Kategorie Archive: Erlebt

Schnipsel

Heute war ich Wandern. Es regnete, die Sicht war neblig, das Thermometer im Auto zeigte zehn Grad. Egal, Wald. Zwanzig Minuten mit dem Auto von hier und dann ging es auf und ab. Unter anderem war ich zum ersten Mal überhaupt am Longinus-Turm. Dieser Aussichtsturm steht auf der höchsten Erhebung des Münsterlands: dem immerhin 187,6 Meter hohen Westerberg. Überrascht war ich davon, wie unfassbar hässlich dieser Turm ist. Mir wurde dann auf Instagram mitgeteilt, dass man ja auch nicht den Turm fotografieren soll, sondern daraufsteigen und von dort aus dann die Aussicht bewundern. Bei dem heutigen Regenwetter habe ich mir das aber mal gespart.

So bin ich aber immerhin mal wieder auf 16.000 Schritte gekommen. Seit ich meine persönliche Challenge, 100 Tage am Stück jeweils 10.000 Schritte zu gehen, geschafft habe, dümpelt meine Schrittzahl nämlich so ziemlich am Boden vor sich hin. Das ist etwas traurig. Und da ich die letzten Tage auch noch krank war und auf dem Sofa Rückenschmerzen von zu viel Liegen bekam, tat die Bewegung auch bei schlechtem Wetter richtig gut.

Außerdem dieses Wochenende bzw. in der Krankenwoche zu berichten: eine lange im Regal vor sich hin staubende Serie in den DVD-Player geschoben und sofort gefesselt gewesen. Boardwalk Empire spielt in den USA der 20er und 30er Jahre und fängt an zum Beginn der Prohibition. Spannend! Leider nirgendwo zu streamen, aber ich habe mir direkt die Komplettbox bestellt, die zu dem Zeitpunkt im Angebot war und nur 27 Euro gekostet hat (statt – wie jetzt – 99!).

Unser Buchclub hat sein Schicksal endlich eingesehen. Wir sind jetzt offiziell ein Dystopien-Buchclub. Nein, nicht wirklich, aber wir haben festgestellt, dass wir wirklich oft Dystopien lesen, und diese zählen dann meist zu den Büchern, die allen am besten gefallen. Ein paar habe ich ja hier auch schon besprochen (Die Berufene und Ein Jahr voller Wunder), es standen aber noch mehr auf dem Programm. Das Licht der letzten Tage war das vorletzte Buch, und dieses Mal haben wir eine ganz besondere Lektüre ausgewählt: Der Bericht der Magd von Margaret Atwood. Nicht wenige hatten die Autorin für den Literaturnobelpreis auf dem Schirm (den hat ja letzten Endes dann mal wieder ein Mann gewonnen – aber bei einem Verhältnis von mittlerweile 100 Männern zu 14 Frauen sind Männer wohl einfach die besseren Autoren *husthust*) und zu dem Buch, das schon mehrfach verfilmt wurde, gibt es auch aktuell eine sehr gehypte Serie (The Handmaid’s Tale nach dem Originaltitel), die man hierzulande leider nicht ansehen kann. Also, außer auf obskuren PayTV-Sendern, die niemand hat. Das Buch war jedenfalls unglaublich gut. Da steht wohl mal eine ausführliche Rezension an. Da hab ich allerdings noch mehrere Bücher auf der Liste.

Mehr Zeit wäre also schön – also alles wie immer. Nebenbei nähe ich, habe die ersten Weihnachtsgeschenkideen, und entrümpele fröhlich die Wohnung nach Konmari. Es wird nicht langweilig!

Berlin, Berlin, wir waren in Berlin!

Und der Preis für den unkreativsten Blogtitel aller Zeiten geht an… Mich! Zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nicht die erste bin, die diese unfassbar gute Idee einer Überschrift hat. Ist mir aber egal, ich find’s lustig!

Unser Berlin-Wochenende ist jetzt schon wieder zwei Monate her und ich habe es noch nicht geschafft, euch irgendwelche Bilder zu zeigen. Vorher hatte ich sogar überlegt, die große Kamera zu Hause zu lassen. Doch dann war kurz vor der Reise das 24 mm-Objektiv im Angebot – ein so kleines, niedliches Ding, das die Kamera klein und handlich machte. Und deswegen konnte ich auch nicht widerstehen, sie doch mitzunehmen. So hatte ich eine kleine Festbrennweite dabei, was fürs Fotografieren wirklich ungewohnt war, vor allem unterwegs. Aber so hat es extra viel Spaß gemacht, und war mal etwas anderes.

Heute habe ich ein paar Fotos von unserem ersten Tag in Berlin mitgebracht. Wir kamen an einem Freitag Vormittag an und durften netterweise schon vorzeitig in unserem wirklich schönen und empfehlenswerten Hotel (dem Vienna House Easy) einchecken. Anschließend machten wir uns auf zur klassischen Touri-Runde. Bundestag, Brandenburger Tor, Siegessäule (der Aufstieg hier ist übrigens vergleichsweise günstig und lohnt sich, fand ich)… Da man diese Highlights schon alle tausend Mal gesehen hat, verzichte ich darauf, euch Fotos davon zu zeigen. Nach dem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas besuchten wir die empfehlenswerte, sehr umfangreiche und kostenlose Ausstellung “Topographie des Terrors” über Berlin zur NS-Zeit – hier habe ich wiederum keine Fotos gemacht, wir waren froh, anschließend ein wenig in Ruhe laufen zu können, ohne gleich zum nächsten Programmpunkt übergehen zu müssen. Nach einem Mini-Abstecher zum Checkpoint Charlie standen dann noch die Hackeschen Höfe auf dem Programm. Hier fanden wir auch ein Restaurant – das District Mot – das noch einen Platz für uns hatte. Ohne Reservierung war das wirklich etwas schwierig!

