Rezensionshüpfer

Vom Atmen unter Wasser

29. Februar 2012

Eigentlich konnte Simon seine kleine Schwester Sarah nie wirklich leiden. Sie war halt die nervige kleine Schwester, die er gerne losgeworden wäre – als er 7 und sie 3 Jahre alt waren ebenso wie später als Teenager. Jetzt ist er 20 und sein Wunsch hat sich auf die grausamste Art und Weise erfüllt: Sarah ist im Alter von nur 16 Jahren ermordet worden, nachts, gar nicht weit weg von zuhause, nach einer Party.

Das Buch von Lisa-Marie Dickreiter mit dem wirklich grandiosen Titel „Vom Atmen unter Wasser“ erzählt vom Leben der Familie Sarahs ein Jahr nach derenTod. Alle gehen unterschiedlich mit dem Geschehenen um. Simon ist ausgezogen und studiert Medizin, Vater Johannes arbeitet und handelt nach dem Motto „The show must go on“ – und Mutter Anne landet nach einem Selbstmordversuch im Krankenhaus. Sie hat Sarahs Tod nicht überwunden, ist sogar in das Zimmer ihrer Tochter gezogen, überall hängen Sarahs Bilder und sie kann sich nicht damit abfinden.

Ein Jahr lang hat sie versucht, mit dem Fehlen ihrer Tochter zurechtzukommen. Jetzt will sie es eigentlich gar nicht mehr versuchen. Irgendwie müsse es doch weitergehen, redet Johannes auf sie ein. „Ich will so aber nicht weiterleben!“ schreit seine Frau ihn an, sie vergräbt sich in der letzten getragenen Wäsche ihrer Tochter oder redet in Gedanken mit ihr, als sie noch ein kleines Mädchen war. Johannes findet keinen Zugang mehr zu Anne und überlässt es zunehmend Simon, sich um sie zu kümmern.

Das Buch hat mich sehr bewegt und Tränen sind auch geflossen. Kein Wunder, bei der Thematik. Trotzdem kann man es sehr gut lesen, es ist sehr lebensnah geschrieben und man merkt, dass es noch ziemlich neu ist (Leser in 20 Jahren werden sich fragen, wer denn wohl „Pink“ ist und ähnliches). Gelegentlich kam ich aber durcheinander, wer gerade mit wem redet – das könnte aber auch Absicht der Autorin gewesen sein. Die Kapitel sind abwechselnd aus Sicht der drei Protagonisten geschrieben und ich muss zugeben, Kapitelüberschriften (wo dann der Name stand) überlese ich häufig.

Auf jeden Fall ist das Buch keine leichte Kost. Dass Eltern ihr Kind verlieren, ist eben wirklich schrecklich und das Leiden der Mutter wird hier wirklich sichtbar gemacht. Ihr beim Zerbrechen zuzusehen, geht wirklich unter die Haut. Simon leidet hauptsächlich unter dem Verhalten seiner Eltern (aber auch er trauert natürlich, aber es ist komplizierter). An einigen Stellen wollte ich ihm zurufen „Nun lass dir das nicht länger gefallen und verschwinde!“ Und Johannes will der Situation am liebsten entfliehen, und irgendwie versteht man ihn, aber irgendwie kann man ihn deswegen trotzdem nicht so richtig leiden.

Ich kann das Buch weiterempfehlen. 4 von 5 Sternen vergebe ich wegen einiger sprachlicher Verwirrungen, die ich beim Lesen hatte, und wegen der leichten Distanz, die man trotz allem immer zu den handelnden Personen hat. Man schlüpft nie so ganz rein in die Personen, sondern bleibt immer Zuschauer. Aber ehrlich, sonst wäre das auch wohl nur schwer zu ertragen gewesen.

Dieses Buch möchte ich außerdem im Rahmen der Lesenden Minderheit vorstellen, deren Januar-/Februar-Thema lautet: „Lies ein Buch, welches von einer/m deutschen Schriftsteller/in geschrieben wurde!“ Die Linkliste mit weiteren Büchern sollte im Laufe des Tages folgen. Bestimmt wird nach dem Studium davon auch mein Wunschzettel wieder wachsen… 😉

Übrigens habe ich eben gesehen, dass das Buch in der gebundenen Ausgabe derzeit bei Amazon heruntergesetzt ist und nur 4,99 Euro kostet – wenn das kein Schnäppchen ist, weiß ich auch nicht! 🙂

