Alltagshüpfer

Hände waschen!

2. September 2009

Gestern Abend kam im Fernsehen eine neue Folge Monk. Darauf hatten mein Held und ich schon gewartet. Wie üblich war es lustig, spannend und häufig zum Kopfschütteln. 😉 Zwischendurch kam Werbung. Besonders gestolpert bin ich dabei über diesen Spot:

[youtube=http://www.youtube.com/watch?v=qFOs6mAQAIw]

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung ruft uns alle dazu auf, uns die Hände zu waschen. Vermutlich wegen der Grippe, sei es nun die „Schweinegrippe“ oder die ganz normale, ebenso potentiell gefährliche „normale“ Grippe (wie heißt die eigentlich?). Das Video finde ich gut gemacht, aber ich war dennoch überrascht, es zu sehen. Ich habe nämlich so ein „Aufklärungsvideo“ noch nie im deutschen Fernsehen gesehen. Das kenne ich nur aus den Niederlanden, wo unter dem Namen „Postbus 51“ regelmäßig solche Spots im Fernsehen und Radio laufen, unterstützt durch Plakate, Broschüren und Websites. Hier ein Beispiel:

Hier will uns der Staat mitteilen, dass wir doch bitte mit Licht am Fahrrad fahren sollen. Ja, ich habe diesen „holland-typischen“ Thematik bewusst ausgewählt! 😆 Der Unterschied zwischen dem deutschen und dem niederländischen Spot wird trotzdem deutlich: das niederländische Video ist von Anfang an deutlich als „Postbus 51“-Spot gekennzeichnet. Das finde ich sehr wichtig, auch für den Wiedererkennungswert. Die niederländischen Spots laufen außerdem nicht während einer Werbeunterbrechung (das deutsche Video kam mitten zwischen kommerziellen Spots), sondern auf einem gesonderten Sendeplatz. Schließlich soll es nicht als Werbung wahrgenommen werden. Das finde ich ebenfalls wichtig!

Ich mag die Idee, auch solche Spots bei uns zu senden. Als ich in den Niederlanden gewohnt habe, haben sie mir meist gut gefallen. Sie müssen natürlich gut gemacht sein, am besten etwas witzig, so dass man auch darüber redet und sie sich merkt. Und die Regierung darf sie nicht für umstrittene Themen gebrauchen. So gab es in den Niederlanden Proteste, als der sehr umstrittene Euro eingeführt wurde und es einen Postbus 51-Spot dazu gab, wieso der Euro gut sei. Aber für gesundheitliche Themen (Hände waschen!) oder Verkehrsthemen (Nicht ohne Licht fahren, Genügend Sicherheitsabstand halten) finde ich es gut. Ob es etwas hilft, ist eine andere Frage. Wobei, ich habe mir seit dem Spot häufiger die Hände gewaschen als sonst. 😉

Meinen Lieblingsspot von „Postbus 51“ habe ich in einem Seminar über Regierungskommunikation gesehen. Leider finde ich ihn online nicht… Er stammt aus dem Jahr 1969 und zeigt einen Doktor, der im weißen Kittel hinter seinem Schreibtisch sitzt. Es geht dabei um Hygiene, ich lache mich heute noch kaputt, wenn ich nur den Text lese. Er sagt:

„Van ons leven verslapen we een derde deel. Die slaap hebben we nodig. Het geeft ons lichaam ontspanning en rust na een drukke werkdag. Dat geldt zeker voor jonge mensen. Maar driekwart van de Nederlandse jeugd slaapt in hetzelfde ondergoed waarin het werkt, voetbalt of gymnastiek doet. Thuis trekt het eroverheen ’s avonds gewoon een pyjama of nachtpon aan en stapt zo in bed. Maar voor een goede slaaphygiëne is het echt nodig dat uw kinderen zónder dat ondergoed, dus alleen in hun nachtkleding naar bed gaan, nadat ze zich gewassen of gedoucht hebben. Help ze. Let erop dat dat wassen dagelijks gebeurt. Geef ze zo vaak mogelijk, beter nog: iedere dag schoon ondergoed. Laat ze niet de hele week dat ondergoedpantser aanhouden. Dat is niet hygiënisch en ongezond. Leer uw kinderen hygiëne, een ander woord voor: lekker schoon! En: leer het ze van jongs af aan. Ook U!“

Auf Deutsch: „Von unserem Leben verschlafen wir zwei Drittel. Den Schlaf benötigen wir auch. Er gibt unserem Körper Entspannung und Ruhe nach einem harten Arbeitstag. Das gilt natürlich auch für junge Menschen. Aber drei Viertel der niederländischen Jugend schläft in der selben Unterwäsche in der sie auch arbeitet, Fußball spielt oder Gymnastik macht. Zuhause zieht man einfach einen Schlafanzug oder Nachthemd drüber und geht so ins Bett. Aber für eine gute Schlafhygiene ist es wirklich nötig, dass Ihre Kinder ohne diese Unterwäsche, also ausschließlich in ihrer Nachtwäsche ins Bett gehen, nachdem sie sich gewaschen oder geduscht haben. Helfen Sie ihnen. Achten Sie darauf, dass das Waschen täglich geschieht. Geben Sie ihnen so oft wie möglich, besser noch: jeden Tag saubere Unterwäsche. Lassen Sie sie nicht die ganze Woche ihren Unterwäschepanzer (?) anbehalten. Das ist nicht hygienisch und ungesund. Lehren Sie ihre Kinder Hygiene – ein anderes Wort für „lecker sauber“! Und: Lehren Sie es von klein auf. Auch Sie!“

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