Kategorie Archive: DIY-Hüpfer

Der Batman-Schrank – ein Upcycling-Projekt für Geeks

In unserer neuen Wohnung – die ich immer noch neue Wohnung nenne, obwohl wir mittlerweile seit zehn Monaten hier wohnen – gab es eine Ecke, die irgendwie übrig war. Eine Nische in der Küche, neben dem Kühlschrank. Relativ breit und tief, aber darüber eine Schräge. Nach unserem Einzug standen dort mehrere Möbel, die aber alle a) kaum zur Küche passten und b) in der Zwischenzeit anderswo einen besseren Platz finden konnten. Klar war, der Platz konnte nicht leer bleiben, denn wir brauchten den Stauraum.

Wir machten uns also auf die Suche nach einer Lösung. Besuche in Baumärkten und Möbelhäusern brachten Ideen, aber irgendwie war nichts wirklich perfekt. Bis uns eines Tages die Nachricht meiner Schwiegereltern erreichte, die nach uns umzogen. Bei ihnen war eine Kommode übrig – ob wir die gebrauchen könnten?

Die Maße waren perfekt – die Optik war nicht ganz so toll in unserer Küche. Das helle Holz passte nicht zur Küche in weiß mit dunkelbraun. Aber da ließe sich doch was machen, oder? Ganz tief im Hinterkopf hatte ich da einen Blogartikel, den ich vor Jahren mal gelesen hatte. Eine kurze – na gut, offen gestanden etwas längere – Google-Suche brachte ihn zu Tage: Ein DIY-Buffet mit The Walking Dead-Theme. Die Grundidee stand, das Thema war auch schnell gefunden: Batman!

Der Plan war nach einiger Recherche dann ein etwas anderer als im Inspirationsbeitrag. Die Kommode wollten wir weiß streichen, die Deckelplatte schwarz – und die Milchglasscheiben in den Türen und Schubladen sollten den gewünschten Comic-Look erhalten. Dafür mussten wir erst einmal alles auseinandernehmen. Glücklicherweise ließen sich alle Glasscheiben herausnehmen! Das machte die Sache erheblich leichter. Als erstes mussten wir alle Holzteile gründlich abschleifen. Da wir beide bei solchen Projekten unglaublich ungeduldige Menschen sind, die am liebsten sofort loslegen (das Abschleifen haben wir an einem Freitagabend direkt nach der Arbeit gemacht, nachdem wir die Kommode abgeholt hatten), ist aus diesem Stadium auch das erste Bild des Möbelstücks. Akzeptiert dies bitte als “Vorher-Bild”, auch wenn wir schon angefangen haben:

Ihr seht: Es passt super in die Ecke und der Stauraum wird schon allein für die Mikrowelle so dringend benötigt, dass es schon in den Zwischenschritten der Baustelle zugeräumt wird. 😉

Als nächstes war das Lackieren dran. Es ging erstaunlich gut. Ich rechnete eigentlich damit, dass wir mindestens 3 Lagen bräuchten, aber zwei Schichten haben tatsächlich ausgereicht. Es dauerte trotzdem einige Zeit, schon allein dank der Schubladen und Türen. Das Hauptgestell war dagegen schnell fertig. Hochprofessionell im Nähzimmer (es war Januar!) auf zwei Wasserkisten.

Jetzt begann der spaßige Teil! Erst mal der, bei dem ich nur am Computer sitzen und googeln musste. Danach kam der nicht ganz so spaßige Teil, bei dem wir nicht nur drucken, sondern insbesondere ausschneiden mussten… Eine etwas eintönige Arbeit.

Eine der Schubladen-Scheiben, die deutlich kleiner als die in den Türen sind, durfte derweil als Testobjekt herhalten:

Im Bastelschrank hatte ich noch seidenmatten Decoupage-Kleber, von dem ich vor Ewigkeiten ungefähr drei Tropfen für ein Projekt gebraucht hatte. Ich übte ein bisschen, bis sich folgende Technik als optimal herausstellte: Die Scheibe großzügig mit Kleber einpinseln, den Comic darauf andrücken und von oben mit noch mehr Kleber bepinseln, bis er völlig durchweicht ist. Dann gründlich trocknen lassen – es verschwindet dann auch wieder der bläuliche Schimmer, der uns erst etwas beunruhigt hatte.

Es stellte sich heraus, dass auf eine Schubladenscheibe exakt zwei klassische Batman-Comicstrips übereinander passen. So erzählt jede Schublade eine kleine Geschichte – allerdings ohne Zusammenhang und ohne Anfang und Ende, man kann nicht alles haben. 😉

Auf den beiden Türen haben wir uns dann ausgetobt und auch ganzseitige Comics verarbeitet. Dadurch wird es insgesamt unruhiger, aber das gefällt mir sehr gut. Auf der rechten Tür sind etwas ältere und im Format immer noch klassischere Comics, auf der linken Tür wird es noch wilder. Da dort der Joker ein recht großes Bild einnimmt, ist das rechte Fach jetzt das “Joker-Fach”, wenn wir darüber reden – auch nicht unpraktisch (Wohin gehört das? – Ins Joker-Fach!). 😉

Der Deckel, der auf Anregen des Helden schwarz lackiert wurde, wurde leider nicht so gut. Die Oberfläche wurde einfach nicht richtig glatt. Aber wir sind ja improvisationsbereit. Und so bestellten wir einfach im gleichen Shop, der schon die Rückwand für unsere Küche (hinter Spüle und Herd) geliefert hatte, eine schwarze Glasplatte, die seither auf der Kommode liegt. Sieht hübsch aus, funktioniert einwandfrei und hat nicht die Welt gekostet – perfekt! Außerdem spiegelt es hübsch die Batman-Lampe (die nach ihrem unglückseligen Ableben beim Umzug zu Weihnachten durch meine Eltern wieder ersetzt wurde, yay!):

Auf den Schubladen sind jetzt wie gesagt die ganz alten Comics, die für uns heute ja doch oft eher zum Schmunzeln anmuten:

Im Vergleich dazu die moderneren Details – im Format nicht mehr so festgelegt, deutlich erwachsener und “cooler”:

Die schwiegerelterliche Kommode ist jedenfalls nicht wiederzuerkennen – zum Glück gefällt es dem edlen Spender ebenfalls. Und wir sind sowieso sehr glücklich mit unserem DIY-Upcycling-Projekt!

