Alltagshüpfer

Gerade jetzt #3

7. April 2017

Wie ist das so, gerade jetzt? Eine kleine Momentaufnahme. Was steht auf der Tagesordnung? Was beschäftigt mich? Und was könnte ich mir Ostern von meiner Mama zu Essen wünschen?

Gerade jetzt…

denke ich tatsächlich und ernsthaft darüber nach, ob wir uns einen Hund anschaffen. Der Held wäre dabei, allerdings wissen wir nicht, was unsere Vermieter davon halten und außerdem ist unser Bürohund nicht mit anderen Hunden kompatibel und daher wüssten wir nicht so recht, wohin tagsüber.

mag ich den Sonnenschein!

mag ich nicht die Tatsache, dass so viele meiner Kollegen krank sind und ich somit morgens extra früh im Büro sein muss.

fühle ich mich aktiv, energiegeladen und voller Pläne. Das muss der Frühling sein!

trage ich endlich wieder Chucks!

brauche ich Geduld und Optimismus.

höre ich ziemlich viel Irish Folk-Rock – hat dieses Genre einen offiziellen Namen?

mache ich geheime Kleinigkeiten im Näh- und Bastelzimmer – Überraschungen für die verschiedensten Menschen! Währenddessen schiebe ich Möbel von links nach rechts, die optimal-perfekte Einrichtung für das Zimmer habe ich nämlich noch nicht gefunden.

lese ich schon wieder ein Buchclub-Buch: „Die Berufene“ von M. R. Carey. Das ist wirklich unglaublich spannend und ich werde noch einen Artikel dazu schreiben!

trinke ich Kaffee mit aufgeschäumter Milch, zumindest am Wochenende. Beim Umzug ist mir ja der Induktionsmilchaufschäumer wieder in die Hände gefallen und ich genieße es, selbst gemachten Latte Macchiato zu schlürfen und dabei noch ein, zwei, siebenundzwanzig Seiten in meinem Buch zu lesen.

vermisse ich Münsteraner, die mit mir Bouldern wollen. Anyone?! Ich bin einfach so wenig ehrgeizig, wenn ich allein in der Halle bin! Dann gebe ich nach dem 3. erfolglosen Versuch einer Route auf. Obwohl man doch weiß, dass das beste Gefühl ist, wenn man nach zahllosen Fehlversuchen endlich den Top erreicht!

schaue ich mit dem Helden Modern Family, Babylon 5 und die neue Staffel Broadchurch auf ITV. Für mich selbst habe ich gerade die 3. Staffel Mr. Selfridge beendet und weiß noch nicht ganz, was als nächstes kommen soll.

träume ich von einem neuen Tattoo (Terminanfrage ist gestellt – aber beim letzten Mal habe ich keinen Termin bekommen, das heißt also nichts) und vom Sommerurlaub!

Und, wie ist das bei euch so, gerade jetzt? Nachmachen erwünscht!

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Rezensionshüpfer

Buchtipp: Die Berufene von M. R. Carey

England, in der nicht allzu fernen Zukunft. Unter den Menschen tobt ein Parasit – vor rund zwanzig Jahren tauchte er das erste Mal auf, heute leben die verbliebenen gesunden Menschen in wenigen, großen Städten der Welt hinter hohen Mauern und unter widrigen Umständen. Denn eine Infektion verwandelt die Menschen in sogenannte „Hungernde“, die keinen eigenen Willen haben und deren einziges Ziel es ist, andere Menschen zu fressen. Die zehnjährige Melanie lebt allerdings nicht in einer Stadt, sondern auf einem schwer bewachten Militärstützpunkt. Gemeinsam mit anderen Kindern wird sie hier unterrichtet, beobachtet und untersucht. Ihre Besonderheit: Sie sind immun gegen die Auswirkungen des Pilzparasiten – und niemand weiß, weshalb. Die skrupellose Forscherin Dr. Caldwell schreckt vor nichts zurück, um ein Heilmittel zu finden. Schutz findet Melanie in ihrer verehrten Lehrerin Miss Justineau, die ihnen griechische Sagen vorliest und vom Leben außerhalb des Stützpunkts erzählt. Dann kommt es zu einem Angriff auf den Stützpunkt – und Melanie findet sich in einer unerwarteten Gruppe wieder, die sich ab sofort gemeinsam durchschlagen muss.

