„Ich weiß, es klingt etwas merkwürdig. Aber es schmeckt hervorragend!“

Dieser Satz ist in der letzten Zeit häufiger gefallen im Hause bunt, gestreift und hüpfig. So warf ich neulich Kichererbsen, Radieschen und hartgekochte Eier zusammen in die Pfanne. Ein anderes Mal gab es weiße Bohnen mit Mandelsplittern und roten Zwiebeln als Hauptzutaten des Abendessens. Und gestern gab es ein Rote-Bete-Gratin, das ausschließlich aus eben jener roten Bete und erneut hartgekochten Eiern bestand, überbacken nur mit Streuseln aus Butter, Crackern und gehackten Haselnüssen. Ich weiß, es klingt etwas merkwürdig. Aber es schmeckt hervorragend!

Im Sommer habe ich im Buchladen ein Kochbuch entdeckt, was ich gleich faszinierend fand. „Die Montag-bis-Freitag-Küche“ teilt die Werktage in Kategorien ein: Montags gibt es Suppen und Eintöpfe, dienstags kommen Nudeln auf den Tisch, der Mittwoch ist der Fleisch-Tag, Donnerstag hingegen Veggie-Tag und freitags gibt es traditionell Fisch oder Süßes. In jeder Kategorie gibt es dann wie üblich zahlreiche Rezepte, aus denen man wählen kann.

So weit, so einfach. Im Prinzip ist es ja kein revolutionäres Konzept, ein Kochbuch in Kategorien einzuteilen. Aber die Idee, für jeden Tag ein festes „Thema“ zu haben, aus dem man dann nur auswählen muss, fand ich irgendwie doch faszinierend. Und so lieh ich mir das Buch zunächst einmal in der Stadtbücherei aus. Zu viele Kochbücher haben im Laufe der Jahre ihren Weg in unser Bücherregal gefunden und wurden dann niemals benutzt. Und dann kochten wir los. Und merkten schnell: Da geht was. Für uns. Die Montag-bis-Freitag-Küche und wir, das ist Liebe! Ganz große Kochbuchliebe.

Das Verrückte daran ist, dass wir uns gar nicht mal so besonders streng an die Kategorien halten. Wir haben die Reihenfolge durcheinandergewürfelt, wie es zu unserem Leben am besten passt – schließlich muss unser traditioneller Miracoli-Montag weiterhin einfließen! 😉 Der Held geht montags einkaufen, dienstags gibt es dann ein Fleischgericht (so ist das Fleisch noch frisch), mittwochs ein Veggie-Gericht (bis dahin hält sich auch das Gemüse), donnerstags Nudeln, Freitags ganz brav Fisch, Süßes oder halt eine Suppe bzw. ein Eintopf aus der Montags-Kategorie, die wir ja nicht brauchen. Trotzdem funktioniert diese Reihenfolge bei uns seither einwandfrei. Plötzlich haben wir Essenspläne! Was ich ja schon seit Jahren versuche, einzuführen, läuft jetzt schon seit über drei Monaten komplett rund!

Oben: Bohnensuppe – Rote-Bete-Gratin – Couscous mit Kichererbsencurry; Mitte: Knödel mit Bohnenragout – Spätze-Chicoree-Pfanne – Zitronenhähnchen mit Rucola-Reis; Unten: Hähnchen mit Salatstampf – Mohn-Schupfnudeln – Asiatische Nudelpfanne

Natürlich ist es hilfreich, dass das Essen, das wir nach diesem Kochbuch kochen, auch noch hervorragend schmeckt. In 98% der Fälle jedenfalls. Die Rezepte sind einfach umzusetzen, brauchen keine exotischen Zutaten, und sind – wie oben erwähnt – oft einfach mal was komplett Neues. Das klingt dann manchmal eben etwas merkwürdig. Aber seit wir zufällig eines dieser „verrückten“ Rezepte kochten und aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskamen, nehmen wir die Herausforderung an und probieren aus, was das Kochbuch eben gerade vorschlägt. Wenn ich mir die Collage anschaue, würde ich jedes dieser Essen sofort mit Begeisterung erneut kochen. Momentan sind wir allerdings immer noch dabei, neue Rezepte auszuprobieren. Fehlversuche hatten wir natürlich auch; aber nur etwa 2-3 Rezepte werden wir nicht wiederholen. Und selbst die haben nicht schlecht geschmeckt, sondern waren einfach nur etwas langweilig oder uns für den Feierabend zu aufwändig. Manche Rezepte sind mir auch für den Feierabend zu teuer (Kalbsschnitzel oder Rindersteak sind für mich kein „normales“ Werktags-Abendessen). Aber alles in allem bin ich so glücklich mit der Entscheidung für dieses Kochbuch! Zumal die Rezepte in der Regel wirklich alltagstauglich sind – sowohl von den Zutaten als auch von der Zubereitungszeit her. Dabei ist es fröhlich undogmatisch und greift auch auf fertige Schupfnudeln, Gnocchi etc. zurück – mir persönlich sehr sympathisch!

Die meisten Rezepte sind für zwei Personen konzipiert – manche allerdings auch für vier, da muss man etwas aufpassen. Der Sinn dahinter hat sich mir nicht erschlossen. Bisher konnte ich alles problemlos halbieren, bzw. sind wir ja ohnehin etwas verfressen. Im Gegensatz zu Rezepten aus anderen Kochbüchern sind wir hier bislang auch immer satt geworden. Kalorienangaben stehen bei den Rezepten auch dabei, für mich immer noch wichtig. Ich habe ein paar Mal nachgerechnet (ich zähle selbst nicht mehr so genau), es kam halbwegs hin. Und es sind durchaus abnehmtaugliche Rezepte dabei. Beides trifft nicht bei jedem Kochbuch zu.

Die Montag-bis-Freitag-Küche ist im GU Verlag erschienen und kostet 24,99. Ich empfehle, das Buch vorher einmal auszuleihen, ob es dem eigenen Geschmack entspricht. Es ist eben doch kein 7,99 Euro-Heftchen, sondern ein großer, dicker Wälzer. Für uns hat sich der Kauf aber jetzt schon mehr als gelohnt. Ich genieße es sehr, am Sonntag zu wissen: Der Essensplan ist gemacht, der Einkaufszettel ist geschrieben, jetzt eine Woche nicht darüber nachdenken, was wir kochen müssen! 😉

Post Author: Nele

6 Replies to “Kochbuch-Tipp: Die Montag-bis-Freitag-Küche”

    1. Das ist offensichtlich noch nicht perfekt, aber das alte Theme hatte Sicherheitslücken und da musste fix was neues her – jetzt muss ich noch was basteln 😊

  1. Und zusätzlich zu den verkehrten Großbuchstaben hat es dir auch das „L“ in „Spätzle“ bei der Bildunterschrift geklaut! Tze! 😉
    Die Rezepte klingen wirklich sehr lecker, und das sie so ungewöhnlich sind reizt mich ja doch ein bisschen. Irgendwann nervt es, immer die selben Gerichte zu kochen… einen Wochenplan haben wir schon länger und ich bin da echt froh drüber, daher freue ich mich auch für euch, dass ihr diese Zeitersparnis für euch gefunden habt 🙂 Manko wäre bei mir wohl, dass die meisten Rezepte für zwei Personen sind, ich koche nur jeden zweiten Tag und dann eben immer für vier Personen… müsste ich mal ausprobieren ob es klappt, immer das doppelte herzustellen.

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