 

 

Projekt Stoffabbau: Mrs. Klassik {MeMadeMittwoch}

Der Abbau meiner Stoffberge (oder ist es schon ein Stoff-Gebirge?) geht weiter – langsam, aber stetig. Seit dem erfolgreichen Auseinanderschnibbeln des Schnittmusters neulich bin ich motiviert, auch meine letzten Reste Sweat- und Jerseystoff aufzubrauchen. Und so fand ich mich neulich erneut auf dem Fußboden des Nähzimmers wieder, wo ich Schnittteile von A nach B schob, Kombistoffe ans Licht hielt und überlegte, wo man das Schnittmuster nun am besten würde teilen können.

Den hellblauen und den cremeweißen Sweatstoff habe ich schon ewig. Den geblümten Jersey noch nicht so lange – allerdings habe ich bei diesem keine Ahnung, wo er herkommt. Die Farben gefallen mir gut, die Qualität ist wunderbar, aber es ist nichts, was mich so umhauen würde, dass ich es dringend brauche. Daher vermute ich, dass ich ihn mal auf dem Stoffmarkt beim Couponstand eingepackt habe, wo es dann drei Stücke für zehn Euro (oder so was in der Richtung) gab, und mir noch ein dritter fehlte. Nun jedenfalls hatte ich einen ganzen Meter von diesem Jersey. Aber ein Shirt oder einen kompletten Pulli daraus konnte ich mir nicht vorstellen. Das hätte – befürchtete ich – zu sehr nach Schlafanzug oder Kittelschürze ausgesehen.

Mir war schnell klar, dass ich nur in Kombination mit dem verbliebenen hellblauen Sweatstoff keinen Hoodie hinbekommen würde – für eine Kapuze war es nicht definitiv nicht mehr genug. Alles schrie also förmlich danach, endlich mal “Mrs. Klassik” von Konfetti Patterns zu nähen. Das Schnittmuster hatte ich schon vor Ewigkeiten bei einem Makerist-Sale für kleines Geld ergattert und besonders der Kragen gefiel mir besonders gut.

Womit ich allerdings nicht gerechnet hatte: Trotz bereits geteiltem Vorderteil reichte der Stoff nicht. Rückteil, geteiltes Vorderteil und ein Ärmel. Mehr ging beim besten Willen nicht. Ich ärgerte mich etwas, beim ursprünglichen Nähprojekt so viel von dem Stoff verwendet zu haben, obwohl ich das Teil eigentlich nie trage. Der Hoodie ist mir zu lang, steht mir nur mittel, die Daumenlöcher, auf die ich damals so stolz war, finde ich unpraktisch (man bekommt jedes Mal nasse Ärmel, wenn man sich die Hände wäscht), und das Bündchen aus Sweatstoff war ausgeleiert und der Pulli somit total “bollerig” geworden. Meh. Dann kam mir die rettende Idee. Wenn ich den Pulli sowieso nie trage… Und BÄÄM, schon hatte ich die Schere angesetzt und aus dem Rückenteil den zweiten Ärmel zugeschnitten! 😀 Da ich den Hoodie so selten anhatte, ist der Stoff auch kaum gewaschen worden und es fällt nur auf, wenn man ganz nah herangeht.

Mrs. Klassik an zerschnibbelter Kanga. Mal sehen, was ich mit dem restlichen Stoff noch machen könnte.

Der Kombistoff für den Kragen und das geteilte Vorderteil war wiederum ein Rest dieses Projekts – ein Hoodie, der sicherlich nicht zerschnitten wird, weil ich ihn immer noch gern und häufig trage.

Als mir meine Aufteilung dann nach langem Hin- und Hergeschiebe endlich klar war, konnte es ans Nähen gehen. Und was soll ich sagen? Die Anleitung hat mir richtig gut gefallen. Alles war sehr gut erklärt und bebildert, so dass man eigentlich den Kopf fast ausschalten konnte. Besonders toll fand ich die Erklärung, wie der Kragen eingenäht wird. Gar kein Knoten im Kopf, wie ich es sonst manchmal habe bei Nähanleitungen. Nur bei dem Armpatches hat meine Nähmaschine rumgezickt, aber dafür kann das Schnittmuster ja nichts und sie hat sich dann glücklicherweise mit einer neuen Nadel auch bald wieder eingekriegt. 😉

Einzig bei der Größe hab ich versagt. Anhand der Oberweite sollte ich Größe 42 nähen – in der Taille lag ich hingegen bei Größe 36. Ähm… Wenn ich einen gut passenden Pulli aufs Schnittmuster legte, landete ich ungefähr bei Größe 40. Nun ja, da mein Sweatstoff nicht sonderlich gut dehnbar ist, bin ich lieber auf Nummer sicher gegangen und habe alles – wie in der Anleitung für nicht dehnbare Stoffe empfohlen – in Größe 42 zugeschnitten (sonst hätte ich vielleicht einen Mittelwert gewählt). Und natürlich war am Ende alles viel zu groß… 😉 Ich habe dann mit der Overlock einfach die Seiten jeweils um ca. 2 cm gekürzt, bevor ich Bündchen angenäht habe. Entsprechend sitzt der Pulli gerade unter den Armen halt nicht optimal. Aber es geht schon, finde ich, wenn man nicht so sehr darauf achtet. (Wer von euch Profis verrät mir, woran das liegt, damit ich es beim nächsten Mal ändern kann? Oder ist da “nur” meine Freestyle-Anpassung Schuld dran? 😀 )

Die Armbündchen musste ich übrigens auch wieder um zwei Zentimeter kürzen, ich scheine einfach recht kurze Arme zu haben. Beim nächsten Mal würde ich vermutlich Größe 38 zuschneiden – zum Glück kann man das Schnittmuster ja einfach noch ein bisschen zurechtschneiden, in Höhe der Oberweite bleibt es vielleicht etwas größer. 😉

Nichtsdestotrotz bin ich außerordentlich zufrieden mit meiner Mrs. Klassik! Ich habe alles an einem Abend genäht, weil ich so im Flow war. Und wenn die Anleitung so gut erklärt ist, macht es ja auch viel mehr Spaß! (Der Abend, an dem ich den Rock “Amy” genäht habe, ist mir in nicht so guter Erinnerung geblieben – da wurde deutlich mehr geflucht!) Den Schnitt werde ich sicherlich noch einmal nähen, dann vielleicht mit Kapuze (davon gibt es auch zwei Varianten im Schnittmuster). Aber auch der Kragen gefällt mir so gut, dass es mich schon in den Fingern juckt, davon noch ein, zwei, siebenundzwanzig Varianten in meinen Kleiderschrank zu legen. Das Projekt Stoffabbau schiebt dem erst einmal einen Riegel vor (ich hab jetzt nicht mehr so viel Sweatstoff auf Lager), aber danach… Und auch die anderen Schnittmuster von Konfetti Patterns werden garantiert einen zweiten Blick von mir bekommen!

