Bevor ich euch heute einen Buchtipp geben kann, müsst ihr ein paar Dinge über mich wissen. Erstens: Ich bin ein Ratgeber-Typ. Ich springe auf Ratgeber sofort an, wenn sie „mein“ aktuelles Thema nur halbwegs behandeln. In meinem Bücherregal finden sich Bücher über Ernährung, über Fotografie, über die Steigerung der Kreativität, über den Umgang mit Geld, übers Aufräumen, übers Selbermachen, über Achtsamkeit, und sicher noch ein paar mehr. Diese Bücher stelle ich im Regelfall nach dem Kauf übrigens ungelesen ins Regal… Nur wenige davon sind komplett gelesen.

Zweitens: Ich träume von einem Tattoo. Seit einiger Zeit wird der Gedanke immer konkreter, ich grüble übers genaue Motiv, ich schaue mir tätowierte Menschen online an, ich google nach Adressen von Tattoostudios und bin mir zu 90% sicher.

goodbye-arschgeweih
Ja, ich habe mir für das Bild was auf dem Arm gemalt. Nein, dass ist nicht das Tattoo, was ich haben möchte, zumindest nicht als erstes.

Wenn ihr das über mich wisst, werdet ihr verstehen, weshalb ich das Buch Goodbye Arschgeweih: Von der Kunst, beschissene Tätowierungen zu vermeiden haben musste. Obwohl ich Daniel Krause, der es geschrieben hat, überhaupt nicht kannte. Vielleicht hätte mich das auch eher abgeschreckt, denn alles, was ihn bekannt gemacht hat, interessiert mich leider nicht die Bohne: Er hatte eine Sendung bei DMAX, war Darsteller bei „Berlin Tag und Nacht“, und hat mittlerweile wohl ein Format im Frühstücksfernsehen bei Sat 1. Tut mir Leid – nicht meine Welt.

Macht aber gar nichts – auch wenn ich etwas skeptisch wurde, als ich das las und das Buch bereits vor mir lag. Doch keine Sorge: Krause schreibt wirklich sympathisch, amüsant und einfach nett. Auch wenn er gleich im ersten Kapitel versucht, mir den Zahn zu ziehen, mein erstes Tattoo müsse gleich auf den Unterarm. Ich fühlte mich etwas ertappt, als er dies als Trend ausmachte und Neulingen erst einmal davon abriet… 😉 Tatsächlich denke ich nun über eine andere Stelle nach (aber das letzte Wort ist noch nicht gefallen).

Das Buch behandelt sämtliche Themen, die einem zum Thema Tattoo so einfallen können. Zunächst gibt es einen kleinen Test, welcher „Tattoo-Typ“ man so ist. Bist du eher „Der Entschlossene“ oder „Der Kreative“? „Der Anspruchsvolle“ oder „Der Emotionale“? Anschließend gibt es Tipps zur Wahl des richtigen Tattoostudios (Worauf sollte ich beim Besuch achten, wenn ich mir das Studio vorher ansehe?), zum Umgang mit Schmerzen, zur Auswahl des Motivs und tatsächlich auch ein Kapitel zum Thema Tattoo-Entfernung. Zwischendurch wird das ganze unterlegt mit Anekdoten und Fakten aus dem Tätowier-Alltag. Und mit interessanten Infos – wusstet ihr beispielsweise, dass hierzulande überhaupt keine Richtlinien und Gesetze für Tattoostudios gelten? Tätowierer ist keine Berufsbezeichnung, jeder kann ein Studio eröffnen und eine Tätowiermaschine in seinem Badezimmer benutzen, wenn es ihm Spaß macht.

Zwischen all diesen Kapiteln kommen Freunde von Krause zu Wort. Juchuh, noch mehr Promis, die ich nicht kenne! 😉 Einzig Mark Benecke war mir halbwegs ein Begriff. Außerdem tauchen noch Pia Tillman, Ingo Kantorek, Hagen Stoll, Makani Terror und Judith van Hel auf – vielleicht sagt euch einer von den Namen ja was? Alle erzählen ihre persönliche Tattoo-Geschichte, ihre Tattoo-Sünden, was sie bereuen oder eben nicht.

Die große Frage ist natürlich: Hat mich das Buch nun weitergebracht? Diese kann ich mit einem klaren Jein beantworten. 😀 Das Kapitel zur Motivwahl hat mich am meisten interessiert, aber natürlich kann man hier nicht für jeden Leser ein passendes Motiv empfehlen. 😉 Stattdessen werden die verschiedenen Stilrichtungen erklärt, was auch interessant war. Die Tipps zur Wahl des Tattoostudios sowie dazu, wie man sich nach einer Tätowierung verhalten sollte, werde ich sicherlich noch anwenden, wenn es akut wird. Ansonsten muss ich – wie eingangs erwähnt – nun noch einmal genauer die Stelle überlegen, an der das Motiv meinen Körper zieren soll. Auch über meine Motivation für eine Tätowierung denke ich nach. Die Infos über Tattoo-Farben zum Thema Sicherheit etc. haben mich beruhigt, obwohl ich vorher gar nicht wusste, dass ich beunruhigt war.