Natürlich war das ein völlig klischeehaftes Programm, aber wir sind ja auch völlig klischeehafte Touristen! 😀 Am Abend hatten wir müde Füße und waren froh, dass unser Hotelzimmer eine Badewanne hatte.

Hauptstadtliebe: Städtetrip-Planung für Anfänger

Nachdem wir letztes Jahr zwei längere Urlaube gemacht hatten – einen ganz im Norden, einen ganz im Süden – beschlossen der Held und ich, dieses Jahr mal ganz gemütlich im elterlichen Ferienhaus zu urlauben. Dennoch wollten wir ein bisschen was erleben, und was lag da näher als ein Wochenend-Trip in eine schöne Stadt?

Einiges stand zur Auswahl, aber auf Anhieb konnten wir uns nur auf ein Ziel einigen: Berlin! Diese große, wuselige Hauptstadt, in der wir beide schon viel zu lange nicht mehr waren. Ich war zuletzt 2004 dort, aber der Held toppt das locker: 1992 hat er Berlin zuletzt gesehen, und seither hat sich gerade dort vermutlich mehr verändert als in den meisten Städten Europas.

Dieses Mal wollte ich den Trip ausnahmsweise richtig vorbereiten! Wir sind nämlich beide sehr gut darin, nur mit einer vagen Idee loszureisen und dann unorganisiert von A nach B zu stolpern. Dabei habe ich immer das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die besten Tipps entdecke ich dann erst im Nachhinein. Ich weiß nicht, wo die besten Restaurants sind und welche Geschäfte ich auf gar keinen Fall verpassen sollte, und die erste Stunde nach dem Frühstück geht drauf mit der Planung für den Tag. Blöd! In einem zweiwöchigen Strandurlaub mag das ja noch gehen, aber die vier Tage, die wir für Berlin zur Verfügung hatten, wollte ich doch etwas besser nutzen.

Für die Vorab-Planung nutzte ich einen großartigen Tipp von Frau Brüllen: Alles in eine Google Maps-Karte eintragen, was ansatzweise interessant erscheint! Hier hat sie gut beschrieben, wie das funktioniert. Der Held und ich sammelten also, was das Zeug hielt. Museen, Geschäfte, Restaurants und Cafés, und selbstverständlich auch die klassischen Sehenswürdigkeiten. Am Ende sah das ungefähr so aus:

Völlig klar, dass wir nie vorhatten, alle diese Dinge tatsächlich zu sehen. Aber insbesondere bei den Restaurants und Cafés habe ich mich kein bisschen zurückgehalten. Denn ich finde nichts blöder als hungrig zu sein und nicht zu wissen, wo ich jetzt was leckeres bekomme. Dann läuft man nämlich am ersten Laden vorbei (könnte ja noch was besseres kommen), am zweiten womöglich auch, dann ist der Hunger aber schon so groß, dass man verzweifelt in der nächstbesten Lokalität einkehrt – die dann vermutlich eine Enttäuschung ist. Und dann stellt man fest, hundert Meter weiter wäre das perfekte Restaurant gewesen. Ha! Nicht mehr mit unserer Google Maps-Karte, die uns vor Ort anzeigte, wo wir sind und wo die nächste Empfehlung lauert. Allerdings sieht man in der Karte auch einen eklatanten Mangel an lila Punkten im Bereich der Touristen-Attraktionen, und so passierte uns das doch ein- oder zwei Mal. Nichtsdestotrotz, super Sache.

Als nächstes notierten wir unsere jeweiligen Must-Haves. Der Held wollte beispielsweise in einige Comicbuchläden, ich wollte zu den Hackeschen Höfen, und bei den Museen mussten wir hart verhandeln, bis wir uns auf wenigstens nur ein Museum am Tag beschränken konnten. (Wir einigten uns auf die Topographie des Terrors, das Computerspiele-Museum, eine Unterwelten-Tour und die Gedenkstätte Hohenschönhausen im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis. Zufällig landeten wir dann aber auch noch in der Mauer-Gedenkstätte.) Berlin hat einfach zu viele Museen!

Zum Geburtstag hatte ich außerdem einen Gutschein für das Käfer Feinkost-Restaurant auf dem Dach des Bundestags bekommen. Dort muss man reservieren, so dass wir hier einen festen Termin hatten, den wir einhalten mussten. Um diesen Termin herum und außerdem um die örtliche Lage der ausgewählten Museen planten wir dann unsere weiteren Aktivitäten. Nicht minutiös, aber am Ende stand eine gewisse Ordnung. Ein Überblick über die Stadt, die Hackeschen Höfe sowie die Topographie des Terrors am ersten Tag, ein Shopping-Tag mit einem abschließenden Besuch im Computerspiel-Museum am Samstag, Sonntag mit dem Flohmarkt im Mauerpark, dem Restaurant-Besuch zu Mittag und der Unterwelten-Tour am Nachmittag, und am Montag dann noch die Gedenkstätte Hohenschönhausen, bevor wir abends wieder in den Zug steigen sollten.

Dieses lockere Konzept in Kombination mit der Google-Karte hat hervorragend funktioniert! Es war wunderbar, morgens beim Frühstück schon zu wissen, was auf dem Programm steht. Es war erleichternd, abends schon zu wissen, ob man am nächsten Morgen ausschlafen kann oder doch lieber pünktlich aufsteht, weil man z.B. auf den Flohmarkt möchte. Es war entspannt, nach dem “Abhaken” der Liste vor dem Abendessen noch eine Pause im Hotel einlegen zu können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, etwas zu verpassen (das kann ich nämlich viel zu gut: Entspannungszeiten im Urlaub als “verschwendet” anzusehen). Und es war super, sich die Restaurants auf der Karte aussuchen zu können. (Das einzige, was ich an der Google Maps-Methode kritisieren muss, ist die Tatsache, dass man keine Details mehr angezeigt bekommt, wenn man einen eigenen Punkt hinzugefügt hat. Ihr wisst doch, wenn man auf Google Maps beispielsweise auf ein Restaurant klickt, dann bekommt man die Website und die Öffnungszeiten angezeigt? Wenn man das dann als Punkt hinzufügt, funktioniert das nicht mehr und man muss den Laden parallel googeln, wenn man wissen will, was sich noch gleich hinter dem mehr oder minder kryptischen Namen verbarg. Oder standen wir da nur auf dem Schlauch?)

