Alltagshüpfer

Das Happiness-Projekt: Mehr Liebe im Februar

3. März 2018

Ein weiterer Monat ist vorbei – Zeit für einen Rückblick auf die Aufgaben des Happiness-Projekts im Monat Februar! Wer noch nicht weiß, worum es geht: Im Buch „Das Happiness-Projekt“ von Gretchen Rubin geht es jeden Monat um ein anderes Oberthema, um „glücklicher“ (ich bevorzuge „zufriedener“) zu werden. Diesen Monat gab es offiziell das Oberthema „Ehe“. Ich hätte es ja eher „Partnerschaft“ genannt, aber nun gut. Folgende Aufgaben gab es:

  • Hören Sie auf, herumzunörgeln
  • Erwarten Sie weder Lob noch Anerkennung
  • Kämpfen Sie mit fairen Mitteln
  • Laden Sie Ihre Problemchen nicht beim Partner ab
  • Zeigen Sie Ihre Liebe.

Ich glaube, dass wir generell schon viele dieser Punkte erfüllen. Auch Konmarie sagt (zwischen den Zeilen), dass man nicht auf Lob und Anerkennung warten soll – man räumt für sich selbst auf. Die Erfahrung, dass es sehr zufriedenstellend sein kann, Dinge zu erledigen, einfach weil sie mich gestört haben, habe ich schon oft gemacht. Trotzdem erwartet man zugegebenermaßen immer noch ein bisschen Lob… So habe ich kürzlich den Helden darauf hingewiesen, dass ich vor sicherlich schon drei Wochen was in unserem Haushalt repariert habe. Das war längst erledigt, ich hatte es sogar selbst schon fast wieder vergessen, aber ihm war es gar nicht aufgefallen. Das hat mich dann doch etwas geärgert. Gretchen Rubin sagt: Lass das mal lieber, du hast es für dich selbst gemacht. Und das stimmt, hätte ich es nicht repariert, hätte es mich die ganze Zeit genervt, dass es defekt ist. Wieso brauche ich das zusätzliche Schulterklopfen? Ansonsten sind wir aber im Loben und Anerkennen hier eigentlich sehr gut. Während ich das Kapitel gelesen habe, fiel mir auf: Wir bedanken uns ständig beieinander. „Danke fürs Kochen“ ist hier eine absolute Selbstverständlichkeit, genauso wie „fürs Einkaufen“, „fürs Wäsche wegräumen“, … You get the picture. Doch, das ist schon top und daher hier kein Punkt, auf den ich besonders achten musste.

Der Punkt „Laden Sie Ihre Problemchen nicht beim Partner ab“? Den fand ich ehrlich gesagt etwas blöd. Es geht darum, den Partner nicht mit kleinen Problemchen zu belasten, die großen Themen soll man natürlich schon ansprechen. Aber ist eine Partnerschaft nicht auch dazu da, sich gegenseitig im Alltag zu unterstützen? Natürlich muss man nicht über alles übermäßig jammern, klar. Ab und zu eine tröstende Umarmung zu erhalten, weil es ein nerviger Tag ist (obwohl kein lebensbedrohliches Problem im Raum steht), tut aber doch einfach gut und gehört dazu. Also, hier bekam Frau Rubin ein eindeutiges NEIN von mir!

Aber der letzte Punkt, der hat super funktioniert bei mir: „Zeigen Sie Ihre Liebe“. Besonders spannend fand ich dabei ein Experiment, das ich gern nachmachen wollte: Eine Woche lang „extrem nett“ sein. Und ja, natürlich möchte man immer nett sein. Man liebt den Partner schließlich, will man da also rumnörgeln, quengeln und zanken? Nein! Und so setzte ich an, eine Woche lang „ekelhaft nett“ (wie ich es in meinem Kopf nannte) zum Helden zu sein. Jedes Mal, wenn ich vom Sofa aufstand, fragte ich, ob ich ihm etwas mitbringen solle. Wenn beim Frühstück auffiel, dass noch etwas fehlte, machte ich es mir zur Regel, auf jeden Fall aufzustehen und es zu holen. Ich machte ihm Komplimente und schickte ihm lustige GIFs. Aber am wichtigsten: Ich riss mich zusammen, wenn ich schlechte Laune hatte. Besonders gefährlich ist bei mir Müdigkeit, da werde ich sehr … nennen wir es mal … anstrengend. 😉 Aber da ich ja extrem nett war, versuchte ich, mich zusammenzureißen und zu denken „Da kann der Held nun auch nichts für“ und freundlich zu sein. Ich fand, das hat sehr gut funktioniert. Allerdings habe ich den Helden hinterher gefragt, ob er einen Unterschied gemerkt hätte – er war natürlich vorher nicht informiert. Tja. Er hat es nicht gemerkt… Aber ich glaube dennoch, dass „extrem nett“ mein neuer Standardmodus sein sollte, zumindest was die Freundlichkeit betrifft. Und ja, das macht MICH glücklicher, weil es sich einfach besser anfühlt, freundlich zu sein als zickig. Sogar (oder vor allem?) in dem Moment, in dem man sich die Zickigkeit bewusst verkneifen musste. Das ist vielleicht wie in der Januar-Aufgabe „eine unangenehme Aufgabe erledigen“ – das Gefühl, etwas geschafft zu haben und sich überwunden zu haben, sorgt für einen kleinen Höhenflug und das Gefühl, sich positiv verhalten zu haben, obwohl man sich dafür besonders anstrengend musste, sorgt für einen Boost an guter Laune. Allerdings – die Angewohnheit, früher schlafen zu gehen, die ich im Januar geübt habe, sollte ich noch mal wieder auf meinen Schirm packen. Das hat doch schon so manche Situation gar nicht erst entstehen lassen und ist in diesem Monat irgendwie wieder völlig aus dem Ruder gelaufen…

Der März steht unter dem Thema Arbeit. „Streben Sie nach Höherem“ ist die Kapitelüberschrift… Da bin ich mal gespannt. Die Aufgaben lauten:

  • Erstellen Sie einen Blog (hihi)
  • Genießen Sie den Spaß am Versagen
  • Bitten Sie um Hilfe
  • Arbeiten Sie mit Verstand
  • Genießen Sie die Gegenwart.

Na, da bin ich ja mal gespannt. Gelesen habe ich das Kapitel nämlich noch nicht, damit werde ich jetzt gleich meinen Samstagabend verbringen. Aber zumindest den ersten Punkt kann ich wohl guten Gewissens abhaken! 😉

weiterlesen

Alltagshüpfer | Rezensionshüpfer

Das Happiness-Projekt: Mehr Energie im Januar

7. Februar 2018

Vor ein paar Wochen habe ich ja mit dem „Happiness-Projekt“ von Gretchen Rubin angefangen. Jeden Monat gibt es ein anderes Thema, um das sich gekümmert wird, um „glücklicher“ (ich nenne es lieber „zufriedener“) zu werden. Das Januar-Thema war „Vitalität“:

  • mehr Schlaf
  • mehr Bewegung
  • aufräumen
  • unangenehme Aufgaben erledigen
  • „so tun als ob“ – sich energiegeladener fühlen, indem man so handelt, als wäre man es

Das habe ich mal mehr, mal weniger versucht, im Januar auszuprobieren. Ich habe versucht, ins Bett zu gehen, wenn ich müde war. Erste Erkenntnis: Es ist gar nicht so leicht, den richtigen Zeitpunkt zu finden. Wann ist man wirklich müde? Wenn man leicht gähnt? Dann müsste ich gleich nach Feierabend ins Bett. Oder wenn man sich nicht mehr konzentrieren kann und einem die Augen zufallen? Dann ist es allerhöchste Eisenbahn und eigentlich schon zu spät. Ich bin jedenfalls relativ oft relativ früh ins Bett gegangen, aber nie so richtig früh. Man will ja auch was vom Feierabend haben… Bei mir hat es dazu geführt, dass ich morgens nicht wirklich viel fitter war als zuvor, aber abends dafür immer früher müde. Vielleicht spielt sich das mit der Zeit ein, mal sehen. Ein bisschen probiere ich es noch, es war nämlich auch ganz angenehm und vielleicht fehlt mir da wirklich ein bisschen die Regelmäßigkeit.

Mehr Bewegung? Ich habe weitergemacht wie bisher. Allerdings habe ich jetzt endlich wieder ein Fitness-Armband, so dass ich versuche, die 10.000 täglichen Schritte zu schaffen. Zumindest meistens. Ansonsten DVD-Gehupfe vor der Arbeit, Mittagspausenschritte mit dem Hund und der tägliche Fahrradweg zur Arbeit. Muss reichen. Teilweise konnte ich zumindest den DVD-Sport gleichzeitig unter „unangenehme Aufgaben“ verbuchen. Das ist nämlich ein Training, dass nicht nur (hoffentlich) körperlich fit macht und somit mehr Energie liefert, sondern auch eins, das der psychischen Seite hilft. Ich muss mich echt überwinden, das so früh morgens zu machen und fühle mich danach gleich, als hätte ich schon richtig was geleistet und könnte Bäume ausreißen. So soll’s sein!

Aufräumen – das hat geklappt, mehr oder weniger. Ist aber ja ohnehin gerade Thema, von daher völlig in Ordnung.

Unangenehme Aufgaben habe ich neben dem Sport ein paar erledigt. Ich war beim Zahnarzt. Ich habe einen Termin fürs Hautscreening, mein erstes überhaupt, vereinbart. Hat mir das Energie gegeben? Nicht so richtig. Ich glaube, die richtigen Aufgaben waren nicht dabei. Ich werde mich zukünftig bemühen, unangenehme Aufgaben möglichst schnell zu erledigen. Nix mehr mit „Man müsste mal“. Denn manche bringen diesen Energieschub wirklich, siehe „DVD-Gehupfe“.

