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5 Sätze, die mehr Ordnung in dein Zuhause bringen

Aufräumen! Wenige Menschen würden das vermutlich als ihr Hobby bezeichnen. Ich auch nicht. Was mich aber wirklich glücklich machen kann, ist Ordnung. Und vor diese hat der liebe Gott nun einmal das Aufräumen gesetzt. Oder?

Seit wir umgezogen sind, haben wir eine Durchgangsküche. Jeder, der in unser Wohnzimmer möchte, durchquert also erst einmal die Küche. Da ist nichts mehr mit “Tür zu, Chaos weg” – zumal die Türen auch noch Scheiben haben, durch die man alles unbarmherzig zu Gesicht bekommt. Als wir letztes Jahr eingezogen sind, war also mein fester Vorsatz: Wir räumen jeden Tag die Küche auf. Und was soll ich sagen? 100% geklappt hat das nicht, aber wir sind deutlich ordentlicher geworden als vorher. Und  zwar nicht nur in der Küche, sondern insgesamt. Das gefällt mir sehr gut!

Wie ist es dazu gekommen? Zum einen gebe ich mir mehr Mühe (und der Held natürlich auch, aber ich möchte in diesem Artikel nur über mich selbst schreiben – denn ändern kann man ohnehin nur sich selbst, nicht den Partner oder andere Menschen, mit denen man zusammenwohnt). Zum anderen habe ich eine Menge zu dem Thema gelesen – manches bewusst, manches tauchte in ganz anderen Zusammenhängen auf und blieb irgendwie hängen.

Folgende Sätze haben nachhaltig beeinflusst, wie ich mich zu Hause verhalte:

Complete the cycle

Bringe zu Ende, was du angefangen hast. “Complete the cycle” bedeutet zum Beispiel, dass du Dinge, die du herausholst, auch wieder zurückbringst – der “Kreis” des Geschenke einpackens besteht darin, das Geschenkpapier, Schere und Klebeband zu holen, das Geschenk zu verpacken und anschließend das Geschenkpapier, Schere und Klebeband wieder an ihren Platz zu bringen. Erst dann ist der Kreis geschlossen. Der “Kreis” kann zum Beispiel aber auch die Wäsche sein: Sie will sortiert, in die Maschine gebracht, aufgehängt und weggeräumt werden. Dieser “Cycle” dauert etwas länger und es gibt Ruhephasen. Dennoch passiert es uns seither deutlich seltener, dass die Wäsche eine Woche trocken auf dem Wäscheständer hängt, oder bereits gefaltet im Korb liegt, aus dem man sich dann morgens ein T-Shirt nimmt. Es ist ein sehr befriedigendes Gefühl, zu denken “Yes! I completed the cycle!”

Do the grown-up thing

Manche Dinge nerven. Und dabei sind es oft Kleinigkeiten, die in wenigen Minuten oder sogar weniger erledigt sind. Klassische Beispiele: Die leere Klorolle ersetzen. Den Müll nicht nur rausbringen, sondern auch einen neuen Müllbeutel einsetzen. Die Armaturen nach dem Duschen eben abwischen. Oder die Gehaltsabrechnung sofort abheften, statt sie ungeöffnet in den Briefständer zu stecken, der irgendwann überquillt. Reiß dich kurz zusammen und treffe die erwachsene Entscheidung, es halt eben hinter dich zu bringen. Irgendwann musst du es schließlich sowieso machen – wieso nicht sofort? Es sind nur Kleinigkeiten, aber es macht einen Unterschied.

Never walk empty-handed

Schon Mama hat’s gewusst: “Nie leer gehen!” Dann wurde mir etwas in die Hand gedrückt, das in einen Raum musste, durch den ich sowieso kam. Heute halte ich bei jedem Aufstehen aktiv Ausschau nach Dingen, die nicht da sind, wo sie hingehören. Die leere Kaffeetasse kommt schon mal mit in die Küche. Manchmal räume ich sie direkt in die Spülmaschine (Do the grown-up thing and complete the cycle! 😉 ), aber manchmal stelle ich sie auch erst einmal nur auf die Arbeitsplatte. Dennoch ist das Wohnzimmer schon einen Tick ordentlicher und die Hürde ist kleiner. Der Clou ist hier auf jeden Fall das aktive Suchen nach Gegenständen, die mitgenommen werden können. Manchmal bin ich dann schon fast enttäuscht, wenn ich nichts finde.

