Gedankenhüpfer

Heute ist der Tag. Ehe für alle!

30. Juni 2017

Jetzt hat es mich doch irgendwie überrascht. Zu Beginn der Woche war noch nichts davon in Sicht, jedenfalls nicht so richtig, und heute ist Freitag und wir haben die Ehe für alle. Also „wir“, das meint: die Deutschen. Frau Merkel hat die Abstimmung zur „Gewissensfrage“ gemacht und somit die Fraktionsdisziplin aufgehoben – die SPD und die anderen Oppositionsparteien haben die Gelegenheit genutzt und blitzschnell den Gesetzesentwurf aus der Schublade gezogen, der dort schon seit 2 Jahren wartete und durch die Unionsparteien regelmäßig blockiert wurde. Im Bundestag stimmten dann heute auch ausschließlich CDU/CSU-Abgeordnete gegen den Entwurf (und Erika Steinbach, nun ja, seht ihr mein überraschtes Gesicht? Ich auch nicht). Und alle so: Yeah!

Moment. Alle? Nein, natürlich nicht alle. Birgit Kelle spricht in der Welt von „der Vernichtung der Ehe“ und droht mit dystopischen Szenarien (ich möchte das hier nicht verlinken), von dem unsäglichen Artikel in der FAZ möchte ich erst gar nicht anfangen (Tenor: Homosexuelle sind potenzielle Kinderschänder, da die „Inzest-Hemmung“ wegfällt – WTF?), und wie AfD und Konsorten dazu stehen, war ja ohnehin absehbar. Aber auch unsere Bundeskanzlerin stimmte dagegen. Persönlich finde ich es ja eher irritierend, eine Frage zur „Gewissensfrage“ zu erklären, nur um dann dagegen zu stimmen mit der Begründung, sie sei der Ansicht, dies widerspreche dem Grundgesetz. Aber nun gut.

 

Trotz allem. Dies ist ein guter Tag für Deutschland, es ist ein guter Tag für die Menschen, die hier leben. Alle, denn alle Menschen, die hier leben, verdienen Gleichberechtigung, Respekt, Menschenwürde. Die Tatsache, dass sich meine Filterbubble überschlägt und glücklich ist, stimmt mich froh. Die Tatsache, dass es immer noch Menschen gibt, die gleichgeschlechtlichen Paaren feindlich gesinnt sind, macht mich traurig. Dennoch: Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.

Andere können übrigens viel besser ausdrücken, was ich sagen will, oder haben einfach mehr Zeit, ausführlich zu berichten. 😉 Diese Artikel fand ich lesenswert:

Abschließen möchte ich mit diesem Video, was ich sicherlich schon mehrfach geteilt habe, aber es ist einfach zu schön und passend, um es hier nicht einzufügen. Denn „Der Tag“, davon gibt es mehrere. Und einer davon ist eben heute.

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Gedankenhüpfer

Statt Bloggen.

23. Juni 2017

Statt zu bloggen, spiele ich Videospiele. Bei Horizon Zero Dawn bin ich eine Heldin, die mit Pfeil und Bogen auf die Jagd nach Roboter-Dinosauriern geht, und ja, das macht viel mehr Sinn und Spaß, als es klingt. Der Held hat Hand-Controller für die Oculus Rift bestellt und jetzt können wir virtuell klettern oder abstrakte Figuren verprügeln (ersteres mache ich kaum noch im realen Leben, letzteres führt schon virtuell zu winzigen Panikattacken bei mir). Wie üblich wird mir nach einiger Zeit übel, aber bis dahin macht es Spaß.

Statt zu bloggen, lese ich. Endlich mal den dritten Teil der Metro-Reihe beispielsweise. Im Sommer sitze ich so gern zum Lesen auf dem Balkon. Das ist dieses Jahr bisher zu kurz gekommen, daher habe ich mir nun vorgenommen, die Playstation mal häufiger ausgeschaltet zu lassen und mich wieder in die Moskauer U-Bahn-Schächte zu begeben. Da ist es dann wenigstens gedanklich schön kühl. Das neue Buch für den Buchclub wartet auch schon. „Ein spannendes Vexierspiel“ steht auf der Rückseite, und ich bin gespannt, ich habe nämlich keine Ahnung, was ein Vexierspiel ist.