Edit: Hurra, die Liste ist da! Hier gibt’s ab sofort viele Buchtipps, und vielleicht auch Warnungen vor nicht so tollen Büchern? 🙂

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Rezensionshüpfer

Buchtipp: Wenn die Mondblumen blühen

6. Januar 2012

Zugegeben: Mein aktuelles Buch war ein echtes Kontrastprogramm. Literarisch (es folgte auf den ersten Band von „Game of Thrones“) wie wettertechnisch. Denn während ich gestern auf dem 5-Minuten-Weg vom Bus zum Büro komplett vom Sturmtief Andrea erfasst wurde und anschließend meine Schuhe UND Socken auf der Büro-Heizung trocknete (und meine Jeans hätte es auch nötig gehabt – aber soweit geht es ja dann doch nicht), spielt mein Buchtipp ausschließlich in den Sommermonaten und bei glühender Hitze.

Warm wurde mir sowieso ums Herz, als ich „Wenn die Mondblumen blühen“ von Jetta Carleton las. Das Buch erzählt die Geschichte einer Familie in Missouri über Jahrzehnte hinweg – angefangen im 19. Jahrhundert bis in die 1950er Jahre hinein. Matthew und Callie haben vier Töchter, die unterschiedlicher nicht sein könnten: Während Leonie folgsam und fromm ist, schlägt Mathy über die Stränge und ist nicht zu bändigen. Jessica ist die Älteste, Mary Jo die Nachzüglerin und über 20 Jahre jünger als sie. Das Familienleben spielt sich zwischen Farm und Stadt ab, Matthew ist Lehrer. Das Buch erzählt von den kleineren und größeren Dramen im Familienleben, nacheinander jeweils aus der Sicht eines anderen Familienmitglieds geschildert.

Das Buch ist nicht linear geschrieben, und so steuert es auch nicht auf den einen großen Höhepunkt der Handlung zu. Vielmehr springt es extrem in der Zeit hin und her und so ergänzen sich die einzelnen Abschnitte. Man erfährt immer mehr über die Gedanken, Sorgen und natürlich auch Geheimnisse der einzelnen Personen, und schüttelt man im einen Kapitel noch den Kopf, kann man das Verhalten im nächsten dann irgendwie doch nachvollziehen. Es geht hauptsächlich um Liebe – mit allem, was dazu gehört: Liebe für den verbotenen Mann, Liebe gegen den Willen der Eltern, erste Liebe, Liebe außerhalb der Ehe, schmerzhafte Liebe… Um ehrlich zu sein, die meisten Lieben im Buch enden nicht unbedingt glücklich. 😉 Doch lasst euch jetzt nicht abschrecken von der ganzen Liebe! Man hat nicht das Gefühl, einen Liebesroman zu lesen, und das ist es auch nicht. Es geht eher um das Drumherum selbiger: brennende Gewissensbisse, fabelhafte Familienstreitigkeiten, spontanes Durchbrennen und immer wieder die Frage, wie es dazu kam, dass der Mensch so geworden ist, wie er nun ist. Übertriebene Liebesschwüre oder nerviges Herumgeturtel sucht man glücklicherweise vergebens.

Das Besondere am Buch ist die liebevolle Erzählweise. Es ist nicht kitschig, nicht pathetisch. Es geht einfach ruhig und einfühlsam auf die einzelnen Personen ein, nicht eine von ihnen wird lächerlich gemacht. Die Stimmung ist geprägt von Geborgenheit, Zusammenhalt und einfach Familie, auch wenn es Geheimnisse gibt und natürlich auch Spannungen und Streit. Es war für mich einfach eines dieser Bücher, die dich mit einem warmen Gefühl zurücklassen. Daher kann ich es uneingeschränkt weiterempfehlen!

Was ich außerdem übrigens noch ganz faszinierend fand: Das Buch ist bereits vor 50 Jahren zum ersten Mal erschienen – 1962! (Ein Glück, dass ich dies erst 2012 schreibe!) In Deutschland stand es im Jahr 1964 auf Platz 1 der Spiegel-Bestsellerliste und ist dann offenbar etwas in Vergessenheit geraten. Neu aufgelegt wurde es im Jahr 2009. Ein wunderbares Beispiel dafür, wie zeitlos gute Bücher sein können…

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Rezensionshüpfer

Lesefutter

26. Oktober 2011

Ich bin häufiger in der Stadtbücherei als im Supermarkt. Ist das nun ein gutes oder ein schlechtes Zeichen?