Keep your sink shiny

Das erste Gebot der “FlyLady”. Die Amerikanerin befasst sich mit Ordnung und Routinen im Haushalt. Ihre Website steckt offensichtlich noch in den 90er Jahren, aber inhaltlich konnte ich dort schon einiges mitnehmen. Ihre erste Regel lautet: Halte dein Spülbecken sauber. Bringe es jeden Abend zum Glänzen. Nun ist es so, dass unsere neue Spüle mattschwarz ist. Glänzen wäre also kontraproduktiv. Allerdings ist meine persönliche Regel, dass abends vor dem Schlafengehen nichts mehr in der Spüle steht und diese ordentlich abgewischt ist. Meist spüle ich daher kurz vor dem Schlafengehen noch ein-zwei Töpfe ab und räume sie weg. Dann sieht es schon wieder so viel ordentlicher aus, dass oft wenige weitere Handgriffe reichen, um die Küche richtig aufgeräumt aussehen zu lassen. Sprich: Die Kaffeetasse, die ich im letzten Schritt schnell aus dem Wohnzimmer vorbeigebracht habe, wandert noch eben in die Spülmaschine, die Schere kommt wieder in die Schublade und zack, sieht’s super aus.

You can do anything for 15 minutes – and sometimes for 2 hours

Manchmal sieht die Wohnung aus wie sonst was, aber man hat einfach sowas von keinen Bock. Dann kremple ich die Ärmel hoch und sage zum Helden “Komm! Eine Viertelstunde, das schaffen wir!” Und dann stellen wir die Eieruhr und flitzen los. Einfach das machen, was man gerade so sieht, ohne großen Plan. Es ist erstaunlich viel, was man in fünfzehn Minuten geschafft kriegt!
Aber auch dem großen “Hausputz” tut ein Zeitlimit gut. Samstag ist unser Hausarbeitstag. In der Regel haben wir da eine To-Do-Liste, die abgearbeitet wird. Der Held und ich haben manchmal unsere Differenzen, weil ich gern Pause mache, er aber alles möglichst schnell abhandeln will, und wir teilweise unsere Aufgaben auch nicht zeitgleich erledigen, und so weiter. Vor ein paar Wochen haben wir etwas neues probiert, und beschlossen: Heute machen wir für zwei Stunden Hausarbeit. Ein paar Punkte sind ein Muss (Bad putzen zum Beispiel), und sonst schauen wir einfach, was so zu tun ist. Anschließend ist Feierabend – Zeit, das Wochenende zu genießen!
Es hat mich sehr glücklich gemacht, wie gut das funktioniert hat. Zwei Stunden lang sind wir durch die Wohnung gewirbelt und haben dies und jenes gemacht. Am Ende war noch etwas Zeit übrig, da wurden dann mal die Lichtschalter und Steckdosen gereinigt – was ich sonst NIE mache (NIE-NIE-NIE!), aber dann sehe ich zwischendurch immer, wie staubig sie sind, und ärgere mich etwas. Jetzt sind so kleine Aufgaben, die ich niemals auf die To-Do-Liste schreiben würde (weil sie mir nicht wichtig genug vorkommen), auch mal erledigt. Und vielleicht reaktivieren wir demnächst ja mal wieder das To-Do-Listen-Glas zu diesem Zwecke?

Weitere schlaue Ordnungssätze nehme ich gern entgegen! Perfekt ist es bei uns nämlich noch lange nicht. Aber wenn man ehrlich ist, wird es das vermutlich auch nie sein… 😉 

Schnipsel

Heute war ich Wandern. Es regnete, die Sicht war neblig, das Thermometer im Auto zeigte zehn Grad. Egal, Wald. Zwanzig Minuten mit dem Auto von hier und dann ging es auf und ab. Unter anderem war ich zum ersten Mal überhaupt am Longinus-Turm. Dieser Aussichtsturm steht auf der höchsten Erhebung des Münsterlands: dem immerhin 187,6 Meter hohen Westerberg. Überrascht war ich davon, wie unfassbar hässlich dieser Turm ist. Mir wurde dann auf Instagram mitgeteilt, dass man ja auch nicht den Turm fotografieren soll, sondern daraufsteigen und von dort aus dann die Aussicht bewundern. Bei dem heutigen Regenwetter habe ich mir das aber mal gespart.

So bin ich aber immerhin mal wieder auf 16.000 Schritte gekommen. Seit ich meine persönliche Challenge, 100 Tage am Stück jeweils 10.000 Schritte zu gehen, geschafft habe, dümpelt meine Schrittzahl nämlich so ziemlich am Boden vor sich hin. Das ist etwas traurig. Und da ich die letzten Tage auch noch krank war und auf dem Sofa Rückenschmerzen von zu viel Liegen bekam, tat die Bewegung auch bei schlechtem Wetter richtig gut.