Wie gut die Planung war, zeigte sich am Montag. Da stand ja nur die Gedenkstätte auf dem Plan, und unser Zug fuhr erst um 18:30 Uhr. Wir hatten überlegt, dass wir ja nach der Gedenkstätte einfach noch irgendwas machen könnten, was wir bis dahin nicht geschafft hatten. Unsere “To-Do-Liste” war aber nun abgehandelt und so saßen wir etwas hilflos herum und scrollten auf der Karte rum, konnten uns nicht so recht einigen, hatten zu viele Möglichkeiten. Dann fuhren wir irgendwo hin, was aufgrund der Entfernung (Berlin ist groooß!) aber viel länger dauerte als gedacht, konnten da dann nur schnell was futtern und mussten schon wieder zum Hotel, die Koffer abholen. Das fühlte sich sehr unbefriedigend an, erinnerte mich aber ein bisschen an bisherige Urlaube. Also war es im Endeffekt der beste Beweis dafür, dass unsere Planung an den übrigen Tagen hervorragend war!

Ein bisschen schwer tat ich mich ja damit, zu akzeptieren, dass man in vier Tagen eben einfach nicht alles machen kann. Dazu ist die Stadt zu groß, sind die Möglichkeiten zu vielfältig. Aber auch da hat mir die Planung sehr geholfen. Sonst bin ich nämlich auf Reisen gern mal etwas verzweifelt, weil ich doch noch A, B und C sehen wollte, aber nur Zeit für A war. Hier bin ich das auch, aber schon im Vorfeld zu Hause, während der Planung. Als wir unser Programm hatten, war ich vollauf glücklich damit, dieses “abzuarbeiten”. Wir haben alles geschafft, was auf unserer Liste steht – ein erfolgreicher Tag. Es gibt sicherlich ein nächstes Mal, denn Berlin hat uns beiden sehr gut gefallen. Vielleicht warten wir dieses Mal auch nicht 13 bzw. 25 Jahre!

12 von 12 im Mai 2017

Gestern war der 12. Mai, und ich habe endlich mal wieder daran gedacht, 12 Fotos von meinem Tag zu machen. Es war aber auch ein schöner Tag, da fiel das leicht! Außerdem habe ich entdeckt, dass der Mai tatsächlich einer der wenigen Monate ist, in denen ich seit Jahren die 12 von 12 durchziehe. Eine schöne Dokumentation, finde ich.

Morgens zog ich mich direkt passend an – mit Band-Shirt. Abends sollte es nämlich auf ein Kapelle Petra-Konzert gehen, und es schadet ja nicht, diese Vorfreude schon den ganzen Tag zu demonstrieren!

Der Held ist noch krank, daher konnte ich mit dem Auto fahren. Das traf sich gut, ich bin nämlich selbst noch leicht angeschlagen mit einer blöden Erkältung und da ist Radfahren nun einmal doppelt anstrengend. Auf diesem Foto stehe ich an der Baustellenampel, die ich kürzlich erwähnt habe. Die verlängert meinen Arbeitsweg mal eben um 5-10 Minuten. Was auf einer Strecke von einer Viertelstunde schon eine Menge ist.

Unterwegs halte ich kurz an der Post und werfe meine Unterlagen für die Sozialwahl ein. Das ist ja ein Thema, das mich länger beschäftigt hat. Keiner kennt sich so richtig aus, weiß wirklich, wen er da wählt und wofür. Auf Twitter habe ich einen neuen Podcast entdeckt: Lage der Nation. Jede Woche werden darin die aktuellen Ereignisse der Woche zusammengefasst und eingeordnet. Hier besprechen sie auch die Sozialwahl. Ich habe dabei gelernt, dass ich bei meiner Krankenversicherung gar nicht wählen darf, da dort eine sogenannte “Friedenswahl” stattfindet. Das bedeutet, es stellen sich nicht mehr Leute zur Wahl, als Plätze im Rat vorhanden sind, und somit sind die bereits automatisch “gewählt”. Kommt mir recht undemokratisch vor. Aber bei der Rentenversicherung durfte ich noch wählen. Falls ihr noch nicht gewählt habt und auch so unsicher und verwirrt seid wie ich, hört euch die zehn Minunten des Podcasts auf jeden Fall an (man kann die einzelnen Themen extra anklicken). Mir hat es sehr geholfen.

Es folgt ein unfotogener Arbeitstag.

Eine kurze Runde durch den Park hinterm Büro ist aber natürlich auch drin.

Auf dem Rückweg – habt ihr’s auf dem oberen Foto entdeckt? – halte ich noch kurz an der Tankstelle. Mir kommt der Sprit sehr günstig vor mit 1,11, aber später in Hamm haben wir Tankstellen gesehen, an denen er sogar nur 1,04 kostete. Nun ja, was sein muss, muss sein. Ich ziehe mir einen lustigen Dieselhandschuh an, denn als ich die Zapfpistole (ähm… heißt das so?) einstecke, versaue ich mir schon die Hand. Außerdem ist das Foto so lustiger. 😉

An der Baustelle darf ich natürlich auch wieder stehen. Juchuh!

