RUMS: Meine Frühlings-Kanga

Mit den Schnitten von Jolijou hatte ich bisher nur gute Erfahrungen gemacht. Daher, und weil ich mit meiner letzten Anleitung für einen Hoodie nicht so zufrieden war, wollte ich gerne auch einmal eine Kanga nähen. Der Stoff lag schon lange bereit und so nutzte ich einen “freien Abend” zuhause, um das Schnittmuster vorzubereiten und den Stoff zuzuschneiden.

Dunkelblau mit nur ein bisschen Hamburger Liebe sollte es werden. Keine Ahnung, welcher Teufel mich im letzten Sommer bei der Stoffbestellung geritten hat, aber von dem dunkelblauen Stoff hatte ich nur ungefähr halb so viel, wie ich benötigen sollte. Natürlich war auch ausgerechnet genau dieser Stoff nicht mehr lieferbar und so musste ich kombinieren. Das Ergebnis: Eine deutlich frischere Variante als die, die mir vorschwebte. Ich will mich also nicht beschweren, es ist nun weniger elegant und mehr frühlingshaft geworden. Naja, soweit ein Hoodie elegant sein kann…

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Mit dem Schnittmuster war ich schon zufriedener als bei meinem anderen Hoodie, aber die eine oder andere Anfängerfalle war trotzdem eingebaut. Ja, ich bin immer noch Anfänger mit meinen 5-6 selbst genähten Kleidungsstücken. Und gerade weil die Farbenmix-Ebooks sonst sowas von idiotensicher sind, stellt man schon mal ab und zu sein Hirn aus und verpeilt völlig, dass man beispielsweise gewisse Teile vielleicht gegengleich zuschneiden sollte. In meinem Fall zum Beispiel die Taschen. Vor den Ärmeln habe ich zum Glück noch mal gegooglet. Dann war ich so verunsichert, dass mir das Zuschneiden der Kapuze einen halben Knoten ins Gehirn gemacht hat und ich lieber erst mal eine Nacht drüber geschlafen habe. 😉

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Als der Pulli fertig war, sah die große hellblaue Fläche ganz schön leer aus… Ich habe nämlich die mittlere Variante von Kanga genäht (es gibt kurz, mittellang und lang), nächstes Mal würde ich eher zu kurz tendieren, da es unten doch etwas sackartig aussieht… Jedenfalls hat meine Schwiegermutter mit ihrer tollen Stickmaschine kurzerhand noch ein Blümchen für die Brust gestickt und so kann ich als Tulpenfrau glänzen!

An den Armen habe ich Daumenlöcher nach diesem tollen Tutorial eingearbeitet, die so vom Schnittmuster nicht vorgesehen waren. Aber da ich grundsätzlich zu doof bin, Ärmelbündchen zu nähen (ich klappe die Teile immer verkehrt herum zusammen und habe dann lange, schmale Bündchen statt kurzer breiter – und außerdem verkehrt herum im Fadenlauf), passte das ganz gut. Ich musste dann nur auch noch total Freestyle am eigentlich schon fertig genähten Pulli die Ärmel verschmälern, weil sonst die schmalen Bündchen nicht gepasst hätten. Der Hoodie ist also ein Unikat, das ich so nie wieder hinbekommen werde! 😉

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Mit diesem Wissen werde ich Kanga bestimmt noch mal nähen, in einer etwas anderen Variante. Der passende Stoff liegt schon bereit. Genauso gerne würde ich übrigens auch mal ein Kleid oder eine Hose nähen, wie ich sie so oft und so toll beim RUMS oder beim Me Made Mittwoch sehe. Aber an diese ganzen “normalen” Schnittmuster traue ich mich irgendwie nicht ran… Ich fürchte, ich bin für solche Arbeiten nicht gewissenhaft und ordentlich genug. Habt ihr Einsteigertipps, z.B. für ein schönes Kleid?

Mehr RUMS findet ihr heute übrigens hier!

14 Antworten

  1. Absolut cool dein Hoodie! Sieht richtig klasse aus! Überlange Ärmel mit Daumenlöchern finde ich auch immer sehr praktisch und Taschen sowieso 😉

    Liebe Grüße, Jessica

  2. Daumenlölcher sind so toll! Ich habe auch noch Sweatshirt-Stoff hier liegen, der Pulli braucht dann auch unbedingt Daumenlöcher!
    Dein Hoodie ist auf alle Fälle sehr sehr cool und hat wirklich genau die richtige “Dosis” Hamburger Liebe. Super kombiniert! Und das Blümchen vorne drauf ist natürlich obererste Sahne! Das ist mir direkt aufgefallen und ich habe gegrübel “wie hat sie das nur gemacht?!”

