Nur noch ein knapper Monat – dann ist Weihnachten! Ich habe gerade einmal ein einziges Geschenk bislang, denn natürlich denke ich mir „Ach… Noch ein ganzer Monat!“ Aber ihr kennt das vermutlich auch – im einen Moment hat man noch alle Zeit der Welt, und im nächsten ist schon der 22. Dezember und mindestens ein Geschenk fehlt immer noch!

Zumindest für die Leser in eurem Freundes- und Familienkreis könntet ihr dieses Problem hier und jetzt lösen! Wie schon im letzten Jahr habe ich meine Highlights des Lesejahres 2015 zusammengesucht und kurz charakterisiert, für wen welches Buch das perfekte Weihnachtsgeschenk wäre.

 

Für die Mama und andere Fans von Familiengeschichten

Wir sind doch Schwestern von Anne Gesthuysen ist ein Roman über drei niederrheinische Schwestern, die sich auf den 100. Geburtstag der ältesten, nämlich Gertrud, vorbereiten. Dabei denken sie an ihr Leben zurück – an vieles, das sie gemeinsam erlebt haben, aber auch einiges, was sie voneinander entfernt hat. Dabei geht es um Liebe, Schnaps und Zeitgeschichte quer durch das 20. Jahrhundert. Das spannendste daran? Im Nachwort erfährt man, dass die drei Schwestern tatsächlich die Vorfahrinnen der Autorin waren. Natürlich ist es dennoch ein fiktiver Roman, aber ich finde, es gibt der Geschichte noch mal eine ganz besondere „Würze“ zu wissen, dass es Katty, Paula und Gertrud tatsächlich gegeben hat – zumindest ein bisschen.

 

 Für die kleine Nichte, das Patenkind oder den wilden Nachbarsjungen

Das ABC der wilden Piraten von Günther Jakobs ist ein verrücktes, lustiges Seeräuber-Buch, an dem nicht nur der Nachwuchs Spaß hat: Bei Bloggen mit Herz habe ich es einigen anderen Bloggerinnen komplett vorgelesen und wir haben uns kringelig gelacht! Dieses Jahr bekommt unser Patenneffe es zu Weihnachten, er ist 2,5 Jahre alt und das sollte auch ein gutes Alter für das Buch sein. Das Buch schult das Sprachgefühl und man sollte auch ein halbwegs guter Vorleser sein, damit es Spaß macht. „Niklas navigiert normalerweise nachdenklich durch Nacht und Nebel. Nur nerven ihn nun neun neunmalkluge Naseweise.“ Schön auch, dass die Piraten hier Judith und Achim, Johanna und Emil heißen – auch wenn auf der Rückseite des Buchs ärgerlicherweise trotzdem steht, es sei „für Jungen“. Blödsinn. Glücklicherweise berührt das aber ja nicht den Inhalt.

 

Für den begeisterten Gamer – oder den Papa, der sich Sorgen macht, dass das Kind zuviel Videospiele spielt

Besser als die Wirklichkeit! heißt das Buch von Jane McGonigal. Der Untertitel „Warum wir von Computerspielen profitieren und wie sie die Welt verändern“ trifft es vielleicht eher. Ein erstaunlich unterhaltsames Sachbuch, das vielleicht auf der einen Seite Verständnis wecken kann, auf der anderen Seite Argumente liefert, weshalb es gar nicht so schlimm ist, dass man nach der Schule oder Arbeit erst mal ein Stündchen vor der XBox oder Playstation sitzt – und beide Seiten lernen auf jeden Fall, wie man die Fähigkeiten, die man dabei lernt, im „wahren Leben“ einsetzen kann. Hier habe ich eine ausführliche Rezension zu dem Buch geschrieben.

 

Für die Urlaubsleserin mit dem Hang zu lustig-leichter Lektüre

Dabei ist der Hang zur leichten Lektüre gar nicht böse gemeint, denn ich habe Wo steckst du, Bernadette? von Maria Semple sehr genossen! Es ist ein außergewöhnlicher Roman über eine außergewöhnliche Frau – natürlich Bernadette nämlich. Bernadette ist Mutter, Ehefrau, Schrecken der anderen Mütter, und plötzlich ist sie vor allem eins: verschwunden. Niemand weiß, wo sie ist, am wenigsten ihr Mann und ihre Tochter. Das Buch begibt sich auf die Suche – nicht in chronologischer Erzählform, sondern anhand von Emails, Rechnungen, Tagebucheinträgen und vielem mehr. So macht es besonders viel Spaß, Bernadettes Geschichte aus vielen verschiedenen Blickwinkeln zu entdecken und mitzurätseln, was passiert sein könnte. Eindeutig mal „was anderes“ und wunderbar wegzulesen!