Zuhause gibt’s Abendbrot und einen Blick auf die Uhr. Naja, das sind ja noch nicht sehr viele Schritte heute. Aber ich habe mich auch nicht so sehr angestrengt, denn erfahrungsgemäß tanze ich auf Konzerten die Schritte schnell und einfach herbei.

Viel Zeit haben wir nicht! Um kurz vor sieben werden wir abgeholt und dann heißt es: “Volles Abteil / Fahrbier dabei / Alle sind glücklich / Denn morgen ist frei!” Man beachte auch unsere signierten “Delücks-Karten”. Wir fühlen uns ein bisschen wie VIPs! 😀

Das Konzert ist im Kurhaus Hamm, die Kapelle wird begleitet vom Sinfonieorchester der Hammer Musikschule. Wir sind gespannt, wie das wohl wird, aber wenn ich ganz ehrlich sein soll, war es jetzt so viel anders als sonst nicht. Was nicht tragisch ist, denn sonst ist es ja immer toll, also ist es auch heute toll! Soweit, so logisch? 😉

Auf dem Heimweg gibt’s noch einen kleinen Zwischenstopp. Wo wir es hier auf dem Blog doch kürzlich mit gesunder Ernährung, Abnehmen und so hatten. 😉 So ein McDonald’s-Besuch ein oder zwei Mal im Jahr wirft das alles nicht um. Ich freue mich schon den ganzen Abend auf einen BigMac und einen Vanille-Milchshake und genieße das dann auch sehr!

Am Ende des Tages stehen rund 16.000 Schritte auf der Uhr. Geht ja doch ganz gut, so beim Konzert. Ich sollte mehr auf Konzerte gehen… Wir lassen uns nach Hause kutschieren und liegen gegen 1:00 Uhr im Bett. Ein schöner Freitag!

Mehr 12 von 12 findet ihr wie immer bei Draußen nur Kännchen!

(2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011)

Eine Wanderung mit Canyon-Blick

Wandern? Ja, kenne ich. Haben wir früher™ gemacht, als ich noch ein Kind war und wir ein Ferienhaus in der Eifel hatten. Gerüchten und Familienlegenden mussten meine Eltern damals Schokolade auf dem Weg verstecken, damit ich ohne Murren mitwanderte. Tatsächlich habe ich aber gute Erinnerung an viele Wanderwege und behaupte jetzt einfach mal frech, dass das wahrscheinlich bei einer Osterwanderung passiert ist.

Tatsache ist jedenfalls, dass ich schon ziemlich lange nicht mehr wandern war. Doch in letzter Zeit juckte es mich in den Fingern. Oder vielmehr in den Füßen. Ich bin ja jetzt stolze Besitzerin eines Fitnessarmbands, das mich sowieso zum Laufen motiviert (ich versuche, jeden Tag 10.000 Schritte zu schaffen). Außerdem haben mich diverse Postings von Frauke inspiriert. Aber aus irgendeinem Grund hatte ich immer einen Wanderurlaub vor Augen. Und erst vor ein paar Wochen, als jemand den Teutoburger Wald erwähnte, fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Man muss gar nicht einen ganzen Urlaub lang wandern. Schon gar nicht, wenn man so untrainiert ist wie ich. Man kann auch einfach von Münster aus eine halbe Stunde Auto fahren und schon ist man in herrlicher Landschaft!

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Tatsächlich kann man vermutlich auch im noch näheren Münsterander Umland wandern. Was mich aber motivierte, den TeutoSchleifen-Weg “Canyon-Blick” zu besuchen: Das Versprechen auf einen einwandfrei ausgeschilderten Wanderweg in gutem Zustand. So für den Einstieg wollte ich mich nicht mit Karte, GPS und ähnlichem herumschlagen. Und außerdem natürlich der Canyon! Also mal ehrlich. Ein Canyon? In Lengerich? So ein Quatsch. Das Bild auf der Website hielt ich für übertrieben, aber trotzdem wollte ich das mit eigenen Augen sehen.

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Der Wanderweg “Canyonblick” ist ein Rundgang von ungefähr 11 Kilometern. Als ich den Parkplatz endlich erreicht hatte (die Anfahrt war auf der Website nicht so super erklärt – meine einzige Mini-Kritik), hatte ich die Wahl: Wählte ich die “korrekte” Laufrichtung, wäre ich erst nach fast zehn Kilometern am Canyon. Andersherum schon nach 1,5 Kilometern. Also: Belohnung oder Startpunkt? Ich entschied mich dafür, zuerst zum Canyon zu gehen. Erstens wusste ich nicht, wie anstrengend das ganze würde, und zweitens wollte ich natürlich auch Fotos machen und das Wetter versprach eventuellen Regen – und wie lange mein Smartphone-Akku halten würde, war ja auch fraglich. Also: Auf zum Lengericher Canyon!

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Und da war er, der Canyon, und sah genauso aus wie auf den Werbebildern. Das Wetter war nicht so gut, aber ich war trotzdem enorm beeindruckt! Beim “Canyon” handelt es sich um einen ehemaligen Kalksteinbruch, in dem 1977 die Arbeit eingestellt wurde. In die Abbruchgrube wurde Wasser geleitet, die Wände wurden unter anderem bepflanzt, indem Pflanzensamen aus einem Flugzeug geworfen wurden! Seit 1989 ist der Canyon Naturschutzgebiet und darf nicht betreten werden. Ich habe trotzdem einige Mountainbiker dort entlangbrettern sehen… Schade.

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Auch wenn der Wanderweg sich “Canyonblick” nennt, ist der Canyonblick ein ziemlich kurzes Vergnügen. Man steht einmal auf der Aussichtsplattform und kann den oben gezeigten Blick bewundern, aber das war’s auch schon. Schade – aber wirklich gestört hat es auch nicht, denn es gab genug zu gucken und das Gelände war sehr abwechslungsreich. Wald, Felder, Wiesen oder Riesenfarne? Kein Problem.