Außerdem dieses Wochenende bzw. in der Krankenwoche zu berichten: eine lange im Regal vor sich hin staubende Serie in den DVD-Player geschoben und sofort gefesselt gewesen. Boardwalk Empire spielt in den USA der 20er und 30er Jahre und fängt an zum Beginn der Prohibition. Spannend! Leider nirgendwo zu streamen, aber ich habe mir direkt die Komplettbox bestellt, die zu dem Zeitpunkt im Angebot war und nur 27 Euro gekostet hat (statt – wie jetzt – 99!).

Unser Buchclub hat sein Schicksal endlich eingesehen. Wir sind jetzt offiziell ein Dystopien-Buchclub. Nein, nicht wirklich, aber wir haben festgestellt, dass wir wirklich oft Dystopien lesen, und diese zählen dann meist zu den Büchern, die allen am besten gefallen. Ein paar habe ich ja hier auch schon besprochen (Die Berufene und Ein Jahr voller Wunder), es standen aber noch mehr auf dem Programm. Das Licht der letzten Tage war das vorletzte Buch, und dieses Mal haben wir eine ganz besondere Lektüre ausgewählt: Der Bericht der Magd von Margaret Atwood. Nicht wenige hatten die Autorin für den Literaturnobelpreis auf dem Schirm (den hat ja letzten Endes dann mal wieder ein Mann gewonnen – aber bei einem Verhältnis von mittlerweile 100 Männern zu 14 Frauen sind Männer wohl einfach die besseren Autoren *husthust*) und zu dem Buch, das schon mehrfach verfilmt wurde, gibt es auch aktuell eine sehr gehypte Serie (The Handmaid’s Tale nach dem Originaltitel), die man hierzulande leider nicht ansehen kann. Also, außer auf obskuren PayTV-Sendern, die niemand hat. Das Buch war jedenfalls unglaublich gut. Da steht wohl mal eine ausführliche Rezension an. Da hab ich allerdings noch mehrere Bücher auf der Liste.

Mehr Zeit wäre also schön – also alles wie immer. Nebenbei nähe ich, habe die ersten Weihnachtsgeschenkideen, und entrümpele fröhlich die Wohnung nach Konmari. Es wird nicht langweilig!

Ein Tag im Januar

Heute ist Donnerstag. Wie üblich bin ich gestern Abend zu spät ins Bett gekommen. Als der Wecker klingelt, snooze ich daher vor mich hin. Meine Wecker-App hat die großartige Funktion, dass man das Handy nur einmal umdrehen muss, um den Wecker zu snoozen. Zum Ausschalten kann man das Handy schütteln, aber da habe ich eine Sicherheitsabfrage eingebaut, nachdem ich mal vermeintlich geschüttelt statt gedreht habe und der Wecker nicht mehr klingelte. Jetzt klingelt es alle 8 Minuten, und nach einer gewissen Snooze-Anzahl geht das auch nicht mehr und ich muss eine kleine Aufgabe lösen, um den Wecker tatsächlich auszustellen. Das nutze ich heute auch komplett aus, erst um kurz vor 8 Uhr sortiere ich einige Zahlen in absteigender Reihenfolge, um der App zu signalisieren: Ich bin tatsächlich endlich wach!

Und so liege ich noch im Bett, als das Handy plötzlich klingelt. Mein Kollege ist dran. “Bist du schon losgefahren?” – ich muss grinsen, denn dass ich noch im Bett liege, liegt wohl nicht im Bereich seiner Vorstellung. Als ich verneine und er erleichtert “Dann ist ja gut!” antwortet, habe ich kurz die Hoffnung, dass ich liegen bleiben kann. Ist das Büro abgebrannt, haben wir uns ausgesperrt, wieso zum Kuckuck ist es gut, dass ich noch zu Hause bin? Aber von wegen. Ich soll einen Hammer und Schraubendreher mitbringen. Wir haben nämlich ein neues Regal im Büro, das aufgebaut werden soll. Nun gut.

werkzeug

Ich stehe also doch auf, mache mich fertig, suche Werkzeug zusammen. Nur gut, dass wir zu Weihnachten einen tollen neuen Akkuschrauber bekommen haben. Der darf nun eingeweiht werden. Er passt nur in meine Tasche, wenn ich die Regenhose rausnehme. Hoffentlich bleibt es heute trocken.

Auf dem Fahrrad höre ich eine neue Folge “This American Life”. Es ist kalt, aber dank der Handschuhwärmer von Jessica habe ich warme Finger und radle daher gemütlich meine 6,5 Kilometer, während ich einen Bericht über einen Tunnel mit einer Höhle am Ende höre, die man in Kanada in der Nähe eines großen Sport-Events gefunden hat. Die Medien redeten Terrorgefahr und Kriminalität herbei, letzten Endes war es ein 22jähriger, der mal Ruhe vor seinen ständig redenden Geschwistern haben wollte. Ich muss lachen.