Tja und das „so tun als ob“ habe ich weggelassen, schließlich sollte ich ja ins Bett, wenn ich müde war. Das hat sich etwas widersprochen. 😉

Der erste Monat ist um. Bin ich glücklicher? Naja. Nicht so wirklich. Aber wie man sieht, habe ich ja auch nicht sooo viel anders gemacht. Das Schlafengehen übe ich noch ein bisschen. Dass ich die Arzttermine erledigt habe, schadet ja auch nicht, ob es mich nun glücklich macht oder nicht. (Zumindest habe ich jetzt kein schlechtes Gewissen mehr, wenn ich daran denke.) So richtig spannend ist das nicht, gebe ich zu. Aber die große Erkenntnis war noch nicht dabei. Vielleicht ändert sich das ja in den nächsten Monaten noch?

Das Februar-Thema ist: Liebe. Da bin ich ja mal gespannt. Ein bisschen habe ich schon angefangen. Folgende „Aufträge“ werden dabei aufgeführt:

  • Hören Sie auf, herumzunörgeln
  • Erwarten Sie weder Lob noch Anerkennung
  • Kämpfen Sie mit fairen Mitteln
  • Laden Sie Ihre Problemchen nicht beim Partner ab
  • Zeigen Sie Ihre Liebe.

Ich habe mir beim Lesen schon meinen Teil gedacht, aber das spare ich mir für den nächsten Monat auf… 🙂

weiterlesen

Alltagshüpfer | Rezensionshüpfer

Verlosung: Macht mich das glücklich? – Aufräumen mit Konmarie

2. Februar 2018

Glück, Ordnung und Ratgeberbücher! Das sind ganz offensichtlich meine neuen Themen hier im Blog. Wie konnte das passieren? Also – insbesondere der Mittelteil? Glücklich will wohl jeder sein, und ein Faible für Ratgeberbücher habe ich ja nun schon seit vielen, vielen Jahren. Aber wenn man mir vor einiger Zeit gesagt hätte, dass ich mich gern mit Aufräumen beschäftige, dann hätte ich der Person wohl den Vogel gezeigt.

Und heute sitze ich hier wieder einmal und behaupte: Aufräumen macht mich glücklich. Wenn man es richtig macht. Von den Sätzen, die mir dabei helfen, habe ich neulich schon berichtet. Heute geht es um das Buch, das mich in der Hinsicht wirklich weitergebracht hat: Magic Cleaning von Marie Kondo. Passenderweise trägt es den Untertitel „Wie richtiges Aufräumen Ihr Leben verändert“. Und während ich einerseits widersprechen möchte, denke ich andererseits noch einmal darüber nach und sage: Ja okay. Ein bisschen hat es mein Leben vielleicht schon verändert.

Dabei habe ich das Buch nicht einmal gelesen. Stattdessen habe ich mich erst von meiner Twitter-Filterblase (angeführt von Svea) anleiten lassen und es mir anschließend einfach vorlesen lassen. Den Ratgeber gibt es nämlich als kostenloses Hörbuch bei Spotify. Das war optimal für mich, so konnte ich es beim Radfahren oder Spazieren hören, konnte lautstark widersprechen, wenn es mir zu esoterisch wurde, und die offenbar (laut zahlreichen RezensentInnen) ständigen Wiederholungen sind mir auch nicht groß aufgefallen. Daumen hoch dafür!

Eigentlich geht es bei Marie Kondo gar nicht so sehr ums Aufräumen. Oder vielmehr, es geht um mehr als ums Aufräumen. In erster Linie geht es nämlich ums Ausmisten. Der Großteil des Buchs handelt davon, dass wir zu viele Dinge besitzen, die uns nicht glücklich machen (da wären wir wieder beim Thema) und für die wir auch gar keinen Platz haben. Und das erschwert natürlich das Aufräumen. Also startet man bei Konmarie mit dem Aussortieren. Da gibt es einen ganz strengen Plan und äußerst strenge Regeln, wie man vorzugehen hat. An einige habe ich mich gehalten, an andere nicht so sehr.

Visualisierung: Ich sehe was, was ich noch nicht sehe

Als erstes stellt Marie Kondo die Frage: Warum räume ich auf? Was will ich damit erreichen? Wie soll mein Leben, wie soll mein Zuhause aussehen? Das soll man ganz klar visualisieren. Je genauer das Bild, desto besser. Ich muss zugeben, dass ich mit diesem Schritt nicht so viel anfangen konnte. Ich bin ja sowieso eher so reingerutscht und habe nach Sveas Anleitung statt nach Buch angefangen – da ist dieser Schritt bei mir unter den Tisch gefallen, sorry Marie!

Kategorien statt Orte, Haufen statt Häppchen

Wo man vielleicht vorher sagte „Ich sortiere jetzt dieses Regal aus“, geht man jetzt thematisch nach Kategorien vor. Dabei gibt es sogar eine vorgeschriebene Reihenfolge: Bücher, Kleidung, Papierkram, Kram (hierunter fällt ALLES andere) und Erinnerungsstücke. Wenn man mit einer Kategorie anfängt, gibt es dann da, wo es vorher appetitliche Häppchen gab, die man in absehbarer Zeit abarbeiten konnte, dicke, große Haufen. Je nach Kategorie ganze Berge. Alles, was zu der Kategorie gehört, wird zusammengeworfen. Ja, das hat System – denn wenn man diesen Stapel in seiner ganzen Schönheit vor sich sieht, ist man nämlich erst einmal ganz schön erschlagen, wie viel ZEUG man besitzt. Dabei werden beispielsweise alle Bücher aus der ganzen Wohnung zusammengesucht – die aus dem Regal im Wohnzimmer, die Kochbücher aus der Küche, die ollen Bücher aus dem Keller, die Bücher aus dem Arbeitszimmer, der Stapel vom Nachttisch, ganz egal. Und dann steht man vor dem Berg.

Persönlich habe ich mit Kleidung angefangen, da ich ursprünglich nur meinen Kleiderschrank aufräumen wollte. Und weil ich das ganze nach der Arbeit gemacht habe, habe ich die Kategorie noch verfeinert und pro Abend eine Unterkategorie aufgetürmt: T-Shirts, Blusen, Hosen… Das hat gut funktioniert.

Kleiderschrank: Vorher – nachher. (Über der Stange habe ich ein Brett entfernt, an das ich sowieso nie dran kam, ohne ein Riesenchaos zu verursachen. Dafür habe ich dann bei Ikea zusätzliche Schubladen bestellt. Ich liebe es!)

Das Vorgehen ist folgendermaßen: Man nimmt jedes einzelne Teil in die Hand und spürt in sich hinein: Macht mich das glücklich? Oder behalte ich es bisher aus anderen Gründen? Beispiele gibt es genug: Das war so teuer. Das kann man doch noch tragen. Das habe ich geschenkt bekommen. Zum Schlafen ist das noch gut. Ziel ist es, wirklich nur noch Dinge zu besitzen, die uns ein gutes Gefühl geben. Der Rest kommt sehr rigoros weg. Was man jetzt damit macht, dabei hilft das Buch übrigens nicht. Bei Frau Kondo kommt alles in große Müllsäcke und wird entsorgt. Ich habe vieles an Freundinnen oder meine Mama weitergegeben, einiges konnte aber auch tatsächlich in den Müll, einiges in die Give-Box und *tüdelüü* ich habe auch noch eine Tüte im Keller, was laut Konmarie strengstens verboten ist, mich aber nicht groß stört. Bücher, CDs und DVDs kann man oft gut bei Momox oder Rebuy verkaufen.

Der Zweck der Dinge

„Behalte nur die Dinge, die du liebst“ – das klingt sehr einfach. Ist es im Alltag aber oft nicht. Siehe die oben genannten Sätze. Teure Fehlkäufe, Geschenke, ehemalige Lieblingsteile, die jetzt aber nicht mehr so recht zum Leben passen wollen. Da hat mir ausgerechnet einer von Marie Kondos eher esoterischen Ansätzen geholfen. Das ist normalerweise so gar nicht mein Ding. Weder bedanke ich mich abends bei den Schuhen, die mich den ganzen Tag getragen haben, noch glaube ich, dass in den Schrank gestopfte T-Shirts sich unglücklich fühlen und sie beim Zusammenlegen die Energie meiner Hände aufsaugen.

Dennoch habe ich mich nach und nach ertappt, immer häufiger zu denken: Das hat seinen Zweck erfüllt – jetzt kann es aussortiert werden. Bei vielen Dingen, die ich in der Hand halte, frage ich mich ganz bewusst: Was war der Zweck dieses Gegenstandes? Und nein, der Zweck eines Buchs ist es nicht unbedingt, gelesen zu werden und der Zweck einer Hose nicht unbedingt, meinen Hintern warm einzupacken. Oft genug ist die Antwort: „Ich habe es gekauft und habe mich dann gut gefühlt.“ Ja, ich bin oft Impulskäuferin und wie oft ist man schon aus der Stadt heimgekommen und hat sich tierisch über die neue Jacke gefreut, die man gefunden hat? Und dann verstaubt diese Jacke im Schrank und man fühlt sich schlecht. Weg damit! Der Zweck, mir Freude zu bringen, ist erfüllt! Jetzt sorgt die Jacke für schlechte Gefühle, die kein Mensch haben will! Das Geld war nicht verschwendet, denn ich habe es in mein gutes Gefühl investiert. Und zack, fällt mir das Aussortieren leicht. Genau wie bei Geschenken – der Zweck des Geschenks war es, mir eine Freude zu machen. Wenn diese Freude jetzt verflogen ist, ist das eben so! Dinge, die ich mal geliebt habe, aber jetzt nicht mehr mag? Ihr Zweck ist erfüllt, sie dürfen gehen!