Statt zu bloggen, gehe ich. Meine App hat mich gestern Abend beglückwünscht, die 10.000 Schritte nun schon seit sechs Wochen täglich durchzuhalten. Das macht 45 von 100 Tagen. Ich laufe beim Telefonieren durchs Wohnzimmer, mache abendliche Spaziergänge, wenn es endlich kühler geworden ist, oder gehe mittags mit dem Bürohund eine Runde. Wenn ich Lust und Zeit habe (und es nicht so heiß ist), gehe ich Joggen. Ähem. Laufen. Wie man es auch nennen mag. Es macht erschreckend viel Spaß. Natürlich ist es auch hilfreich, dass die schöne Gegend ungefähr 200 Meter hinter dem Haus beginnt. Ich kann wählen zwischen Feldwegen und Waldwegen. Abends gehe ich gern durchs Wohngebiet und lausche den Rasensprengern, Fernsehstimmen aus offenen Fenstern, angeregten Gesprächen auf Balkonen und Terrassen, Vogelgezwitscher. Die Geräuschkulisse des Sommerabends.

Statt zu bloggen, nähe ich. Babyshirts für den Freundeskreis. Ich habe sogar extra den Plotter wieder abgestaubt und die niedlichsten Kapelle Petra-Fan-Shirts aller Zeiten genäht. Am Wochenende werden sie verschenkt und dann kann ich sie endlich zeigen. Ich bin sehr verliebt. Meine Nähbücher, die ich zum Geburtstag bekommen habe, wollen ja auch mal getestet. Und gestern haben wir bei Ikea Stoff gekauft, aus dem ich Tischdecken nähen möchte. Das ist immerhin zumindest nicht so viel Arbeit.

Manchmal frage ich mich, ob der Blog sich mittlerweile selbst überlebt hat?

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Gedankenhüpfer

Always choose the bigger life.

20. Juni 2017

Im Podcast „Happier“ von und mit Gretchen Rubin* ging es kürzlich darum, wie man mit schwierigen Entscheidungen umgeht. Im Beispiel ging es darum, ob ein Hund angeschafft werden sollte. Die Pro- und Contra-Liste war dabei recht ausgewogen. Ein Hund macht glücklich, sorgt für mehr Bewegung, kann die Familie zusammenschweißen und den Kindern Verantwortung beibringen – ein Hund macht Arbeit, kostet Zeit und Geld, ist eine jahrelange Verantwortung. Wie entscheidet man sich in so einem Fall?

Ich denke, jeder von uns stand schon mal vor so einer Entscheidung. Meistens handelt es sich dabei um wirklich große und wichtige Themen. Jobwechsel, Hauskauf, oder vielleicht ging es auch mal um Liebesdinge? Man wägt ab, schreibt Listen, ist hin- und hergerissen. Montags ist man noch sicher, dass Entscheidung A die richtige ist, aber Mittwoch führt vermeintlich kein Weg mehr an Entscheidung B vorbei. Ich selbst bin da auch sehr groß drin. Es ist einfach schwierig.

Gretchen Rubins Antwort klingt erst einmal simpel: „Always choose the bigger life“. Entscheide dich immer für das größere Leben. Triff die Entscheidung, die dein Leben reicher macht, deinen Erfahrunsschatz erweitert, deine Welt vergrößert. Dabei muss diese Entscheidung nicht zwangsläufig offensichtlich sein. Um auf das Beispiel mit dem Hund zurückzukommen: Hier ist es keineswegs eindeutig, dass die Entscheidung für den Hund das Leben größer macht, auch wenn es erst einmal so wirkt. Vielleicht möchte die Familie viel reisen und von der Welt sehen, sehr flexibel sein und Abenteuer erleben. Dabei ist ein Hund oft eher hinderlich. Man muss also ein bisschen in sich gehen und überlegen, was man vom Leben erwartet und wie es reicher würde. Und sich dann für das größere Leben entscheiden.

An großen Entscheidungen mangelt es in meinem Leben derzeit nicht, und ich versuche, „Choose the bigger life“ immer zu bedenken. Aber auch im Alltag finde ich das ein wunderbares Lebensmotto. Raus aus der Komfortzone! Zum Beispiel hätte ich liebend gern am Zeit-Projekt „Deutschland spricht“ teilgenommen, bei dem Menschen unterschiedlicher politischer Ansichten aufeinandertrafen. Ich habe mich aber nicht getraut, mich anzumelden – schade, dass ich die Podcast-Folge erst danach gehört habe. Denn ein Gespräch mit einem Menschen außerhalb meiner „Filterblase“ hätte mein Leben sicherlich größer gemacht, auch wenn ich große Angst gehabt hätte.

