken „Yes! I completed the cycle!“

Do the grown-up thing

Manche Dinge nerven. Und dabei sind es oft Kleinigkeiten, die in wenigen Minuten oder sogar weniger erledigt sind. Klassische Beispiele: Die leere Klorolle ersetzen. Den Müll nicht nur rausbringen, sondern auch einen neuen Müllbeutel einsetzen. Die Armaturen nach dem Duschen eben abwischen. Oder die Gehaltsabrechnung sofort abheften, statt sie ungeöffnet in den Briefständer zu stecken, der irgendwann überquillt. Reiß dich kurz zusammen und triff die erwachsene Entscheidung, es halt eben hinter dich zu bringen. Irgendwann musst du es schließlich sowieso machen – wieso nicht sofort? Es sind nur Kleinigkeiten, aber es macht einen Unterschied.

Never walk empty-handed

Schon Mama hat’s gewusst: „Nie leer gehen!“ Dann wurde mir etwas in die Hand gedrückt, das in einen Raum musste, durch den ich sowieso kam. Heute halte ich bei jedem Aufstehen aktiv Ausschau nach Dingen, die nicht da sind, wo sie hingehören. Die leere Kaffeetasse kommt schon mal mit in die Küche. Manchmal räume ich sie direkt in die Spülmaschine (Do the grown-up thing and complete the cycle! 😉 ), aber manchmal stelle ich sie auch erst einmal nur auf die Arbeitsplatte. Dennoch ist das Wohnzimmer schon einen Tick ordentlicher und die Hürde ist kleiner. Der Clou ist hier auf jeden Fall das aktive Suchen nach Gegenständen, die mitgenommen werden können. Manchmal bin ich dann schon fast enttäuscht, wenn ich nichts finde.

Keep your sink shiny

Das erste Gebot der „FlyLady“. Die Amerikanerin befasst sich mit Ordnung und Routinen im Haushalt. Ihre Website steckt offensichtlich noch in den 90er Jahren, aber inhaltlich konnte ich dort schon einiges mitnehmen. Ihre erste Regel lautet: Halte dein Spülbecken sauber. Bringe es jeden Abend zum Glänzen. Nun ist es so, dass unsere neue Spüle mattschwarz ist. Glänzen wäre also kontraproduktiv. Allerdings ist meine persönliche Regel, dass abends vor dem Schlafengehen nichts mehr in der Spüle steht und diese ordentlich abgewischt ist. Meist spüle ich daher kurz vor dem Schlafengehen noch ein-zwei Töpfe ab und räume sie weg. Dann sieht es schon wieder so viel ordentlicher aus, dass oft wenige weitere Handgriffe reichen, um die Küche richtig aufgeräumt aussehen zu lassen. Sprich: Die Kaffeetasse, die ich im letzten Schritt schnell aus dem Wohnzimmer vorbeigebracht habe, wandert noch eben in die Spülmaschine, die Schere kommt wieder in die Schublade und zack, sieht’s super aus.