 

Für den Science-Fiction-begeisterten Papa oder die Schwester mit Humor

Die meisten haben wohl mittlerweile schon von Der Marsianer von Andy Weir gehört, da der Roman verfilmt wurde und vermutlich sogar gerade noch in den Kinos läuft. Und während Matt Damon ein sehr sympathischer Mars-Astronaut ist, ist Mark Watney im Buch noch einen Tick besser. Das Buch hat Humor, ist spannend und langweilt kein bisschen, obwohl die meiste Zeit ein Mann einsam auf dem Mars mit sich selbst redet. Hier habe ich ausführlicher dazu geschrieben. Falls möglich, verschenkt die Originalversion an popkulturell versierte Leserinnen – das macht doppelt so viel Spaß. Da aber auch schon die übersetzte Version sehr, sehr viel Spaß macht (ich habe selbst die deutsche Version gelesen), könnte das fast schon etwas zu spaßig werden. Ihr müsst selber wissen, ob ihr das riskieren möchtet. 😉

 

Für die Studentin kurz vorm Studienabschluss oder den Neffen im ersten Job

Eigentlich gebe ich keine rein englischsprachigen Buchtipps, aber für die junge Generation kann man a wohl mal eine Ausnahme machen. Adulting: How to Become a Grown-up in 468 Easy(ish) Steps von Kelly Williams Brown lohnt sich nämlich wirklich und ist bisher nicht in einer Übersetzung zu haben (tatsächlich gibt es eine niederländische Version, aber das bringt die meisten wohl auch nicht weiter)! Das Buch bietet zahlreiche Tipps zum Erwachsenwerden, in erster Linie ist es aber unglaublich unterhaltsam geschrieben. Die Leseprobe auf Amazon gibt einen guten Eindruck, denn genau so geht es weiter. Bis auf einige sehr aufs amerikanische zugeschnittene Punkte lernt man hier fürs Leben: Fake it till you make it, den Umgang mit Geld, ob man sich wirklich eine Katze zulegen sollte und wie zum Kuckuck man eigentlich eine Dinnerparty schmeißt.

 

Für den Weltenbummler oder die Schwester, die von fernen Ländern träumt

Nach einer Reise ist doch es doch definitiv the next best thing, die Abenteuer in fremden Ländern durch ein Buch zu erleben, oder? Ist auch viel günstiger und kann man sogar zu Weihnachten verschenken – mit Ein Teelöffel Land und Meer von Dina Nayeri! Das Buch spielt im Iran und handelt von Saba und ihrer Zwillingsschwester, also vielleicht auch ein gutes Buch für Geschwister? Ich als Einzelkind muss da leider passen. Hier habe ich noch etwas ausführlicher zum Buch geschrieben. In jedem Fall ist es ein wunderschönes Buch aus einer ganz anderen Welt, in die man abtauchen kann.

 

Vielleicht seid ihr fündig geworden – ich würde mich freuen! Ansonsten findet ihr hier auch meine komplette Leseliste des Jahres. Welches Buch war euer Jahreshighlight – und wem sollte ich es zu Weihnachten schenken?

Post Author: Nele

4 Replies to “Bücher schenken leicht gemacht – meine Buchtipps für das Jahr 2015”

  1. Ha, das Buch für die „Urlaubsleserin“ und das für die „Weltenbummlerin“ habe ich auch schon hier liegen, aber beide noch nicht gelesen. Ich finde Bücher schenken ja immer sehr schwer. Meine Schwester wünscht sich Bücher zu Weihnachten, gerne auch auf Englisch. Vielleicht wäre der Marsianer was für sie?! Obwohl wir mit Science-Fiction eigentlich beide eher wenig an der Mütze haben… Was meinst du, ist das arg SciFi?

    Liebe Grüße, Denise

    1. Nein, es ist super. Meine Mutter (die SciFi gar nicht mag) hat den Film im Kino gesehen und fand ihn super. Es ist lustig und spannend. Es spielt halt auf dem Mars. Aber in der „normalen“ Welt. Das einzig fiktive daran ist, dass wir halt keine Menschen auf den Mars schicken können (bisher). Ansonsten hält sich das Buch durchaus sehr an die Gesetze der Physik, wird manchmal auch etwas technisch (aber das kann man überfliegen, habe ich auch gemacht, ich habe keine Ahnung von Physik und Chemie etc.!) und Mark Watney ist HERRLICH sarkastisch. Wenn sie das mag, ist es super. 🙂

  2. Vielen Dank für deine Buchtipps. Ein Teelöffel Land und Meer steht schon auf meiner Wunschliste.
    Mein Highlight in diesem Jahr war zum einen „Ich will doch bloß sterben, Papa“ und „Vom Inder, der mit dem Fahrrrad bis nach Schweden fuhr, um seine große Liebe wiederzufinden“. Zwei Bücher, die ich nur empfehlen kann. Dabei sind beides wahre Geschichten.

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