Kategorie Archive: Gedankenhüpfer

Alternativen

Ja, ich rede viel über Jobsuche & Co. im Moment. Heute könnte ich zum Beispiel erzählen, dass mich der nicht kommende Anruf nach dem Vorstellungsgespräch so genervt hat, dass ich voller Elan die nächste Bewerbung geschrieben und verschickt habe. Oder dass mein Held nächste Woche 30 wird und immer noch keine Stelle hat. Es wäre seine erste, wohlgemerkt.

Ich könnte aber auch den Kopf hochnehmen, die Brust rausstrecken und weiterlaufen. Ich könnte mich über den nahenden Frühling freuen, mit Krokussen, die am Straßenrand schon blühen, und strahlend blauem Himmel (leider soll es heute schon wieder schneien). Ich könnte mich darüber freuen, dass heute Freitag ist und somit so gut wie Wochenende. Darüber, dass wir am Wochenende gar nichts vorhaben außer faul sein und unsere gemeinsame Zeit genießen. Ich könnte mich auf die Hochzeit meiner Schwägerin-in-spe freuen und auf den 50. Geburtstag meiner Zweit-Mama, ich könnte mich darüber freuen, dass ich endlich mal wieder Ahoj-Brause gekauft habe und Waldmeister immer noch besonders gut schmeckt. Ich könnte mich auf den Geburtstag meines Helden und seine tollen Geschenke freuen, von denen ich auch etwas habe.  😉  Ich könnte mich auf seine Geburtstagsfeier freuen und darauf, dass wir endlich mal wieder in seine Heimatstadt fahren und die Familie besuchen. Ich könnte mich auf die nächste Folge einer spannenden TV-Serie freuen und auf die nächste Chorprobe.

Es gibt immer Alternativen, und an der blöden beruflichen Situation zu verzweifeln oder nur immer darüber nachzudenken, bringt ja überhaupt nichts. Solange man trotzdem daran arbeitet, sie zu verändern – Kopf hoch, Brust raus, weiterlaufen – kann man sich gedanklich genauso gut mit anderen Dingen beschäftigen. Also los!

Hallo, 2010 – ich lebe noch!

Ja, mich gibt es tatsächlich noch. Inzwischen ist das neue Jahr schon fast zwei Wochen alt und ich habe seit Ewigkeiten keinen Eintrag mehr geschrieben… Asche auf mein Haupt. Aber das Blog ist halt Vergnügen, also schreibe ich auch nur, wenn ich Lust drauf habe oder etwas zu sagen habe.

Im Moment geht es mit mir auf und ab. Mein Held hat immer noch keinen Job und ich schwanke zwischen einem “Alles wird gut, wird schon schiefgehen” und einem “Oh mein Gott, er wird dieses Jahr 30  und niemand wird ihn jemals einstellen”. Das nervt ganz schön. Im Grunde habe ich eine “Wird schon niemand verhungern”-Einstellung, aber je länger das alles dauert, desto blöder. Dazu kommt, das mein Vertrag dieses Jahr auch ausläuft und ich keinen Plan habe, ob er verlängert wird oder nicht. Da werde ich mich nächsten Monat mal unbedingt drum kümmern müssen, dabei habe ich gar keine Lust. Überhaupt, erwachsen sein ist doof. Ständig irgendwelche finanziellen Überlegungen, man muss alles selbst im Blick haben, von Arztterminen bis zum gesamten Haushalt. Diesen Monat kommt schon wieder einer von der Versicherung und wirft mal einen Blick auf meine Altersvorsorge. Ächz.

Wie gesagt, ich schwanke. Von Sorge vor allem, was kommen mag. Arbeitslosigkeit? Umzug? Doofer Job? Hin zur Dankbarkeit für das, was ich habe. Ein wunderbares Zuhause. Eine tolle Familie (und da ist die “Schwiegerfamilie” mit inbegriffen). Eine glückliche Beziehung mit dem besten Helden von allen. Und wieder zurück. Das ist anstrengend… Und ich wünsche mir wirklich täglich nichts weiteres als endlich einen blöden Job für meinen Helden und einen blöden Vertrag für mich.