You can do anything for 15 minutes – and sometimes for 2 hours

Manchmal sieht die Wohnung aus wie sonst was, aber man hat einfach sowas von keinen Bock. Dann kremple ich die Ärmel hoch und sage zum Helden „Komm! Eine Viertelstunde, das schaffen wir!“ Und dann stellen wir die Eieruhr und flitzen los. Einfach das machen, was man gerade so sieht, ohne großen Plan. Es ist erstaunlich viel, was man in fünfzehn Minuten geschafft kriegt!
Aber auch dem großen „Hausputz“ tut ein Zeitlimit gut. Samstag ist unser Hausarbeitstag. In der Regel haben wir da eine To-Do-Liste, die abgearbeitet wird. Der Held und ich haben manchmal unsere Differenzen, weil ich gern Pause mache, er aber alles möglichst schnell abhandeln will, und wir teilweise unsere Aufgaben auch nicht zeitgleich erledigen, und so weiter. Vor ein paar Wochen haben wir etwas neues probiert, und beschlossen: Heute machen wir für zwei Stunden Hausarbeit. Ein paar Punkte sind ein Muss (Bad putzen zum Beispiel), und sonst schauen wir einfach, was so zu tun ist. Anschließend ist Feierabend – Zeit, das Wochenende zu genießen!
Es hat mich sehr glücklich gemacht, wie gut das funktioniert hat. Zwei Stunden lang sind wir durch die Wohnung gewirbelt und haben dies und jenes gemacht. Am Ende war noch etwas Zeit übrig, da wurden dann mal die Lichtschalter und Steckdosen gereinigt – was ich sonst NIE mache (NIE-NIE-NIE!), aber dann sehe ich zwischendurch immer, wie staubig sie sind, und ärgere mich etwas. Jetzt sind so kleine Aufgaben, die ich niemals auf die To-Do-Liste schreiben würde (weil sie mir nicht wichtig genug vorkommen), auch mal erledigt. Und vielleicht reaktivieren wir demnächst ja mal wieder das To-Do-Listen-Glas zu diesem Zwecke?

Weitere schlaue Ordnungssätze nehme ich gern entgegen! Perfekt ist es bei uns nämlich noch lange nicht. Aber wenn man ehrlich ist, wird es das vermutlich auch nie sein… 😉

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Alltagshüpfer

Gerade jetzt #4

19. Juli 2017

Wie ist das so, gerade jetzt? Eine kleine Momentaufnahme. Was steht auf der Tagesordnung? Was beschäftigt mich? Und was um alles in der Welt sollen wir heute zu Abend essen?

Gerade jetzt…

denke ich an die vielen schönen Pläne und Termine in den nächsten Wochen – Geburtstage, Sommerfeste, Spieleabende und in ziemlich exakt einem Monat haben wir auch schon Urlaub!

mag ich den Sommer. Die Hitze.

mag ich nicht die tägliche Überlegung, was wir essen sollen. Ich denke an die Familie, die einen festen Essensplan für eigentlich immer hat, der sich alle vier Wochen wiederholt, und frage mich, ob wir das nicht auch brauchen. Es würde vieles so viel einfacher machen!

fühle ich meine neuen Ohrringe mit Legosteinen, wenn ich den Kopf drehe. Hihi! Ein super Mitbringsel vom Flohmarkt im Berliner Mauerpark.

trage ich Kleider, Röcke, Sandalen.

brauche ich mehr Zeit! Und ein Putzmensch wäre schön, der uns die ganze doofe Hausarbeit einfach abnimmt. Vor allem das Fensterputzen.

höre ich mal wieder das Musical „Elisabeth“ in Dauerschleife.

mache ich Ordnung. Ich habe den Kleiderschrank entrümpelt – nicht nur Dinge, die nicht mehr passen, sind rausgeflogen, sondern auch Dinge, die mir nicht mehr gefallen/stehen. Im Zuge dessen habe ich gleich alles etwas umorganisiert und bin superglücklich mit meiner neuen Ordnung im Schrank! Grundlage war das Buch Magic Cleaning, was ich aber gar nicht gelesen habe. Diverse Blog-Einträge und Artikel dazu waren völlig ausreichen.

lese ich eigentlich gerade gar nichts. Im Zug auf der Heimfahrt aus Berlin habe ich Jodie Picoults Roman „Bis ans Ende aller Tage“ ausgelesen. Ich mag Picoults Bücher eigentlich ganz gern und bin selten enttäuscht worden, dieses fand ich allerdings sehr langatmig und etwas öde. Die Figuren konnte ich bis zum Ende nur schwer auseinanderhalten. Daher habe ich es im Zug gelassen, in der Hoffnung, vielleicht irgendjemandem doch noch eine lange Fahrt etwas angenehmer gestalten zu können (ich meine – besser als nix war es allemal!). Als nächstes steht „Das Licht der letzten Tage“ für den Buchclub auf dem Programm.