Ansonsten hat mir das Buch glaube ich auch ein wenig die Angst genommen, überhaupt erst mal zu einem Tätowierer zu gehen. Denn auch wenn ich weiß, dass es vermutlich Quatsch ist: Irgendwas in mir drin denkt, wenn ich in ein Tattoostudio gehe und sage, was ich mir vorstelle, lachen die mich aus. Aber wie schreibt Krause so schön: „Auch wenn ich mittlerweile selbst zu 70% zutätowiert bin und aussehe wie ein bunter Taucheranzug, bin auch ich ohne Tattoos auf die Welt gekommen. Wir können also auf Augenhöhe sprechen, und es braucht sich keiner ausgeschlossen zu fühlen.“ Sprich: Jeder, der tätowiert ist, hat mal sein erstes Tattoo bekommen und vielleicht befürchtet, ausgelacht zu werden. Und sollte das tatsächlich passieren, bin ich offensichtlich an ein Arschloch geraten, von dem ich sowieso kein Tattoo haben möchte.

Jedenfalls habe ich mich von dem Buch auf jeden Fall gut unterhalten gefühlt und es komplett gelesen – was man nicht von jedem Ratgeber in meinem Bücherregal behaupten kann! („Schlank durch Achtsamkeit“, „Wie man gute Laune bekommt“ und den Finanzberater von Peter Zwegat *hüstel* habe ich neulich noch ungelesen bei Momox verkauft…) Daher kann ich es jedem, der über ein Tattoo nachliest und noch etwas unsicher ist, empfehlen.

Wie sieht das überhaupt aus bei euch? Habt ihr Tattoos? Warum – findet ihr es einfach schön, gab es einen persönlichen Anlass…? Wie lief eure Entscheidung auf dem Weg dorthin ab? Und könnt ihr mir einen Tätowierer in der Gegend besonders ans Herz legen? 😉


*Sponsored Post: Dieses Buch habe ich vom Verlag auf meine Anfrage hin kostenlos zur Verfügung gestellt bekommen. Meine Meinung ist selbstverständlich ausschließlich meine eigene. Weitere Vergütung ist nicht geflossen und ich bin auch nicht verpflichtet, diesen Artikel zu schreiben.

Post Author: Nele

9 Replies to “Buchtipp: Goodbye Arschgeweih von Daniel Krause*”

  1. Also für dich wäre doch die Tardis das perfekte Motiv!

    Ich habe mittlerweile 3 Tattoos und ich bin mir nicht sicher, ob das dritte mein Letztes war (und das in meinem hohen Alter…). Für mich war aber auch immer wichtig, dass es nicht sofort sichtbar ist. Ich finde es nämlich eher unattraktiv, mir vorzustellen, wie ich als schrumpelige 80jährige mit den ganzen Tattoos durch die Gegend laufe.
    Es bleibt auch selten bei einem Tattoo und dann gehen die Überlegungen wieder von vorne los: welches Motiv, wohin und wie schnell krieg ich nen Termin? Aber das macht irgendwie auch Spaß, vor Allem wenn der Tattoowierer dann die Hände über dem Kopf zusammenschlägt und anfängt mit dir zu diskutieren.

    Meinen ersten Tattoowierer habe ich durch eine damalige Arbeitskollegin gefunden und finde es heute ziemlich schade, dass ich nicht mehr in Bayern wohne, denn der war wirklich gut!
    Hier in Solingen bin ich die Studios abgegangen und hab geguckt, wer mich wie berät und ob er mir halbwegs sympathisch ist. Der Erste war für mich die totale Oberniete (ist hier allerdings sehr beliebt) und den Zweiten fand ich ganz ok. Der dritte hat gar keine Termine mehr für Neukunden angenommen…
    Also falls du in deinem Umfeld jemand mit Tattoo hast, frag ihn/sie wo er/sie hingeht und lass dich dort auch mal beraten. Manchmal möchte man ein Motiv in einer bestimmten Größe haben und das funktioniert dann zwar, sieht aber doof aus. So etwas könntest du dir dann von vornherein sparen. Außerdem haben die ja alle Alben mit ihren Arbeiten, dass heisst Inspiration und du kannst ein gleich sehen, ob dir die Art der Arbeit des Tattoowierers gefällt.