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Außerdem geht ein Teil der Strecke über eine Weide mit Kühen. Das ist optional – man kann auch über die Straße gehen bzw. muss das sogar, wenn man Hunde dabei hat – aber ich war natürlich Feuer und Flamme. Auf dem Schild stand, die Kühe wären sehr neugierig und würden direkt zu den Wanderern kommen. Nachdem ich endlich das Tor gemeistert hatte, ging ich also genauso neugierig über die Weide. Aber alle Kühe waren ausgeflogen! Schade…

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Etwa einen Kilometer weiter traf ich dann aber doch noch Lengerichs Next Topmodels. Geduldig posierten die vier für ein paar Fotos. Ich habe überhaupt unglaublich viele Fotos gemacht. Gut, dass ich allein unterwegs war. Das war überhaupt sehr entspannend. Es gab so viel zu sehen, dass mir keine Sekunde langweilig war. Ich konnte mein eigenes Tempo gehen und auch mal eben alle zwei Meter stehenbleiben, um ein Foto zu schießen.

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Im sehr, sehr grünen Farngebiet, in das die grüne Treppe führte und in dem man über Wiesen wanderte (sehr angenehm!), summte und brummte es ohne Unterlass. Vor allem in meinem Gesicht. Meh! Doof! Das Gebiet war offenbar Heimat zahlreicher Bienen. Nun, nichts gegen Bienen, und getan haben sie mir auch nichts, aber dieses Gebrumme um meinen Kopf herum hat mich völlig verrückt gemacht. Ich war froh, als ich wieder am Maisfeld entlanglaufen konnte.

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Wald gab es auch zu sehen! Wald mit Aussicht, Wald mit Treppen, ganz egal. Wie gesagt: wirklich abwechslungsreich!

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Zwischendurch zog es sich richtig zu und das Foto sieht fast schon bedrohlich aus. Tatsächlich war es warm, blieb trocken und als ich nach elf Kilometern wieder am Parkplatz war, packte ich meinen Rucksack ins Auto und lief noch mal “eben kurz” zum Canyon, um die Aussicht zu genießen. Und wieder zurück. So standen letzten Endes rund 15 Kilometer auf dem Tageszähler. Und es war toll!

Die TeutoSchleife war wirklich perfekt ausgeschildert, so dass ich nur an einer einzigen Stelle kurz überlegen musste, wo es langgeht. So hatte man den Blick für die interessanten Details und Aussichten! Jetzt bin ich auf jeden Fall motiviert, auch noch die anderen TeutoSchleifen zu wandern. Insgesamt gibt es sieben. Die nächste werde ich mich dem Helden zusammen laufen. Mal sehen, ob wir wanderkompatibel sind! 🙂

Mit der Kutsche zur Insel Neuwerk

Im Urlaub waren wir auch in Hamburg. Von Cuxhaven aus ganz ohne Auto und und innerhalb von kürzester Zeit – wie kann das gehen? Ganz einfach: Hamburg hat sich ein kleines Außengebiet gesichert, in Sichtweite von Cuxhaven. Die Insel Neuwerk ist ziemlich klein, hat ganze 44 Einwohner und ist eigentlich 120 km von der Stadt Hamburg entfernt. Doch seit die Hamburger im 13. Jahrhundert einen Leuchtturm auf Neuwerk errichteten, gehört die Insel nun einmal offiziell zur Hansestadt.

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Tatsächlich kann man die kleine Insel vom Festland aus gut sehen und sogar die einzelnen Gebäude ausmachen. Es sieht förmlich aus, als könnte man in zehn Minuten rüberspazieren. Nun ja – rüberspazieren kann man tatsächlich, allerdings dauert das etwas länger und man sollte Vorsicht walten lassen. Bei Ebbe kann man nämlich durchs Watt die Insel besuchen. Entweder zu Fuß – oder mit der Kutsche. Wir haben uns für die “faule” Variante entschieden.

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Neuwerk ist ca. 12 km vom Festland entfernt, und es gibt ein relativ kleines Zeitfenster, in dem man die Insel ohne Schiff besuchen kann. Die Gezeiten geben den Rhythmus vor, und so sind die Abfahrtszeiten jeden Tag anders. In unserer ersten Urlaubswoche hätten wir schon um 7 Uhr aufschlagen müssen. Das wäre sicherlich auch wunderschön gewesen. Wir sind aber nun einmal Langschläfer und so warteten wir eine Woche und schon konnten wir um 11 Uhr losfahren – perfekt!

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Weil das Zeitfenster so klein ist, sind natürlich wirklich viele Menschen unterwegs. Die Kutscher haben ja auch nur diese eine Chance am Tag, ihr Geld zu verdienen! So zogen wir in einer langen Kutschenkarawane los.

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Die Kutschen sind extra hoch gelagert und gefedert. Es holpert nämlich ziemlich hin- und her. Auf dem Weg zur Insel folgt man, wenn man klug ist, den Pricken im Watt. So gerät man nicht vom Weg ab. Es gibt unterwegs aber auch Wegweiser!

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Darauf ist nicht nur Neuwerk ausgeschildert, sondern auch die Rettungsbaken. Wenn man sich doch einmal verirrt oder in der Zeit verschätzt hat, kann man diese Baken hochklettern und ertrinkt wenigstens nicht. Man kann sich dann retten lassen – das kostet ungefähr 400 Euro. Also, wer mal ein bisschen Abenteuer braucht…

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Mit der Kutsche kann man schon etwas eher los als die Wattwanderer und ist natürlich auch schneller. In ungefähr 2 Stunden ist man auf der Insel. Faszinierend, wenn man bedenkt, wie nah es aussieht. Als Wanderer ist man entsprechend länger unterwegs und übernachtet dann entweder auf der Insel, oder man nimmt ein Schiff zurück. Hin- und Rückweg ist direkt hintereinander aufgrund der Gezeiten kaum möglich.