Diese Erkenntnis war eine kleine Offenbarung für mich und hat dafür gesorgt, dass ich wirklich überall Dinge zum Aussortieren gefunden habe, auch wenn ich nie damit gerechnet hätte.

Ein zweiter, ebenso wichtiger Trick ist es übrigens, sich bei kniffligen Entscheidungen nicht zu fragen „Kann das weg?“, sondern: „Möchte ich das behalten?“ Das besagt im Prinzip schon die Frage, ob es mich glücklich macht, aber so wird es noch einmal deutlicher. Man dreht das Prinzip des Aussortieren ins Positive um, ins Prinzip des Behaltens quasi: Wenn ich mich nicht ganz klar FÜR etwas entscheide, dann ist es eben eine Entscheidung dagegen, denn dazwischen gibt es nichts.

Falten, bis der Arzt kommt

Bei Kleidung setzt Kondo auf eine ganz bestimmte Faltmethode. Dadurch liegen die Klamotten nicht mehr gestapelt im Kleiderschrank, sondern stehen aufrecht hintereinander. Für diese Aufbewahrungsmethode bieten sich Schubladen an. Tatsächlich habe ich meinen Kleiderschrank etwas umgerüstet und komme jetzt mit deutlich weniger Platz aus, was natürlich auch, aber eben nicht nur am Aussortieren liegt. Das beste daran: Man kann alle Kleidungsstücke auf einen Blick sehen und sie aus dem Schrank nehmen, ohne Chaos zu verursachen. Ich besitze wirklich viele T-Shirts, das ist immer noch so und stört mich überhaupt nicht, aber jetzt kann ich sie endlich alle gleichzeitig sehen und wenn ich das hinterste tragen möchte, fällt nicht der ganze Stapel um, weil ich das unterste herausziehen muss! Revolutionär!

Klar, das Falten macht etwas mehr Arbeit, aber mir macht es immer noch Freude (ich mache es jetzt seit mehreren Monaten). Sogar meine Socken falte ich jetzt so… Das darf man eigentlich niemandem erzählen! 😉 Und diese bunte Schublade mit den immer noch massig vielen T-Shirts – hach! Da geht mir das Herz auf!

Alles an seinem Platz und einen Platz für alles

Revolutionäre Erkenntnis: Aufräumen ist kinderleicht! Es dauert nur wenige Sekunden! Wenn – ja, wenn – alles seinen festen Platz hat. Insbesondere habe ich das in meinem immer etwas „körmeligen“ Näh- und Bastelzimmer gemerkt. Dort war beim Umzug alles erst mal „irgendwie“ eingeräumt worden. Hauptsache, die Kisten sind leer. Alles wurde also ohne System in Schubladen und Regalfächer geräumt und gut war es. Das blieb fast ein Jahr lang so und es war immer sehr wuselig, und zudem fand ich nie etwas wieder.

Das Ausmisten des Nähzimmers war daher auch eine Aufgabe, die mich wahrlich an den Rand der Verzweiflung trieb. Alles auf einen Berg sah ja noch nicht einmal SO wild aus, aber es waren einfach so unendlich viele kleine Teile! Und je mehr ich anfasste, desto chaotischer wurde es. Ich sah wirklich kein Land. Aber ich blieb dran (musste ich ja auch – alles lag auf dem Fußboden!) und nach wirklich vielen Stunden war es irgendwann geschafft. Mein Bestand an „Zeug“ hatte sich dabei sicherlich halbiert. Und dann begann ich, möglichst sinnvoll einzusortieren. Das Ergebnis macht mich sehr glücklich (insbesondere die Schublade mit dem Masking Tape!) und das Aufräumen UND Suchen von Dingen im Nähzimmer ist seither binnen Sekunden erledigt – ein Traum!

Vorher – nachher im Nähzimmer. Die Schublade mit dem Klebeband? Also, wenn die nicht glücklich macht, dann weiß ich auch nicht!

Konmarie: Minimalismus pur?

Die Konmarie-Methode wird sehr oft in einem Atemzug mit Minimalismus genannt. Wer mich und unsere Wohnung kennt, weiß: Ich bin alles, nur nicht minimalistisch. Wie passt das zusammen? Persönlich glaube ich nicht, dass man automatisch bei Minimalismus landet, wenn man Konmarie praktiziert. Kommen wir zurück auf die im ersten Punkt genannte Vision. Ich habe das nun vorab ja nicht gemacht, aber hätte ich mir mein „perfektes Zuhause“ vorgestellt, wäre das sicherlich nicht „weiße Wände, leere Regale, alles Ton in Ton grau-schwarz-weiß“ gewesen. Ich besitze immer noch über 50 T-Shirts. Ich liebe sie alle. Sie machen mich glücklich. Also dürfen sie bleiben. Dieses Bild meiner bunten Schublade erfreut mich jeden Tag aufs Neue. Der Schnickschnack in meinen Regalen, die bunten Buchrücken, das wildgemusterte Lego: Ja, bitte! Bleib und mach mich glücklich!

Fazit und Verlosung

Mit der Konmarie-Methode soll man in etwa 6 Monaten sein komplettes Zuhause aufräumen. Ich gebe offen zu: Mir ist unterwegs die Puste ausgegangen. Insbesondere die Küche bin ich nur wenig angegangen. Es ist aber auch schwieriger, wenn man zu zweit wohnt, finde ich. Es sei denn, der Partner macht mit – darauf hatte der Held aber keine große Lust, und das ist ja auch okay. Aber die Teile, die ich geschafft habe, machen mich immer noch glücklich. Und wenn ich Lust habe (denn meistens hat mir das Sortieren wirklich Freude gemacht!), gehe ich die restlichen Dinge sicherlich noch an. Im Happiness-Projekt wird Aufräumen und Aussortieren nicht ohne Grund im ersten Kapitel schon aufgegriffen!

Ein weiteres Fazit: Das Konmarie-Buch ist SEHR streng und SEHR esoterisch. Ich bin keins von beidem. In einer Amazon-Rezension las ich man solle das ganze wie ein Kochbuch betrachten: Das wirft man ja auch nicht weg, weil einem ein paar Zutaten nicht schmecken und man hält sich auch nicht zwangsläufig zu 100% an die Rezepte. So ist es hier wohl auch. Den esoterischen Teil habe ich größtenteils überlesen; an die Regeln habe ich mich mal mehr, mal weniger gehalten und oft waren sie auch wirklich sinnvoll.

So, aber jetzt kommt ihr ins Spiel: Lustigerweise habe ich ein paar Wochen, nachdem ich mit dem Aussortieren begonnen hatte und schon längst das Hörbuch durch hatte, ein Exemplar von Magic Cleaning gewonnen. Damit ich mir die Bude nicht mit unnötigen Gegenständen vollstopfe ( 😉 ), habe ich beschlossen: Davon sollt ihr profitieren! Wenn ihr jetzt auch kribbelige Finger bekommen habt, könnt ihr das Buch hier gewinnen. Und ich empfehle wirklich, das Buch wenigstens einmal zu lesen oder das Hörbuch zu hören. Es motiviert so sehr!

Die Teilnahme ist einfach: Verratet mir einfach euren besten Aufräumtipp ODER erzählt mir eine lustige Aufräumgeschichte, die ihr mal erlebt hat! (Ich habe zum Beispiel eine Freundin, die kam als Kind immer zum Aufräumen zu mir, weil sie das so gern gemacht hat und bei mir immer so schön Chaos herrschte. Nur mal so als Geschichten-Beispiel!) Teilnehmen darf jeder mit einer deutschen Versandadresse, der bis Sonntag, 18. Februar, unter diesem Beitrag einen Tipp oder eine Geschichte hinterlässt. Die Gewinnerin kontaktiere ich per Mail, also bitte eine gültige Emailadresse angeben. Viel Glück!

Wer nicht warten kann, findet das Buch hier bei Amazon.

UPDATE: Gewonnen hat Carmen! Sie wurde per Email informiert.

weiterlesen

Gedankenhüpfer | Rezensionshüpfer

Selbstversuch: Das Happiness-Projekt von Gretchen Rubin

21. Januar 2018

Schon lange bin ich Fan von Gretchen Rubins Podcast „Happier“. Darin gibt die Autorin zusammen mit ihrer Schwester Tipps, wie man im Alltag glücklicher werden kann. Vor vielen Jahren hat sie begonnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen – damals hat sie ein Buch darüber geschrieben, und das hat mir der Held nun zu Weihnachten geschenkt.

„Das Happiness-Projekt Oder: Wie ich ein Jahr damit verbrachte, mich um meine Freunde zu kümmern, den Kleiderschrank auszumisten, Philosophen zu lesen und überhaupt mehr Freude am Leben zu haben“ – eingängiger Buchtitel, oder? 😉 Zumindest sagt er aus, worum es geht. Nämlich um einen Selbstversuch. Ein Jahr lang versucht Gretchen Rubin verschiedene Methoden aus, mit denen man sich eventuell glücklicher fühlt. Und ich? Ich mache mit.