    Also ich kann nur den Cambie-Schnitt empfehlen, bis auf den RV fand ich den echt idiotensicher, besser beschrieben als z.B. Amy (mein neverending-Nähkurs-Rock) oder Shelly, die ja auch beide von Jolijou sind.
    Aber ich glaube wir haben eher andere Körperproportionen, ich passe in diese Birnenform von Sewaholic vermutlich besser rein als du.
    So ne Kanga säße dafür bei mir obenrum wie n Sack und würde dann überm Hintern spannen 😀 Deswegen überlege ich auch noch, welchen Schnitt ich dann für den Pulli nehme oder mir selbst irgendwie was zusammenbastel (haha, ich bin mal wieder übermütig).

    Liebe Grüße, Goldengelchen

    • Hihi, das Blümchen ist echt super, wenn man aber keine Schwiegermutter mit Stickmaschine hat, kann man solche Applikationen auch fertig gestickt bei Dawanda bestellen!

      Die Kanga sitzt bei mir oben super und unten eher sackig! 😉 Aber das liegt am Schnitt, dass sie unten so weit ist. Ich denke auch, ich bin zu klein für diese längeren Schnitte. Also kurze Pullis oder gleich ein Kleid. 🙂

      Amy als Schnittmuster habe ich auch noch auf der To-Sew-Liste, ist die so schwierig?! Oh je. 😉 Dann trau ich mich vielleicht doch mal an ein “richtiges” Schnittmuster. Den meisten Respekt habe ich vor dem Übertragen des Schnitts. Denn bei den Ebooks kann ich das einfach ausdrucken, zusammenkleben und ausschneiden. Und bei einem “richtigen” Schnitt muss ich das ja irgendwie abpausen…? Da bin ich der totale Dummy 😉

      Liebe Grüße zurück!

      • ich schneide auch E-Books nicht aus, sondern pause die ab. Ich brauche ja öfters Größenverlauf, das male ich dann lieber selber auf, oder für den Fall, dass mal irgendwann ne andere Größe brauche, oder so, da lass ich das gedruckte und geklebte lieber komplett.
        Also von Burda gibts ja extra so Folie zum abpausen mit Folienstift, als komplette Sets zu kaufen (bei mir sogar im Kaufhof)
        Du kannst aber viel besser im Baumarkt Malerfolie oder Abdeckfolie kaufen, dazu nen Folienstift oder CD-Marker, und dann einfach abpausen – fertig.
        Guck nur, dass die Malerfolie nicht zuuu dünn bzw. die Abdeckfolie zuu dick ist – ich würde sagen von der Dicke/Festigkeit wie Gefrierbeutel (oder etwas dünner) ist ganz gut.
        Ich konnte eine ganze Rolle Folie aus der Firma mitnehmen, von daher kann ich dir leider keinen ganz genauen Tipp bzgl. der Malerfolie geben – aber Google sollte da auch weiterhelfen 🙂
        LG

        • Extrastarke Malerfolie (bei uns 20 qm ca. 8 Euro) kann ich da sehr empfehlen 😉 Die kann man auch probehalber mit Masking Tape zusammenkleben und grob anprobieren ob die Größe halbwegs passt.

          Liebe Grüße, Jessica

      • Ach und was ich noch bzgl der Amy sagen wollte: sooo schwer ist die nicht. Ich brauche im Nähkurs eh immer so lange für Sachen weil man ja auch zwischendurch quatscht und auch immer wieder darauf warten muss, dass die Kursleitung Zeit für einen hat. Ich habe am Anfang ein zwei Sachen in ner anderen Reihenfolge gemacht und kann daher nicht mehr nach Anleitung nähen und muss dann immer die Kursleitung fragen. Du kriegst die bestimmt hin!
        LG