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Die Pferde haben uns übrigens stoisch gezogen und sich von Prielen nicht weiter beeindrucken lassen. Vielleicht war ihnen diese kleine Abkühlung sogar mal ganz recht. Es war nämlich wirklich sonnig. Allerdings wehte dazu auch ein angenehmer Wind. Ich habe mir an dem Tag einen ordentlichen Sonnenbrand eingefangen, da man gar nicht einschätzen konnte, wie warm es tatsächlich ist.

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Auf der Insel hatten wir dann einen kurzen Aufenthalt von ungefähr einer Stunde. Nicht viel Zeit, um die Insel zu erkunden. Wir haben uns daher auf einen Besuch auf dem Leuchtturm beschränkt und danach noch einen kleinen Geocache gefunden.

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Vom Leuchtturm aus hat man natürlich einen guten Überblick über die (niedliche) Insel – hier kann man sehen, wie weitere Kutschen gerade Neuwerk erreichen.

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Ich fand aber etwas anderes viel spannender: Das Dach des Leuchtturms. Der Leuchtturm wurde ja bereits um 1300 errichtet, seit dem 20. Jahrhundert hat er nun ein Kupferdach und dieses Dach eignet sich offenbar ganz hervorrangend, um sich darin zu verewigen! Die älteste Inschrift, die ich entdeckt habe, stammte aus dem Jahr 1956. Faszinierenderweise unterscheiden sich die Kritzeleien aus dem 50ern oder 60ern optisch rein gar nicht von denen aus der aktuellen Zeit. So stand ich die meiste Zeit mit dem Rücken zur Aussicht und habe die Inschriften studiert.

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Inhaltlich hat es sich schon verändert – heute wird wohl niemand mehr seine Adresse einritzen, in der Hoffnung auf einen “Briefwechsel” – im speziellen Fall von Jürgen aber bitteschön nur “mit Mädchen”. Dirk hat zusätzlich seinen Geburtstag eingeritzt – 12. Juli 1940. Ob er sich heute noch daran erinnert? Ob er jemals Post bekommen hat?

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Der Besuch auf dem Leuchtturm hat sich auf jeden Fall gelohnt! Und die Fahrt zur Insel Neuwerk hat uns ebenfalls sehr gut gefallen. Nächstes Mal würde ich eventuell die Wattwanderung in Betracht ziehen, aber die Kutschfahrt ist eine gute – wenn auch leider nicht ganz günstige – Alternative.

Queen of the Fahrradschlüssel

Meine spezielle, geheime Superkraft: Niemand mag mein Fahrrad klauen. Münster, Hauptstadt des Fahrraddiebstahls zumindest in Westdeutschland, will meine Fahrräder offenbar nicht. Das ist ganz gut, denn ich kombiniere diese Superkraft mit einer großen Schwäche: Ich bin nicht in der Lage, mein Fahrrad regelmäßig abzuschließen.

Tatsache ist, dass mein Fahrrad zwar in der Regel abgeschlossen sein sollte, wenn ich mich nicht in seiner Nähe befinde. Doch oft, wenn ich denke, ich hätte das auch getan, entpuppt sich dieses “hätte” als Bestandteil des so passenden “hätte, hätte, Fahrradkette” und somit als Irrglaube meinerseits. Man sollte meinen, als tägliche Radfahrerin hätte ich eine gewisse Routine entwickelt… Schließlich parke ich mein Rad von Montag bis Freitag täglich an der gleichen Stelle. Doch offenbar gibt es da eine Synapse in meinem Gehirn, die ab und zu ausfällt.


Zu Beginn meiner Karriere als Königin der unabgeschlossenen Fahrräder* sorgte das regelmäßig dafür, dass ich in Panik verfiel, wenn ich mein Rad wiederum aufschließen wollte. Wo zum Kuckuck war mein Fahrradschlüssel? Hektisch wurden Taschen durchwühlt, Oberkörper abgetastet (in der Regel nur mein eigener), Schubladen aufgerissen. Das habe ich sogar vor viele, vielen Jahren mal im Blog dokumentiert – das war 2010! Mittlerweile läuft das ungefähr so ab: “Oh, wo ist denn mein Fahrradschlüssel? *wühl* Ach, der steckt sicher noch.”

Und so ist es dann auch: Wenn die Bürotür hinter mir zufällt, wartet mein Fahrrad draußen auf mich, nicht abgeschlossen oder mit geduldig im Schloss wartendem Schlüssel. Kein Problem. Die Menschen sind gar nicht so schlecht, wie man denkt. Oder es fällt ihnen nicht auf. Oder sie wittern eine Falle. Oder: keiner will mein Rad klauen.

Queen of Fahrrad abschließen, I am.

Ein von Nele (@buntgestreifthuepfig) gepostetes Foto am

Gestern jedoch, da war alles anders. Es fing an wie so oft. Ich steckte die Hand in die Tasche (ein großes “Yay!” für Kleider mit Taschen!) – kein Schlüssel. Ich schaute flüchtig in die Handtasche – kein Schlüssel. Nun denn, also auf nach unten, wo das nicht abgeschlossene Fahrrad sicher auf mich warten würde. So war es auch. Fast. Denn unten wartete mein Fahrrad.

Abgeschlossen.

Öhm. Okay. Ich hatte es also offensichtlich doch abgeschlossen. Mist, dann war der Schlüssel wohl in den Untiefen meiner Handtasche verschwunden, wie blöd. Ordentlich wühlen würde da wohl helfen. Also wühlte ich. Und wühlte. Und wühlte noch ein bisschen. Nichts.