(Schade, dass man Bücher nicht essen kann. Und dass der Tag nur 24 Stunden hat.)

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Rezensionshüpfer

Lisa Genova: Mein Leben ohne Gestern

13. Oktober 2011

Alice ist 50 und erfolgreiche Harvard-Professorin. Auch ihr Mann John ist dort Professor. Die 3 Kinder sind inzwischen alle aus dem Haus, Alice geht gerne Laufen, liest Bücher und liebt ihre wissenschaftliche Arbeit mit Kollegen und Studenten über alles.

Das Buch beginnt damit, dass John seine Brille nicht findet – wie üblich. Alice ist genervt bis amüsiert, typisch Mann eben, nie finden die etwas. Doch dann erinnert sie sich daran, wie sie selbst neulich das Ladegerät für ihr Blackberry verlegt hat – sie hatte schließlich ein neues gekauft, nur um das alte abends an seinem gewohnten Platz in der Steckdose zu finden.

So geht es los, und es wird nicht besser. Alice fallen plötzlich einfache Wörter nicht mehr ein, und beim Laufen findet sie den Heimweg nicht mehr, obwohl sie genau benennen kann, wo sie gerade ist. Sie schiebt es auf die Wechseljahre und geht erst zum Arzt, als es nicht besser wird und sogar vergisst, zu einem Seminar zu fliegen. Die niederschmetternde Diagnose: Alice hat Alzheimer, eine früh einsetzende Form der schrecklichen Krankheit.

In der Folge muss nicht nur sie mit dem Verlust ihres Gedächtnisses leben, sondern auch ihr Ehemann, ihre drei Kinder und ihre Arbeitskollegen und Studenten. Denn obwohl sie die Krankheit vor letzteren zunächst verbirgt, ist es doch offensichtlich, dass sie nicht mehr unterrichten kann. Ihr Mann, John, selbst ja Wissenschaftler und äußerst intelligent, fällt es sehr schwer, seine Frau so zu sehen – er sucht fieberhaft nach neuen Behandlungsmethoden. Die Kinder wissen nicht, ob sie die Krankheit geerbt haben (und treffen unterschiedliche Entscheidungen). Und Alice selbst hat das Gefühl, den Verstand zu verlieren, wenn sie die Toilette im eigenen Haus nicht mehr findet, den Blackberry ins Tiefkühlfach legt oder das Thema der Vorlesung vergisst, auf die sie sich gerade eine Stunde vorbereitet hat. Sie weiß – das ist erst der Anfang. Eines Tages wird sie vergessen, wer ihr Mann ist, wird sie ihre Kinder nicht mehr erkennen – ja, wird sie sich selbst vergessen.

Das Buch habe ich mir nur wegen der guten Rezensionen bei Amazon ausgesucht. Das klappt nicht immer, aber irgendwie muss man ja in der Bibliothek aus den Hunderten von Exemplaren etwas heraussuchen. Dieses hier war ein Treffer. Es ist nicht hochliterarisch geschrieben und hätte es ein anderes Thema behandelt, wäre ich sicher nicht so gefesselt gewesen. So aber habe ich wirklich Rotz und Wasser geheult (gut, ich war sowieso angeschlagen). Die Vorstellung, plötzlich nicht mehr zu wissen, wer man ist, und so vieles nicht mehr zu wissen, von dem man aber wiederum noch weiß, dass man es wissen müsste… Schrecklich, wirklich fürchterlich!

Das Buch war perfekt passend nüchtern geschrieben. Und vor allem: Es ist durchgehend aus Alice‘ Sicht geschrieben. So werden ihre Handlungen, die den anderen Menschen wirr erscheinen, für den Leser völlig nachvollziehbar. Da gibt sie einen wissenschaftlichen Rat, der anerkannt wird – sie ist stolz auf sich und denkt sich, so schlimm kann es doch gar nicht um mich stehen, auch wenn ich Alzheimer habe, kann ich immer noch logisch und analytisch denken. Und wenige Minuten später gibt sie den selben Rat noch einmal und ärgert sich darüber, dass sie nicht richtig ernst genommen wird (niemand macht sich Notizen etc.) – obwohl sie doch noch immer logisch und analytisch denken kann und ihr Rat ganz offenbar richtig ist. Diese Perspektive hat mir sehr gut gefallen, denn sie zeigte, dass es nicht nur für das Umfeld des Menschen schwer ist, sondern dass es auch für den Patienten selber unglaublich schwierig ist, zu verstehen, was da gerade passiert. Es erklärt damit meiner Ansicht nach auch, wieso Alzheimer-Patienten häufiger aggressiv werden. Aus ihrer Perspektive sind nicht sie die „Komischen“ – sondern die anderen.

