Kürzlich habe ich euch ja die schönen Türen präsentiert – aus Lübeck. Aber Lübeck hat noch mehr zu bieten als hübsche, blau-graue Türen! Mal abgesehen davon, dass es hier einen Block House gibt (Wir müssen jedes Mal dort essen gehen, wenn wir in der Nähe eines Block House sind. Steht im Ehevertrag. Oder so.), haben wir auch beeindruckende Bauwerke, tolle Geschäfte und sogar einen Chor gesehen. Aber der Reihe nach.

luebeck-silhouette

Dieser Anblick begrüßte uns nach dem Parken. Ich war direkt verliebt, denn Städte mit Flüssen sind einfach was tolles. Ich muss es wissen, schließlich habe ich in Duisburg, Düsseldorf und Nimwegen gewohnt und hier in Münster haben wir zumindest einen Kanal, an dem man entlangspazieren kann und sogar einen Hafen (ob man es glaubt oder nicht). Wir bewunderten also die tolle Skyline der Stadt – Lübeck wird auch die „Stadt der sieben Türme“ genannt, weil es von den Türmen der insgesamt 5 gotischen Kirchen überragt wird. Man kennt die Türme beispielsweise auch vom Schwartau-Firmenlogo – drei davon sieht man auf diesem Bild.

luebeck-holstentor

Wir flanierten ein bisschen an der Trave entlang, zählten die Türme und gelangten schließlich zum nächsten Wahrzeichen Lübecks: dem Holstentor. Das ist massig, vor allem wenn man direkt davor steht. Insgesamt geht es aber in der Umgebung doch etwas unter und ist auf beiden Seiten von Straßen umgeben, die man auf Fotos aber gut ausblenden kann. Übrigens wäre das Holstentor einmal beinahe abgerissen worden – 1863 fiel der Entschluss gegen einen Abriss nur mit einer Stimme Mehrheit in der Lübecker Bürgerschaft.

luebeck-haeuserfront

Direkt neben dem Holstentor befinden sich die historischen Salzspeicher. Wunderschön (und der wolkenlose Himmel dazu)! Wir schauten uns übrigens heute das meiste nur von außen an, weil das Wetter so toll war.

luebeck-spielzeugmuseum

Wir gingen also auch am Spielzeugmuseum nur vorbei (und kauften hier lediglich eine Postkarte mit dem Räuber Hotzenplotz für unsere Nichte) und schlenderten durch die Gassen, um Details zu entdecken.

luebeck-segelschiffchen-mosaik

Als nächstes wollte ich unbedingt das Rathaus sehen, weil ich davon im Reiseführer so tolle Bilder gesehen hatte. Leider war das halbe Gebäude gerade eingerüstet – schade, es sah dadurch leider recht unspektakulär aus.

luebeck-chor

Dafür war uns das Vergnügen vergönnt, einem schwedischen Chor zu lauschen, der dort einige Lieder zum Besten gab. Und das war auch irgendwie toll.

luebeck-st-marien

Für zwei Euro Eintritt haben wir uns die Lübecker Marienkirche angesehen. Die war wirklich beeindruckend riesig! Ich bin nicht allzu schnell von Kirchen beeindruckt – der ganze Prunk und Gold und Kitsch schrecken mich einfach ab. Das hat man aber in dieser Kirche eher weniger. Dafür gibt es ein fast 40 Meter hohes Gewölbe, das mich echt zum Staunen brachte. Wenn man sich vorstellt, dass man das bereits im Jahr zwölfhundertirgendwas gebaut hat, kann ich die Steine immer nur ehrfürchtig anstarren. Nun ja, in diesem Fall muss man dazu ausblenden, dass die Kirche im 2. Weltkrieg bei einem Luftangriff zerstört und anschließend wieder aufgebaut wurde.

luebeck-glocken-st-marien

Die Glocken, die bei diesem Brand im Jahr 1942 herabstürzten, wurden als Mahnmal liegengelassen. Sehr beeindruckend, diese riesigen Glocken dort liegen zu sehen, beide schon mehrere hundert Jahre alt.

luebeck-sonnenschein

Nach dem Kirchenbesuch sind wir dann wie gesagt durch die kleinen Gassen flaniert (und haben unter anderem Türen fotografiert).

luebeck-selfie

Blauer Himmel! Sonnenschein! Kein Wölkchen! Ich möchte Lübeck noch einmal dafür loben.

luebeck-hafen

Hinter dem nächsten Lübecker Stadttor nach dem Holstentor, nämlich dem Burgtor, fanden wir sogar ein bisschen Hafen-Flair. Und ein paar Wolken. Die haben wir erst später auf den Fotos entdeckt und waren ganz überrascht, weil wir uns gar nicht an sie erinnern konnten.

luebeck-gasse

Vorbei an den vielen kleinen Gängen und Gässchen ging es zurück Richtung Auto. Diese Gänge sind recht bekannt, allerdings haben wir uns in die meisten nicht reingetraut. Man hatte das Gefühl, den Leuten direkt auf dem Hinterhof oder im Garten zu stehen. Und wie schon bei den Türenfotos will ich ja auch wirklich niemanden belästigen, auch wenn es vielleicht erlaubt ist und andere Touristen es einfach machen. Aber hier konnte ich es mir doch nicht verkneifen, weil es einfach so wunderschön idyllisch aussah (und niemand zu sehen war).

luebeck-bootsdetail

Auf dem Rückweg gingen wir auf der anderen Seite der Trave entlang und hatten so die Gelegenheit, uns noch ein paar der Schiffe aus der Nähe anzusehen – und schon ging es wieder „nach Hause“, denn ein Stündchen mussten wir schon noch mit dem Auto fahren.