Meine Mrs Klassik verlinke ich auch wieder beim MeMadeMittwoch! 🙂

Color Blocked Lucille {MeMadeMittwoch}

Das Projekt Stoffabbau geht weiter!

Ich hatte noch ziemlich viel von dem dunkelblauen Jersey, den ich mal für ein Kleid gekauft hatte (das seither in der Schublade liegt, weil es leider zu kurz geraten ist). Und da ich kürzlich mal wieder meine erste Lucille aus dem Schrank gezogen hatte und die mir echt gut gefällt, beschloss ich, dass man davon eine zweite vertragen könnte. Ich malte mir eine hübsche Kombination mit den Hamburger Liebe-Tulpen, von denen ich noch ein Reststück hatte, aus… Doch so sehr ich das Schnittmuster auch puzzelte, es wollte einfach nicht passen.

Natürlich war es Pinterest, das mich letzten Endes auf die Idee brachte, ein geteiltes Shirt zu nähen. Vom Tulpenstoff war nichtsdestotrotz nicht ausreichend übrig, aber ich hatte noch einen knappen halben Meter weißen Jersey. Und so las ich diese, diese und diese Anleitung und machte mich ans Werk!

Erst mal passte ich das Schnittmuster etwas an. Lucille ist eigentlich ein Kleid, ich trage es als Longsleeve. Die Ärmel hatte ich schon bei der ersten genähten Variante relativ freestyle angepasst, das übertrug ich jetzt ins Schnittmuster, genau wie die Änderungen in der Weite. So hat das Shirt jetzt gar nicht mehr so viel mit dem Original-Schnitt zu tun. Im Prinzip blieb nur noch die Kragenlösung unberührt, die finde ich nämlich super und ist ja auch das tolle an dem Schnittmuster!

Leider kann man die Kragenlösung in dunkelblau recht schwer erkennen, auch auf den anderen Bildern. Aber glaubt mir einfach, dass es schick ist. 😉

Das angepasste Schnittmuster übertrug ich anschließend auf Malerfolie aus dem Baumarkt. Das war nicht nur nötig, damit ich das Schnittmuster nicht zerschneiden musste (so dass ich es nicht hätte wiederverwenden können), sondern auch, weil ich ja die gesamte Breite benötigte und nicht das im Stoffbruch zu verwendende Teil. Praktisch war außerdem, dass die Folie durchsichtig ist. So konnte ich die Teilungslinien des Vorderteils problemlos auf das Rückenteil übertragen.

Jetzt hieß es wieder: Puzzeln. Denn auch wenn ich von dem weißen Stoff mehr hatte als vom Tulpenstoff, war es doch knapp. Insbesondere der blaue Stoff, und so musste die eine oder andere Nahtzugabe recht knapp geschnitten werden.

Nachdem die einzelnen Stoffstücke zu den “normalen” Schnittmuster-Teilen zusammengenäht worden waren, konnte der Schnitt dann ganz normal genäht werden. Und: Es hat geklappt! Ich bin ganz begeistert von meiner geteilten Lucille. Sogar der Held bezeichnete sie als “sehr professionell”.

Natürlich musste ich sie gleich am nächsten Tag tragen – Ehrensache. Aber irgendwie war der Wurm drin. Mittags im Büro bekleckerte ich den weißen Teil (denn natürlich kleckert man IMMER auf den weißen Teil, oder?) – und zwar mit roter Bete, ausgerechnet! (Ich war sooo vorsichtig – ahnt ja keiner, dass das blöde Rote Bete-Glas von AUSSEN klebrig ist.) Panisch riss ich mir das Shirt vom Leib, weichte es im Badezimmer ein und saß anschließend in meiner Winterjacke am Computer, denn im Unterhemd wollte ich nicht dasitzen. 😉 Fürs Fotoshooting habe ich sie dann wieder angezogen – immer noch leicht feucht. Abends beim Spülen spritzte ich dann auch noch mit dem Spülwasser herum, in dem schon die tomatige Pfanne gespült war – platsch, ein hellroter Fleck. Auf dem weißen Stoff. Aaah! Wieder aus damit und eingeweicht. Unfassbar: Beide Flecken sind anstandslos wieder rausgegangen. Yeah! Sonst hätte ich mich auch wirklich sehr geärgert.

Alles in allem bin ich jetzt angefixt – es muss ja nicht Lucille sein, aber das Teilen ist eine super Möglichkeit, auch kleinere Stoffreste aufzubrauchen und gerade bei Musterstoffen kann man so auch etwas unaufdringlichere Kleidungsstücke nähen, wenn man nur einen kleinen Teil des bunten Stoffs verwendet. Yeah!

Ich muss nur ein ganz kleines bisschen schief stehen, damit alle Nähte genau aufeinandertreffen! 😀

P.S.: Und weil es im MeMadeMittwoch-Post gewünscht ist und heute Weltfrauentag ist – ja, ich habe auch einen Pussyhat, aber natürlich habe ich beim Fotografieren des Shirts nicht daran gedacht, dass heute der 8. März ist. Daher ein Bonusfoto – zeigt Flagge, meine Damen:

Im Nähwahn {MeMadeMittwoch}

Lange, lange Zeit stand meine Nähmaschine nur in der Gegend rum und guckte vor sich hin. Guckte sich mein Nähzimmer in der alten Wohnung an, guckte sich den Umzug an, guckte sich das neue Nähzimmer in der neuen Wohnung an… Und staubte ein bisschen ein.

Irgendwann postete dann Julia aber ihren “Traumanzug“. Ein Onesie, kuschelig und niedlich und mit Kapuze und – wie sie es auf Instagram so vortrefflich formulierte: mit “Toilettenfeature”! Woah! Ich war geflasht. Denn ich mag solche Einteiler zum Rumlümmeln sehr, stellte sie mir immer total gemütlich vor, bis mir der Gedanke kam: Aber wenn ich mal aufs Klo muss… Dann müsste man sich zumindest als Frau ja wirklich jedes Mal aus dem Overall schälen und halb nackt auf dem stillen Örtchen sitzen. Das hatte mich also jedes Mal abgehalten davon, so ein Gemütlichkeits-Outfit zu kaufen. Aber jetzt! Der Traumanzug! Mit Toilettenfeature!

