Die Aufsteh-Challenge – ein Zwischenbericht

Tag 1:

Ich habe abends natürlich keine Klamotten rausgelegt. Ich bin aber schon vor dem Wecker so halbwach. So geht es mir immer, wenn ich weiß, dass ich pünktlich rausmuss. Es ist dann das erste, an das ich morgens denke, und ich schlafe nicht mehr so entspannt. Hilft beim Aufstehen, ist aber für die Schlafqualität wahrscheinlich gar nicht mal so geil.

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Als um 7 Uhr der Wecker klingelt, darf ich noch einmal snoozen, habe ich beschlossen. Es fällt mir schwer, nicht auf Instagram oder Twitter zu klicken, wenn ich doch sowieso schon wach bin. Ich bleibe noch 5 Minuten liegen und stehe dann – noch vor dem Snooze-Klingeln – tatsächlich auf, auch wenn ich matschig bin.

Unter der Dusche fällt mir eine Schwachstelle des Plans auf: Ich finde nichts gemütlicher, als sich nach dem Duschen noch mal ins warme Bett zu kuscheln. Tja, mache ich aber nicht. Ich ziehe mich an und dann kommt die zweite Schwachstelle: Ich muss mir die Haare föhnen. Ich hasse Haare föhnen! Aber auch diese Hürde wird erfolgreich genommen. Ich habe sogar noch Zeit, mir die Nägel zu schneiden und ein bisschen im Wohnzimmer die Unordnung vom Vorabend zu beseitigen.

Eine knappe Stunde früher als sonst komme ich aus dem Haus. Auf dem Weg zur Arbeit halte ich an, um ein paar Fotos für Instagram zu machen. Das habe ich in letzter Zeit immer gelassen, weil ich schon so spät dran war – schön, es jetzt wieder zu können! Um Punkt 8:05 Uhr bin ich am Büro – das ist exakt eine Stunde eher als die letzten Tage! Die Kollegen schauen etwas verwirrt. 😉

 

Tag 2:

Heute fahre ich mit dem Auto zur Arbeit. Das weiß ich schon vorher. Ich werde um 7 Uhr geweckt, blinzle in den Morgen und bleibe noch ein paar Minuten liegen. Mit dem Auto brauche ich ja nicht so lang wie mit dem Fahrrad, denke ich mir.

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Wieder habe ich nicht daran gedacht, mir Kleidung rauszulegen. Aber es geht ja auch so. Die Hoffnung mit dem Auto erweist sich als Trugschluss, da um diese Zeit sehr viel Verkehr ist und ich etwa genauso lange wie  mit dem Rad brauche. Gut ist es trotzdem, denn es regnet wie aus Kübeln. Ich bin wieder gegen kurz nach 8 Uhr im Büro, und die Kollegen sind wieder verwirrt. Nachmittags gönne ich mir einen frühen Feierabend. Schließlich war ich jetzt schon 2 Tage lang früh da.

 

Tag 3:

Heute – Montag. Ich schlafe nicht sehr gut, und irgendwann bin ich wach und weiß, jetzt muss ich aufstehen. Ich versuche verzweifelt, mich wachzuhalten, bis der Wecker wieder snoozt, aber es ist sehr schwer. Ich stehe auf und gehe ins Bad, und wundere mich, dass der Held noch schläft. Sonst steht er vor mir auf. Ein Blick aufs Handy: Es ist 4.30 Uhr. Uaah, schnell wieder einkuscheln! Es ist schön, noch etwas schlafen zu können. Es zeigt mir aber auch, dass mich das Thema offenbar ziemlich beschäftigt und eine gewisse innere Anspannung verursacht. 😉

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Um 7 Uhr dann klingelt tatsächlich der Wecker und holt mich aus wirren Träumen über neue Wohnungen (wir mussten unter anderem einen Klimaanlagen-Makler beauftragen). Heute muss ich nicht duschen und bleibe daher tatsächlich noch ein paar Minuten liegen. Aber um 7.20 Uhr muss es auch genug sein. Und das Handy habe ich nicht angefasst. Stattdessem habe ich dem Helden, während er sich anzog, von meinem verrückten Traum erzählt. Sehr erstaunlich, denn eigentlich finde ich nichts schlimmer, als morgens zu reden. Oder generell zu reden, wenn ich müde bin.

Ratet mal, ob ich mir Klamotten rausgelegt habe? Natürlich nicht. Vielleicht wird das mein Ziel für die kommende Woche. Jedenfalls bin ich wieder zeitig im Büro und vielleicht muss ich den Kollegen doch irgendwann einmal erzählen, woran das eigentlich liegt. Auf dem Weg zur Arbeit will ich eigentlich noch ein Rezept in der Apotheke abholen – aber die hat noch geschlossen! Das ist mir bisher glaube ich noch nie passiert (sie öffnet um 8.15 Uhr).

 

Erstes Fazit

Unglaublich, aber wahr: Es geht! Und es macht mir immer noch Spaß. Nicht das Aufstehen an sich, natürlich. Aber so früh fertig zu sein und vor dem Losfahren sogar noch einige Kleinigkeiten zu erledigen. Nix dolles. Ich mache unsere Betten. Ich räume etwas zusammen. Heute früh wollte ich meine am Wochenende gekaufte neue Klingel ans Fahrrad montieren (bin aber an der Schraube der alten Klingel gescheitert). Das ist schön! Nicht so schön ist natürlich, wenn ich um 4.30 Uhr aufwache und meine, ich muss dringend aufstehen. Das zeigt mir aber auch, dass die Challenge noch neu ist in meinem Kopf und keine Routine. Mal sehen, ob die sich in den nächsten Tagen oder Wochen einstellt.