Bin ich unglücklich? Nein, keineswegs! Aber ich bin ja generell ein Opfer solcher Selbsthilfebücher. Zugegeben: Viele bringen nicht viel. Aber meistens kann ich wenigstens ein bisschen was mitnehmen und manchmal landet man ja auch einen echten Volltreffer. Generell leben wir natürlich ein einer Welt des Selbstoptimierungswahns – eigentlich kann ich das natürlich nicht gutheißen, aber andererseits, wer möchte nicht ein bisschen optimiert werden? 😉 Ich sehe das ganz pragmatisch: Mir macht es Spaß. Ich lese solche Dinger gern, ich probiere gerne aus und verändere gern Dinge. Ich versuche, ein reflektierter Mensch zu sein und glaube, dass ich mich dadurch weiterentwickle, und zwar im positiven Sinne. Das ist nicht jedermanns Sache, und das ist auch in Ordnung so. Niemand soll denken, er muss sich jetzt un-be-dingt auf Teufel komm raus „optimieren“. Für mich selbst denke ich eben, dass es nicht schaden kann, so etwas wie das Happiness-Projekt einfach mal aus Jux und Dollerei auszuprobieren und zu gucken, was hängenbleibt.

Das Happiness-Projekt ist in zwölf Monate aufgeteilt. Ich habe mit dem Januar nun natürlich viel zu spät angefangen. Aber was soll’s? Jux und Dollerei-Projekt, ich sagte es bereits. Außerdem habe ich einiges aus dem Januar sowieso schon auf dem Schirm gehabt. Der Januar hat nämlich das Thema Vitalität. Logisch: Wenn man mehr Energie hat, fühlt man sich besser, und somit ist man glücklicher.* Rubin spricht hier von physischer sowie psychischer Energie. Für den körperlichen Teil gibt es zwei Vorschläge, die man im Januar ausprobieren sollte: mehr Schlaf, mehr Bewegung. Tatsächlich glaube ich, dass ich da schon auf dem richtigen Weg bin. Bewegung habe ich dank Radweg zur Arbeit, Hüpferei vor dem Fernseher, mittäglicher Hunderunde mit dem Bürohund sowie wochenendlichen Wander- und Spazierrunden durchaus genug. Vielleicht versuche ich mich noch mal wieder an den 10.000 Schritten am Tag, sobald ich wieder einen Fitnesstracker habe. Was den Schlaf betrifft, versuche ich lustigerweise schon seit einigen Tagen, eher ins Bett zu gehen. (Lustig finde ich es, weil ich das Happiness-Kapitel tatsächlich erst heute gelesen habe.) Wenn es gut läuft: Einfach dann in die Kiste, wenn ich müde bin. Das werde ich jetzt noch konsequenter durchziehen und mal sehen, was passiert. Ist ja nicht das erste Mal, dass ich diese Erkenntnis habe.

Bei der psychischen Seite der Energie geht das Buch auf drei Dinge ein: Aufräumen, unangenehme Aufgaben erledigen und energiegeladener sein, indem man einfach so tut, als hätte man Energie und sich so selbst überlistet. Dass Aufräumen mich beschwingt und glücklich macht, konnte ich ja im letzten Jahr mit Konmarie schon sehr gut feststellen. Ein Blogpost dazu ist in Vorbereitung! Das Erledigen unangenehmer Aufgaben? Ja, es stimmt. Wenn man etwas erledigt hat, das man schon ewig vor sich hergeschoben hat oder das einem wirklich schwerfiel, anzugehen, dann fühlt man sich danach oft, als könne man jetzt ALLES. Eine gute Möglichkeit also! Laut Buch soll man eine To-Do-Liste mit unangenehmen oder nervigen Aufgaben machen. Viel ist mir aber nicht eingefallen, denn ich habe schon einiges abgehakt: Zeitschriften-Abos gekündigt, mit der Bank über meine Altersvorsorge gesprochen, all so unangenehme „man sollte mal“-Jobs. Auf meiner Liste steht jetzt ein Zahnarzttermin, ein Termin für ein Hautscreening (das habe ich noch NIE gemacht, ich weiß gar nicht, wo ich da hingehen soll) und das Abschreiben von Rezepten in unser Kochbuch. Vielleicht fällt mir noch mehr ein, es ist noch Platz auf der Liste! 😉

Diese Punkte versuche ich jetzt also mal für den Rest des Januars durchzuziehen und dann sehen wir weiter. Ich werde berichten und euch dann auch gleich erzählen, was das Thema für den Februar ist. Vielleicht hat ja noch jemand Lust, mitzumachen! Ich würde mich freuen. 🙂

Wie seht ihr das denn überhaupt? Kann man Happiness „trainieren“?

* Das Wort „glücklich“ als Übersetzung für „happy“ trifft es nicht zu 100%, meiner Meinung nach. „Happy“ ist vielleicht noch etwas „kleiner“ als das deutsche „glücklich“ – es kann eben auch erfreut, fröhlich und – ganz wichtig – zufrieden bedeuten. „Happier“ zu werden heißt also nicht zwangsläufig, permanent mit einem duseligen Grinsen der Glückseligkeit durch die Gegend läuft.

weiterlesen

Rezensionshüpfer

Kochbuch-Tipp: Die Montag-bis-Freitag-Küche

17. November 2017

„Ich weiß, es klingt etwas merkwürdig. Aber es schmeckt hervorragend!“

Dieser Satz ist in der letzten Zeit häufiger gefallen im Hause bunt, gestreift und hüpfig. So warf ich neulich Kichererbsen, Radieschen und hartgekochte Eier zusammen in die Pfanne. Ein anderes Mal gab es weiße Bohnen mit Mandelsplittern und roten Zwiebeln als Hauptzutaten des Abendessens. Und gestern gab es ein Rote-Bete-Gratin, das ausschließlich aus eben jener roten Bete und erneut hartgekochten Eiern bestand, überbacken nur mit Streuseln aus Butter, Crackern und gehackten Haselnüssen. Ich weiß, es klingt etwas merkwürdig. Aber es schmeckt hervorragend!

Im Sommer habe ich im Buchladen ein Kochbuch entdeckt, was ich gleich faszinierend fand. „Die Montag-bis-Freitag-Küche“ teilt die Werktage in Kategorien ein: Montags gibt es Suppen und Eintöpfe, dienstags kommen Nudeln auf den Tisch, der Mittwoch ist der Fleisch-Tag, Donnerstag hingegen Veggie-Tag und freitags gibt es traditionell Fisch oder Süßes. In jeder Kategorie gibt es dann wie üblich zahlreiche Rezepte, aus denen man wählen kann.

So weit, so einfach. Im Prinzip ist es ja kein revolutionäres Konzept, ein Kochbuch in Kategorien einzuteilen. Aber die Idee, für jeden Tag ein festes „Thema“ zu haben, aus dem man dann nur auswählen muss, fand ich irgendwie doch faszinierend. Und so lieh ich mir das Buch zunächst einmal in der Stadtbücherei aus. Zu viele Kochbücher haben im Laufe der Jahre ihren Weg in unser Bücherregal gefunden und wurden dann niemals benutzt. Und dann kochten wir los. Und merkten schnell: Da geht was. Für uns. Die Montag-bis-Freitag-Küche und wir, das ist Liebe! Ganz große Kochbuchliebe.

Das Verrückte daran ist, dass wir uns gar nicht mal so besonders streng an die Kategorien halten. Wir haben die Reihenfolge durcheinandergewürfelt, wie es zu unserem Leben am besten passt – schließlich muss unser traditioneller Miracoli-Montag weiterhin einfließen! 😉 Der Held geht montags einkaufen, dienstags gibt es dann ein Fleischgericht (so ist das Fleisch noch frisch), mittwochs ein Veggie-Gericht (bis dahin hält sich auch das Gemüse), donnerstags Nudeln, Freitags ganz brav Fisch, Süßes oder halt eine Suppe bzw. ein Eintopf aus der Montags-Kategorie, die wir ja nicht brauchen. Trotzdem funktioniert diese Reihenfolge bei uns seither einwandfrei. Plötzlich haben wir Essenspläne! Was ich ja schon seit Jahren versuche, einzuführen, läuft jetzt schon seit über drei Monaten komplett rund!

Oben: Bohnensuppe – Rote-Bete-Gratin – Couscous mit Kichererbsencurry; Mitte: Knödel mit Bohnenragout – Spätze-Chicoree-Pfanne – Zitronenhähnchen mit Rucola-Reis; Unten: Hähnchen mit Salatstampf – Mohn-Schupfnudeln – Asiatische Nudelpfanne

Natürlich ist es hilfreich, dass das Essen, das wir nach diesem Kochbuch kochen, auch noch hervorragend schmeckt. In 98% der Fälle jedenfalls. Die Rezepte sind einfach umzusetzen, brauchen keine exotischen Zutaten, und sind – wie oben erwähnt – oft einfach mal was komplett Neues. Das klingt dann manchmal eben etwas merkwürdig. Aber seit wir zufällig eines dieser „verrückten“ Rezepte kochten und aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskamen, nehmen wir die Herausforderung an und probieren aus, was das Kochbuch eben gerade vorschlägt. Wenn ich mir die Collage anschaue, würde ich jedes dieser Essen sofort mit Begeisterung erneut kochen. Momentan sind wir allerdings immer noch dabei, neue Rezepte auszuprobieren. Fehlversuche hatten wir natürlich auch; aber nur etwa 2-3 Rezepte werden wir nicht wiederholen. Und selbst die haben nicht schlecht geschmeckt, sondern waren einfach nur etwas langweilig oder uns für den Feierabend zu aufwändig. Manche Rezepte sind mir auch für den Feierabend zu teuer (Kalbsschnitzel oder Rindersteak sind für mich kein „normales“ Werktags-Abendessen). Aber alles in allem bin ich so glücklich mit der Entscheidung für dieses Kochbuch! Zumal die Rezepte in der Regel wirklich alltagstauglich sind – sowohl von den Zutaten als auch von der Zubereitungszeit her. Dabei ist es fröhlich undogmatisch und greift auch auf fertige Schupfnudeln, Gnocchi etc. zurück – mir persönlich sehr sympathisch!