Ich tat also meine Begeisterung kund und Julia schlug direkt vor, den Onesie mit mir gemeinsam zu nähen (denn gewisse Teile wie der Reißverschluss flößten mir doch noch ordentlich Respekt ein). Und so kam es dann auch. Und während ich überlegte, welchen Stoff ich verwenden sollte, öffnete ich meinen Stoffschrank. Und war ein bisschen erschlagen von den Stoffmengen. So. Viel. Stoff!!!! Ich wählte als Grundlage für meinen Traumanzug einen rot-weiß geringelten Jersey, den ich vor Jahren mal auf dem Stoffmarkt gekauft hatte. Wofür, weiß ich auch nicht so richtig. Aber jetzt hatte er seine Bestimmung gefunden!

Dazu bestellte ich dann noch ein bisschen grauen Jersey mit süßen, kleinen Fahrrädern sowie das übrige Zubehör (Reißverschluss, Druckknöpfe…) – so hat mich das ganze letzten Endes doch mehr gekostet, als ich normalerweise bereit wäre, für einen Schlafanzug zu bezahlen, aber hey. Selbst gemacht ist bekanntermaßen nicht unbedingt günstiger – häufig sogar im Gegenteil.

Und eines schönen Samstags war es dann so weit, Julia schlug bei mir auf zur “Garn-Party”, wie der Held es so schön betitelte. Und der Anzug war dann letzten Endes auch gar nicht schwer zu nähen. Innerhalb eines Tages waren wir beide fertig. Und hatten ein traumhaftes Resultat:

So! Was! Von! Kuschelig! Und das “Toiletten-Feature” – die Poklappe mit Druckknöpfen – funktioniert auch einwandfrei. Am liebsten hätte ich das Teil die nächsten Tage gar nicht mehr ausgezogen. Gemütlichkeits-Overkill! Aber ich musste natürlich doch. Spätestens Montag, als es wieder zur Arbeit ging. 😉

Anschließend war ich ein bisschen im Nähwahn. Und bin es immer noch. Die Entdeckung des rot-weißen Ringeljerseys im Schrank wollte mir nämlich nicht aus dem Kopf. Ich besitze so viel Stoff! Mir kam der Gedanke, dass ich den doch eventuell auch einfach mal verwenden könnte. Und weil ich eine Schwäche für Challenges habe, wurde daraus das “Projekt Stoffabbau” – und der Vorsatz, sämtlichen Stoff zu verbrauchen. Hüstel.

Es ist wirklich unglaublich, wie viel festen Baumwoll-Dekostoff ich habe. Den habe ich zu Beginn meiner “Nähkarriere” wirklich meterweise angeschafft. Ich habe mich also durch Pinterest geklickt, dieses und jenes gefunden und ausnahmsweise nicht nur gepinnt, sondern direkt umgesetzt. Das kleine Nadelkissen an der Nähmaschine beispielsweise, oder das Wolken-Mobile. Außerdem (das schaffte wenigstens mal was weg) einen neuen Bezug fürs Bügelbrett und noch ein paar bunte Tischsets. Nicht im Bild: ein paar weitere Spüllappen (die liebe ich nach wie vor) und eine verschenkte Einkaufstasche. Alles nur mäßig erfolgreiche Projekte, was die Menge an Stoff betrifft, die sie wegschaffen. Aber ich bin sehr wählerisch bei dem, was ich nähe. Vieles gefällt mir nicht oder ich finde es einfach überflüssig. Ich benötige keine 500 weiteren Täschchen und Einkaufstaschen, keine Körbchen und Utensilos, und ich will eigentlich nichts nähen, was völlig überflüssig ist.

Neben den Dekostoffen befindet sich aber auch noch jede Menge Kleidungsstoff in meiner Sammlung. Als erstes ging ich ein Projekt an, für das ich schon vor ziemlich exakt 3 Jahren das Material gekauft hatte: ein roter Cord-Rock! Das Schnittmuster war Amy – allerdings hat es mich ziemliche Nerven gekostet und ich werde es vermutlich nicht noch einmal nähen. Außerdem war der Rock am Ende viel zu groß (trotz Messen im Voraus), so dass ich improvisieren musste. Zum Glück hat das wenigstens geklappt und der Rock gefällt mir jetzt sehr gut. Ein tolles Foto hab ich allerdings nicht, da es ein Ich-mach-das-jetzt-noch-fertig-obwohl-Mitternacht-schon-durch-ist-verdammt-noch-mal-Projekt war. Kennt ihr die? Wo man noch unbedingt das an dem Abend fertig kriegen will? Aber ich hab natürlich trotzdem ein Bild gemacht. Mit Ringelsocken. Und Stoffchaos im Hintergrund. Und leicht verfälschten Farben. Und unpassender Bluse:

Und tatsächlich: Der Stoffberg schrumpfte schon etwas!

Allerdings war ich betrübt, dass ich meinen Traumanzug immer nur nachts anziehen konnte. Also tauchte ich wieder ins Stoffmeer ein und ja: Es war noch genug für einen weiteren Traumanzug vorhanden! Aus etwas dickerem Sweatstoff, quasi als Hausanzug. Ohne Kapuze, aber immerhin. Sogar sämtliches Zubehör wie Reißverschluss und Druckknöpfe hatte ich auf Lager. Letztere noch aus den Beständen meiner Mama:

Hammer-Design, oder? 😀

Allerdings musste ich bei diesem Anzug etwas improvisieren. Teils klappte das gut – teils nicht so. Improvisation Nummer 1: kein Bündchenstoff. Stattdessen Bündchen aus dem Sweatstoff. Funktioniert immer nur so mittelmäßig gut – nervt aber hauptsächlich beim Nähen, stört später nicht beim Tragen. Allerdings sollte die Poklappe eigentlich auch aus Bündchenstoff genäht werden – das sollte mir noch zum Verhängnis werden, denn ich entschied mich für den dünnen Muster-Jersey. Impro Nummer 2: der Reißverschluss, den ich noch auf Lager hatte, war nur 45 statt 50 cm lang. Ich wollte das Oberteil aber sowieso etwas kürzen, da der Schritt beim ersten Traumanzug etwas auf Halbmast hängt. (Die Beine hab ich auch gekürzt.)