Die Geschichte von Alice‘ Kampf gegen die Krankheit (sie will nicht aufgeben, sie hat sich sogar einen Plan dafür zurechtgelegt, was passiert, wenn sie sich an bestimmte Dinge wie die Anzahl ihrer Kinder nicht mehr erinnern kann) hat mich berührt und beeindruckt. Also spreche ich hier gerne eine Lese-Empfehlung aus für alle, die sich für menschliche Schicksale interessieren. Wirklich viel „Handlung“ hat das Buch nicht, es beschreibt den ganz normalen Alltag, der nicht mehr normal sein kann. Ich habe es an einem Abend durchgelesen und konnte nicht ins Bett gehen, bis es zu Ende war. Danach habe ich mich ganz komisch gefühlt und alles um mich herum mit ganz anderen Augen betrachtet. Ich musste meine Teetasse noch in die Spülmaschine stellen – was, wenn ich eines Tages nicht mehr weiß, wo die Spülmaschine ist? Oder wenn ich morgens aufwache und keine Ahnung habe, wo ich bin? Gruselig…

Sehr bezeichnend fand ich einen Satz von Alice, als es schon ziemlich schlimm war mit der Krankheit: „Ich vermisse mich“. Sehr traurig. Fünf Sterne von mir.

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Rezensionshüpfer

Der Satz, bei dem mein Versuch, „Twilight“ toll zu finden, scheiterte

17. Mai 2011

Nachdem viele meiner Freundinnen mir davon vorgeschwärmt hatten, hatte ich vor, es doch endlich einmal mit „Twilight“ zu probieren. Beziehungsweise mit „Biss zum Morgengrauen“, denn das ist, wie der geneigte Leser weiß, der erste Band der Buchreihe. Das wusste ich ganz ohne Recherche, denn durch den Twilight-Hype konnte man solchen Infos kaum entgehen. Eigentlich weiß ich schon eine ganze Menge über Twilight und nichts von diesem Wissen hat mich bislang dazu gebracht, die Bücher zu lesen. Aber als dann am letzten Wochenende meine beste Freundin auch noch begeistert davon schwärmte, trieb es mich am Montag Abend in die Stadtbücherei und der erste Band wanderte in meine Tasche.

Ich war echt gespannt – kurzzeitig. Leider wurde mir nur allzuschnell klar, dass Twilight nicht so ganz der Hammer war, den ich erwartet hatte. Eigentlich sind die ersten 300 Seiten nur ein „Hach war er süß, gutaussehend, umwerfend“ von Bella und ein „Nein, das darf nicht sein, ich bin zu gefährlich“ von Edward. Na gut. Vielleicht wäre es spannender gewesen, wenn ich noch nicht gewusst hätte, dass Edward ein Vampir ist (upps… Jetzt hab ich’s verraten 😉 ). Aber ich fand die Geschichte unglaublich oberflächlich. Sie sehen sich und lieben sich. Hm. Soll vorkommen. Aber eigentlich liebt er sie ja gar nicht, sondern sie „riecht so gut“, und eigentlich liebt sie ihn auch nicht so richtig, denn er  wirkt als Vampir nun einmal „äußerlich attraktiv“ auf seine „Beute“, „genau wie Fleisch fressende Pflanzen“. Tja, dementsprechend tiefgründig sind auch die Gespräche der beiden – eigentlich sind sie eben einfach nur scharf aufeinander, tun aber so, als wären sie Seelenverwandte.

Jedenfalls war ich überzeugt davon, nicht zum Twilight-Fan zu mutieren, als ich den folgenden Satz auf Seite 208 las:

„Es war das größte Kompliment, das man seinem Gesicht machen konnte, dass es mich davon abhielt, seinen Körper anzustarren.“ Vielen Dank – ich bin raus. (Natürlich habe ich Band 1 noch zu Ende gelesen, aber das war es jetzt auch für mich!)

