Morgens im Bett. Du kuschelst dich noch mal in deine Bettdecke. Sie ist warm, weich, wohlig. Am liebsten würdest du sie über den Kopf ziehen, um das Licht auszusperren. Aber das würde nicht reichen, denn neben dem Licht stört dich noch etwas anderes: Es dudelt auf dem Nachttisch vor sich hin. Mit blinzelnden Augen tastest du danach. Dein Smartphone, dein Wecker. Aufstehen! Zeit, in den Arbeitstag zu starten!

Wie geht die Geschichte bei euch weiter? Für mich gab es bis vor kurzem nur eine Fortsetzung: Snooze. Ja, ich bin bekennende Langzeitsnoozerin, Gleitzeit macht’s möglich. Doch irgendwann nervte mich das ganz enorm und ich rief – nur für mich allein – im April die Aufsteh-Challenge ins Leben. Anfangs war ich hochmotiviert und hielt euch tagesgenau auf dem Laufenden. Das hat nicht lang gehalten. Dennoch hat sich mein Verhalten am frühen Morgen verändert, auch vier Monate später noch. Davon möchte ich heute berichten.

Mit dem ersten Weckerklingeln aus dem Bett springen – das war mein Ziel. Schon im Laufe der ersten paar Tage justierte ich das zu einem freundlichen „1-2 mal kann man schon snoozen, oder?“. Ich schaffe es nicht, direkt hellwach zu sein. Muss ich auch nicht. Wie gesagt, ich will nicht unbedingt zur Frühaufsteherin mutieren. Doch der Wecker klingelt nach wie vor um 7 Uhr und das Snoozen ist auf zwei Versuche begrenzt. Dann erwartet die Wecker-App, dass ich eine kleine Aufgabe löse (Multiplikation vor 8 Uhr ist besonders unangenehm), und schaltet sich ab. Jetzt ist es mein Job, aufzustehen.

Zugegeben: Das mache ich immer noch nicht sofort. Ich mache meist Musik an. Normalerweise hätte ich jetzt Twitter, Instagram oder Facebook gecheckt und so viel Zeit verdaddelt. Das ist nicht mehr so. Soziale Medien im Bett sind verboten! Zumindest morgens. Die Facebook-App habe ich gar nicht mehr. Die Benachrichtigungen von Twitter und Instagram habe ich abgeschaltet. Ich starte eigentlich nur die Wetter-App, um zu überlegen, was ich anziehen soll. (Denn nein, natürlich lege ich mir meine Klamotten für den Tag immer noch nicht am Abend vorher raus!)

Ich stehe nicht jeden Tag zur gleichen Zeit auf, sondern entscheide das jeden Morgen neu. Es regnet, aber laut Wetter-App hört es in einer Stunde auf? Okay, dann wird das mal ein später Tag im Büro, dafür komme ich trocken zur Arbeit. Ich bin heute so müde, dass es keinen Zweck hat? Ok, bleib noch was liegen, aber nicht wieder einschlafen! Und das funktioniert. In der Regel bin ich heute zwischen 8:15 und 8:45 Uhr im Büro, wobei letzteres schon eher eine Ausnahme ist. Vor der „Challenge“ war es 9 Uhr. Das klingt nicht viel. Aber trotzdem: Ich fühle mich besser, weil ich kein schlechtes Gewissen habe und mich tatsächlich morgens nicht mehr hetzen muss. Ich fühle mich trotzdem nicht gequält, weil ich weiß, im Zweifel bleibe ich halt noch eine halbe Stunde liegen. 9 Uhr GEHT ja immer noch, es ist nur nicht mehr die Regel, sondern eine Ausnahme.

Fazit: Es ist erheblich besser. Die zwei Hauptgründe sind das Snooze-Limit und das Social Media-Verbot. Ich bin eher wach, weil ich nicht noch fünfzehn Mal snoozen kann. Und ohne Twitter oder Instagram ist es morgens einfach langweilig im Bett! Dazu noch Musik und schon kann der Tag starten.

Post Author: Nele

3 Replies to “Guten Morgen, liebe Sorgen – ein Fazit der Aufsteh-Challenge”

  1. Hallo Nele,

    Das klingt doch super! Du kannst stolz auf dich sein, es angegangen zu sein. Ich finde deine Vorsätze wie Snooze-Limit und Social Media Verbot im Schlafzimmer sehr gut und habe diese direkt mal übernommen.

    Liebe Grüße
    Nika

  2. Super Nele!
    Du kannst echt stolz auf dich sein.
    Ich genieße gerade die Ferien und muss nicht früh aufstehen, aber bald sind sie vorbei und dann muss ich leider pünktlich raus aus den Federn. Die Kinder ziehen sich leider nicht von alleine an und demnächst geht es dann auch für mich wieder täglich aufs Fahrrad, denn das kleine I-Männchen muss noch zur Schule begleitet werden.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may also like

5 Sätze, die mehr Ordnung in dein Zuhause bringen

Aufräumen! Wenige Menschen würden das vermutlich als ihr Hobby bezeichnen.