Ach so ein Mist, dann lag der Schlüssel doch noch oben auf dem Schreibtisch. Also: Handtasche wieder vom Fahrrad entfernen, Bürotür aufschließen, Treppen hochflitzen, zweite Bürotür aufschließen, Schreibtisch durchsuchen – nichts.

Langsam wurde ich misstrauisch. Aber hey, irgendwo musste der Schlüssel ja sein! Ich räumte meine riesige Tasche komplett aus (und entsorgte ungefähr 34 alte Kassenzettel, Bonbonpapiere und ein “Erfrischungstuch”). Ich öffnete alle Schubladen, in die ich nie etwas lege. Ich nahm meinen Fahrradhelm ab und prüfte, ob ich den Schlüssel dort hineingelegt und dann beim Aufsetzen nicht bemerkt hätte (mache ich manchmal, aber WTF, das hätte sowas von gedrückt). Ich suchte akribisch den Boden meines Büros ab und das Treppenhaus, schaute in allen Büroräumen, in der Küche und auf dem Klo. Nichts.

Dann dämmerte es mir. Und ein erneuter Blick auf das Fahrrad bestätigte: SO schließe ich mein Fahrrad nicht ab. Oder sollte die Betonung sein “So schließe ICH mein Fahrrad nicht ab”? Jemand anders hatte mein Rad abgeschlossen! Als grenzenlose Optimistin war mir klar: Das waren meine Kollegen. Irgendwer war draußen, stellte fest, dass ich mal wieder mein Rad nicht abgeschlossen hatte, war dann so nett, hatte aber vergessen, mir den Schlüssel zu geben. Doch eine kurze Rundnachricht an alle stellte fest: Nööö. Keiner wusste, wovon ich rede, und ich musste fünf Mal erklären, was passiert war (jedem Kollegen einmal – schwer von Begriff sind sie nun auch wieder nicht!).

Tja. Letzten Endes stellte ich das Fahrrad ins Treppenhaus und machte mich auf den Fußweg (immerhin gut für die Schrittstatistik – Pokemon Go war allerdings down). Heute ließ ich mich vom Helden mit dem Auto ins Büro bringen und habe den Ersatzschlüssel eingepackt.

Nur meine geheime Superkraft, die hat sich wieder bestätigt. Keiner, wirklich keiner, möchte mein Fahrrad klauen. Auch wenn ich es auf dem Präsentierteller hinstelle. Das hat ja auch wieder was, oder?

* Kann man als Königin überhaupt Karriere machen? Oder ist man schon automatisch auf dem Höhepunkt seiner Karriere angekommen? Höher geht’s ja eigentlich kaum…

Cuxhaven 2016

Unser Sommerurlaub führte uns dieses Jahr nach Cuxhaven an die Nordsee. Wir wollten gern ans Meer, und tatsächlich empfahl uns Katja auf Twitter eine wunderbare Ferienwohnung. Quasi ein Luxusdomizil samt Sauna, Badewanne und mehrerer (!) Kronleuchter.

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Zehn Tage durften wir dann dort verbringen. Dabei hatten wir erstaunliches Wetterglück, geregnet hat es nämlich meist nur abends und nachts. So habe ich mir sogar zwei Sonnenbrände (an zwei verschiedenen Tagen) eingefangen, einen aus Unachtsamkeit (T-Shirt-Ränder eincremen, ach was…) und einen aus Überraschung (oh, so sonnig war es?). Wir waren in Bremerhaven im Auswandererhaus und im Klimahaus, wir haben eine Tandem-Tour gemacht (bis dem Helden der Popo zu weh tat, der ist das Radfahren ja nicht so gewohnt wie ich), wir haben Geocaches gesucht und Backfisch gegessen. Außerdem sind wir mit einer Kutsche durchs Watt gefahren – aber das ist eine eigene Geschichte.

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Natürlich hatten wir auch faule Tage – wenn man schon mal eine Ferienwohnung mit allem Pipapo hat, will die natürlich auch genutzt werden. Praktisch, dass wir dafür genau einen völlig verregneten Tag hatten. Da konnte man dann in der Badewanne liegen, bis es Schwimmhäute gab. Außerdem kam natürlich jede Menge Fußball.

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Im Urlaub habe ich wahnsinnig viel zu Fuß gemacht. Ich habe jetzt ein Fitnessarmband, das unter anderem meine Schritte zählt – das hat mich sehr motiviert. Die Tatsache, dass ich mich auf dem Weg in die Innenstadt heillos verlaufen habe, hat zu absurd hohen Schrittzahlen geführt. Sogar zum Joggen am Strand hat mich das Armband motivieren können – ich war selbst etwas schockiert!

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In Cuxhaven findet man einen Grünstrand vor, das ist erst mal vielleicht etwas gewöhnungsbedürftig. Die Wiese führt bis fast ans Meer, dann kommt in der Regel ein Weg und dann beginnt das Wasser. Oder das Watt, je nachdem. Eigentlich ist das aber gar nicht mal so unangenehm. Vor allem, wenn man keinen Strandkorb mietet, hat man so nicht überall Sand, wenn man wieder nach Hause kommt. Für manche mag das Gefühl dazugehören, ich fand es auch so prima. Und für die, die nicht darauf verzichten mögen, hat Cuxhaven auch einen eigenen Sandstrand. Der ist künstlich und wird jedes Jahr nachgefüllt. Kann man machen.

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Wenn man dann am Strand sitzt, liegt oder verrückterweise joggt, kommen immer wieder riesige Containerschiffe vorbei. Die wollen nach Hamburg. Sie sehen so groß und nah aus, als müsste man nur den Finger ausstrecken, um sie anzustupsen. Stimmt aber gar nicht. Wenn man am Hafen den Anleger “Alte Liebe” besucht und von dort aus die Schiffe ansieht, kann man einer Stimme lauschen, die die Daten jedes Schiffs vorliest. Wo und wann ist es losgefahren? Wann wurde es gebaut? Wo ist der Heimathafen? Wie groß ist es? Das war wirklich sehr interessant und kurzweilig. Dieser Dienst wird übrigens von Freiwilligen übernommen.