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Gedankenhüpfer

Man kann nicht nur traurige Lieder singen

10. Februar 2011

„Ein Nachteil des Umstands, dass man zu einer geschichtenerzählenden Spezies gehört, ist die Neigung zu vergessen, dass das Leben keine Geschichte ist, wie groß das Bedürfnis auch sei, es als eine anzusehen. Und einer der – vom Standpunkt des Geschichtenerzählens – größten Fehler des Lebens ist, dass es keinen Abschluss hat.“

„In welchem Sinne?“

„Im Sinne einer Zusammenführung, so, dass alle Erzählstränge zusammenkommen und nach einem letzten Höhepunkt säuberlich verknotet werden und keine losen Enden mehr übrigbleiben. Das wirkliche Leben ist nie so ordentlich, und es hört nicht einfach deswegen auf zu passieren, nur weil jemand einen Sieg errungen hat. Wo in einem Roman das Wort ‚Ende‘ käme, geht es in Wirklichkeit weiter, folgt ein Ereignis dem anderen.“

Matt Ruff: G.A.S.

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Alltagshüpfer

Noch ein Bücherstöckchen

16. Februar 2010

Bei Frau Sterntau habe ich ein weiteres Bücherstöckchen entdeckt! Das funktioniert so:

Aufgeführt sind die 100 (angeblich) beliebtesten Bücher. Alle Bücher, die ich irgendwann ein- oder mehrmals gelesen habe, sind fett markiert. In kursiv markiere ich die Bücher, die ich noch lesen möchte.