Beim nächsten „Soll ich oder soll ich nicht“ werde ich es mir also wieder einmal vor Augen halten: Choose the bigger life! Etwas ist aufwändig, aber man wollte es schon immer mal probieren? Choose the bigger life! Alle finden etwas toll, aber du kannst dir nicht vorstellen, dass es wirklich so toll ist? Choose the bigger life! Ich bin gespannt, wohin mich dieses neue Lebensmotto noch führen wird…


* Gretchen Rubin ist Autorin so schöner Bücher wie Das Happiness Projekt oder Erfinde dich neu. Der Podcast „Happier“ geht es um Gewohnheiten und kleine „Life Hacks“, die das Leben glücklicher und einfacher machen sollen.

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Alltagshüpfer | Foto-Hüpfer

12 von 12 im Juni 2017 

12. Juni 2017

Jetzt reihen sich hier die 12 von 12 direkt aneinander. Ich will gern mehr bloggen, dann ist es allerdings wieder so: Wenn ich zuhause bin und Zeit habe, dann wende ich die derzeit lieber fürs Nähen, Lesen, Fernsehen, Hausarbeit, Sport auf, als zu bloggen. So stapeln sich in meinem Kopf die Artikelpläne und nichts wird umgesetzt. Blöd für den Blog, aber für mich war es ja immer wichtig, dass dieser ein Hobby und keine lästige Verpflichtung bleibt.

Für die 12 von 12 – zwölf Bilder vom Monatszwölften – habe ich aber mal wieder einen Tag lang mein Smartphone dabeigehabt. Ist ja schon praktisch heute. Früher (damals!!!11einseinself) musste man immer die Kamera mitschleppen. Da habe ich aber auch noch Wert darauf gelegt, dass die Kamera möglichst klein ist. Heute habe ich eine große Kamera und ein Smartphone. Finde ich eine prima Entwicklung.

Heute ist Montag, und der Tag beginnt mit Sport. Wie bitte? Ja, richtig gehört, ich mache nun regelmäßig vor der Arbeit Sport. Das klingt erst einmal sehr widersprüchlich, weil ich doch morgens bekanntermaßen schlecht aus dem Bett komme. Allerdings habe ich festgestellt, dass es doch durchaus geht, wenn ich einen Grund dafür habe. Also quasi einen Termin, den ich erfüllen muss. Und weil ich abends oft keinen Bock oder schlichtweg keine Zeit habe, aktiv zu werden, versuche ich das jetzt morgens vor der Arbeit. Es läuft eigentlich sehr gut – letzte Woche habe ich allerdings ausgesetzt, weil ich früh im Büro sein musste. Übertreiben muss man’s ja auch nicht. Motiviert hat mich übrigens Pia. Nach der Abnahme dachte ich, ein paar Muskeln wären ja auch nett.

Es ist noch früh – offenbar so früh, dass ich mir beim Fotografieren den Kopf abschneiden muss. Auf fünf Fotos ist er nicht einmal komplett drauf! 😉 Dafür präsentiere ich meine Superman-Socken, denn wer vor der Arbeit Sport treibt, ist allemal Superman-würdig.

Man sollte jetzt aber nicht glauben, ich mutiere zur Supersportlerin des Jahres. So fit wie Pia werde ich wahrscheinlich nie werden, ich habe zur Mini-Variante gegriffen und beschlossen, dass acht Minuten reichen müssen. Nachdem ich das hier gerade so großspurig eingeleitet habe, seid ihr jetzt vermutlich enttäuscht. Aber hey. Bei 8 Minuten bleibt es ja doch nicht, man muss sich erst in die Sportsachen werfen, die Matte ausrollen, die DVD einlegen und starten, und dann ist ja auch immer noch eine Pause zwischen den Übungen, und anschließend geht’s unter die Dusche. Da ist man mit 40 Minuten locker dabei, wenn man sich noch die Haare föhnen muss. Ich jedenfalls sitze heute 45 Minuten nach dem Aufstehen auf dem Fahrrad. Ein paar Muskeln bringt’s ja vielleicht doch, das 8-Minuten-Muskel-Workout. Spaß macht’s auch ein bisschen UND ich kann mich dazu überwinden, das ist das wichtigste. Acht Minuten sind besser als null.

Heute ist der einzige Tag der Woche, an dem es „nur“ um die 20 Grad sein sollen. Daher werfe ich mich in meine neue, langärmlige Bluse (die trotzdem recht luftig ist). Gestern war verkaufsoffener Sonntag in Haltern am See und ich habe dieses Schnäppchen gemacht. Ist die nicht süß? Neues will ich am liebsten sofort anziehen, also hoffe ich, dass mir nicht zu warm wird.