Bürokälte und Weihnachtspläne

Es ist kalt im Büro. Ich erwarte die ganze Zeit, dass mein Wasserglas zufriert… Auch wenn das nicht passiert, ich trinke lieber nicht daraus, denn sonst friert mir bestimmt der Magen zu. Ich bleibe beim heißen Tee – ich liebe Tee, im Moment ist mein Favorit “Blutorange” von Milford (die schreiben auch immer so niedliche Sprüche auf die Teebeutel-Anhänger – auf meinem aktuellen steht: “5-8 Minuten Ziehzeit, um zusammen glücklich zu sein” – das macht mich fröhlich!).

Ich war heute schon soooo früh im Büro wie seit Ewigkeiten nicht mehr, da mein Held derzeit einen Job hat (aushilfsweise  🙁 ) und daher schon um 7 Uhr aus dem Haus muss. Damit wir wenigstens zusammen frühstücken können, stehe ich um halb 7 mit ihm auf. Tapfer, finde ich! 😉 Wenn er los muss, ist es noch dunkel. Heute Abend werde ich mal sehen, ob ich mich um die Außenbeleuchtung vom Balkon kümmere. Es ist ja schließlich immer schon dunkel, wenn ich zuhause bin. Und bald ist auch Weihnachten, da freue ich  mich sehr. Mein Held und ich verbringen den Heiligabend gemeinsam und alleine – zum ersten Mal. Ich bin gespannt. Allerdings müssen wir abends noch zu seinen Eltern fahren, also haben wir nur den Tag für uns. Ich möchte eine Kirche aussuchen in der Ecke bei uns und mit ihm in den Gottesdienst gehen. Ich möchte einen Tannenbaum aufstellen und echte Kerzen daranstecken.

Allerdings bin ich auch traurig, dass ich nicht mehr mit meinen Eltern feiere… Ebenfalls zum ersten Mal. Wir sehen uns dann erst am zweiten Weihnachtstag, wenn auch Oma und Opa und andere Oma und anderer Opa und Cousinchen und Cousin da sind. Ich freue mich zwar auf die gemeinsame Feier von meinem Helden und mir, aber ich kann mir so gar nicht vorstellen, wie das dann bei meinen Eltern vor sich geht… Ich meine, sie können damit sicher leben und sind auch nicht enttäuscht (sagen sie jedenfalls), aber ich bin so hin- und hergerissen! 🙁 Egal, wofür ich mich entscheide, es gibt immer noch Alternativen, die genauso gut sind. Hmpf. Hach. Man hat’s nicht leicht mit dem Erwachsenwerden…

Freunde

Jetzt ist das Wochenende schon wieder vorbei. Aber ein schönes war es. Bei den Schwiegereltern in spe hatten wir uns einquartiert, mal wieder ein Besuch in der Heldenheimat. Am Freitag waren wir auf dem 30. Geburtstag eines guten Freundes, wo es viel zu futtern und etwas zu trinken gab, bis ich beinahe auf dem Sofa eingeschlafen wäre. Samstag haben mein Held und ich nach dem Ausschlafen und Einkaufen Warhammer gespielt, bis sich diverse Freunde für die Abendgestaltung ankündigten.

Da saßen wir dann im elterlichen Wohnzimmer mit 9 Mann (Frauen waren auch dabei), quatschten und lachten und schauten alte Fotoalben an. Das war sehr schön. Ich wurde etwas traurig, dass wir hier bei uns nicht so viele Leute kennen. Hier laufen die Abende eher ruhig ab, mein Held am Computer, ich meist im Wohnzimmer vor dem Fernseher oder mit einem Buch, oder wir schauen mal gemeinsam DVD oder TV. Das ist alles sehr schön und ich genieße das Zusammenleben. Aber es wäre schon schön, wenn mal spontan jemand vorbeikommen könnte, ohne dass man es gleich zwei Wochen vorher planen muss. Wenn man einfach jemanden anrufen könnte, um zu sagen “Hast du heute Abend schon was vor? Nee? Sollen wir vielleicht Wii spielen / DVD schauen / einen Spieleabend machen? Ich komm vorbei.”