1. Der Herr der Ringe, JRR Tolkien

2. Die Bibel

3. Die Säulen der Erde, Ken Follett

4. Das Parfum, Patrick Süskind

5. Der kleine Prinz, Antoine de Saint-Exupéry

6. Buddenbrooks, Thomas Mann

7. Der Medicus, Noah Gordon

8. Der Alchimist, Paulo Coelho

9. Harry Potter und der Stein der Weisen, JK Rowling

10. Die Päpstin, Donna W. Cross

11. Tintenherz, Cornelia Funke

12. Feuer und Stein, Diana Gabaldon

13. Das Geisterhaus, Isabel Allende

14. Der Vorleser, Bernhard Schlink

15. Faust, Johann Wolfgang von Goethe

16. Der Schatten des Windes, Carlos Ruiz Zafón

17. Stolz und Vorurteil, Jane Austen

18. Der Name der Rose, Umberto Eco

19. Illuminati, Dan Brown

20. Effi Briest, Theodor Fontane

21. Harry Potter und der Orden des Phönix, JK Rowling

22. Der Zauberberg, Thomas Mann

23. Vom Winde verweht, Margaret Mitchell

24. Siddharta, Hermann Hesse

25. Die Entdeckung des Himmels, Harry Mulisch

26. Die unendliche Geschichte, Michael Ende

27. Das verborgene Wort, Ulla Hahn

28. Die Asche meiner Mutter, Frank McCourt

29. Narziss und Goldmund, Hermann Hesse

30. Die Nebel von Avalon, Marion Zimmer Bradley

31. Deutschstunde, Siegfried Lenz

32. Die Glut, Sándor Márai

33. Homo faber, Max Frisch

34. Die Entdeckung der Langsamkeit, Sten Nadolny

35. Die unerträgliche Leichtigkeit des Seins, Milan Kundera

36. Hundert Jahre Einsamkeit, Gabriel Garcia Márquez

37. Owen Meany, John Irving

38. Sofies Welt, Jostein Gaarder

39. Per Anhalter durch die Galaxis, Douglas Adams

40. Die Wand, Marlen Haushofer

41. Gottes Werk und Teufels Beitrag, John Irving

42. Die Liebe in den Zeiten der Cholera, Gabriel Garcia Márquez

43. Der Stechlin, Theodor Fontane

44. Der Steppenwolf, Hermann Hesse

45. Wer die Nachtigall stört, Harper Lee

46. Joseph und seine Brüder, Thomas Mann

47. Der Laden, Erwin Strittmatter

48. Die Blechtrommel, Günter Grass

49. Im Westen nichts Neues, Erich Maria Remarque

50. Der Schwarm, Frank Schätzing

51. Wie ein einziger Tag, Nicholas Sparks

52. Harry Potter und der Gefangene von Askaban, JK Rowling

53. Momo, Michael Ende

54. Jahrestage, Uwe Johnson

55. Traumfänger, Marlo Morgan

56. Der Fänger im Roggen, Jerome David Salinger

57. Sakrileg, Dan Brown

58. Krabat, Otfried Preußler

59. Pippi Langstrumpf, Astrid Lindgren

60. Wüstenblume, Waris Dirie

61. Geh, wohin dein Herz dich trägt, Susanna Tamaro

62. Hannas Töchter, Marianne Fredriksson

63. Mittsommermord, Henning Mankell

64. Die Rückkehr des Tanzlehrers, Henning Mankell

65. Das Hotel New Hampshire, John Irving

66. Krieg und Frieden, Leo N. Tolstoi

67. Das Glasperlenspiel, Hermann Hesse

68. Die Muschelsucher, Rosamunde Pilcher

69. Harry Potter und der Feuerkelch, JK Rowling

70. Tagebuch, Anne Frank

71. Salz auf unserer Haut, Benoîte Groult

72. Jauche und Levkojen , Christine Brückner

73. Die Korrekturen, Jonathan Franzen

74. Die weiße Massai, Corinne Hofmann

75. Was ich liebte, Siri Hustvedt

76. Die 13 1/2 Leben des Käpt’n Blaubär, Walter Moers

77. Das Lächeln der Fortuna, Rebecca Gablé

78. Monsieur Ibrahim und die Blumen des Koran, Eric-Emmanuel Schmitt

79. Winnetou, Karl May

80. Désirée, Annemarie Selinko

81. Nirgendwo in Afrika, Stefanie Zweig

82. Garp und wie er die Welt sah, John Irving

83. Die Sturmhöhe, Emily Brontë

84. P.S. Ich liebe Dich, Cecilia Ahern

85. 1984, George Orwell

86. Mondscheintarif, Ildiko von Kürthy

87. Paula, Isabel Allende

88. Solange du da bist, Marc Levy

89. Es muss nicht immer Kaviar sein, Johannes Mario Simmel

90. Veronika beschließt zu sterben, Paulo Coelho

91. Der Chronist der Winde, Henning Mankell

92. Der Meister und Margarita, Michail Bulgakow

93. Schachnovelle, Stefan Zweig

94. Tadellöser & Wolff, Walter Kempowski

95. Anna Karenina, Leo N. Tolstoi

96. Schuld und Sühne, Fjodor Dostojewski

97. Der Graf von Monte Christo, Alexandre Dumas

98. Der Puppenspieler, Tanja Kinkel

99. Jane Eyre, Charlotte Brontë

100. Rote Sonne, schwarzes Land, Barbara Wood

So, von 100 Büchern kenne ich 29, also fast 30%. Nicht schlecht, oder? Was genau mir das jetzt sagt, weiß ich auch nicht, aber ich fand es interessant. Wer mag, kann natürlich mitmachen!  🙂

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Rezensionshüpfer

50 books to read before you die

5. Dezember 2009

Ich habe ein neues Lesezeichen – „50 books to read before you die“. Es ist richtig schick, aus Metall und darin sind dann die 50 Must-haves bzw. ja eher „Must-reads“ eingestanzt. Leider ist es, wie der Name schon sagt, ein englischsprachiges Lesezeichen, daher kommen auch keinerlei deutsche Autoren vor (außer Anne Frank). Aber wie auch immer, ich fand es interessant und werde mal sehen, ob ich diese fünfzig Bücher wirklich einmal alle gelesen haben werde.

Hier sind sie (die Titel übersetze ich mal lieber):

