Was machst du eigentlich den ganzen Tag? Das fragt Frau Brüllen zwar an jedem Monatsfünften, aber ich bin nur sporadisch dabei. Aber immerhin habe ich heute mein Buch hochoffiziell als „Tagebuchblog“ bezeichnet, da darf das ja kaum fehlen, oder?

Heute ist ein etwas untypischer Freitag. Er fängt schon damit an, dass mein Wecker eine halbe Stunde früher klingelt. Der Held hat heute Abend Firmenfeier und wünscht sich, mit dem Auto zur Arbeit gebracht zu werden, damit er abends nicht zurückfahren muss. Dem Wunsch entspreche ich gern, denn es bedeutet immerhin, dass ich auch nicht Radfahren muss. Es ist wieder unangenehm kühl geworden und den Luxus, ein Auto zu haben, genieße ich immer mal wieder gern.

Pünktlich liefere ich den Helden also im Nachbarort ab und rund 20 Minuten später sitze ich selbst auch schon am Schreibtisch, genieße den ersten Kaffee und knabbere an dem leckeren Honigkuchenriegel, den wir am vergangenen Wochenende in unserem Kurzurlaub in den Niederlanden gekauft haben. Zu viel darf ich aber nicht frühstücken. Nur anderthalb Stunden später verlasse ich das Büro nämlich schon wieder und mache mich auf den Weg in den Hafen. Leila und Hanna, die fabelhaften Gründerinnen der MünsterBlogs-Website, haben nämlich zum Mini-Meeting mit Frühstück geladen. Und mit TV-Begleitung!

Am Hafen suche ich relativ lange einen Parkplatz – ich bin ja sonst nur abends dort und dachte mir, tagsüber findet man sicher locker was. Haha, sehr naiv von mir, denn tagsüber wird dort natürlich gearbeitet! 😉 So musste ich sogar so weit hinten parken wie nie zuvor. Immerhin waren es damit noch ein paar Schritte bis zum Treffpunkt. Mein aktuelles Ziel ist es schließlich, hundert Tage lang täglich 10.000 Schritte zu gehen. Immerhin 33 Tage halte ich das jetzt schon durch!

An der Location angekommen, stelle ich fest, dass man vermutlich auch dort hätte parken können. Aber nun gut. Das wäre ja langweilig und Schritte hätte ich auch keine gemacht! 😉 Das Mini-Meeting mit Frühstück ist dann wunderbar – kommunikativ, informativ, spannend. Und Kaffee und Brötchen gibt’s auch, was will man mehr? Alles wird vom WDR gefilmt, nächste Woche wird vermutlich ein Beitrag in der Lokalzeit erscheinen. Ich durfte auch ein paar Worte sagen und war sehr aufgeregt. Dann habe ich mich vor dem Mikro erschreckt, das von oben in mein Blickfeld ragte. Vermutlich werde ich rausgeschnitten. 😀

Anschließend darf ich zurück ins Büro. Ein Hoch auf die Gleitzeit, die solche spontanen Pausen ab und zu möglich macht! Vormittags hatte ich die meisten Kundenanfragen schon abgearbeitet, so dass ich mich nachmittags mit Übersetzungen beschäftigen kann. Das macht durchaus Spaß, ich probiere eine neue Übersetzungssoftware aus. Außerdem versuche ich, meinem Arbeitskollegen das Konzept Blog zu erklären. Zum wiederholten Male. Er steht dem Internet recht skeptisch gegenüber (obwohl wir eine reine Online-Firma sind 😀 ) und so geht es nach dem heutigen Termin um Blogger-Kooperationen, Authentizität, Münsterblogs im allgemeinen und speziellen. Das ufert etwas aus und irgendwann müssen wir die Diskussion ohne Ergebnis abbrechen, damit die Arbeit auch gemacht wird! 😉

Nach der Arbeit husche ich noch kurz in den Supermarkt. Da der Held nicht da ist, möchte ich Arabische Kichererbsen-Spinat-Suppe kochen. Er steht nicht so auf Spinat und Eintöpfe sind auch nicht sein Favorit, da passt das ja ganz gut und schnell geht es auch. Seit dem Frühstück habe ich nämlich nichts mehr gegessen – mein Magen knurrt!