Leute, bei denen ich so sein kann, wie ich bin, gibt es hier einfach nicht so viele bislang. Im Büro werde ich sehr oft schief von der Seite angesehen, hier muss ich einfach viel erwachsener tun, als ich es sein mag. Weniger verrückt… Weniger bunt, gestreift und hüpfig. Schade. Aber das ist das Büro, so ist das eben, wir sind ja nicht zum Vergnügen hier. Die einzige Freundin, die ich hier bislang gefunden habe, ist von ihrer Firma in einen völlig anderen Teil Deutschlands geschickt worden. Ich weiß nicht, ob wir schon befreundet genug sind, um sinnvoll in Kontakt zu bleiben, aber ich werde mich bemühen (siehe letzter Beitrag). Ansonsten gehe ich hier ab und zu zu einem Spieleabend von Leuten aus dem StudiVZ, die angeblich neu in der Stadt sind. Allerdings kennen sich dort fast alle schon, auch wenn immer wieder neue Leute dabei sind, und es sind 2-3 Nasen dabei, die nicht so zu meiner Nase passen. Leider sind das ungefähr die Gründer des Spieleabends, daher ist das auch nicht so das Gelbe vom Ei.

Aber wo findet man neue Freunde?

Autsch.

Das war dann die Wahl. Es ist so gekommen, wie ich es befürchtet hatte, und noch ein bisschen schlimmer.

Als ich vor dem Fernseher saß, um 15 Sekunden vor 18 Uhr, merkte ich richtig, wie aufgeregt ich war. Mein Bauch zog sich richtig zusammen – als wenn ich ein Referat halten müsste oder zum Chef zitiert würde. Dann kam die CDU, und mein Gesicht wurde lang. Doch danach kam die SPD – und mein Gesicht wurde noch länger (und mit dem langen Gesicht das leicht schlechte Gewissen, dieses Mal nicht SPD gewählt zu haben, jedenfalls nicht mit der Zweitstimme – Blödsinn, ich weiß ja, aber trotzdem, das ist anerzogen).

Steinmeiers Reaktion fand ich sympathisch und ehrlich, und jetzt warte ich geduldig darauf, wann und wogegen wohl meine erste Demo unter der neuen Regierung sein wird… 🙄 Atom? Kündigungsschutz? Steuern? Zuletzt war ich gegen den Irakkrieg demonstrieren, aber selbst das nur halbherzig (weil mitten im Abistress).

Immerhin haben die Grünen sich steigern können – mal sehen, ob’s hilft. Dass die Linke so stark war, finde ich mal wieder erschreckend…

Ich bin gespannt, was kommt.

Entscheidungen: Taktik oder Herz?

Ich habe noch nie soviel über eine Wahl geredet wie in den letzten Tagen. Ich denke, dass das daran liegt, dass es im Moment vielen Leuten schwer fällt, sich zu einer Entscheidung durchzuringen. Mir auch. Soll ich taktisch wählen, oder soll ich das wählen, was mein Herz mir sagt? Meine Wünsche und Vorstellungen? Soll ich “chancenlos” wählen? Soll ich das kleinere Übel wählen? Ich weiß es einfach nicht.

Das ist meine erste Bundestagswahl, bei der ich nicht möchte, dass die bisherige Regierung fortgesetzt wird. Ich darf ja noch nicht sooo lange wählen, und so oft wird der Bundestag ja dann auch wieder nicht gewählt – es ist jetzt meine dritte Bundestagswahl. Wie erreiche ich, dass die Koalition an die Macht kommt, die ich mir wünsche? Vermutlich gar nicht. Aber man hat ja als Wähler doch das Gefühl, die Entscheidung liege in deiner Hand. Muss man ja haben. Sonst wäre man völlig desillusioniert und würde gar nicht mehr wählen gehen… Und das ist ja auch nicht der Sinn der Sache. Eigentlich ist mir schon klar, dass es jetzt keine wahlentscheidende Rolle spielt, ob ich Rot oder Grün wähle. Zumal ich mir bei der Erststimme schon sicher bin – da wird taktisch gewählt, es gibt gar keine andere Wahl, sonst könnte ich die Erststimme auch einfach weglassen.