Problem durch diese Improvisationen: Der Anzug sitzt etwas strammer am Po. Keineswegs ZU stramm, sollte man meinen. Hätte er keine Poklappe, wäre alles easy und sehr bequem. Er hat aber eine. Und die besteht aus dünnem Jerseystoff ohne Verstärkung (hatte ich nämlich nicht, und es sollte ja ein ABBAU-Projekt sein, für das ich nichts neues kaufen musste) – der nun relativ stark gedehnt wird, wenn ich auf dem Sofa rumlümmel. So kam es, wie es kommen musste – einer der Druckknöpfe riss schon am ersten Abend aus. Schade. Aber ich denke mal, ich kann es relativ problemlos reparieren. Und man lernt ja schließlich aus seinen Fehlern. Und: den Gemütlichkeits-Overkill hat das Teil trotzdem noch. (Und im Zweifel hat das Ding halt einen Druckknopf weniger. Ich bin ja nur zu Hause damit.)

Fällt irgendwem zufällig was auf? Also, langjährigen Leserinnen, meine ich? Aus dieser Stoff-Kombination habe ich schon mal einen Hoodie genäht. Vor VIER JAHREN. Seitdem liegt der Stoff bei mir rum. Es wurde also wirklich mal Zeit.

So, und jetzt muss ich diesen Mammut-Post beenden (ein vorbildlicher Blogger hätte vermutlich eine fünfteilige Serie daraus gemacht) und nach weiteren Näh-Ideen googeln… 😉 Und bis dahin verlinke ich diesen Post beim Me Made Mittwoch!

Schreibt mehr Weihnachtspost!

In den letzten Jahren hat die Weihnachtskarten-Anzahl in unserem Briefkasten erheblich zugenommen. Das ist wunderbar! Ich habe den Eindruck, es ist wieder “in”, analoge Grüße zu verschicken und an Menschen, die man gern hat, zu denken. Dabei ist es dann auch egal, ob es sich um handgebastelte oder gekaufte, um ausführliche oder kurze Karten handelt. Man freut sich einfach, wenn man den Briefkasten öffnet und ein womöglich noch hübsch verzierter Briefumschlag herauspurzelt!

Weihnachtskarten ersetzen bei uns dann nach und nach den Adventskalender, der an einem Band unterm Regal hängt. Naturgemäß werden es Tag für Tag weniger Päckchen, aber wenn man dann den einen oder anderen Kartengruß dazuhängen kann, sieht es schon nicht mehr so trostlos aus.

An genau diese Grüße dachte ich jedenfalls, als ich (bereits im August) mit den Vorbereitungen für den diesjährigen Adventskalendertausch begann. Ich stellte mir hübsch geschmückte Umschläge und bunt gestaltete Weihnachtskarten vor – und wollte den Teilnehmerinnen am Tausch ein kleines Hilfsmittel dafür mitgeben! Da traf es sich auch gut, dass Denise mir eine sehr frühe Zahl im Monat zuloste: die vier, so dass noch genügend Zeit sein sollte, um die Post dann auch vorzubereiten und abzusenden!

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Kleine, weihnachtliche Stempel sollten entstehen! Im Gegensatz zu den vergangenen Jahren war ich total vorbildlich und habe den Entstehungsprozess akribisch in Fotos festgehalten. Leider ergab es sich, dass ich die meisten Bilder nicht mehr wiederfinde! Ich fürchte, ich habe sie versehentlich gelöscht. Einige habe ich glücklicherweise jedoch noch und auf Instagram gibt es dann ein paar mehr Einblicke.

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Ich habe mich dieses Mal weder auf Moosgummi noch auf Radiergummis verlassen, sondern hochprofessionell 😉 auf Stempelgummi zurückgegriffen. Das ließ sich hervorragend verarbeiten, ich war sehr zufrieden! Dabei habe ich mit einem Bastelmesser und Linol-Schnitzwerkzeug gearbeitet. Das Messer kam für die äußeren Kanten zum Einsatz, das Linolwerkzeug für alle inneren Stellen. Der leicht unordentliche Look ist dabei natürlich so gewollt – so sieht man, dass es Handarbeit ist, und jeder Stempel sieht etwas anders aus! (Auch sonst kommt es mir sehr entgegen, hüstel, aber das würde ich natürlich niemals zugeben.)

Im gleichen Shop wie das Stempelgummi gab es dann auch noch die passenden Holzklötze, was ich großartig finde, denn so wirkt es gleich etwas professioneller! Und teuer war es auch nicht. Den gesamten Onlineshop, den ich neu entdeckt habe auf der Suche nach Stempelzubehör, kann ich wirklich empfehlen.

adventskalender-stempe-geschenke

Jede Teilnehmerin bekam einen großen Geschenk-Stempel und einen kleinen Stempel mit unterschiedlichen Motiven. Ich hoffe, sie können in jedem Weihnachtspostamt auch verwendet werden!

Falls ihr jetzt noch überlegt, wen ihr auf keinen Fall vergessen dürft beim Schreiben der Weihnachtskarten (oder wenn ihr dank neuer Stempel einfach nicht genug bekommen könnt und deswegen verzweifelt noch grübelt, wem ihr noch schreiben könntet), dann habe ich hier eine kleine Liste für euch.

 

Wer in diesem Jahr eine Weihnachtskarte verdient hat

  • Mama und Papa. Egal, ob man sich zu Weihnachten sieht oder nicht!
  • die nettesten Nachbarn, die du hast
  • eine alte Freundin, zu der der Kontakt eigentlich eingeschlafen ist
  • ein Lehrer oder eine Lehrerin, an die du dich gern erinnerst (einfach an die Adresse der Schule schicken)
  • eine Person, die dich in deinem Leben inspiriert hat, der du das aber noch nie gesagt hast (ich habe beispielsweise vor, dieses Jahr eine Karte an meinen allerersten Chorleiter zu schicken)
  • ich 😀 und andere Bloggerinnen, bei denen du gern mitliest – die Adresse gibt’s in der Regel im Impressum
  • Kleine Kinder in der Familie? Schreibe eine Karte, in der einzelne Worte mit Bildern ersetzt werden!
  • Bonus, falls du nicht genug kriegen kannst: eine zufällige Person aus dem Telefonbuch deiner Stadt – oder einer völlig anderen?

Ich selbst habe übrigens noch nicht eine einzige Weihnachtskarte geschrieben in diesem Jahr. Upps! Aber das kommt noch, vielleicht schaffe ich es am Wochenende. Wie sieht das bei euch aus? Selbstgebastelte oder gekaufte Karten? Rundumschlag oder nur an ausgewählte Lieblingsmenschen? Oder seid ihr etwa Weihnachtskartenverweigerer?

Unser Urlaub im Scrapbook

Im DIY-Tausch-Adventskalender versteckte sich im vergangenen Jahr etwas besonders tolles: ein Album von der lieben Ja-Sagerin! Ich war wirklich verzückt, denn ich habe schon zwei größere Alben von ihr und mag ihren Stil sehr. Aber was ich mit dem Album machen sollte – da hatte ich noch keine Idee.