Im Büro: Arbeit. Symbolbild.

Mein Kollege hat heute wieder seinen Hund mit. Im Gegensatz zu unserem „regulären“ Bürohund, der täglich da ist, kommt Monty nur ein oder zwei Mal pro Woche mit. Und ebenfalls im Gegensatz zu unserem regulären Bürohund liebt er Spaziergänge. So darf er dann mit auf meine Mittagspausenschritte. Heute entdecken wir die großen Symbole der Münsteraner Skulpturprojekte 2017 auf der Straße vorm Büro. Da folgen wir doch glatt mal den Pfeilen.

Ich bin ja kein großer Skulpturen-Kenner. Zunächst kommen wir an einem Lagerfeuer vorbei. Das ist eine Skulptur (lese ich gerade nach). Ich halte mit dem Hund lieber Abstand. Für die nächste Skulptur sollen wir in den gegenüberliegenden Schrebergarten einbiegen. Dort spaziere ich zwar mittags sehr gerne mal durch, aber ich weiß nicht, ob Hunde dort erlaubt sind. Also biegen wir zwei Kunstbanausen lieber wieder auf die gewohnte Route ab und genießen noch etwas Natur. Fazit: Ich bin offensichtlich nicht kunstinteressiert genug. Monty wollte ja. Aber ich hab ihn ins Grüne gezerrt. Ich bin so gemein.

Nachmittags geht es mit der Arbeit weiter. Zwischendurch aktualisiere ich die DHL-Website. Ich habe letzten Mittwoch etwas bestellt, das am Freitag geliefert werden sollte. Daher habe ich als Lieferadresse das Büro angegeben. Freitag kam und kam dann aber niemand, ich blieb schon extra lange, bis ich irgendwann ins Tracking schaute. Bei DHL hatte man um 16 Uhr vermutet, wir hätten nun geschlossen, und die Sendung zurückgestellt. Tja, da saß ich nun um 17 Uhr und hätte längst heimgehen können. Hmpf. Samstag wurde die Sendung dann erneut zurückgestellt (sinnvoll) und heute? Passiert gar nichts. Doof!

Die Uhr erinnert mich während des Tages regelmäßig daran, dass ich mich mal wieder bewegen sollte. Auch, um meine 10.000 täglichen Schritte zu schaffen, stehe ich dann immer auf und gehe ein paar Meter. Ein Grund findet sich immer. Neuen Kaffee in der Küche holen? Den Kollegen im Nachbarbüro besuchen, anstatt ihn anzurufen? Den Kalender in der anderen Ecke des Büros auf den neuesten Stand bringen? Oder halt den Hund knuddeln. Ich bin nicht wählerisch.

Nach der Arbeit springe ich noch kurz in den Supermarkt. Es ist schließlich Miracoli-Montag, aber unsere Vorräte sind aufgebraucht. Das geht zum Glück recht fix.

Auf dem Heimweg ist es sooo windig! Ich mag es nicht, wenn es windig ist. Das Radfahren ist einfach so viel anstrengender. Eine frische Brise, gut, aber richtig Wind? Ich werde dann immer ganz fuchsig und schimpfe vor mich hin. Sicher ein lustiger Anblick. Ich erspare ihn euch und teile diese schönere Seitenansicht meines Weges mit euch. Immerhin kann ich am Auto-Stau vorbeifahren.

Zuhause schauen wir eine schnelle Serienfolge, bevor ich zur Chorprobe muss. Wer erkennt anhand des Bildes und des passenden Textes in der Lightbox daneben, welche Serie wir gerade schauen? (Auf Instagram habe ich es natürlich schon verraten…) Heute kommt netterweise eine Folge, die mich NICHT mit verdrehtem Gehirn zurücklässt. Eine erfrischende Abwechslung.

Im Anschluss dann die montägliche Chorprobe. Wir kämpfen mit einigen schwierigen Liedern derzeit. Aber es ist eine sehr erfolgreiche Probe und wir alle haben das Gefühl, dass wir die beiden schwersten Stücke meistern können. Letzte Woche haben wir da noch viel mehr gejammert. 😉

Jetzt bin ich zuhause, muss dummerweise den Rest aus der Weinflasche von gestern trinken und werde noch ein bisschen Dinge von A nach B räumen. Am Wochenende habe ich praktische Aufbewahrungskisten fürs Nähzimmer gekauft und somit steht eine Mini-Umorganisation an.

Mehr 12 von 12 gibt’s wie immer bei Draußen nur Kännchen!

(Juni 2015, Juni 2013, Juni 2011)

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