trinke ich stinknormalen Filterkaffee – nach den ganzen fancy Kaffeespezialitäten in den Berliner Coffeeshops sehr entspannend!

vermisse ich Berlin! Wir waren nur vier Tage da und es war so schön. Ich wäre gern länger geblieben.

schaue ich mit dem Helden selbstverständlich die neuen Folgen Game of Thrones! Außerdem läuft die dritte Twin Peaks-Staffel – da gibt es ja auch jede Woche nur eine neue Folge. Die dritte Staffel Gotham läuft daher eher so nebenbei.

träume ich von einer aufgeräumten Wohnung. Hüstel. Das wäre schön. Meldet sich zufällig jemand freiwillig?

Und, wie ist das bei euch so, gerade jetzt? Nachmachen erwünscht!

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Gedankenhüpfer

Always choose the bigger life.

20. Juni 2017

Im Podcast „Happier“ von und mit Gretchen Rubin* ging es kürzlich darum, wie man mit schwierigen Entscheidungen umgeht. Im Beispiel ging es darum, ob ein Hund angeschafft werden sollte. Die Pro- und Contra-Liste war dabei recht ausgewogen. Ein Hund macht glücklich, sorgt für mehr Bewegung, kann die Familie zusammenschweißen und den Kindern Verantwortung beibringen – ein Hund macht Arbeit, kostet Zeit und Geld, ist eine jahrelange Verantwortung. Wie entscheidet man sich in so einem Fall?

Ich denke, jeder von uns stand schon mal vor so einer Entscheidung. Meistens handelt es sich dabei um wirklich große und wichtige Themen. Jobwechsel, Hauskauf, oder vielleicht ging es auch mal um Liebesdinge? Man wägt ab, schreibt Listen, ist hin- und hergerissen. Montags ist man noch sicher, dass Entscheidung A die richtige ist, aber Mittwoch führt vermeintlich kein Weg mehr an Entscheidung B vorbei. Ich selbst bin da auch sehr groß drin. Es ist einfach schwierig.

Gretchen Rubins Antwort klingt erst einmal simpel: „Always choose the bigger life“. Entscheide dich immer für das größere Leben. Triff die Entscheidung, die dein Leben reicher macht, deinen Erfahrunsschatz erweitert, deine Welt vergrößert. Dabei muss diese Entscheidung nicht zwangsläufig offensichtlich sein. Um auf das Beispiel mit dem Hund zurückzukommen: Hier ist es keineswegs eindeutig, dass die Entscheidung für den Hund das Leben größer macht, auch wenn es erst einmal so wirkt. Vielleicht möchte die Familie viel reisen und von der Welt sehen, sehr flexibel sein und Abenteuer erleben. Dabei ist ein Hund oft eher hinderlich. Man muss also ein bisschen in sich gehen und überlegen, was man vom Leben erwartet und wie es reicher würde. Und sich dann für das größere Leben entscheiden.

An großen Entscheidungen mangelt es in meinem Leben derzeit nicht, und ich versuche, „Choose the bigger life“ immer zu bedenken. Aber auch im Alltag finde ich das ein wunderbares Lebensmotto. Raus aus der Komfortzone! Zum Beispiel hätte ich liebend gern am Zeit-Projekt „Deutschland spricht“ teilgenommen, bei dem Menschen unterschiedlicher politischer Ansichten aufeinandertrafen. Ich habe mich aber nicht getraut, mich anzumelden – schade, dass ich die Podcast-Folge erst danach gehört habe. Denn ein Gespräch mit einem Menschen außerhalb meiner „Filterblase“ hätte mein Leben sicherlich größer gemacht, auch wenn ich große Angst gehabt hätte.