Dann kam der Urlaub, und ich machte viele, viele tolle Fotos. Und natürlich kam der Gedanke nach einem Urlaubsalbum auf, aber ich hatte nicht so viel Lust und Zeit, lange daran zu sitzen. Es war ja auch warm und sommerlich. Da fiel mir Binas Album wieder in die Hände!

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Das Titelbild gefällt mir super – das Papier, was Bina gewählt hat, passt aber auch perfekt zum Urlaubsthema. Ich habe einige Instagram-Bilder als “Polaroids” ausgedruckt, einen kleinen Sticker mit den Urlaubsdaten und den Kamera-Aufkleber verwendet, weil der farblich so gut passte. Den Kamera-Aufkleber hätte ich im Nachhinein lieber weggelassen, weil es mir doch etwas “too much” wurde. Aber hey, so sieht es auch schön aus. 🙂

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Zur “Begrüßung” gibt’s gleich auf der ersten Seite ein schönes Strandbild, eines meiner Lieblingsbilder aus dem Urlaub. Auch den tollen Stempel, den es letztes Jahr bei Bloggen mit Herz gab, konnte ich endlich mal wieder einsetzen! Er passt perfekt zu der Möwe auf dem Foto, oder?

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Es fiel mir übrigens echt schwer, die Bilderauswahl für das Album zu treffen. Es hat doch weitaus weniger Seiten als meine üblichen Alben! Aber dafür war ich auch echt schnell fertig, obwohl ich doch sonst immer so lange brauche. Dafür also einen deutlichen Pluspunkt, und letzten Endes sind das nun halt die Highlight-Fotos und das reicht auch. Außerdem kann man ja auch mit kleineren Fotos arbeiten, so wie hier! Meist habe ich auf einer Seite ein großes und auf der gegenüberliegenden Seite kleinere Bilder eingeklebt.

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Oder halt auf einer Seite ein großes Bild, und auf der anderen Seite etwas Deko und Text, alles in allem also eher schlicht. Das ist übrigens das Haus, in dem unsere Ferienwohnung war. Die Wohnung war sooo toll! Und die Häuser fand ich auch superhübsch. Ich überlege jetzt schon, ob wir nächstes Jahr einfach noch einmal dorthin fahren sollen.

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Der Vollständigkeit halber: Das ist die Seite für die Wohnung. Allerdings kann man auf diesem Bild eher wenig erkennen. Fotos fotografieren finde ich häufig etwas schwierig…

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Auch unser Tag in Lübeck musste natürlich festgehalten werden. Die Bilder kennt ihr ja schon. Lustigerweise habe ich die meiste Deko, die ich im Album verwendet habe, sogar in Lübeck gekauft. Im TK Maxx gab es nämlich Scrapbooking-Zubehör! Ich war im siebten Himmel. Unser TK Maxx in Münster hat nur Klamotten. Hier hingegen konnte ich mich gar nicht entscheiden, was ich alles mitnehmen sollte. Normalerweise kaufe ich solche Dinge immer nur im Internet. Es war toll, das alles einmal vorher in der Hand halten zu können.

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Natürlich tauchen auch der Held und ich im Album auf, aber davon zeige ich natürlich nicht alle Bilder. Ein bisschen Privatsphäre muss ja auch noch sein… Aber diese gehen! Hier sitzen wir gerade in einem Lübecker Café und erholen unsere müden Füße.

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Sommer-Impressionen! Hach, ich schwelge schon wieder in Urlaubserinnerungen. Aber so soll es ja auch sein, wenn man so ein Album ansieht.

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Ich bin kein großer “Trickser” beim Scrappen, und so etwas wie eine Tasche, aus der man das Foto ziehen kann, ist bei mir schon ein echtes Highlight. Lustigerweise verstehen die meisten Leute, die sich so ein Album dann ansehen, sowieso nicht, dass sie hier noch etwas tun müssen, damit sie alles zu sehen kriegen. Meist muss ich darauf hinweisen. Also ist es vielleicht gut, dass ich es nicht so oft mache… 🙂

Das war mein Mini-Urlaubs-Scrapbook! Vielleicht mache ich öfter mal so kleine Alben mit wenigen Bildern. Da geht die Lust auch nicht so schnell verloren, weil man so schnell fertig ist! Nur die Bildauswahl ist dann wie gesagt doch extrem schwierig. Ich will doch immer sooo viel zeigen und erzählen! 😉 Aber naja, dafür habe ich ja den Blog.

Große Fuchsliebe in Hoodie-Form {RUMS}

So, dieses Mal schaffe ich es, den RUMS-Beitrag auch am RUMS-Tag zu veröffentlichen. 😉 Letzten Monat war mein Näh-Monat und ich war wahnsinnig fleißig. So habe ich einiges zu zeigen, aber heute kommt bereits mein Lieblingsstück:

fuchs-hoodie-gesamt

Ein Fuchs-Hoodie! Ich bin sehr, sehr glücklich mit ihm. Genäht habe ich ihn nach einem Schnipp-Schnapp-Schnitt, nach dem ich auch schon diesen Hoodie genäht hatte. Die Anleitung finde ich nach wie vor verbesserungswürdig, aber der Schnitt sieht super aus und passt mir gut. Und mit den Erfahrungen vom ersten Kapuzenpullover konnte ich einige Verbesserungen anbringen, zum Beispiel:

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Die Ärmel! Die waren beim ersten Versuch viel, viel zu lang geraten und die Bündchen waren auch noch quer angenäht (ich habe das noch mal nachgeprüft und bin der Ansicht, dass es in der Anleitung falsch eingezeichnet ist – oder es ist Absicht, aber “richtig” herum gefällt es mir besser). Außerdem habe ich es geschafft, die Kapuzenteile vorn vernünftig überlappen zu lassen. Beim ersten Modell hat das nicht ganz geklappt.

