Februar.

Der kürzeste Monat bricht an. Ich wünsche mir nichts als Ruhe – der Januar war voll mit (schönen) Terminen und schon gestern habe ich es so sehr genossen, abends einfach nur auf dem Sofa zu liegen, eingekuschelt in die Bettdecke, die ich mir extra aus dem Schlafzimmer geholt hatte, und die zweite Staffel von “The Man in the High Castle” zu starten. Und weil wir sonst gar nichts vorhatten, haben wir gleich drei Folgen hintereinander geschaut. Das war schön.

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Zum Abendbrot gab es überbackene Brote. Am Samstag haben wir Einweihungsparty gefeiert und seither essen wir nur noch Brot. Belegte Brote, überbackene Brote oder am Sonntagmorgen nach der Party auch erst einmal trockenes Brot. 😉

Im Februar steht ein Näh-Tag mit Julia an, auf den ich mich sehr freue. Außerdem steht ein 60. Geburtstag in der Nachbarschaft an (und somit aller Voraussicht nach auch ein 60.-Geburtstags-Geschenk-Vorbereitungsabend mit den anderen Nachbarn). Ansonsten: Dobby is a free elf! (Die Anzahl der einzelnen Socken, die sich mittlerweile in meinem Schrank tummeln, bestätigt das.)

Ich möchte viel lesen (meine aktuelle Lektüre ist wirklich super!), Serien schauen, Lego bauen (unser Weihnachtsgeschenk ist erst zu einem Drittel fertig gebaut) und vielleicht ein bisschen kreativ sein. Ich habe mir in den Kopf gesetzt, mal etwas zu sticken. Es gibt so viele coole Stickmotive, und ich habe da eine Ecke, die dringend Deko benötigt. Der Gatte weiß das noch nicht, aber spätestens, wenn ich ihm ein Monkey Island-Bild sticke, ist er dabei. Oder vielleicht  macht er sogar mit? Ich kann jedenfalls noch gar nicht sticken, aber ich hoffe, es ist machbar. Und ich hoffe, dass ich darin besser bin als beim Stricken. 😀

Tja, so kehrt bei uns der Alltag ein. Eigentlich ein schönes Gefühl. Uns geht es so gut. Umso erschreckender die Nachrichten, die aus allen Ecken auf uns einprasseln. Trump. AfD. Terror. Ich möchte mich einfach nur in meine Decke einkuscheln und erst wieder aufstehen, wenn das alles vorbei ist. Geht leider nicht. Und so werde ich doch vermutlich nächste Woche gegen die AfD, die eine Veranstaltung in unserem schönen Rathaus abhalten will, demonstrieren gehen, werde mich informieren und widersprechen, wo es geht. “Alle sagen immer ‘Ich hätte nicht mitgemacht’, wenn es um die Nazi-Zeit geht – jetzt habt ihr die Chance, zu beweisen, wie es besser geht”, lese ich vielerorts. Immer mit einem süffisanten Unterton nach dem Motto “IHR habt immer große Töne gespuckt, jetzt zeigt mal, was ihr draufhabt – ich gehe mal davon aus, dass es nicht viel ist”. Und während mir die Leute, die das sagen, gestohlen bleiben können, frage ich mich selbst: Was ist nun zu tun? Was können wir tun, außer unsere Meinung zu vertreten und besorgt über den großen Teich zu schauen?

Vielleicht kuschle ich mich doch lieber wieder mit einem guten Buch in die Decke, frei nach dem Motto “Ignorance is bliss”, und warte, bis der Sturm vorüberzieht. Falls er vorüberzieht. Oder ich warte, dass Batman uns rettet. Was wahrscheinlich nicht passieren wird. Also doch wieder den Mund fusslig reden, retweeten und widersprechen und sich fragen, was man eigentlich tun müsste.

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