Heute sind es noch vier Wochen, die vor uns liegen. Vier Wochen – ein Monat – der Februar, und das ist noch der kürzeste aller Monate. In vier Wochen wirst du nicht mehr bei mir wohnen.

Keine Frage, ich freue mich, dass du eine Chance bekommst. Das du einen Job in Aussicht hast nach diesem Praktikum, dass endlich eine Perspektive in Sicht ist. Und ich weiß, du hast dich auch ganz woanders beworben. Es hätte schlimmer kommen können. Und du bist ja nicht aus der Welt.

Trotzdem… Ich mag nicht wieder allein sein. Ich habe schon allein gewohnt hier, und ich erinnere mich noch gut daran, dass ich jeden Abend traurig war, wenn ich allein ins Bett musste. Am vergangenen Wochenende war es sehr schön, die Wohnung einmal ganz für mich zu haben – aber ich wusste, dass du abends wieder da bist. Ich schlafe besser, wenn du neben mir liegst, und ich fahre lieber nach der Arbeit heim, wenn du dort auf mich wartest. Telefonate sind kaum ein Ersatz.

Wochenendbesuche – ich erinnere mich gut. Es war schön, die Zeit gemeinsam zu verbringen, aber es war auch anstrengend. Alles andere blieb liegen, damit man die gemeinsame Zeit möglichst gut nutzen konnte. Frisörbesuch? Nee, der Held ist doch da. Badezimmer putzen? Nee, du fährst doch zum Helden. Eigentlich Bock, den Abend mit der besten Freundin zu telefonieren? Nee, du musst doch die Zeit mit dem Helden optimal ausnutzen.

Ich möchte keine Wochenendbeziehung, aber wir werden nicht drumherum kommen. Zumindest für einige Monate. Und dann? Wer weiß, wo ich Arbeit finden werde. Natürlich werde ich bei dir in der Ecke suchen. Da wollte ich doch schon von Anfang an arbeiten, eigentlich. Aber ob das klappt? Dein Praktikum muss ja auch erst mal gut laufen, damit du übernommen wirst.

Hach. Der Mensch hat auch immer was zu meckern. Ich weiß noch, dass du Angst hattest, wie es wird, wenn wir zusammenziehen. Und? Es klappt ganz wun-der-bar. Wir streiten uns nicht mal darüber, welches Klopapier wir kaufen (ja – du weißt, das war immer meine größte Sorge). ABER vorher hat es auch geklappt. Und ein Fuchs muss eben tun, was ein Fuchs tun muss…

Noch vier Wochen. Ich will nicht, dass du weggehst…

Post Author: Nele

2 Replies to “Nur vier Wochen”

  1. …wie man’s nimmt. Nicht die Welt: 150 km. Ohne das wir ein Auto haben und genau gerade weit weg genug, um nicht vernünftig pendeln zu können unter der Woche…

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