Die meisten Rezepte sind für zwei Personen konzipiert – manche allerdings auch für vier, da muss man etwas aufpassen. Der Sinn dahinter hat sich mir nicht erschlossen. Bisher konnte ich alles problemlos halbieren, bzw. sind wir ja ohnehin etwas verfressen. Im Gegensatz zu Rezepten aus anderen Kochbüchern sind wir hier bislang auch immer satt geworden. Kalorienangaben stehen bei den Rezepten auch dabei, für mich immer noch wichtig. Ich habe ein paar Mal nachgerechnet (ich zähle selbst nicht mehr so genau), es kam halbwegs hin. Und es sind durchaus abnehmtaugliche Rezepte dabei. Beides trifft nicht bei jedem Kochbuch zu.

Die Montag-bis-Freitag-Küche ist im GU Verlag erschienen und kostet 24,99. Ich empfehle, das Buch vorher einmal auszuleihen, ob es dem eigenen Geschmack entspricht. Es ist eben doch kein 7,99 Euro-Heftchen, sondern ein großer, dicker Wälzer. Für uns hat sich der Kauf aber jetzt schon mehr als gelohnt. Ich genieße es sehr, am Sonntag zu wissen: Der Essensplan ist gemacht, der Einkaufszettel ist geschrieben, jetzt eine Woche nicht darüber nachdenken, was wir kochen müssen! 😉

weiterlesen

Alltagshüpfer | Erlebt | Foto-Hüpfer

Schnipsel

7. Oktober 2017

Heute war ich Wandern. Es regnete, die Sicht war neblig, das Thermometer im Auto zeigte zehn Grad. Egal, Wald. Zwanzig Minuten mit dem Auto von hier und dann ging es auf und ab. Unter anderem war ich zum ersten Mal überhaupt am Longinus-Turm. Dieser Aussichtsturm steht auf der höchsten Erhebung des Münsterlands: dem immerhin 187,6 Meter hohen Westerberg. Überrascht war ich davon, wie unfassbar hässlich dieser Turm ist. Mir wurde dann auf Instagram mitgeteilt, dass man ja auch nicht den Turm fotografieren soll, sondern daraufsteigen und von dort aus dann die Aussicht bewundern. Bei dem heutigen Regenwetter habe ich mir das aber mal gespart.

So bin ich aber immerhin mal wieder auf 16.000 Schritte gekommen. Seit ich meine persönliche Challenge, 100 Tage am Stück jeweils 10.000 Schritte zu gehen, geschafft habe, dümpelt meine Schrittzahl nämlich so ziemlich am Boden vor sich hin. Das ist etwas traurig. Und da ich die letzten Tage auch noch krank war und auf dem Sofa Rückenschmerzen von zu viel Liegen bekam, tat die Bewegung auch bei schlechtem Wetter richtig gut.

Außerdem dieses Wochenende bzw. in der Krankenwoche zu berichten: eine lange im Regal vor sich hin staubende Serie in den DVD-Player geschoben und sofort gefesselt gewesen. Boardwalk Empire spielt in den USA der 20er und 30er Jahre und fängt an zum Beginn der Prohibition. Spannend! Leider nirgendwo zu streamen, aber ich habe mir direkt die Komplettbox bestellt, die zu dem Zeitpunkt im Angebot war und nur 27 Euro gekostet hat (statt – wie jetzt – 99!).

Unser Buchclub hat sein Schicksal endlich eingesehen. Wir sind jetzt offiziell ein Dystopien-Buchclub. Nein, nicht wirklich, aber wir haben festgestellt, dass wir wirklich oft Dystopien lesen, und diese zählen dann meist zu den Büchern, die allen am besten gefallen. Ein paar habe ich ja hier auch schon besprochen (Die Berufene und Ein Jahr voller Wunder), es standen aber noch mehr auf dem Programm. Das Licht der letzten Tage war das vorletzte Buch, und dieses Mal haben wir eine ganz besondere Lektüre ausgewählt: Der Bericht der Magd von Margaret Atwood. Nicht wenige hatten die Autorin für den Literaturnobelpreis auf dem Schirm (den hat ja letzten Endes dann mal wieder ein Mann gewonnen – aber bei einem Verhältnis von mittlerweile 100 Männern zu 14 Frauen sind Männer wohl einfach die besseren Autoren *husthust*) und zu dem Buch, das schon mehrfach verfilmt wurde, gibt es auch aktuell eine sehr gehypte Serie (The Handmaid’s Tale nach dem Originaltitel), die man hierzulande leider nicht ansehen kann. Also, außer auf obskuren PayTV-Sendern, die niemand hat. Das Buch war jedenfalls unglaublich gut. Da steht wohl mal eine ausführliche Rezension an. Da hab ich allerdings noch mehrere Bücher auf der Liste.

Mehr Zeit wäre also schön – also alles wie immer. Nebenbei nähe ich, habe die ersten Weihnachtsgeschenkideen, und entrümpele fröhlich die Wohnung nach Konmari. Es wird nicht langweilig!

weiterlesen

Gedankenhüpfer | Rezensionshüpfer

Buchtipp: 20 Kilo weniger dank „Fettlogik überwinden“

10. Mai 2017

Mir fällt es etwas schwer, diesen Beitrag zu beginnen. Immerhin leben wir irgendwie zwischen zwei Polen. Zwischen Magerwahn und Body Positivity, zwischen Schlank im Schlaf und Fat Acceptance. Das Buch, das ich empfehlen möchte, hat auf Twitter auch in meiner Timeline Staub aufgewirbelt, das Wort „Sektenanhänger“ fiel, und der Satz „Ich dachte, übers Kalorienzählen wären wir als Gesellschaft mittlerweile hinaus“. Das ist die eine Seite; auf der anderen Seite lese ich von Menschen, denen nach Jahren plötzlich wieder die Jeans passen und die plötzlich Spaß an der Bewegung haben. Ich habe mich bisher selten dazu geäußert: Das Thema Gewicht ist sehr persönlich, ich habe keine Lust auf Grabenkriege und von mir aus soll jeder nach seiner Fasson glücklich werden. Wer mich nicht fragt, kriegt zumeist auch nichts gesagt und selbst bei meiner Meinung nach offensichtlichem Bullshit seufze ich zumeist nur innerlich und schweige. Der Mensch will ja in der Regel nicht belehrt werden und die Reaktion ist in den seltensten Fällen positiv. Dann sollen die Leute doch glauben, was sie gern glauben möchten; da bin ich mit den Jahren offen gestanden etwas resigniert.

Dieser recht lange Beitrag wird daher vor allem nicht: Anleitung zum Abnehmen. Regeln für alle. Vorschriften darüber, wer welche Figur haben sollte. Leute! Ihr wisst selbst, wie ihr euch am wohlsten fühlt und wenn ihr Menschen, die abnehmen möchten oder Kalorien zählen oder davon erzählen, dass sie zu dick sind,  grundsätzlich blöd findet, solltet ihr jetzt das Browserfenster schließen.

Selbstdiagnose: Huch, ich bin dick!

In unserer Familie bin ich ja so was wie die Fotografin. Bei allen wichtigen Ereignissen schleppe ich die große Kamera an – neulich bekam ich sogar den offiziellen Auftrag, die Taufe der Mini-Nichte festzuhalten. Das hat eine logische Konsequenz, die vermutlich die meisten Bloggerinnen kennen: Auf den meisten Fotos bin ich nicht zu sehen. Viel lieber dokumentiere ich, wie die Kinder groß werden – die sind ja auch viel niedlicher.

Umso erschrockener war ich, als ich Weihnachten 2015 die Kamera doch mal aus der Hand gab. Plötzlich war ich nämlich auch auf den Bildern. Und nicht von mir selbst möglichst vorteilhaft in Pose gesetzt. Denn natürlich war mir aufgefallen, dass ich mir dafür mittlerweile etwas mehr Mühe geben musste. Gewisse Winkel sehen einfach besser aus als andere. Oder man hält sich einfach dekorativ-unauffällig einen Puschel vors Doppelkinn. Aber auf familiären Schnappschüssen klappt das eben nicht. Und so sah ich mich damit konfrontiert:

Ein Schritt auf die Waage bestätigte: Ich kratzte langsam, aber sicher am Rand des starken Übergewichts, wenn man meinen BMI ausrechnete. Die 30 hatte ich nämlich so gerade überschritten. Hallo, Adipositas! Und da der BMI nicht mit dem Alter identisch sein sollte (naja, außer vielleicht, man ist gerade Anfang 20), sollte sich etwas tun.

Fettlogik überwinden? Nadja to the rescue!

Den Blog von Nadja Hermann lese ich schon lange: erzählmirnix. Er steht auch seit Jahren auf meiner Blogroll. Als ich angefangen habe, dort mitzulesen, war Nadja selbst noch stark übergewichtig. Also, deutlich mehr noch als ich. Wenn ich mich recht entsinne, wog sie um die 150 Kilo. Sie postete gelegentlich darüber – eher in Richtung Fat Acceptance denn kritisch. Mir war’s recht, im Grunde genommen war es mir egal, ich mochte ihren Blog eher wegen der politischen, feministischen Grundeinstellung und natürlich der Comics, die zum Lachen bringen und gleichzeitig zum Nachdenken anregen.