Schnipsel

Heute war ich Wandern. Es regnete, die Sicht war neblig,

Gerade jetzt #4

Wie ist das so, gerade jetzt? Eine kleine Momentaufnahme. Was steht auf

Hereinspaziert!

Herzlich Willkommen auf meinem Blog! Ich bin Nele - Münsteranerin mit Ruhrpottwurzeln, Buchliebhaberin, Internet-Bewohnerin, Fahrradfahrerin, Geek, Pragmatikerin. Bei Bedarf laut und mit Meinung. Ich mag Roboter, Streifen und Diversität.

Kleine Einblicke

  • Nele und Niels kochen  Symbolbild Beim Kochen legen wirhellip
    Nele und Niels kochen - Symbolbild. (Beim Kochen legen wir meistens beide unseren Ehering ab )
  • Eine bunte Seite im Adventstagebuch advent adventstagebuch decemberdaily
    Eine bunte Seite im Adventstagebuch.  #advent   #adventstagebuch   #decemberdaily 
  • Brofensterscheibenspiegelung im FeierabendOutfit feemail mchte von uns dreistzedieichnichtmehrhrenkann lesen Nahellip
    Bürofensterscheibenspiegelung im Feierabend-Outfit.  @feemail  möchte von uns  #dreis ätzedieichnichtmehrhörenkann lesen. Na gut, here we go: 1. "Das könnte ich nicht." Das ist zumeist bewundernd gemeint. Da geht es ums Abnehmen. Oder ums tägliche Radfahren zur Arbeit. Oder um gesundheitliche Dinge. Aber ich höre: Das will ich nicht genug, um mich dafür wirklich anzustrengen. Und bei den gesundheitlichen Dingen: Ist ja nicht so, als hätte man ne Wahl. Wenn es so ist, kann man es auch. Weil man dann muss. 2. "Jungs sind eben anders." Ja, nee ist klar. Das hat sicherlich gar nichts mit der Art zu tun, wie die Kinder…
  • Guten Morgen! UpdateZeit schnarch
    Guten Morgen! Update-Zeit... *schnarch*
  • Die Kunstinstallation in der berwasserkirche mnster everylittlecorner exploremnster ms4l berwasserkirche
    Die Kunstinstallation in der Überwasserkirche.  #m ünster  #everylittlecorner   #explorem ünster  #ms4l  #überwasserkirche
  • Gestern sah es noch hbsch aus heute musste ich beihellip
    Gestern sah es noch hübsch aus, heute musste ich bei diesem Wetter dann das Fahrrad nicht mehr fotografieren, sondern draufsteigen und zur Arbeit und zurück fahren. Ich habe extra früh Feierabend gemacht, um es noch im Hellen heimzuschaffen. Innerhalb der Stadt sind die meisten Radwege geräumt - mehr oder weniger erfolgreich - auf dem Heimweg natürlich schon mehr als morgens, trotz neuen Schneefalls. Aber zwischendurch City und meinem vorgelagerten Stadtteil liegen rund fünf Kilometer außerstädtische Straße. Völlig unbearbeitet UND unbeleuchtet. Es ging aber dann doch zum Glück ganz gut, bis auf die letzten zwei Kilometer, die bin ich tatsächlich geschoben.…
  • Dom im Schnee  mnster ms4l domplatzmnster exploremnster walkinginawinterwonderland letitsnow
    Dom im Schnee. ❤️  #m ünster  #ms4l   #domplatzm ünster  #explorem ünster  #walkinginawinterwonderland   #letitsnow 
  • Wir tuet und ich heute durch die Stadt gelaufen sindhellip
    Wir  @_tuet  und ich heute durch die Stadt gelaufen sind und dauernd nur sagten, wie wunderschön alles aussieht.  #walkinginawinterwonderland   #m ünster  #domplatzm ünster  #schnee   #letitsnow   #ms4l   #explorem ünster
  • Weihnachtsoratorium Drei kleine Jungs singen in den Chorlen im Sopranhellip
    Weihnachtsoratorium. Drei kleine Jungs singen in den Chorälen im Sopran mit. Selten so viele Rührungstränchen weggewischt beim Konzert. Eigentlich noch nie. ❤️  #weihnachtsoratorium   #christmasoratorio 
  • Da wird es wohl gleich Zeit fr einen kleinen Schneespaziergang
    Da wird es wohl gleich Zeit für einen kleinen Schneespaziergang.