Beim nächsten „Soll ich oder soll ich nicht“ werde ich es mir also wieder einmal vor Augen halten: Choose the bigger life! Etwas ist aufwändig, aber man wollte es schon immer mal probieren? Choose the bigger life! Alle finden etwas toll, aber du kannst dir nicht vorstellen, dass es wirklich so toll ist? Choose the bigger life! Ich bin gespannt, wohin mich dieses neue Lebensmotto noch führen wird…


* Gretchen Rubin ist Autorin so schöner Bücher wie Das Happiness Projekt oder Erfinde dich neu. Der Podcast „Happier“ geht es um Gewohnheiten und kleine „Life Hacks“, die das Leben glücklicher und einfacher machen sollen.

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Alltagshüpfer

Gerade jetzt #3

7. April 2017

Wie ist das so, gerade jetzt? Eine kleine Momentaufnahme. Was steht auf der Tagesordnung? Was beschäftigt mich? Und was könnte ich mir Ostern von meiner Mama zu Essen wünschen?

Gerade jetzt…

denke ich tatsächlich und ernsthaft darüber nach, ob wir uns einen Hund anschaffen. Der Held wäre dabei, allerdings wissen wir nicht, was unsere Vermieter davon halten und außerdem ist unser Bürohund nicht mit anderen Hunden kompatibel und daher wüssten wir nicht so recht, wohin tagsüber.

mag ich den Sonnenschein!

mag ich nicht die Tatsache, dass so viele meiner Kollegen krank sind und ich somit morgens extra früh im Büro sein muss.

fühle ich mich aktiv, energiegeladen und voller Pläne. Das muss der Frühling sein!

trage ich endlich wieder Chucks!

brauche ich Geduld und Optimismus.

höre ich ziemlich viel Irish Folk-Rock – hat dieses Genre einen offiziellen Namen?

mache ich geheime Kleinigkeiten im Näh- und Bastelzimmer – Überraschungen für die verschiedensten Menschen! Währenddessen schiebe ich Möbel von links nach rechts, die optimal-perfekte Einrichtung für das Zimmer habe ich nämlich noch nicht gefunden.

lese ich schon wieder ein Buchclub-Buch: „Die Berufene“ von M. R. Carey. Das ist wirklich unglaublich spannend und ich werde noch einen Artikel dazu schreiben!

trinke ich Kaffee mit aufgeschäumter Milch, zumindest am Wochenende. Beim Umzug ist mir ja der Induktionsmilchaufschäumer wieder in die Hände gefallen und ich genieße es, selbst gemachten Latte Macchiato zu schlürfen und dabei noch ein, zwei, siebenundzwanzig Seiten in meinem Buch zu lesen.

vermisse ich Münsteraner, die mit mir Bouldern wollen. Anyone?! Ich bin einfach so wenig ehrgeizig, wenn ich allein in der Halle bin! Dann gebe ich nach dem 3. erfolglosen Versuch einer Route auf. Obwohl man doch weiß, dass das beste Gefühl ist, wenn man nach zahllosen Fehlversuchen endlich den Top erreicht!

schaue ich mit dem Helden Modern Family, Babylon 5 und die neue Staffel Broadchurch auf ITV. Für mich selbst habe ich gerade die 3. Staffel Mr. Selfridge beendet und weiß noch nicht ganz, was als nächstes kommen soll.

träume ich von einem neuen Tattoo (Terminanfrage ist gestellt – aber beim letzten Mal habe ich keinen Termin bekommen, das heißt also nichts) und vom Sommerurlaub!

Und, wie ist das bei euch so, gerade jetzt? Nachmachen erwünscht!