Irgendwann jedoch begann Nadja, auf dem Blog Artikel zum Thema Abnehmen einzustreuen. Und sie nahm ab (im Buch erfährt man, dass eine Verletzung und andere Gesundheitsprobleme der Auslöser waren). Und sie beschäftigte sich mit dem Thema, recherchierte, las Studien, las Gegenstudien, und sicherlich gibt es auch Gegen-Gegenstudien, las Bücher, Foreneinträge, Artikel. Und schließlich und endlich veröffentlichte sie ein Buch zum Thema: Fettlogik überwinden.

Aufgrund der regelmäßigen Begleitung des Themas auf ihrem Blog bekam ich das schnell mit. Trotzdem kaufte ich mir das Ebook erst, als es bei mir selbst akut wurde. Und ganz klassisch, am 1. Januar 2016, begann ich: mit dem Abnehmen. Mit der Diät? Mit der Lebensumstellung? Nahrungsumstellung? Von allem etwas, nehme ich an.

Erkenntnisse: Das nehme ich mit

Nun bin ich weder Neuling in Sachen Abnehmen (ich habe vor zehn Jahren schon einmal rund zehn Kilo abgenommen und danach mehrere Jahre mein Gewicht gehalten), noch ernähre ich mich unfassbar ungesund. Tatsächlich ist es bei mir die schiere Menge, die das Übergewicht langsam, aber sicher angefuttert hat. Ein Gummitierchen nach dem anderen, eine Portion Nudeln extra, eine große statt kleiner Pizza, und zum Überbacken die Hand großzügig in die Tüte mit dem Reibekäse.

Innerhalb von 9 Monaten verlor ich ungefähr 15 Kilo. Keine Frage wurde mir seither so oft gestellt wie: Wie hast du das gemacht? Und meine Antwort lautet stets: weniger essen, mehr bewegen. Die meisten sind dann enttäuscht. Sorry, aber das ist das ganze Geheimnis. Weniger essen, als man verbraucht. Das wusste ich auch, bevor ich „Fettlogik überwinden“ gelesen habe. Und ja: So revolutionär, wie es oft dargestellt wird, ist das Buch vermutlich nicht. Es stellt im Grunde gängige Ernährungsmythen bzw. übliche Ratschläge und „Allgemeinwissen“ zum Thema Gewicht nacheinander auf den Prüfstand und untersucht sie einzeln anhand von Studien. Und ich wette, jeder fühlt sich bei wenigstens einer dieser so genannten „Fettlogiken“ irgendwie ertappt. Hier eine Checkliste für alle, die das Buch noch nicht gelesen haben – welchen dieser Aussagen würdet ihr zustimmen:

  • Es ist gefährlich, wenig zu essen, dann hat man keine Energie und baut Muskeln ab!
  • Im Alter nimmt man zu, weil der Stoffwechsel langsamer wird.
  • Leichtes Übergewicht ist sogar gesünder als Normalgewicht!
  • Jojo-Diäten sind viel schädlicher als Dicksein!
  • Wer mit dem Rauchen aufhört, nimmt unweigerlich zu.
  • Von Diätprodukten nimmt man zu!
  • Wer abnehmen will, sollte mehr Obst essen.
  • Kalorien zählen ist essgestört und genussfeindlich.
  • Man sollte maximal ein Pfund pro Woche verlieren.
  • Manche Menschen können nie wirklich schlank sein, dafür sind sie körperlich einfach nicht gebaut.
  • Kalorienzählen funktioniert bei mir nicht. Ich esse nur 1.000 Kalorien am Tag und nehme trotzdem nicht ab! Mein Stoffwechsel ist ruiniert!
  • Bei zu schnellem Abnehmen oder zu viel Gewichtsverlust rutscht man ganz schnell in die Magersucht.
  • Das Idealbild der dünnen Frau ist ein Phänomen unserer Zeit, früher war das ganz anders.
  • Abnehmen ohne Sport geht nicht.
  • Das Übergewichtsproblem ist überbewertet. (Das ist doch noch nicht adipös!)
  • Tägliches Wiegen ist schlecht oder sogar gefährlich.

Und? Also, ich muss zugeben, obwohl ich „weiß, wie es geht“ und quasi frei Schnauze schon mal erfolgreich abgenommen hatte, hätte ich einigen dieser Sätze zugestimmt. Vor allem der Aussage, dass man langsam abnehmen soll, damit es gesund bleibt; aber auch, dass leichtes Übergewicht gesünder sei als Normalgewicht oder dass man maximal einmal in der Woche auf die Waage steigen sollte. Tja. Ich werde jetzt nicht Punkt für Punkt widerlegen, aber allen diesen Punkten (und zahlreichen mehr) widerspricht Nadja Hermann in dem Buch. Sämtliche Aussagen untermauert sie dabei mit Studien, bezieht auch Studien ein, die vermeintlich das Gegenteil beweisen, und nimmt diese Studien Schritt für Schritt auseinander, was den Aufbau und die Aussagekraft betrifft.

Jojo-Effekt und Hungerstoffwechsel: Kann man nix machen!

Zum Beispiel der Jojo-Effekt: Das weiß man doch, dass der Körper nach einer Diät froh ist, endlich wieder genug zu essen zu bekommen, und alles einlagert, was er kriegen kann. In Vorbereitung auf die nächste Hungersnot. Der Stoffwechsel fährt runter und man nimmt plötzlich viel schneller zu – gibt’s doch Studien zu und hat auch jeder schon mal erlebt, nach einer Diät wiegt man ganz schnell und quasi urplötzlich wieder mehr als vorher, obwohl man nicht anders isst.

Tja, nun. Das denkt man so. Und ja, es stimmt. Nimmt man ab, verbraucht man weniger Kalorien und kann nicht mehr so viel essen wie vorher. Zudem man ja auch schon vorher mit eben dieser Menge an Nahrung offenbar zugenommen hat, sonst wäre ja die Diät nicht nötig gewesen. Aber ja, auch abgesehen von den Kalorien, die man aufgrund von geringerer Körpermasse weniger verbraucht, benötigen laut einigen (längst nicht allen) Studien einige Menschen nach einer Diät plötzlich weniger Kalorien als erwartet. Und zwar ungefähr 50-80 täglich. Das ist nicht besonders viel. Es ist also nicht so, als dürfte man nach einer Diät keinen Apfel mehr ansehen, ohne zuzunehmen. Und selbst dieser Effekt trat nur bei Menschen auf, die bei der Abnahme völlig auf Sport verzichtet hatten. Warum der Hungerstoffwechsel Unsinn ist, wird im Buch ausführlich und nachvollziehbar erklärt.

Umsetzung: Wiegen, wiegen, wiegen oder Quantifizierung ist alles

Fettlogik überwinden“ sagt dem Leser nicht, was er tun soll. Es will keine Anleitung zur Abnahme sein. Nadja erzählt von ihrem eigenen Weg und stellt ansonsten eben die üblichen Mythen auf die Probe. Daraus kann sich jeder selbst mitnehmen, was ihm weiterhilft. Mein Weg war der folgende: Ich habe Kalorien gezählt. Alle. Ich habe mir eine Mini-Waage fürs Büro gekauft und mein Mittagessen abgewogen. Ich habe beim Kochen jede Zutat einzeln auf die Waage gelegt und in die FDDB-App eingetragen. Ich hatte kein festes Kalorienziel; möglichst wenig halt, ohne zu viel Hunger zu haben (und oh Wunder, Hunger kann man manchmal aushalten, wenn man das will). An manchen Tagen war das mehr, an anderen weniger. Ich habe ganz normal auswärts gegessen, wenn es Anlässe gab; aber das Essen dort habe ich dann eben geschätzt und trotzdem in die App eingetragen. So war ich eben manchmal nur knapp unter meinem täglichen Kalorien-Gesamtumsatz und manchmal sehr viel.

Nicht nur mein Essen habe ich gewogen; auch mich selbst. Täglich. So lernte ich, dass Schwankungen ganz normal sind und konnte auch ein bisschen abschätzen, woran sie lagen. Bei bisherigen Abnahme-Aktionen hatte ich mich maximal einmal in der Woche gewogen. Das kann sehr frustrierend sein, wenn die Waage dann genau am Wiegetag einen Ausreißer nach oben hatte. Außerdem gab es mir Routine, sich halt jeden Tag draufzustellen. Wenn mir das Ergebnis gefiel, freute ich mich; wenn nicht, gab ich nicht allzu viel drum.

Die dritte Säule meines „Quantifizierungswahns“ kam nach ein paar Monaten hinzu. Ich erstand nämlich günstig ein gebrauchtes Fitbit-Fitnessarmband. Yay, ein Gerät, das alle meine Bewegungen aufzeichnet und auf dubiosen Servern in den USA speichert! Was tut man nicht alles. Das Armband zählte zuverlässig meine Schritte und zeichnete meinen Sport auf. Außerdem rechnete es erstaunlich genau meinen Kalorienverbrauch aus, was natürlich fürs Zählen äußerst hilfreich war. Und das tägliche Schrittziel von 10.000 Schritten zu erreichen – und sich womöglich gar in Wettbewerben mit anderen Nutzern zu messen – hat mich enorm motiviert. Vor allem, weil ich sehen konnte, was ein Tag mit 3.000 Schritten für einen Kalorienverbraucht hat im Vergleich zu einem mit 10.000. Ich verrate nicht zu viel, wenn ich sage: Der Unterschied ist erstaunlich. So ein paar Schritte durch die Wohnung, da erwartet man ja nix. Aber doch, es bringt etwas, definitiv. (Mittlerweile habe ich ein neues Armband, das die Kalorien weitaus ungenauer ausrechnet, aber ich kann den Verbrauch relativ zuverlässig selbst abschätzen.)