    So viel und so durcheinander habe ich schon lange nicht mehr kommentiert…. 😀

    1. Lange und durcheinandere Kommentare erfreuen mich sehr! Danke für deinen „Erfahrungsbericht“! 🙂 Eine Tardis wird es erst mal eher nicht werden, aber bei meinem derzeitigen Motivwunsch ist ein Zitat aus Doctor Who eingeplant! 😀

  2. Hihi, du bist ja echt ein „Ratgeber-Opfer“ 😀
    Ich bin ja mal gespannt, ob und wenn ja, für was für ein Tattoo du dich entscheidest.
    Ich habe keins und will eigentlich auch keins. Klar, bei manchen sieht das echt toll aus, aber für mich selbst kann ich mir das nicht vorstellen.
    Erstens wüsste ich gar nicht, was ich mir tätowieren lassen sollte. Es sollte ja schon etwas sein, was für einen eine besondere Bedeutung oder so hat.
    Die Gefahr, dass mir irgendwann Farbe, Form & Motiv nicht mehr gefallen, wäre bei mir viel zu groß.
    Und ich mir gefällt die Vorstellung, als alte, schrumpelige Oma dann ein schrumpeliges Tattoo zu haben, auch nicht wirklich 😉
    Aber jedem das seine 🙂 Manchmal habe ich das Gefühl, dass man heutzutage schon eher der „Exot“ ist, wenn man kein Tattoo hat 😉
    Liebe Grüße,
    Goldengelchen

    1. Naja, ein Exot ist man ohne Tattoo auch wieder nicht, aber es ist ja auch schön, wenn man MIT Tattoo nicht mehr gleich als Knasti gilt. 😉 So kann jeder es machen, wie er möchte.

  3. Ich habe mehrere Tattoos. Mittlerweile habe ich mein erstes Tattoo sogar covern lassen und bin sehr glücklich damit. Seit zwei Jahren „kenne“ ich sogar schon mein nächstes Motiv und es wird groß! Einen mgl. Tätowierer habe ich im Blick, vielleicht geht es dann nächstes Jahr los. 😉
    Wenn Du auf Suche nach einen guten Tätowierer bist, dann wundere Dich nicht über die Wartezeiten. Eine lange Wartezeit kann für den Tätowierer sprechen. Wegen Deines Tattoos quer durch Deutschland zu fahren istcauch normal… Und es ist auch normal, dass man nach dem ersten Tattoo recht bald ans nächste denkt. 😀
    Ich bin gespannt auf Deine Wahl der Stelle, gebe meiner Vorrednerin aber recht. Abdeckbar sollte es sein. Das hilft beruflich und auch manchmal privat. 🙂

    Schokoladige Grüße,
    Nele

  4. Ich habe mich beim Lesen richtig amüsiert, wollte ich mich doch vor Jahren auch tätowieren lassen und war am gleichen Punkt wie du…nun ich habe es doch nicht gemacht, weil ich einfach nicht wusste wohin…und irgendwan war es mir nicht mehr wichtig genug.
    Bin gespannt wie du dich entscheidest
    Liebe Grüsse
    Angy

  5. Ratgeber oder Sachbücher kauf ich mir auch ab und an mal. Die meisten liegen dann aber ungelesen im Regal. Die sind mir dann zu trocken und meine Zeit ist mir zu schade. „Goodbye Arschgeweih“ könnte ich mir aber vorstellen zu lesen. 😉
    Ich mach auch schon ewig am Tattoo-Wunsch rum. Ich trau mich nur nicht wegen diverser Allergien und Hautproblemen. Hab gedacht, dass sich der Wunsch irgendwann legt, aber er ist immer noch da und momentan stärker als zuvor. Ich möchte demnächst mal mit einem oder mehreren Tätowierer reden und dann sieht man weiter. Was das Altern betrifft: ich hab so viele Narben – die finde ich eindeutig weniger schön, als Kunst, die ich mir bewusst ausgesucht habe.

  6. Moin Nele,
    ich hab eine einzige sehr kleine und sehr „schlecht“ gehackte Tätowierung. Ich hab sie vor 13 Jahren machen lassen und ich liebe sie heiß und innig. Es ist auf der Hüfte und damals lief ich noch ständig bauchfrei herum jetzt eher nicht mehr so. Eine Platzierung zu wählen, bei der man nach Bedarf entscheiden kann, ob das Tattoo zu sehen ist oder nicht, hat sich jetzt in all den Jahren bewährt, auch weil das Motiv sehr persönlich und auch ein bisschen krass ist. Stechen lassen hab ich es als Unterschrift auf einem wichtigen Deal mit mir selbst und ich kann das uneingeschränkt weiter empfehlen!!!
    Liebe Grüße zu Dir,
    Nike

    1. Ja, über die Platzierung denke ich noch nach. Ich habe am 23.9. einen Termin zum Zeichnen. Dann werde ich mal fragen, wo das Motiv am besten auch von der Größe hinpasst. Da soll Schrift bei sein, daher darf es nicht zu klein werden, dann kann man es mit der Zeit nicht mehr lesen…

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