Seit heute ist mein Urlaub vorbei. Und als ich gestern so nach Hause fuhr, vom Helden zum Bahnhof gebracht, dämmerte mir: Jetzt kommt die Zeit der „letzten Male“. Das war das letzte Mal, dass der Held mich so zum Bahnhof brachte, damit wir die Arbeitstage getrennt voneinander verbringen würden (denn die nächsten Wochenenden kommt er zu mir). Das war auch das letzte Mal, dass ich meinen Koffer vom Düsseldorfer Hauptbahnhof nach Hause zog. Und dass ich den Fortgang dieser riesigen Baustelle auf dem Heimweg sehen würde. Das fertige Gebäude werde ich wohl nie zu Gesicht bekommen.

In den nächsten Tagen werden dann wohl noch einige letzte Male folgen. Der letzte Spieleabend. Der letzte Arbeitstag. Das letzte Mal morgens auf den Bus warten. Die letzten Bücher in die Stadtbücherei bringen. Die letzte Gemüsekiste (eine neue kann ich frühestens ab September bestellen, wenn wir die Wohnung haben). Das letzte Mal Tatort mit Handy-Chat schauen. Meinen netten Allergologen zur letzten Spritze besuchen. Das letzte Mal mich mit der Nachbarin im Flur festquatschen. Das letzte Mal an der anderen Nachbarin im Flur unauffällig vorbeihuschen, um eben nicht festgequatscht zu werden. 😉

Es sind Dinge, um die es mir Leid tut, und Dinge, die mir nicht fehlen werden. Ich freue mich auf die neue Situation, aber ich bin auch etwas wehmütig. Ich habe gern hier gewohnt, die Wohnung ist ein echtes Zuhause geworden. Einige Menschen sind mir ans Herz gewachsen (zum Glück zieht meine Freundin im Oktober sowieso ebenfalls weg, um wiederum ihre Fernbeziehung zu einer Nahbeziehung zu machen – perfektes Timing). Der Job hat Spaß gemacht, die Kollegen sind nett – wäre da nicht die ewige Befristung und die Entfernung natürlich gewesen. Ich werde versuchen, die kommenden 2 Wochen noch zu genießen und etwas draus zu machen!

(Übrigens gab es auch ein „erstes Mal“ diese Woche: Ich habe zum ersten Mal, seit ich dabei bin, die „12 von 12“ verpasst. Ich war noch im Urlaubsmodus und wir haben sowieso nicht viel gemacht außer Ausschlafen und zum Frisör gehen…)

Post Author: Nele

4 Replies to “Letzte Male”

  1. Hachja. Ich wechsele zwar nicht die Stadt, sondern nur den Stadtteil, aber ich denke auch schon an die „letzten Male“. Das letzte Mal dem Schneider auf dem Weg zur U-Bahn zuwinken, das letzte mal die alte Laufstrecke laufen, das letzte Mal im Lieblingspenny einkaufen… Aber ich freue mich auch auf die vielen tollen neuen Sachen, die ich im neuen Stadtteil machen werde. Das erste Mal nach 22.00 im Supermarkt einkaufen. Bibliotheksmitglied werden. Neue Sportkurse ausprobieren… Hach, spannende Zeit. Verbring sie schön, deine letzten Male und freu dich auf alles Neue, es wird bestimmt super 🙂

  2. Hach, und dann kommen die ersten Male.
    Es ist doch immer ein gehen und kommen im Leben.
    Und bald die Hochzeit – die einmaligen Erlebnisse.
    Freu ich hier demnächst etwas aus MS zu lesen.

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