Sportlich bin ich also viel gegangen (dazu kam ja auch noch Pokemon Go in der Zeit, yay!). Und mit dem Bouldern habe ich in der Zeit angefangen. Was das so verbraucht, weiß ich aber nicht, doch Muskelaufbau kann ja schließlich auch nicht schaden und der Spaß stand dabei im Vordergrund.

Ein Fazit und zwei Sätze, die ich nicht mehr hören kann


Bis September 2016 hatte ich also 15 Kilo abgenommen. Aber in der Überschrift steht doch 20? Bin ich danach etwa auf meinen ominösen Setpoint gestoßen, ab dem es nicht mehr weitergeht? Nö, es ist viel banaler. Ich habe pausiert. Im Oktober sind wir umgezogen und danach bin ich irgendwie nicht mehr richtig in den Tritt gekommen. Wie sagt Nadja so schön? Es ist nicht schwierig, aber es ist trotzdem schwer. Ungefähr im März habe ich wieder angefangen, und seither sind wieder etwa fünf Kilo runter. Also, keine Sorge: Es klappt. Außerdem keine Sorge: Ich bin weder magersüchtig noch zu dünn, noch werde ich zu dünn, wenn ich mein Gewichtsziel eines mittleren Normalgewichts erreicht haben werde. Denn das ist einer der beiden Sätze, die ich nicht mehr hören kann – in verschiedensten Variationen: Wo willst du denn noch abnehmen? Jetzt ist es aber gut. Das reicht doch jetzt. Vor der Magersucht hat mich noch niemand gewarnt, aber hey, ich schmiere es auch nicht allen aufs Butterbrot, dass ich noch nicht fertig bin. Ich finde dennoch, das muss eigentlich niemand kommentieren. Ich sage ja auch niemandem, dass er unbedingt abnehmen sollte; wieso sollte es besser sein, jemandem zu sagen, dass er das auf keinen Fall tun sollte?

Die zweithäufigste Satzvariation kommt nach meiner Antwort auf die Frage, wie ich das denn gemacht hätte (zur Erinnerung: weniger essen, mehr bewegen). Dann kommt nämlich gefühlt in der Hälfte der Fälle eine Rechtfertigung, wieso das bei mir zwar geklappt hat, aber bei meinem Gegenüber auf keinen Fall so klappen kann: Ach, in deinem Alter geht das ja auch noch. Dafür habe ich keine Zeit. Das klappt bei mir nicht, habe ich schon probiert. Wenn das mal so einfach wäre. Das ist zu kompliziert. Das ist ja auch Typsache. Leute, echt jetzt? Ihr braucht euch nicht zu rechtfertigen. Mir ist das doch egal, was ihr wiegt. Ihr habt mit dem Thema angefangen. Allerdings ist die Hälfte von dem, was ihr sagt, durch Studien widerlegt. In der Regel habe ich aber keine Lust auf Diskussionen und steige aus dem Gespräch aus. Manchmal erwähne ich das Buch – das ich mir mittlerweile gleich zwei Mal als Printversion gekauft habe, weil ich gern darin blättere, es aber auch regelmäßig verleihe.

weiterlesen

Rezensionshüpfer

Buchtipp: Die Berufene von M. R. Carey

7. April 2017

England, in der nicht allzu fernen Zukunft. Unter den Menschen tobt ein Parasit – vor rund zwanzig Jahren tauchte er das erste Mal auf, heute leben die verbliebenen gesunden Menschen in wenigen, großen Städten der Welt hinter hohen Mauern und unter widrigen Umständen. Denn eine Infektion verwandelt die Menschen in sogenannte „Hungernde“, die keinen eigenen Willen haben und deren einziges Ziel es ist, andere Menschen zu fressen. Die zehnjährige Melanie lebt allerdings nicht in einer Stadt, sondern auf einem schwer bewachten Militärstützpunkt. Gemeinsam mit anderen Kindern wird sie hier unterrichtet, beobachtet und untersucht. Ihre Besonderheit: Sie sind immun gegen die Auswirkungen des Pilzparasiten – und niemand weiß, weshalb. Die skrupellose Forscherin Dr. Caldwell schreckt vor nichts zurück, um ein Heilmittel zu finden. Schutz findet Melanie in ihrer verehrten Lehrerin Miss Justineau, die ihnen griechische Sagen vorliest und vom Leben außerhalb des Stützpunkts erzählt. Dann kommt es zu einem Angriff auf den Stützpunkt – und Melanie findet sich in einer unerwarteten Gruppe wieder, die sich ab sofort gemeinsam durchschlagen muss.

Ich weiß nicht, weshalb jedes neue Buch und jede Fernsehshow meint, sich ein neues Wort für Zombies einfallen lassen zu müssen. Ist es nicht wahrscheinlich, dass unsere Gesellschaft, sollte es irgendwann dazu kommen, die wieder aufstehenden Untoten als genau das bezeichnen würde, als was wir sie seit Jahren aus der Unterhaltungsindustrie kennen: Zombies? Ich glaube nicht, dass sich ein Begriff wie „Hungernde“ durchsetzen würde. Nichtsdestotrotz ist „Die Berufene“ von M. R. Carey ein lesenswerter Roman – für mich aber eben trotzdem ein Zombieroman.

Dass die Geschichte zum großen Teil aus der Perspektive eines Kindes geschildert wird, macht es besonders spannend. Melanie weiß nicht viel über die Welt um sie herum. Sie ist ein Forschungsobjekt und erschließt sich ihre Umwelt erst nach und nach. Dabei gibt es für den Leser durchaus einige „Aha“-Momente, die die gesamte Geschichte in einem anderen Licht erscheinen lassen. Allerdings kann ich hier nicht darauf eingehen, ohne zu spoilern. 😉

In dem Buch geht es nicht nur ums reine Überleben der Protagonisten, sondern es werden auch große Fragen angesprochen. Wo hört Menschlichkeit auf? Wieviel Zweck heiligt welche Mittel? Und was ist das Überleben der Menschheit überhaupt wert? Es handelt sich um keinen blutrünstigen Horror-Roman, und die natürlich dennoch nicht ausbleibenden Szenen von Zombieangriffen und Verletzungen sind eher sachlich gehalten. Statt reißerischer Details gibt es hier viel wissenschaftlichen Hintergrund, der das ganze zumindest für mich als Laiin* natürlich realistischer erscheinen lässt, ohne dabei langweilig zu werden. Die Charaktere sind gut gezeichnet, auch wenn ich mir etwas weniger von der einen und dafür etwas mehr von dem anderen gewünscht hätte – aber so hat man halt seine Favoriten. Die kleine Melanie jedenfalls ist mir schnell ans Herz gewachsen.


Nach langer Zeit war „Die Berufene“ mal wieder ein Buch, dass mich an den Lesesessel gefesselt hat. Innerhalb von drei Tagen hatte ich den Roman mit immerhin rund 500 Seiten ausgelesen, und anschließend hatte ich ein bisschen „Buchweh“.** Andere sahen das offenbar auch so, denn vor kurzem kam die Verfilmung unter dem Originaltitel „The Girl with all the Gifts“ in die Kinos (leider habe ich das wohl verpasst und muss auf die DVD warten). Der Trailer verrät meiner Meinung nach aber schon zuviel und natürlich gilt sowieso wie üblich: erst mal das Buch lesen! Am besten, ohne sich vorher groß zu informieren. Denn je weniger man weiß, desto spannender ist es!

Lest ihr Zombie-Romane? Ist das eigentlich ein eigenes Genre? Und welches Buch sollte unser Buchclub unbedingt als nächstes auf die Leseliste setzen? 

* Ja, ich habe gegoogelt, und die weibliche Form von Laie ist Laiin, auch wenn es merkwürdig aussieht! 😉

** Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr gedanklich noch ein paar Tage bei den Charakteren hängt und eigentlich ganz gern noch ein bisschen länger „dageblieben“ wärt?

weiterlesen

Rezensionshüpfer

Diebe! Piraten! Abenteuer! Ein Buchtipp.

5. Februar 2017

Zwölf Götter gibt es in Camorr, dem Stadtstaat, in dem Locke Lamora lebt. Alles, was man so aus den üblichen Fantasy-Geschichten kennt, ist dabei. Da ist Iono, Gott des Wassers und des Meeres; Azra, Göttin des Krieges; oder Gandolo, Gott der Händler und Kaufleute. Locke Lamora, als Waisenkind in Camorr großgeworden, folgt keinem von ihnen. Er betet zum dreizehnten Gott: der namenlose Gott, der „korrupte Wächter“, der Schutzherr der Diebe und Ganoven. Von klein auf ist Locke bei Dieben in die Lehre gegangen, denn ich Camorr herrscht der „Geheime Frieden“, der besagt, dass Verbrecher relativ ungestraft davonkommen, solange sie sich an gewisse Regeln halten und der Aristokratie nicht schaden. Doch Locke hat andere Pläne. Größere Pläne…

wp-1486301348592.jpg

Das Buch „Die Lügen des Locke Lamora“ von Scott Lynch stand bei uns schon seit Jahren im Regal. Eigentlich hat der Held es einmal geschenkt bekommen, aber wie das so ist, man hat so viele ungelesene Bücher, das manches in Vergessenheit gerät. Doch ich hatte schon viel gutes über den Roman gehört, daher nahm ich ihn kurz vor Weihnachten selbst in die Hand. Und nach einem etwas holprigen Einstieg war ich schnell gefesselt. Sehr gefesselt!