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Den Sweatstoff in Beige (nicht Weiß, falls das auf den Fotos so wirkt) hatte ich schon zusammen mit dem braunen Stoff vom ersten Hoodie bestellt! Er lag also mal eben 2 Jahre lang oder länger im Schrank herum. Ich hatte ihn sogar mit einer bestimmten Idee vor Augen bestellt, aber die war mir mittlerweile völlig entfallen. Nun hatte ich also diesen Stoff und fand ihn eigentlich ziemlich blöd. Aber dann habe ich mir einfach online einen passenden Kombistoff gesucht. Der Fuchsstoff passte perfekt! Das Beige der Fuchsbäckchen hat genau die Farbe des Sweatstoffes und der Stoff selbst fühlt sich wunderbar an.

fuchs-hoodie-selbstgenaeht-stolz

Auf diesem Foto könnt ihr daher feststellen, wie ich aussehe, wenn ich sehr stolz bin. 😉 Und das bin ich auch, ich bin 100% zufrieden mit dem Hoodie. Ich habe mir aber auch sehr viel Zeit genommen beim Nähen, sehr langsam genäht (ich bin so glücklich, dass man bei der neuen Nähmaschine die maximale Geschwindigkeit einstellen kann!) und sehr präzise gearbeitet, was sonst nicht meine Stärke ist. Und es hat sich gelohnt! Bei der Gelegenheit habe ich dem ersten Hoodie übrigens direkt auch mal die Ärmel um sicherlich 10 cm gekürzt.

Das einzige, was ich beim nächsten Mal evtl. noch anders machen würde, wäre, den Schnitt im Ganzen einen Ticken zu verlängern. Er passt zwar gut, aber nur, solange ich nicht die Arme in die Luft strecke. Und das macht man häufiger, als man so gemeinhin glaubt – sei es an Küchenschränken oder bei Aufwärmübungen im Chor, und überhaupt, ab und zu sollte man einfach mal was zum Jubeln haben und dann soll ja auch der Pulli noch passen! 😉

Ankerliebe {MeMadeMittwoch}

Ich bin ein optimistischer Mensch. Daher habe ich beim Packen für unseren Urlaub auch die Wettervorhersage ignoriert, die 14 Grad und Wolken ankündigte. Ich habe kurze Hosen, Kleider, Röcke und Tops eingepackt, obwohl alles dagegen sprach. Und was ist? Es wurde belohnt! Seit Montag sind wir an der Ostsee, und seit Montag strahlt die Sonne vom wolkenlosen Himmel und macht uns sehr, sehr glücklich.

So konnte ich auch direkt mein neues Lieblings-Top ausführen, das so perfekt an den Strand passt. Der hellblaue Stoff mit den weißen Ankern war Liebe auf den ersten Blick! Auf Instagram gab’s schon mal einen Eindruck:

ankerliebe-instagram

Das Top habe ich nach dem Ebook “Livia” von Pattydoo genäht. Ein Probe-Top hatte ich vorher genäht, um die Größe zu bestimmen, und es saß perfekt. Also habe ich den tollen Ankerstoff angeschnitten und alles so ordentlich wie selten genäht. Aber bei der Anprobe gab’s plötzlich wieder Flatterflügel unter den Armen! Also habe ich das Top noch mit Freestyle-Brustabnähern versehen. Etwas, von dem ich zuvor gar nicht wusste, dass ich es kann. Und ob es so richtig ist, weiß ich auch nicht – ist aber auch egal, es passt und sieht sehr viel besser aus. (Bei einem zweiten Top habe ich es besser gewusst und die Brustabnäher direkt gemacht, und anschließend die Armlöcher gesäumt. Hier musste es jetzt so gehen.) Hier sieht man das sehr gut:

Ankerliebe-Seebruecke-Top

Ansonsten müssen der Held und ich wohl noch mal an den Outfit-Fotos arbeiten. Das einzige, auf dem das Top komplett zu sehen ist, ist dieses:

ankertop-livia-seebruecke

Naja, aber so sonderlich spektakulär ist so ein Top ja auch eigentlich nicht, daher wird das schon reichen. Für mich ist es aber doch etwas tolles, es ist so ein schöner Stoff und ich bin wirklich sehr glücklich mit dem Ergebnis und stolz darauf, dass ich es auf eigene Faust angepasst habe! Daher verlinke ich diesen Beitrag bei RUMS und lasse euch noch ein Urlaubsbild da:

flipflops-strand-grossenbrode
P.S.: Ihr sucht eure Ferienwohnung doch auch danach aus, ob sie WLAN haben, oder?!

P.P.S.: So lange habe ich nicht mehr mitgemacht, dass mir entfallen ist, dass Donnerstag und nicht Mittwoch RUMS-Tag ist. Upps. Dann disponiere ich spontan um und verlinke zum ersten Mal beim MeMadeMittwoch, wo genauso wie beim RUMS tolle Bloggerinnen tolle Nähprojekte zeigen! 😉

Upcycling: Volle Spülkraft voraus!

Die vergangenen Monate hat meine Nähmaschine eher im Winterschlaf verbracht. Ich weiß selbst nicht, weshalb. Doch nun hatte ich wieder einmal Lust, etwas mit meinen Händen zu machen. Nachdem einige Flickarbeiten erledigt waren, hatte ich aber nur noch Zeit für ein kleines Projekt – quasi zum Aufwärmen nach der langen Pause.

upcycling-spuellappen-bunt

Vor einiger Zeit hatte ich diese Idee schon einmal ausprobiert (links sieht man es, schon etwas ausgewaschen), und sie eignet sich wirklich optimal zum Testen verschiedener Techniken oder halt zum (Wieder-) Einstieg: selbst genähte Spüllappen!

upcycling-spuellappen

Was, wer braucht schon selbst genähte Spüllappen, höre ich euch fragen? Niemand! 😉 Aber die Vorteile liegen auf der Hand: Man kann das Format selbst bestimmen (die gekauften “Mehrweg-Lappen” sind mir meist zu groß). Man kann die hübschesten Stoffe wählen und sich daher jedes Mal beim Spülen freuen. Und: Man kann upcyclen! Eine Seite der Lappen besteht aus einem alten, etwas abgewetztem Frottee-Handtuch, das ich im Bad nicht mehr sehen wollte. Die andere Seite besteht aus Stoffresten – viel braucht man ja wirklich nicht!

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Da mein erstes Exemplar (bei dem ich das freihändige Nähen üben wollte) schon lang und gern im Gebrauch ist, durfte jetzt ein zweiter, wunderschön bunt karierter Lappen einziehen. Zeitaufwand: 5 Minuten. Ergebnis: Freude beim Spülen. Und mal ehrlich, für mehr Freude beim Spülen lohnt sich das doch wohl in jedem Haushalt, oder?

upcycling-lappen

(Man ignoriere auf diesem Foto den nicht auf Hochglanz polierten Wasserhahn und die Tatsache, dass ich ein Haus für unsere Spüli-Flasche gebaut habe, die neue Spüli-Flasche aber zu dick dafür ist und jetzt im Garten wohnen muss.)