Auf dem Heimweg fahre ich einen Umweg. In unserem Dörfchen ist eine Baustelle inklusive Baustellenampel und so stehen zur Berufsverkehrszeit immer Massen an Autos Schlange, um die einspurige Durchgangsstraße zu befahren. Ich fahre also so, dass ich aus der anderen Richtung komme – ob sich das lohnt, weiß ich nicht, aber immerhin fahre ich entspannt, statt im Stau zu stehen. Daheim liegt dann ein Wahlprospekt von der CDU im Briefkasten. Sie listet unter anderem alle Erfolge auf, die sie in den letzten Jahren hier im Ort so erreicht hat. Ich muss etwas lachen, denn einer davon ist die Sanierung und der Umbau der Bushaltestellen – der Grund für die aktuelle Baustelle und den täglichen Stau. Sicherlich ein lohnenswertes Projekt, aber ob die Anwohner momentan so dankbar dafür sind?

Mein Plan für heute Abend lautet: das Smartphone neu installieren. Seit Tagen meldet es, dass die SD-Karte defekt sei. Ich kann nicht mehr fotografieren, weil die Fotos nicht gespeichert werden können; und alles, was einen Zugriff auf die Karte erfordert, dauert gefühlte Stunden. Dazu habe ich eine neue SD-Karte bestellt, die heute ankommen soll. Leider finde ich aber außer dem CDU-Prospekt nichts im Briefkasten… So ein Mist!

Schnell schmeiße ich eine Maschine Wäsche an und dann koche ich erst einmal, den knurrenden Magen erwähnte ich ja schon. Währenddessen schaue ich nach, was der Händler zur Lieferung der Speicherkarte zu sagen hat. Tja. Nun. Er hat folgendes zu sagen: Die Sendung wurde zugestellt. An der angegebenen Lieferadresse. Nämlich, wie zwei weitere Klicks schnell zu Tage bringen, am Büro. So ein Mist! Ich war mir so sicher, dass ich Zuhause als Lieferadresse angegeben hatte! Ich ringe kurz mit mir. Kann ich das Wochenende noch so überstehen? Ich könnte wahrscheinlich, aber ich will nicht. Grummel. Also steige ich nach zwei Tellern Suppe und der letzten Folge „Freaks and Geeks“ auf Netflix wieder ins Auto und düse zum Büro. Schnell mit Warnblinker in der Busspur halten, zum Briefkasten flitzen (in den ich sonst immer nach Feierabend einen Blick werfe – außer heute!), den Umschlag schnappen, und wieder heim.

Währenddessen hat das Smartphone am Computer Bilder und Daten gesichert. Ich hänge noch schnell die Wäsche auf und setze mich an den Tisch, um zu bloggen. Das mache ich auch gerade. 😉 Ich sitze im Wohnzimmer bzw. am Esstisch, weil ich sowieso allein bin und in meinem Nähzimmer derzeit beide Nähmaschinen auf dem Schreibtisch stehen. Da ist es hier doch etwas gemütlicher. Außerdem kann man so schön aus dem Fenster gucken und schauen, wer alles vorbeikommt. Dabei trinke ich einen schönen heißen Tee und bin eigentlich ganz zufrieden mit der Welt.

Das Smartphone lädt vor sich hin und sobald der Akku voll ist, werde ich mich daran begeben, es neu aufzusetzen. Das wird ein Spaß! (Ihr kennt das ja mit dem So-tun-als-ob, oder?) Ich hoffe, das wird nicht den ganzen Abend dauern, dann kann ich noch ein paar Blogbeiträge vorbereiten. Währenddessen warte ich auf Nachricht vom Helden, der eigentlich meinte, ich müsste ihn vermutlich nicht abholen, aber vielleicht kommt ja alles anders. Ich hoffe es allerdings nicht, denn ich habe schon meinen Onesie an. 😉

Euch allen wünsche ich noch einen wunderbaren Abend und schaut mal bei Frau Brüllen rein, die die aktuelle Liste mit allen Teilnehmern an der WMDEDGT-Aktion hat!

Post Author: Nele

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