In Lübeck hatten wir einen tollen Tag – ich kann euch allen nur ans Herz legen, die Stadt zu besuchen, solltet ihr einmal in der Nähe sein!

Post Author: Nele

10 Replies to “Ostsee-Liebe 2015: Ein Besuch in Lübeck”

  1. Hach, das erinnert mich an den Zwischenstopp in Lübeck, den wir letztes Jahr im Herbst auf der Rückreise von Rügen gemacht hatten. Wir hatten ebenso wie ihr wunderschönstes Wetter und waren auch von der Stadt begeistert. Fotos habe ich auch genug gemacht, ich könnte also mal was posten.
    Aber ich weiß zum Beispiel, dass ich das Holstentor nicht so schön aufs Foto bekommen habe wie du (dafür habe ich es ge-double-toptippt ;-D). Ich finde es oft schwer, Gebäude perspektivisch vernünftig zu fotografieren. Und beim Holstentor waren einfach immer so viele Menschen unterwegs.
    Deine Bilder sind auf jeden sehr hübsch geworden und spiegeln die Stadt so wieder, wie ich sie auch erlebt habe 🙂

    Liebe Grüße,
    Goldengelchen

    1. Ja, das mit den Gebäuden ist dann in dem Fall eine Frage des Objektivs. Und davon, wie weit man weg steht, ich bin ja wirklich gaaanz am Ende dieses „Parks“ (etwas übertrieben, aber in Ermangelung eines besseren Worts) vorm Holstentor. Übermäßig voll war es glücklicherweise nicht, an einem Mittwoch außerhalb der Ferien. Ein paar Schulklassen waren aber schon unterwegs.

  2. Hach was für schöne Impressionen.
    Als Schleswig-Holsteiner Gör war ich öfter mal in Lübeck…
    Ich mag die gemütliche Stadt mit den Kirchen, die trotz ihrer Größe und Mächtigkeit so nüchtern sind.
    Die Häuser sind toll, der Flair ist toll.
    Bei dem Lesen war ich „mit dabei“ eben, danke dafür, das ist ein schöner Tagesanfang.

    Und Deine Photos sind wunder wunder schön. Postkartenidyll^^

    LG aus HH
    tempo

    1. Vielen Dank für deinen Kommentar! Ja, die Kirchen sind vielleicht so riesig und beeindruckend und, wie du so schön sagst, mächtig, dass mehr Prunk und Kitsch gar nicht nötig ist. Man ist auch so schon beeindruckt genug! 🙂

  3. Hallo Nele,

    ich finde es ja immer super spannend die Urlaubsbilder anderer Menschen zu sehen. Und ganz besonders, wenn es Gegenden und Städte in Deutschland sind. Weil mir dabei immer auffällt, wie schön es hier eigentlich ist und daß es keinen Flug um die halbe Welt braucht wenn man so viel Schönes gar nicht so viele Auto- oder Bahnstunden entfernt hat. Deine neue Kamera macht Dir viel Spaß, das sieht man den Bildern an <3

    Liebe Grüße,
    Mirtana

    1. Ja, da hast du Recht. Ich würde schon gerne mal ganz weit weg, in die USA oder so, aber dann denke ich wieder: Aber es gibt doch auch hier so viele tolle Ecken, die viel leichter und günstiger zu erreichen sind! Daher haben wir uns mittlerweile halbwegs darauf eingependelt, alle zwei Jahre ins Ausland zu fahren (letztes Jahr London) und die anderen Jahre in Deutschland Urlaub zu machen. An der Ostsee waren wir jetzt schon zum zweiten Mal, es ist echt total schön dort! Und danke fürs Bilder-Kompliment! 😀

  4. Ich bin gerade entsetzt dass ich noch nie in Lübeck war, zumindest kann ich mich nicht erinnern, das muss ich unbedingt nachholen und auf jeden Fall diese Kirche ansehen 😉 Danke für den schönen Ausflug!

    Liebe Grüße, Jessica

  5. Herzlichen Dank für die tollen Fotos. Du hast uns da auf einen schönen Rundgang mitgenommen.
    Ich arbeite in Lübeck und wohne ganz in der Nähe. Meiner Meinung nach ist Lübeck samt Umgebung einfach immer eine Reise wert! Und dass das andere ganz genauso sehen, freut mich ganz besonders.

    1. Wie schön, dass auch Einheimische das so sehen und noch nicht von den Touristen genervt sind. 😉 Lieben Dank für deinen Kommentar, Andrea!

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