Im Büro wird das Werkzeug schon sehnsüchtig erwartet, aber der Akkuschrauber muss erst noch aufladen. Niedlicherweise ist das Akku-Lade-Symbol eine kleine Zapfsäule – er möchte Strom tanken! Ich mache mir einen Kaffee und eine Kanne roten Tee, die ich über den Tag verteilt kalt trinken werde. Nach zwei Stunden hört das Lichtlein am Akkuschrauber auf zu blinken und wir bauen zu dritt das neue Billy-Regal für die Küche zusammen. Nun hat jeder sein Fach und wir müssen den Tee nicht mehr auf der begrenzten Arbeitsfläche stapeln. Gefällt mir.

buero-regal

In der Pause esse ich Salat mit roter Bete. Ich habe rote Bete neu für mich entdeckt und könnte sie jeden Tag essen! Außerdem eine Schüssel Hühner-Nudel-Topf. Ganz böse aus der Dose. Aber kochen werde ich ja heute Abend noch. Zum Nachtisch noch eine Mandarine, und weiter geht’s an die Arbeit.

Zwischen 13 und 15 Uhr soll ich einen Anruf tätigen. Ich versuche es mehrfach, lande aber immer in der Warteschleife und habe keine Lust darauf. Um halb drei denke ich, jetzt muss es aber klappen, und klemme mir den Hörer einfach zwischen Ohr und Schulter, während ich weiter arbeite. Das Warteschleifenlied kann ich mittlerweile auswendig. Um Punkt 15 Uhr tutet es und ich bin guter Dinge, als plötzlich die Ansage ertönt, ich würde ja außerhalb ihrer Geschäftszeiten anrufen. Ich schaue den Hörer noch ein paar Sekunden entgeistert an, bevor ich auflege und den Kopf schüttle. Dann eben nicht.

 

Als es draußen langsam dunkel wird, gehen die Laternen an. Und der Regen. Was habe ich heute früh gesagt? Hauptsache, heute bleibt es trocken? Der Held kann mich nicht abholen, da er noch eine Weiterbildung hat und länger bleiben muss. Ich bleibe noch ein paar Minuten im Büro, aber da muss ich jetzt wohl durch. Ich husche schnell in den Supermarkt und dann ab aufs Rad – innerhalb weniger Meter bin ich durchnässt.

Während ich auf dem Smartphone eigentlich meinen Podcast weiterhören möchte, klingelt mein Smartphone. Es ist die Versicherung, mit der ich ein paar Dinge zu besprechen habe. Ich trage mein Bluetooth-Headset, das ich eigentlich nur gekauft habe, um es als Kopfhörer für unterwegs zu verwenden – man kann damit aber auch telefonieren und so radle ich durch die Dunkelheit und spreche quasi in die Luft. Ein sehr irritierendes Gefühl, aber ein sehr erfolgreiches Telefonat.

regen

Daheim schäle ich mich aus der nassen Hose. Zehn Minuten auf dem Sofa und dann geht’s ans Kochen: Königsberger Klopse mit Kartoffeln! Gab es früher bei Muttern, habe ich vor zehn Jahren mal gekocht und dann nie wieder. Im Dezember bekam ich aber urplötzlich Lust darauf, und dann war es so lecker, dass wir es unbedingt noch mal essen wollten. Wird auf jeden Fall ins allgemeine Repertoire aufgenommen! Gut daran ist auch, dass man problemlos die Küche aufräumen kann, während man noch kocht.

kueche

Während des Kochens ist der Held heimgekommen und direkt eingestiegen. Wir essen und beschließen anschließend, eine neue Serie anzutesten. “The Shannara Chronicles” steht in unserem Bücherregal, aber keiner von uns hat es bisher gelesen! Jetzt erscheint jede Woche auf Amazon eine neue Folge, so etwas mögen wir ganz gern. Man kommt nicht in die Versuchung, alles hintereinander anzusehen. Da sind wir wohl ein bisschen komisch, oder? Jedenfalls entdecken wir einige bekannte Gesichter und sind uns einig, dass wir die weiteren Folgen durchaus auch anschauen werden. Der Weihnachtsbaum und die Geschenke stehen noch da – am Wochenende wird alles abgebaut, haben wir beschlossen.

abends

Jetzt schauen wir noch eine Folge “The Walking Dead” – die fünfte Staffel ist endlich bei Netflix! Und dann geht’s auch schon wieder ins Bett.