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Gedankenhüpfer

Die feine Kunst der Unproduktivität

15. Februar 2017

„Brrrrrt“, brummt das Smartphone. „Brrrt-brrrt-brrrrrrrt“, vibriert analog der neue Fitnesstracker, der sich mit „Smartwatch-Features“ rühmen kann. Immerhin muss ich das Handy nun nicht extra zur Hand nehmen, um festzustellen, dass ich einen Termin habe. Den dritten diese Woche. Oder vierten? Kommt drauf an, was man alles als Termin zählt, nehme ich an. Bouldern, Stammtisch, eine Geburtstagseinladung – alles Spaß, alles Stress. Freizeitstress. Dazwischen kommen die ganzen „Eigentlichs“. Eigentlich müsste man mal wieder. Da fällt ja so ungefähr alles drunter, von „zum Zahnarzt gehen“ über „alte Freunde anrufen“ bis hin zu „früher ins Bett gehen“.

Ein voller Terminkalender ist mittlerweile Standard, das merke ich, wenn ich mich mit jemandem verabreden will. Wie mit der Freundin, die ich im Oktober treffen wollte, dann im November, mittlerweile ist das Treffen auf unbestimmte Zeit verschoben (ich winke hier mal unauffällig rüber – es ist immer noch Saunazeit, meine Liebe!). Aktivität ist positiv, Produktivität ist Alltag. Selbst beim Seriengucken wird es doch heutzutage produktiv – schnell, die neue Staffel von der Lieblingsserie rein-bingen, damit wir den Anschluss bei der anderen Serie nicht verpassen, und einen Haken dranmachen können! Ich nehme mich da nicht aus, gerade bei Serien leide ich unter einem schweren Fall von #Fomo, mir fällt es wirklich schwer, Serien abzubrechen oder als „Interessiert mich nicht“ abzulegen, insbesondere, wenn alle Welt begeistert ist. Und die ständige Verfügbarkeit von ganzen Staffeln ist zwar ganz schön, setzt aber auch unter Druck. Angst vor Spoilern! Mitreden können! Aber ich schweife ab.

Denn eigentlich geht es mir um Unproduktivität und das Gefühl, wie gut es tun kann, einmal völlig absichtlich gar nichts zu tun. Oder etwas, das kein Ziel hat. Zeit mit sich allein zu verbringen. Zeit nicht effizient zu nutzen – wie wir es tun, wenn wir in der Schlange im Supermarkt eben Instagram checken oder auf dem Weg ins Büro ein Hörbuch hören, das wir sonst nie gelesen kriegen würden, weil die Zeit fehlt. Sondern im Gegenteil: Zeit zu verschwenden, indem wir sie eben nicht nutzen. Denn diese Zeit ist nicht verschwendet, und wir tun nicht „gar nichts“. Wir laden unseren Akku auf, gewinnen vielleicht Selbsterkenntnis oder Ruhe. Ich persönliche verspüre nach solch „verschwendeter Zeit“ oft ein wohliges Gefühl von Zufriedenheit und bemerke plötzlich ein Lächeln in meinem Gesicht – ob ich mir nun fünf Minuten oder eine Stunde gegönnt habe, oder auch mal einen ganzen Tag. „Mental Health Day“ habe ich kürzlich gelesen – klingt ja auch besser als „schluffiger, fauler Sonntag“! 😉 Jedenfalls tut es mir gut, nichts zu tun. Eindeutig ein Grund, es weiterzuempfehlen!

Inspiriert von diesem Blogpost habe ich aufgeschrieben, was ich gern so unproduktives mache. Manches davon könnt ihr jetzt direkt, right now, einfach mal ausprobieren -anderes dauert etwas länger:

  1. Einen Spaziergang machen
  2. Ohne Kopfhörer
  3. Und ohne zu fotografieren, wenn dir ein Motiv über den Weg läuft
  4. Aus dem Fenster schauen
  5. Die Musik ausschalten
  6. Eine Zeitschrift durchblättern
  7. Das Fenster öffnen und die frische Luft einatmen
  8. Ein Buch lesen, das man schon kennt
  9. Oder einen Film schauen, denn man schon oft gesehen hat
  10. Ohne Smartphone-Ablenkung
  11. Ein Foto bewusst nicht machen
  12. Eine Email an Freunde schreiben – noch besser einen Brief, aber wir wollen realistisch bleiben
  13. Aufstehen und eine Runde durch die Wohnung gehen
  14. Auf dem Sofa sitzen. Die Wohnung anschauen.
  15. Eine Tasse Kaffee trinken
  16. Deine/n Liebste/n umarmen
  17. Atmen
  18. Bewusst Musik hören
  19. Eine Liste mit Ideen aufschreiben, was man schon lange mal machen wollte
  20. Nichts davon heute machen
  21. Oder nur etwas, was wirklich Freude macht

Wie nutzt ihr eure Zeit am liebsten unproduktiv?

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Alltagshüpfer

Gerade jetzt #2

30. November 2016

Wie ist das so, gerade jetzt? Eine kleine Momentaufnahme. Was steht auf der Tagesordnung? Was beschäftigt mich? Und muss ich heute eigentlich das Altpapier oder den gelben Sack an die Straße stellen?

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Gerade jetzt…

denke ich über Weihnachtsgeschenke nach. Ich habe erst eins, und das auch nur, weil die Person sich explizit etwas bestimmtes gewünscht hat. Außerdem schenken der Held und ich uns wieder gemeinsam ein großes Lego-Gebäude. Aber sonst? Keine Ahnung.

mag ich unsere neue Wohnung so gern! Es ist so gemütlich und ich freue mich sehr, dass jetzt endlich alles fertig ist.

mag ich nicht mehr mich mit Kundendiensten herumschlagen. Jedenfalls soll mir bitte keiner mehr mit dem Wort „Alma-Küchen“ kommen.

fühle ich mich gemütlich, adventlich, mit Lust auf Weihnachtsfilme, Tee und Plätzchen.

trage ich Strumpfhose unter der Jeans, weil es echt kalt geworden ist. Außerdem natürlich dicke Schuhe, noch dickere Handschuhe und die super-reflektierende Fahrradjacke.

brauche ich Zeit für mich, und die nehme ich mir auch.

höre ich Weihnachtslieder, das Weihnachtsoratorium und auf dem Fahrrad wie üblich Podcasts – derzeit meist „Note to Self“.

mache ich regelmäßig einen Essensplan! Da ich es einfach nicht schaffe, das wöchtenlich zu machen, hat sich folgender Rhythmus eingebürgert: Der aktuelle Essensplan läuft aus, wir haben keinen neuen, ich bin nach drei Tagen genervt, weil wir nie wissen, was wir kochen sollen. Also setze ich mich hin, habe superviele Ideen, mache einen Essensplan für direkt drei Wochen und hab dann erst mal Ruhe. Dann läuft der Essensplan irgendwann wieder aus und alles geht von vorne los!

lese ich bald das neue Buch für den Buchclub, nämlich „Alles Licht, das wir nicht sehen“ von Anthony Doerr.

trinke ich Kaffee. Aber bald ist Glühwein-Zeit – immerhin spielen die Temperaturen da schon mal mit!

vermisse ich Fensterbänke. Die neue Wohnung hat fast keine und das macht das weihnachtliche Dekorieren doch etwas schwieriger!

schaue ich mit dem Helden Modern Family, Babylon 5 und bald die zweite Staffel Gotham. Und für mich selbst jetzt noch die letzten Gilmore Girls-Folgen (auch wenn ich die neuen jetzt schon gesehen habe) und danach vielleicht The Crown?

träume ich von einer weißen Weihnacht… Neeeein, auf gar keinen Fall! 😉 Ich träume von meinem Plänen fürs kommende Jahr, von einem neuen Tattoo (vielleicht), von tollen Urlauben und wen ich alles besuchen möchte.

Ach übrigens, es ist das Altpapier. Und, wie ist das bei euch so, gerade jetzt? Nachmachen erwünscht!

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