Nina sammelt im Werkeltagebuch jeden Monat Upcycling-Ideen, und mit diesem Post bin auch ich zum ersten Mal dabei! Ich freue mich! 🙂

Unfall im Lego-Labor oder: Ein Stempel-Workshop bei Binedoro

Es war ein ganz gewöhnlicher Tag im Labor, der Frau Professor Doktor Knudstorp bevorstand. Ein ganz normaler Tag im Lego-Klonlabor, denn bekanntermaßen können Lego-Männchen sich nicht selbst reproduzieren (es fehlen ihnen jegliche biologischen Voraussetzungen dazu). Ihr Job war es also, neue kleine Lego-Männchen herzustellen, damit alle Kinderzimmer genauso wie die Wohnzimmer von jung gebliebenen Erwachsenen jederzeit mit den gelbhäutigen Wesen bevölkert werden könnten.

lego-kissen-klonen

Doch heute war etwas anders. In Gedanken war Frau Professor Doktor Knudstorp noch bei ihrer Nachbarin, die sich heute Morgen darüber beschwert hatte, sie würde das Treppenhaus nicht häufig genug putzen. Pff! Sie, als Wissenschaftlerin, wusste genau, wie häufig und gründlich man etwas reinigen musste, damit es einwandfrei war. Doch diese Lego-Kreise (der Fachbegriff war Nupsis) waren zwar rutschfest, aber wahnsinnig schwer zu reinigen.

Da passierte es. Frau Professor Doktor Knudstorp stolperte über einen dieser dämlichen Nupsis! Die Gefäße für mindestens 23 Lego-Klone rutschten ihr aus der Hand und vermischten sich auf dem Fußboden.

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Was geschah nun?! Frau Professor Doktor Knudstorp war entsetzt. Statt 23 einzelner Lego-Klone entstand… ein einzelner Riesenklon! Schnell rief sie die Werkspolizei. Kriminaltechnikerin Abby war schnell zur Stelle. Gemeinsam begutachteten sie das Problem.

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“Meine Lupe hätte ich wohl nicht mitbringen müssen”, staunte Abby fasziniert. Frau Professor Doktor Knudstorp war immer noch außer sich. “Das kann gar nicht sein! Das darf gar nicht sein! Was tun wir denn nun?!” Abby überlegte einen Moment. “Ich muss das näher untersuchen.” Sie rief den Hausmeister, Herrn Gelbkopf, für eine kleine Vergleichsanalyse herbei.

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“Es ist eindeutig”, konstatierte Abby. “Er ist genau wie einer von uns, aber viel, viel größer. Irgendwann wird er versuchen, die Macht über Legotham an sich zu reißen. Das ist eine Nummer zu groß für uns. Wir brauchen professionelle Hilfe.” Gesagt, getan. Herr Gelbkopf schloss ihnen die Tür zum Dach des Laborgebäudes auf. Frau Professor Doktor Knudstorp richtete den Signalstrahler aus, und Abby schaltete das Licht ein. Und es dauerte nicht lange – da war der schwarze Rächer schon herbeigeeilt!

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“Ein überdimensionierter Lego-Klon?”, durchdrang Batmans heisere, tiefe Stimme das Labor. “Gar kein Problem. Lasst mich damit kurz allein, und ich regle das.” Die Frauen verließen den Raum, und nach nur zehn Minuten kam Batman zurück. “Das ist erledigt. Kein Problem. Doch sollten sich die Kräfte des Bösen irgendwann wieder erheben, und ihren Schatten auf das Herz dieser Stadt werfen, so ruft mich.”

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Und so blieb nur noch für Herrn Gelbkopf die nicht ganz so glorreiche Aufgabe übrig, das Labor sauberzufegen, bevor Frau Professor Doktor Knudstorp sich wieder in Ruhe an die ganz normale Klon-Arbeit machen konnte.


In einer alternativen Welt war es Bine, die uns vor einiger Zeit zum DIY-Workshop einlud, und ich, die Lego-Männchen klonte stempelte. Stempel aus Moosgummi waren das Thema. Und so trafen wir uns eines Samstag Nachmittags in ihrer wirklich schnuckelig-gemütlichen Wohnung und waren auf einen Tag voller Basteln eingestellt!

diy-tag-binedoro-collage

Bine hatte nicht nur ein hervorragendes Kuchenbuffet vorbereitet, sondern uns allen auch total großartige Bastelmaterialien bereitgelegt. Alles, um Stempel zu basteln, natürlich – aber auch alles, um sie zu verwenden. Kissenhüllen, Stofftaschen, und sogar das Rohmaterial für ein kleines Täschchen, das wir bestempeln durften, und das Bine anschließend für jeden von uns zusammengenäht und per Post zugeschickt hat! Meines beinhaltet nun Legosteine (denn der Lego-Stempel wollte nun einmal benutzt werden):

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Es war ein wirklich lustiger Tag – ich wiederhole mich vielleicht, wenn ich sage, dass Kreativität gemeinsam unglaublich viel Spaß macht, und die Damen an diesem Tag bildeten eine fröhliche, gesellige und natürlich kreative Runde! 🙂 Vertreten waren neben Bine noch Sabine von LiebesSeelig, Janine von Schnins Kitchen, Monika von Mo’Beads und Janine von JOs Creativ.

Mein erster Gedanke war – ihr mögt es schon erraten haben – ein Lego-Männchen. Das war filigran und durchaus etwas Fummelarbeit, aber es hat sich gelohnt. Glücklicherweise habe ich damit gleich auch noch Monika inspiriert, die dann aus mehreren größeren Stempeln das Riesen-Legomännchen gebastelt hat. So konnten wir uns wunderbar austauschen und unsere Designs ergänzen. Auf dem Sofa darf das Kissen nun manchmal mit der Mega-Seite und manchmal mit der Mini-Seite vorn glänzen – natürlich neben meinem liebsten Original-Binedoro-Kissen:

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Außerdem habe ich gleich zwei Stofftaschen gestaltet. Die Punkte auf der Hurra-Tasche habe ich einfach mit Wattestäbchen gestempelt (der Schriftzug ist frei Hand gepinselt), für Pacman und seinen Geisterkumpel in eleganter Kupferfarbe durfte ich wieder Stempel basteln.

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Liebe Bine, vielen Dank noch einmal für einen wirklich spaßigen Nachmittag! Und allen anderen, die bis zum Ende dieses Mega-Artikels durchgehalten haben: Respekt! 😉 Was würdet ihr auf euer Kissen stempeln?