  3. Super schön!! Das mit den Daumenlöchern finde ich auch klasse!

    Ich bin, obwohl ich nach etwa 11 Jahren Näherfahrung eher kein Anfänger mehr bin, immer noch ähnlich chaotisch und ungenau- das wird sich vermutlich auch nie ändern, dafür bin ich viel zu faul ;-). Von daher kann ich Dir sagen: Sogar Hosen mit 10293875637 Teilen sind hinterher tragbar =)
    Ich habe dem großen Sohn nämlich mal eine genäht, die sah dann sogar echt gut aus! (Nur die Gürtelschlaufen habe ich nicht so dolle hinbekommen, muss ich zugeben…)

    Liebe Grüße
    Katha

    • Ja, tragbar war bislang auch alles, und man selbst ist ja auch immer viel kritischer als andere. Was ich schon gelernt habe, man sollte vernünftigen Stoff nehmen (2-3 Teile hab ich genäht, die einen sehen toll aus, aber der Stoff fühlt sich einfach total unschön an, und die anderen waren eine dermaßene Qual zu nähen, dass alles ganz krumm und schief geworden ist – zu fludderige Stoffe). Dann habe ich gelernt, aufhören wenn ich müde bin 😉 sonst kann ich eh am nächsten Tag alles wieder auftrennen. Und der Rest ist Try & Error, und wenn ich sehe, was Schwiegermuttern nach deutlich kürzerer Zeit (aber deutlich mehr Nähzeit, schon schön wenn man nicht arbeiten gehen muss) alles näht, verlässt mich fast der Mut… Aber das ist dann wirklich die grundsätzliche Einstellung, die bei ihr halt sehr genau und präzise ist und bei mir wie du so schön sagst – chaotisch und ungenau! 😉

  4. sieht toll aus!!

    herzlich
    blanca

  5. Katzinka

    Sehr schön,dein Kanga! Als Kleiderschnitt empfehle ich dir den neuen Schnitt “Toni” von “das Milchmonster”. Genäht habe ich ihn ehrlich gesagt noch nicht, aber der Schnitt “Martha” ist super und beide Anleitungen sind sehr ausführlich,mit vielen Bildern. Wirklich idiotensicher, oder sagen wir lieber anfängerfreundlich 🙂 .
    Das ist mein erster Kommentar hier, dabei lese ich schon eine ganze Weile mit. Es ist schön bei dir, du hast so eine fröhliche Schreibe 🙂 .
    LG Katzinka

    • Angela

      Ich muss Katzinka mal eben zustimmen. Es ist schön hier. Und danke für den Flow-Tipp. Ich bin auch zur Anhängerin geworden 🙂

    • Schönen Dank für deinen Kommentar und das Kompliment! 🙂 Ich freue mich immer sehr über neue Leser!
      Den Schnitt Toni habe ich auch schon beim RUMS gesehen und er steht auf meinem Wunschzettel! 😉 Ist ja auch wieder ein Ebook (was mir ja entgegenkommt), also definitiv machbar 🙂
      Liebe Grüße! Nele

  6. Toll!!! Total gelungen, wenn mir hellblau stehen würde (und Dir steht´s ja ausgezeichnet!), ich würde es auch tragen wollen! Ich hatte übrigens auch mal ein Sweatkleid, das hab ich immer mit feinen Strickstrumpfhosen mit Stulpen getragen. Schon eher leger (da war ich ja auch noch Studentin ; ) aber auch echt das gemütlichste überhaupt! Also falls die Kombi mit den Jeans demnächst (Sonne!!!) zu warm wird, wäre das womöglich eine Alternative?
    Grüße
    Nike
    Ps: Immer müde? Ha! Kenn ich ; ) Aber keine Angst, direkt mit Kind no 1 bekommt man auch ein Paket Superkräfte geliefert. Zwar könnte man leider immer mehr davon gebrauchen, als zur Verfügung stehen, aber irgendwie kommt´s dann schon hin! Das nennt man vermutlich “über sich hinauswachsen” : ))

    • Uuuh, ich glaube dazu ist mir die Kanga dann doch wieder zu kurz. 🙂 Aber mal sehen, Versuch macht kluch!
      Dann warte ich mal auf die Superkräfte, aber soweit ist es ja eh noch nicht 😉

  7. […] Vorderteil und ein Ärmel. Mehr ging beim besten Willen nicht. Ich ärgerte mich etwas, beim ursprünglichen Nähprojekt so viel von dem Stoff verwendet zu haben, obwohl ich das Teil eigentlich nie trage. Der Hoodie ist […]

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