Der Herr der Ringe von J.R.R. Tolkien – habe ich natürlich gelesen, mehrfach und in verschiedenen Sprachen
1984 von George Orwell – kenne ich leider noch nicht, aber den Film kenne ich
Stolz und Vorurteil von Jane Austen – nee, kenn ich nicht
Früchte des Zorns von John Steinbeck – ich besitze es glaube ich sogar, aber gelesen – nöö… Könnte ich mal wieder rauskramen!
Wer die Nachtigall stört von Harper Lee – hatte ich neulich ausgeliehen aus der Bibliothek – und ungelesen zurückgebracht aus Zeitgründen
Jane Eyre von Charlotte Bronte – bislang keine Ambitionen in die Richtung gehabt
Sturmhöhe von Emily Bronte – dito
Auf der Suche nach Indien von E.M. Foster – davon habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört
Herr der Fliegen von William Golding – gehört, nicht gelesen
Hamlet von Shakespeare – in der Schule habe ich nur MacBeth gelesen, hat auch eigentlich gereicht 😉
An der Biegung des großes Flusses von V.S. Naipul – auch nie gehört, aber eben gegooglet, klang ganz spannend
Der große Gatsby von Scott F. Fitzgerald – steht auf meiner To-Read-List!
Der  Fänger im Roggen von J.D. Salinger – meine ich in dunkler Vergangenheit mal gelesen zu haben, hat aber offenbar keinen nachhaltigen Eindruck hinterlassen
Die Glasglocke von Sylvia Plath – nööö, nie gelesen
Schöne neue Welt von Aldous Huxley – würde ich wohl mal lesen wollen
Das Tagebuch der Anne Frank von Anne Frank – na, das habe ich natürlich gelesen, beeindruckender war aber allemal der Besuch im Anne-Frank-Haus in Amsterdam
Don Quixote von Miguel de Cervantes – nee, bislang noch nicht
Die Bibel – na, wer hat die schon komplett gelesen? Ich zähle sie mal als gelesen, da ich den Inhalt recht gut kenne  😉
The Canterbury Tales von Geoffrey Chaucer – hmm, scheint es nicht mal auf Deutsch zu geben, macht mich misstrauisch  😉
Ulysses von James Joyce – kenn ich nur aus anderer Literatur bzw. aus dem Fernsehen als Beispiel für ein dickes, schweres, langweiliges Buch, nicht sehr reizvoll!
Der stille Amerikaner von Graham Greene – nöööö
Gesang vom großen Feuer von Sebastian Faulks – ein weiteres Buch, von dem ich nie gehört habe, was aber durchaus spannend klingt!
Gierig von Martin Amis – nie gehört!
Die Harry Potter-Serie von J.K. Rowling – juchuh, endlich wieder etwas, das ich gelesen habe und sehr schätze
Moby Dick von Hermann Melville – sollte ich wahrscheinlich mal
Der Wind in den Weiden von Kenneth Grahame – nö, bislang nicht
His Dark Materials-Trilogie von Philip  Pullman – „Der goldene Kompass“ und Co., steht ebenfalls bereits auf meiner Leseliste
Anna Karenina von Leo Tolstoi – die Russen haben mich bislang nie so gereizt 🙄
Alice im Wunderland von Lewis Carroll – nöö, da bin  ich raus
Rebecca von Daphne de Maurier – nie gehört, klingt gut
Supergute Tage oder Die sonderbare Welt des Christopher Boone von Mark Haddon – das habe ich gelesen, kann ich sehr weiterempfehlen!

Soooo, jetzt hab ich offen gestanden erst mal keine Lust mehr, die winzigen Titel auf dem Lesezeichen zu entziffern, die mir unbekannten Titel nach einer Übersetzung zu googlen und einen Kommentar dazu abgegeben, daher folgt demnächst Teil zwei. Aber sagt mir doch ruhig schon jetzt eure Meinung: Habe ich irgendeines der oben genannten Bücher unterschätzt und hätte es längst lesen sollen? Oder wird  eins davon gnadenlos ÜBERschätzt und hätte nie auf dieser Liste auftauchen dürfen? Was ist eure „Top 3“ der „Books to read before you die“?

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Rezensionshüpfer

Weihnachtsschmöker: Die Lebküchnerin von Sybille Schrödter

28. Oktober 2009

LebkuecherninDie junge Benedicta muss nach dem Tod ihres Vaters ins Kloster – gegen ihren Willen, weil ihre Stiefmutter es so möchte. Dort kann sie sich schlecht einfügen und sehnt sich weiter nach dem Leben außerhalb der Klostermauern. Sie freundet sich mit der Köchin Agnes an. Gemeinsam entwickeln sie ein Rezept für äußerst schmackhafte Lebkuchen, das auch bei den damit belieferten Mönchen sehr gut ankommt. Beinahe sieht es aus, als könnte Benedicta sich doch noch mit dem Klosterleben abfinden, zumal der Mann, den sie liebt, das Kloster verlässt und nie wiederkommen soll. Doch dann wird den beiden Unzucht vorgeworfen und sie müssen fliehen…

Nachdem Julian, der Fechtmeister, bei der Flucht schwer verletzt wird, schlagen sich Benedicta und Agnes allein durch. Dabei gilt es auf dem Weg zum Happy End für Benedicta viele Abenteuer zu bestehen. Das Buch ist gut und flüssig geschrieben, die Geschichte ist spannend – wenn auch stellenweise etwas kitschig und über-romantisch, wie z.B. Julian sich in Benedicta unsterblich verliebt, weil er in ihren Augen den Drang zur Freiheit erkennt, obwohl sie kaum miteinander geredet haben. Gefühle kommen und gehen schnell in diesem Roman. So ist Benedicta erst unsterblich in den einen, dann in den anderen verliebt, über diverse Todesfälle geht man schnell hinweg. Diverse Stolpersteine werden Benedicta in den Weg gelegt, doch alle können relativ problemlos beiseite geräumt werden. Das mutet manchmal etwas unwahrscheinlich an.