Nun ja, worauf will ich eigentlich hinaus? Es gibt zwei Möglichkeiten: Ich wähle SPD. Ich wähle das kleinere Übel, ich versuche, Schwarz-Gelb zu verhindern, ich riskiere die Fortsetzung der großen Koalition, aber immerhin eine rote Regierungsbeteiligung. Das wäre meine taktische Wahl: Schwarz-Gelb darf nicht kommen, ein Wiedereinstieg bzw. Nicht-Ausstieg aus der Atompolitik wäre für mich untragbar. Oder: Ich wähle die Grünen. Ich stärke die umweltpolitische Stimme, ich gebe Rot-Grün den Hauch einer Chance, aber es ist doch sehr unwahrscheinlich. Dennoch ist ja auch eine starke grüne Opposition viel wert. Das wäre meine Herzenswahl. Vielleicht wird die SPD dann ebenfalls in die Opposition geraten und bei der nächsten Wahl wieder mehr Chancen haben. Hmm.

Aufschreiben bringt häufig Klarheit und auch ich bin mir jetzt deutlicher darüber im Klaren, was ich wählen sollte. Oder doch nicht? Ich bin hin- und hergerissen. Außerdem fällt mir auf, dass ich fast nur Umweltthemen zur Argumentation gebraucht habe. Nur zur Info: Andere Themen spielen natürlich auch noch eine Rolle. Bei denen kann ich mich aber mit beiden Parteien halbwegs anfreunden, sie taugen daher nicht großartig als Entscheidungshilfe.

Piratenpartei!?

Heute habe ich mal den Wahl-O-Mat von der Bundeszentrale für politische Bildung ausprobiert, um zu sehen, welche Parteien ähnliche Ansichten haben wie ich. Und was steht ganz oben auf der Liste, nachdem ich alles brav angeklickt habe?!

Wahl-O-Mat

😯 Piratenpartei!? Ich meine, klar habe ich mich in der letzten Zeit mit der Piratenpartei beschäftigt. Und ihnen auch durchaus Sympathie entgegengebracht. Nur – ich habe sie niemals als ernsthafte Wahlalternative für mich in Betracht gezogen, nicht mal ansatzweise. Und jetzt steht da die Piratenpartei ganz oben!?

Nee, ich denke nicht, dass mich das überzeugen kann. Da muss ich noch mal näher drüber nachdenken…

We are what we do – grünes Blog!

Ich bin ja ein großer Anhänger der “We are what we do”-Bewegung. Du bist, was du tust – also tu dein Bestes. Dementsprechend versuche ich, nicht von der Omi im Erdgeschoss genervt zu sein. Sie ist 80 Jahre alt und hat sonst niemanden zum Reden. Ich lächle und bin höflich. Ich fahre Rad (na gut, Autofahren kann ich mir auch gar nicht leisten), ich schalte die Standby-Geräte aus, ich stöpsle das Ladegerät aus, wenn kein Handy dranhängt. Ich schalte grundsätzlich in der Büroküche und im Besprechungsraum das Licht aus, wenn ich dort vorbeikomme und niemand ist drin. In meinem Portmonee steckt ein Organspendeausweis. Ich versuche, nicht zu hoch zu heizen und wasche bei maximal 40 Grad und im Öko-Waschgang. Ich fahre auf der Autobahn möglichst nicht über 120 und in der 30er-Zone fahre ich 30. Nach meinem Einzug habe ich sofort Ökostrom geordert. Ich habe unter meinen tropfenden Wasserhahn die Gießkanne gestellt und mit dem Wasser die Balkonkästen gegossen (und inzwischen sogar den Wasserhahn ausgewechselt).

Was liegt da näher als ein grünes Blog? “Mein Blog ist CO2-neutral!” ist eine Aktion von KaufDA in Zusammenarbeit mit “I Plant a Tree”. Die pflanzen jetzt auch für mich einen Baum, damit die CO2-Emissionen meines Blogs neutralisiert werden. Find ich super – Bloggen ohne schlechtes Gewissen!