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Selbstversuch: Das Happiness-Projekt von Gretchen Rubin

21. Januar 2018

Schon lange bin ich Fan von Gretchen Rubins Podcast „Happier“. Darin gibt die Autorin zusammen mit ihrer Schwester Tipps, wie man im Alltag glücklicher werden kann. Vor vielen Jahren hat sie begonnen, sich mit dem Thema zu beschäftigen – damals hat sie ein Buch darüber geschrieben, und das hat mir der Held nun zu Weihnachten geschenkt.

„Das Happiness-Projekt Oder: Wie ich ein Jahr damit verbrachte, mich um meine Freunde zu kümmern, den Kleiderschrank auszumisten, Philosophen zu lesen und überhaupt mehr Freude am Leben zu haben“ – eingängiger Buchtitel, oder? 😉 Zumindest sagt er aus, worum es geht. Nämlich um einen Selbstversuch. Ein Jahr lang versucht Gretchen Rubin verschiedene Methoden aus, mit denen man sich eventuell glücklicher fühlt. Und ich? Ich mache mit.

Bin ich unglücklich? Nein, keineswegs! Aber ich bin ja generell ein Opfer solcher Selbsthilfebücher. Zugegeben: Viele bringen nicht viel. Aber meistens kann ich wenigstens ein bisschen was mitnehmen und manchmal landet man ja auch einen echten Volltreffer. Generell leben wir natürlich ein einer Welt des Selbstoptimierungswahns – eigentlich kann ich das natürlich nicht gutheißen, aber andererseits, wer möchte nicht ein bisschen optimiert werden? 😉 Ich sehe das ganz pragmatisch: Mir macht es Spaß. Ich lese solche Dinger gern, ich probiere gerne aus und verändere gern Dinge. Ich versuche, ein reflektierter Mensch zu sein und glaube, dass ich mich dadurch weiterentwickle, und zwar im positiven Sinne. Das ist nicht jedermanns Sache, und das ist auch in Ordnung so. Niemand soll denken, er muss sich jetzt un-be-dingt auf Teufel komm raus „optimieren“. Für mich selbst denke ich eben, dass es nicht schaden kann, so etwas wie das Happiness-Projekt einfach mal aus Jux und Dollerei auszuprobieren und zu gucken, was hängenbleibt.

Das Happiness-Projekt ist in zwölf Monate aufgeteilt. Ich habe mit dem Januar nun natürlich viel zu spät angefangen. Aber was soll’s? Jux und Dollerei-Projekt, ich sagte es bereits. Außerdem habe ich einiges aus dem Januar sowieso schon auf dem Schirm gehabt. Der Januar hat nämlich das Thema Vitalität. Logisch: Wenn man mehr Energie hat, fühlt man sich besser, und somit ist man glücklicher.* Rubin spricht hier von physischer sowie psychischer Energie. Für den körperlichen Teil gibt es zwei Vorschläge, die man im Januar ausprobieren sollte: mehr Schlaf, mehr Bewegung. Tatsächlich glaube ich, dass ich da schon auf dem richtigen Weg bin. Bewegung habe ich dank Radweg zur Arbeit, Hüpferei vor dem Fernseher, mittäglicher Hunderunde mit dem Bürohund sowie wochenendlichen Wander- und Spazierrunden durchaus genug. Vielleicht versuche ich mich noch mal wieder an den 10.000 Schritten am Tag, sobald ich wieder einen Fitnesstracker habe. Was den Schlaf betrifft, versuche ich lustigerweise schon seit einigen Tagen, eher ins Bett zu gehen. (Lustig finde ich es, weil ich das Happiness-Kapitel tatsächlich erst heute gelesen habe.) Wenn es gut läuft: Einfach dann in die Kiste, wenn ich müde bin. Das werde ich jetzt noch konsequenter durchziehen und mal sehen, was passiert. Ist ja nicht das erste Mal, dass ich diese Erkenntnis habe.

Bei der psychischen Seite der Energie geht das Buch auf drei Dinge ein: Aufräumen, unangenehme Aufgaben erledigen und energiegeladener sein, indem man einfach so tut, als hätte man Energie und sich so selbst überlistet. Dass Aufräumen mich beschwingt und glücklich macht, konnte ich ja im letzten Jahr mit Konmarie schon sehr gut feststellen. Ein Blogpost dazu ist in Vorbereitung! Das Erledigen unangenehmer Aufgaben? Ja, es stimmt. Wenn man etwas erledigt hat, das man schon ewig vor sich hergeschoben hat oder das einem wirklich schwerfiel, anzugehen, dann fühlt man sich danach oft, als könne man jetzt ALLES. Eine gute Möglichkeit also! Laut Buch soll man eine To-Do-Liste mit unangenehmen oder nervigen Aufgaben machen. Viel ist mir aber nicht eingefallen, denn ich habe schon einiges abgehakt: Zeitschriften-Abos gekündigt, mit der Bank über meine Altersvorsorge gesprochen, all so unangenehme „man sollte mal“-Jobs. Auf meiner Liste steht jetzt ein Zahnarzttermin, ein Termin für ein Hautscreening (das habe ich noch NIE gemacht, ich weiß gar nicht, wo ich da hingehen soll) und das Abschreiben von Rezepten in unser Kochbuch. Vielleicht fällt mir noch mehr ein, es ist noch Platz auf der Liste! 😉

Diese Punkte versuche ich jetzt also mal für den Rest des Januars durchzuziehen und dann sehen wir weiter. Ich werde berichten und euch dann auch gleich erzählen, was das Thema für den Februar ist. Vielleicht hat ja noch jemand Lust, mitzumachen! Ich würde mich freuen. 🙂

Wie seht ihr das denn überhaupt? Kann man Happiness „trainieren“?