Ich bin dennoch jeden Tag etwas später aufgestanden. Immer noch viel früher als sonst, aber. Das sollte jetzt nicht einreißen… Morgen geht’s spätestens beim ersten Snoozeklingeln um zehn nach sieben aus den Federn.

Vielen Dank an euch alle für die vielen lieben Kommentare und Tipps zum ersten Beitrag. Ich denke über einen Lichtwecker nach – meint ihr, der ist die Investition wert?

13 Antworten

  1. Nee, so n Lichtwecker bringt auch nix… ich spreche aus Erfahrung!
    Mit deinem Post letztens hast du echt 1:1 meinen Morgen beschrieben, nur dass ich morgens sowieso immer dusche.
    Schrecklich, dieses ewige gesnooze und rumgetrüngel. Ich bin ja schon dazu übergegangen, das Handy nachts in den Flugzeugmodus zu stellen, aber das hindert einen trotzdem nicht daran, den irgendwann im Laufe des morgens auszustellen.
    Immerhin habe ich letzten Donnerstag auch mitgemacht und viel weniger gesnoozet und war auch eine Stunde eher im Büro 🙂 Und dann kam das lange Wochenende dazwischen… mal gucken wie es morgen läuft.
    Zu dem Lichtwecker: Vielleicht ist das Wecken etwas angenehmer, weil es schon etwas hell wird. Aber das kann ich auch oft ausblenden oder bekomme es gar nicht mit. Ich glaube im Endeffekt hapert es bei uns nicht am wachwerden sondern an der Disziplin, tatsächlich aufzustehen. Wach wird man auch unter der Dusche.

    Liebe Grüße und weiterhin viel Erfolg.
    Denise

    • P.S.: Meinen Lichtwecker habe ich mal geschenkt bekommen, den gabs mal bei Tchibo. Da geht Licht & Sound gleichzeitig allmählich an, nicht zeitversetzt. Ok, ich könnte auch den einen Alarm nur mit Licht und den anderen nur mit Ton stellen…

    • Nele

      Yeah, du hast mitgemacht! 🙂 Heute früh habe ich mich gefühlt, als hätte mich ein LKW überrollt. Ich bin dann auch nicht beim ersten Ton des Snoozens aufgestanden… Aber ich finde, es gibt einen Unterschied zwischen “Boah ich kriege die Augen nicht auf” und “Hmm, ich checke noch eben schnell Twitter”. 😉 Wie du sagst, meist hapert es ja nicht am Wachwerden. Da stimme ich dir völlig zu!

      • Heute bin ich kläglich gescheitert… :-/ Aber heute war ja für mich auch Montag 😉
        Für morgen bin ich wieder motivierter 😉

        • Nele

          Uuuuuund?!?!?!? 😉

          • frag nicht…
            Immerhin bin ich heute gefietst!

          • Nele

            Yay, gefietst! 😉

  2. Ich glaube auch, dass dein Körper gerade am Anfang etwas Zeit brauch, sich an das frühe Aufstehen zu gewöhnen. Kenne das selbst gut, als ich beschlossen hatte, wieder zu studieren und dann auf einmal früh raus musste jeden Tag. Aber ich habs geschafft! 😉
    Bei mir ist es so, dass mein Handy nur dreimal hintereinander snoozt, mit einer Zwischenpause von fünf Minuten. Ich kann also insgesamt 15 Minuten länger im Bett bleiben und richte mir entsprechend immer den Wecker so ein, dass ich dann in Ruhe aufstehen kann ohne hetzen zu müssen.

    Ich drück dir die Daumen, dass du dabei bleibst. Besinn dich immer auf die positiven Seiten des Früh-ins-Büro zu gehen 😀

    • Nele

      Danke, das mache ich 🙂

  3. Also ich kann sagen, dass mir das Aufstehen mit einem Lichtwecker leichter fällt! Ich stelle zusätzlich den “Vogel-Sound” ein, das macht es für mich noch effektiver. Sicher muss es jede/r für sich ausprobieren, aber bei mir hat es gut geklappt. 🙂

    • Nele

      Danke! 🙂 Ich denke, ich werde noch abwarten und dann schauen, wie in der neuen Wohnung die Steckdosen im Schlafzimmer so liegen! 😉

  4. Hallo Nele,

    Ich finde es total spannend, wie du deine einzelnen Tage und Erfahrungen beschreibst. Ich habe mir an dir ein Beispiel genommen und meinen Wecker brav auf 07:04 gestellt. Ich mag keine grade Zahlen und wenn keine 7 vorne steht, will ich erst recht nicht aufstehen. Sonst bin ich meist erst gegen 7:50/8:00 aufgestanden; kommt ein bißchen drauf an, wann ich abends ins Bett gekommen bin etc. Ich hab keine feste Zeit – ist bei mir alles Tagesform abhängig.
    Zum “Lichtwecker”: Ich habe die Philips Wake-Up Light und bin mit ihr sehr zufrieden. Super als Nachttisch-Licht und das Wecken mit Licht ist besonders im Winter sehr angenehm und macht es mir leichter. Daher bin ich sehr happy sie zu haben.

    Liebe Grüße
    Nika

    • Nele

      Liebe Nika, danke für deinen Kommentar! Ich bin auch kein Freund von geraden Zahlen und daher ist meine Snooze-Zeit auch 9 Minuten und nicht zehn. 😉

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