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Von mir gibt es sehr wenige Fotos aus diesem Urlaub. Aber bei dieser Serie musste ich sehr lachen. Auf jedem Bild sind meine Haare noch etwas mehr vom Winde verweht. Elegant. Lies sich aber auch nicht verhindern. Überhaupt habe ich nicht viele Fotos gemacht, auch wenn dieser Eintrag anders wirkt. Genossen habe ich den Urlaub trotzdem. Oder gerade deswegen?

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Ostsee-Liebe 2015: Zu Gast im Mittelalter

Musste tatsächlich erst der nächste Urlaub anbrechen, damit ich die Zeit finde, über den letzten Urlaub zu berichten? Es scheint fast so! Immerhin: So kann ich noch etwas in Erinnerungen schwelgen und euch mitnehmen. Heute geht es aber noch viel weiter zurück in der Zeit als nur bis in den Juni. Wir befinden uns heute nämlich im Mittelalter!

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In Oldenburg in Holstein steht das Wallmuseum, das die Geschichte der Slawen in Ostholstein darstellt. In mehreren alten Bauernhäusern (siehe oben) ist dies ganz klassisch zu besichtigen, mit Schautafeln und den üblichen Ausstellungsstücken.

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Das Highlight sind aber nicht diese beiden hübschen Reetdach-Häuser (auch wenn die Geschichte wirklich spannend ist und auch ansprechend umgesetzt wird), sondern das Drumherum. Auf einer künstlichen Insel ist nämlich als kleines Freilichtmuseum ein slawisches Dorf aufgebaut.

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Wir hatten das Glück, an einem Mittwochvormittag bei strahlend blauem Himmel dieses Gelände ganz allein erkunden zu können. Ich mag das ja, wenn nicht so viel los ist.

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Um den See, in dem die Insel liegt, herum befindet sich noch mehr Museumsgelände. Dort hat das Museum im vergangenen Jahr weitere Häuser aufgestellt. Das besondere: Diese Häuser werden von ambitionierten Ehrenamtlichen eingerichtet und bewohnt, teilweise verbringen sie ganze Wochen im mittelalterlichen Ambiente und informieren zwischenzeitlich die Museumsgäste. Bei unserem Besuch waren zwei Hütten bewohnt und wir haben nette Gespräche geführt.

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Solltet ihr mal in der Gegend sein: Es lohnt sich, dem Oldenburger Wallmuseum einen Besuch abzustatten. Gerade unter der Woche und außerhalb der Ferien hat man das Gelände fast für sich und kann sich alle Zeit der Welt lassen, das Gelände zu erforschen und alle Details zu entdecken. Für Kinder gibt es eine kleine Schnitzeljagd, damit die Tour nicht langweilig wird.

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Das war der vorletzte Beitrag aus unserem Ostsee-Urlaub; demnächst möchte ich euch noch auf eine kleine Tour durch den Hafen mitnehmen! 🙂

Spezies Blogger – ein Podcast in Zusammenarbeit mit Mita & Manani / #bloggenmitherz

Ein langes Wochenende, 25 Frauen, ein Mann, 26 Kameras, 26 Laptops und ein Thema: Bloggen! Beim Bloggen mit Herz-Workshop am vergangenen Wochenende auf Föhr konnte man beobachten, wie sich die ganz besondere Spezies “Bloggerinnen” in freier Wildbahn und unter sich verhielt.

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“Typisch Blogger”, die Worte fielen häufiger – oder, um es wie Bine zu formulieren: “Wir sind Blogger, wir dürfen das”. Egal, ob sich mal wieder jemand zum Fotografieren auf die Straße legte oder ob bei jedem Gespräch das Smartphone zur Hand war, ob sich mal wieder vier Damen um das gleiche Motiv drängten oder sich an den Steckdosen abwechseln mussten, um ihre Computer zu laden.

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Wir waren unter uns und konnten das nachvollziehen. Niemand musste sich – wie sonst manchmal im Alltag – rechtfertigen, wenn er sein Essen auf Instagram posten wollte oder unbedingt noch eben seine Twitter-Timeline nachlesen musste.

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Danke an Bine für das perfekt passende Bild!

Wenn man also ein ganzes Haus voller Blogger hat, liegt es nahe, dass man einmal darüber nachdenkt, was “den Blogger an sich” eigentlich ausmacht. Sanna und ich haben uns mit dem Thema beschäftigt und wollten eigentlich gemeinsam einen Dialog schreiben. Aber hey – das Motto das Workshops lautete “Raus aus der Routine”! Also, wieso nicht einmal etwas völlig anderes probieren? Es wurde schnell deutlich, dass eines ziemlich bloggertypisch ist – und zwar, dass sie gern und viel reden. Also haben wir uns “mal eben” in Sandras Zimmer zurückgezogen und etwas ausprobiert, das für uns beide völlig neu ist: einen Podcast! Aus “mal eben” wurden schnell mehrere Stunden und es ist auch sicherlich nicht perfekt geworden, so ganz ohne Mikrofon im Hotelzimmer. Aber wir hatten auf jeden Fall eine Menge Spaß beim Aufnehmen und ich hoffe, das kommt auch beim Anhören rüber:

Liebe Sanna, vielen Dank für diese Kooperation, es hat riesig viel Spaß gemacht und ich wünschte, wir hätten ein paar Outtakes! 😉 Und ihr, liebe Leserinnen, schaut auf jeden Fall auch mal bei Sannas Blog Mita und Manani rein und lest, was sie zu diesem Thema zu erzählen hat!