* Das Wort „glücklich“ als Übersetzung für „happy“ trifft es nicht zu 100%, meiner Meinung nach. „Happy“ ist vielleicht noch etwas „kleiner“ als das deutsche „glücklich“ – es kann eben auch erfreut, fröhlich und – ganz wichtig – zufrieden bedeuten. „Happier“ zu werden heißt also nicht zwangsläufig, permanent mit einem duseligen Grinsen der Glückseligkeit durch die Gegend läuft.

  1. Das klingt wirklich witzig! 🙂 Tatsächlich könnte ich mich in beidem auch deutlich mehr üben, ich oller Bewegungsmuffel. Und das mit dem Schlaf ist auch so eine Sache, wenn es so viele tolle Dinge zu tun gibt, dass man den Schlaf lieber reduziert. Mh. Ich sollte mal drüber nachdenken, glaube ich.
    Hautscreening habe ich tatsächlich Ende letzten Jahres in Angriff genommen, kann dir da eine Praxis bei uns in der Ecke nennen mit der ich zufrieden bin. Tatsächlich muss sogar eins meiner Drölfzig Muttermale weg! 😮 Versicherungen sind ein ganz leidiges Aufschieb-Thema bei mir, da bin ich sehr ignorant. Bisher fehlt der Elan, es zu ändern…sonst bin ich aber glaub ich ganz gut in nervige Aufgaben erledigen. Nur wenn ich absolut keine Ahnung habe, bleibt etwas lange liegen.

    1. Ja, schlafen kann man, wenn man tot ist! 😉
      Bei mir sind Aufschiebe-Aufgaben gar nicht mal nur die total doofen. Manche … schiebe ich einfach so vor mir her, ohne Grund. Zum Beispiel habe ich es ungefähr anderthalb Monate vor mir hergeschoben, die Zugtickets für Ostern endlich zu bestellen. Völlig albern. Aber dann habe ich es endlich gemacht und es fühlte sich an, als wäre eine riesige Last von mir abgefallen.

  2. Ich bin dabei! Ich suche schon lange nach einem Buch übers Glücklichsein, dass nicht so esoterisch ist, aber mich auch nicht mit zwei-Mal-täglichen Tagebucheinträgen komplett aus meinem Ablauf bringt. Es muss nebenbei passieren. Ich bin Mama und berufstätig, habe mehr Baustellen im Leben als Finger sn den Händen, aber bestimmt doppelt do viele Gründe glücklich zu sein. Diese möchte ich finden.
    Danke für fie Inspiration, liebe Nele. Ich lade das Buch gleich mal aufs Ipad. Lg

    1. Super Ulrike, das freut mich zu hören! Ich hoffe, dir macht das Buch auch so viel Spaß. Esoterisch ist Frau Rubin wirklich nicht. Da bin ich auch ganz allergisch gegen. Das Buch ist ja eher amüsant geschrieben und beruft sich auch oft auf Studien!

  3. Das hört sich super an! Und lustig ist auch bei mir, dass ich seit kurzem mehr schlafe. Nicht, weil ich es mir vorgenommen habe, sondern weil der Körper sich das gerade einfach holt und ich keine Kraft habe ihm zu widersprechen… also gehe ich früher in die Falle. Bewegung habe ich auch mittlerweile nicht wenig mit Watson, doch zusätzlich fange ich wieder mit Yoga an… für meinen Rücken. Dem bringt das Laufen nämlich nichts.
    Auf jeden Fall hört es nach einem tollen Buch an… ob es glücklicher macht? Eher zufriedener, denn wie du schon geschrieben hast, unser Begriff „glücklich“ hat eine höhere Bedeutung.
    Bis demnächst
    Monika

    1. Hey Monika, freut mich, dass du mitliest, wie ich auf Insta sehen durfte! 🙂 Ja, den Begriff „glücklich“ finde ich schwierig, aber so ist es halt im Buch in der Regel übersetzt. Aber für unser deutsches „glücklich“ gibt es auch keine hundertprozentige englische Übersetzung, finde ich. Naja, solange man sich besser fühlt, reicht das ja schon aus. Dann ist es ja auch irgendwie egal, wie man es nennt!

  4. Glück und Mind Setting scheint die Modeerscheinung der 2017/2018 zu sein. Ich habe ein Buch über Well-Being aus 2000, im Prinzip ähnliche Themen, die da abgehandelt werden, nur das Ziel war bescheidener.

    1. Ach nun, ich denke, man sollte das nicht überbewerten. Dieses Buch wird sicherlich niemanden aus Depressionen herausholen oder mein Leben verändern. Aber was Spaß macht, ist erlaubt – und mir machen Ratgeber nun einmal seit jeher Spaß.
      Das offizielle Thema der aktuellen Zeit ist übrigens glaube ich ACHTSAMKEIT. 😉

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