Persönlich tue ich mich immer etwas schwer, in völlig neue Fantasywelten einzutauchen. Auf den ersten Seiten muss man sich ja erst mal daran gewöhnen, wo man eigentlich ist: Was gibt es hier, was es in unserer Welt nicht gibt? Wie sieht alles aus? Was ist normal, wie sind die Sitten? Mag sein, dass mancher sich da sofort hineinwerfen kann, aber ich kann es nicht. Ich brauche ein-zwei Kapitel. Daher möchte ich den holprigen Einstieg auch gar nicht dem Buch vorwerfen. Es liegt an mir, nicht an dir…

Scott Lynch hat eine stimmige Welt erschaffen, die sich erst nach und nach eröffnet. Das fand ich sehr hilfreich. Das erste Buch spielt ausschließlich in der Stadt Camorr, und wir erfahren nur ein wenig über die Hintergründe der gesamten Welt. Stattdessen lernen wir Camorr von Kopf bis Fuß kennen. Die Verwaltung, die Aristokratie, aber auch die strengen Regeln der Unterwelt, in der klar festgelegt wird, wer wem unterstellt ist und wen man überhaupt bestehlen darf. Locke Lamora widersetzt sich diesen Regeln von klein auf. Daher muss der Lehrherr der Diebe ihn loswerden. Vater Chains, Priester des dreizehnten Gottes, nimmt ihn auf in seine Bande der Gentleman-Ganoven. So bleibt er kein bloßer Taschendieb oder gewöhnlicher Straßenräuber, sondern kann seinen Kopf einsetzen und lernt seine besten Freunde kennen, die bald wie eine Familie für ihn sind.

Das erste Buch springt noch recht viel hin und her zwischen Lockes Kindheit und seinem aktuellen Coup. Das kann manchmal etwas verwirrend sein, zumal Locke in seine Pläne gern Tarn-Identitäten, Plottwists und Betrug im Betrug einbaut. Wenn er gerade einen auf die Nase bekommt, weiß man nie, ob das nicht vielleicht eigentlich doch zu seinem gewieften Plan dazugehörte. Und selbst wenn nicht: Er hat es sicherlich schnell raus, diesen Rückschlag zu seinen Gunsten zu nutzen. Doch auch seine Gegner nutzen Intrigen und Täuschungsmanöver, und sind Locke und den Gentleman-Ganoven vielleicht schon einen Schritt voraus…

Im zweiten Buch „Sturm über roten Wassern“ verschlägt es Locke dann in die weite Welt: Nachdem er aus Camorr fliehen muss, findet er sich unerwartet auf einem Piratenschiff wieder. Wir lernen weitere Orte, Herrscher, Traditionen kennen. Auch hier gibt es wieder unerwartete Wendungen noch und nöcher, und das Buch fängt schon mit einem unfassbaren Cliffhanger an, der erst ganz am Ende aufgelöst wird.

Ich habe beide Bücher verschlungen – schon lange habe ich keine solchen Page-Turner mehr gelesen. Wobei ich dennoch gute Bücher gelesen habe, aber halt keine, wo man un-be-dingt wissen muss, wie es weitergeht. Besonders gut hat mir gefallen, dass Locke Lamore und seine Kumpane keine eindimensionalen, schwarz-weißen Figuren sind. Es gibt Krisen, Streit, Loyalitätskonflikt, man gewinnt Vertrauen und verliert es wieder, jeder macht mal einen Fehler, keiner ist perfekt, und es „darf“ auch mal gestorben werden (nicht ganz so viel wie bei George R.R. Martin, aber trotzdem werden hier auch Protagonisten nicht zwangsläufig geschont). In den Büchern wird gesoffen und geflucht. Da darf natürlich auch Sex nicht fehlen, auch wenn der Autor hier freundlicherweise nie sehr ins Detail geht – Kinderbücher sind es trotzdem nicht. Schön fand ich hier, dass es nicht nur relativ schnurz ist, wer jetzt wen liebt; generell sind Frauen in der Welt von Locke Lamora völlig gleichberechtigt, ohne das großes Aufheben darum gemacht würde. Dass der Kapitän oder der Kopf der Stadtwache Frauen sind, erkennt man plötzlich an den Pronomen (die Namen helfen nicht immer, wie das in Fantasiewelten nun mal manchmal so ist) und ist kurz überrascht, weil das immer noch nicht überall üblich ist. Ich persönlich fand es sehr angenehm.

Auch nach dem Ende des zweiten Buchs gibt es noch einige offene Fragen. Ich persönlich möchte ja endlich wissen, was aus Lockes alter Jugendliebe geworden ist und was es nun mit diesen geheimnisvollen Eldren auf sich hat, die überall in der Welt Bauwerke aus mysteriösen Materialien zurückgelassen haben, lang bevor dort Menschen lebten… Zum Glück sind bisher schon zwei weitere Bände erschienen: „Die Republik der Diebe“ (hier geht es tatsächlich um Lockes erste Liebe) und „Das Schwert von Emberlain„. Diese beiden werden sicherlich bald den Weg in mein Bücherregal finden!

Was war euer spannendstes Buch der letzten Zeit?

weiterlesen

Rezensionshüpfer

Buchtipp: Ein Jahr voller Wunder von Karen Thompson Walker

16. Februar 2016

Seit einiger Zeit bin ich nun Mitglied eines Buchclubs. Einmal im Monat treffen wir uns, reden über Bücher und andere Themen, trinken Kaffee oder Bier, und entdecken dabei auch noch neue Lokale in Münster. Bei jedem Treffen wählen wir ein Buch aus, das wir bis zum nächsten Mal lesen. Über dieses Buch reden wir dann gemeinsam.

Das Buch, das wir über die Weihnachtstage gelesen haben, durfte ich vorschlagen. Ich entschied mich für Ein Jahr voller Wunder von Karen Thompson Walker, weil ich es schon so lange auf meiner Liste hatte. Dabei hatte ich mich vorher nicht groß informiert, worum es in dem Buch geht, sondern mich von einer Empfehlung überzeugen lassen. Dementsprechend unvorbereitet ging ich an das Buch ran.

„Ein Jahr voller Wunder“ hat ein hübsches, fast schon romantisch wirkendes Titelbild, und auch der Titel lässt an Liebe, Romantik, schöne Dinge denken. Mehr könnte man kaum irren. „Wunder“ sind nämlich nicht immer wunderbar, stellen wir in diesem Roman fest. Es geht um Julia, zu Beginn des Buchs gerade einmal 11 Jahre alt, und ihre Welt. Da sind ihre Eltern – der Vater, der als Arzt ständigen Schichtdienst schiebt, die Mutter, die mit Depressionen lebt. Ihre beste Freundin, Hanna, eine Mormonin. Und natürlich der Junge, in den sie heimlich verliebt ist. So weit, so langweilig. Nichts, was man nicht in anderen „Coming of Age-Romanen“ schon hundert Mal gelesen hätte.

Aber dann passieren sie, die Wunder. Und während die Geschichte sich immer noch um Julia und ihre kleine Welt dreht, wurde für mich das gesamte Drumherum plötzlich sehr viel spannender. Auf einmal, niemand weiß weshalb, dreht sich die Erde langsamer. Das hat zur Folge, dass die Tage länger werden – die Abstände zwischen Tag und Nacht vergrößern sich. Ich schreibe das deswegen so, weil mich das Konzept „Die Tage werden länger“ erst einmal total verwirrt hat. Ein Tag im Sinne der Zeitspanne zwischen zwei Sonnenaufgängen hat also plötzlich mehr als 24 Stunden. Zunächst unmerklich einige Sekunden, später Minuten, noch später Stunden.

Es war wirklich faszinierend, welche Konsequenzen sich daraus ergeben. Zunächst einmal das offensichtliche: Der Tagesrhythmus ist schnell im Eimer. Wie soll die Gesellschaft weiter vorgehen – geht die Schule los, wenn es hell wird, oder wenn es acht Uhr ist? Aber es geht ja noch viel tiefer. Die Pflanzen und Tiere bekommen Schwierigkeiten, auch die Menschen kommen mit der starken Strahlung der Sonne nicht zurecht. Die Gezeiten verändern sich. Die Schwerkraft wird stärker. Die Gesellschaft verändert sich.

Das Buch war wirklich etwas besonderes: Es hat mich gefesselt, obwohl die Geschichte, die erzählt wird, nicht besonders spannend war. Julias Eltern trennen sich, ihre Freundin zieht weg, sie versucht, in der Schule dazuzugehören, dazu die erste Liebe – die übliche 0815-Teenager-Geschichte. Doch die Atmosphäre des Buchs und die innovative Hintergrundgeschichte hat mich das völlig vergessen lassen. Tatsächlich habe ich das Buch an einem Abend auf dem Sofa verschlungen, und als der Held heimkam, musste ich erst einmal wieder in unserer Welt ankommen. Kurzer Blick auf die Uhr – es war Mitternacht – kurzer Blick nach draußen – es war dunkel. Alles in Ordnung hier bei uns. Es war wirklich ein mulmiges Gefühl entstanden. Danach musste ich dem Helden das Phänomen des Buchs noch in aller Ausführlichkeit darlegen und wir diskutierten über Folgen, Probleme und woran es wohl liegen könnte (darauf wurde im Buch nämlich gar nicht eingegangen).

Also: Eine Leseempfehlung für euch! Meinen Damen im Buchclub hat es glücklicherweise auch gefallen. Diesen Monat haben wir Das Buch der verlorenen Dinge gelesen, und irgendwie hatte ich schon nach einigen Seiten so ein vertrautes Gefühl… Und tatsächlich, ein Blick in meine vergangenen Leselisten des Blogs verriet mir, dass ich das Buch schon 2012 gelesen habe. Upps. Nun denn, neuer Monat, neues Glück!

weiterlesen