Ich weiß nicht, weshalb jedes neue Buch und jede Fernsehshow meint, sich ein neues Wort für Zombies einfallen lassen zu müssen. Ist es nicht wahrscheinlich, dass unsere Gesellschaft, sollte es irgendwann dazu kommen, die wieder aufstehenden Untoten als genau das bezeichnen würde, als was wir sie seit Jahren aus der Unterhaltungsindustrie kennen: Zombies? Ich glaube nicht, dass sich ein Begriff wie „Hungernde“ durchsetzen würde. Nichtsdestotrotz ist „Die Berufene“ von M. R. Carey ein lesenswerter Roman – für mich aber eben trotzdem ein Zombieroman.

Dass die Geschichte zum großen Teil aus der Perspektive eines Kindes geschildert wird, macht es besonders spannend. Melanie weiß nicht viel über die Welt um sie herum. Sie ist ein Forschungsobjekt und erschließt sich ihre Umwelt erst nach und nach. Dabei gibt es für den Leser durchaus einige „Aha“-Momente, die die gesamte Geschichte in einem anderen Licht erscheinen lassen. Allerdings kann ich hier nicht darauf eingehen, ohne zu spoilern. 😉

In dem Buch geht es nicht nur ums reine Überleben der Protagonisten, sondern es werden auch große Fragen angesprochen. Wo hört Menschlichkeit auf? Wieviel Zweck heiligt welche Mittel? Und was ist das Überleben der Menschheit überhaupt wert? Es handelt sich um keinen blutrünstigen Horror-Roman, und die natürlich dennoch nicht ausbleibenden Szenen von Zombieangriffen und Verletzungen sind eher sachlich gehalten. Statt reißerischer Details gibt es hier viel wissenschaftlichen Hintergrund, der das ganze zumindest für mich als Laiin* natürlich realistischer erscheinen lässt, ohne dabei langweilig zu werden. Die Charaktere sind gut gezeichnet, auch wenn ich mir etwas weniger von der einen und dafür etwas mehr von dem anderen gewünscht hätte – aber so hat man halt seine Favoriten. Die kleine Melanie jedenfalls ist mir schnell ans Herz gewachsen.


Nach langer Zeit war „Die Berufene“ mal wieder ein Buch, dass mich an den Lesesessel gefesselt hat. Innerhalb von drei Tagen hatte ich den Roman mit immerhin rund 500 Seiten ausgelesen, und anschließend hatte ich ein bisschen „Buchweh“.** Andere sahen das offenbar auch so, denn vor kurzem kam die Verfilmung unter dem Originaltitel „The Girl with all the Gifts“ in die Kinos (leider habe ich das wohl verpasst und muss auf die DVD warten). Der Trailer verrät meiner Meinung nach aber schon zuviel und natürlich gilt sowieso wie üblich: erst mal das Buch lesen! Am besten, ohne sich vorher groß zu informieren. Denn je weniger man weiß, desto spannender ist es!

Lest ihr Zombie-Romane? Ist das eigentlich ein eigenes Genre? Und welches Buch sollte unser Buchclub unbedingt als nächstes auf die Leseliste setzen? 

* Ja, ich habe gegoogelt, und die weibliche Form von Laie ist Laiin, auch wenn es merkwürdig aussieht! 😉

** Kennt ihr dieses Gefühl, wenn ihr gedanklich noch ein paar Tage bei den Charakteren hängt und eigentlich ganz gern noch ein bisschen länger „dageblieben“ wärt?

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