Fazit: Das Buch „Die Lebküchnerin“ von Sybille Schrödter zählt eher zur leichten Lektüre, lässt sich aber bei einem gemütlichen Lebkuchen auf dem Lesesessel mit Kuscheldecke hervorragend „weglesen“ und unterhält dabei durchaus. Auch wenn an vielen Stellen relativ schnell klar ist, wie es weitergeht, gibt es immer wieder kleinere Überraschungen (nie etwas außergewöhnliches, was die Story komplett umdrehen würde, aber trotzdem!). Ich vergebe drei von fünf Sternen.

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Rezensionshüpfer

Pauline Gedge: Der Seher des Pharao

13. Oktober 2009

Der Seher des Pharao
Huy, der Sohn eines Bauern, ist vier Jahre alt, als er in die Klosterschule von Iunu geschickt wird. Sein reicher Onkel, der kinderlos ist, möchte für seine gute Ausbildung aufkommen. Huy ist ein verwöhntes Einzelkind, störrisch und daran gewöhnt, dass sich die Welt um ihn dreht. Mit der Zeit lebt er sich aber gut in der Schule ein, findet Freunde und ist ein sehr guter Schüler. Allerdings hat er auch einen Feind – und im Streit tötet dieser ihn versehentlich mit seinem Wurfholz, als beide 12 Jahre alt sind. Doch Huy stirbt nicht. Er verweilt zwar fünf Tage lang in der Welt der Toten – doch dann erwacht er wieder. Seine Welt verändert sich – seine Familie entfremdet sich von ihm, hat Angst. Auch als durch Exorzismus bewiesen wird, dass er nicht von bösen Dämonen besessen ist, wird es nicht wieder wie zuvor. Zudem hat Huy jetzt eine ganz besondere Gabe – er kann die Zukunft anderer Menschen sehen… Der Oberpriester in Iunu nimmt sich seiner an. Huy kann seine Ausbildung fortsetzen und darf bzw. muss außerdem das heilige Buch des Thot lesen…

Die Geschichte ist sehr flüssig geschrieben. Allerdings hat mich von Beginn an eines gestört: Das Buch wird aus Huys Sicht erzählt. Zu Beginn ist er vier Jahre alt, später (nach seiner Wiederauferstehung) zwölf. Seine Gedankenwelt und „innere Ausdrucksweise“, seine Überlegungen und Gefühle sind meiner Ansicht nach viel zu reif für einen Jungen seines Alters. Natürlich war das nötig, um die Geschichte sinnig und spannend zu erzählen, und vielleicht war Huy ja auch ein ungewöhnlicher Junge – trotzdem fand ich es manchmal wirklich übertrieben.

Ansonsten hat mir das Buch sehr gut gefallen. Die Personen sind greifbar und man kann sich gut in sie hineinversetzen, auch wenn man nicht alle gut leiden kann. Der Schreibstil hat mir gut gefallen und sicher habe ich auch unbewusst das eine oder andere gelernt. Obwohl ich mich doch etwas gewundert habe über die Handlung. Aus anderen Rezensionen durfte ich jetzt erfahren, dass es sich wohl um eine Trilogie handelt (wie so häufig in letzter Zeit, das scheint sehr modern zu sein). Ich fände es schön, wenn so etwas auf einem Buch erwähnt würde. Erneut kam ich an das Ende eines Buches und fragte mich, wie denn jetzt noch alles aufgelöst werden soll. Thutmosis‘ und Ischats Zukunft, die Erkenntnis über das Buch des Thot, Huys Arbeit mit dem Pharao und am Palast – all das hätte mich wirklich noch interessiert und ich hatte auch erwartet, dass es noch angesprochen wird. Ich habe keine Probleme mit Trilogien oder Mehrteilern, aber ich hasse es, wenn sie so überraschend kommen!

Von mir vier von fünf Sternen für „Der Seher des Pharao“ von Pauline Gedge!

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