Alltagshüpfer

Kartons, Kugelschreiber und andere Umzugsthemen.

30. September 2016

Wenn man Kugelschreiber und Kartons essen könnte, würden wir den Welthunger im Alleingang besiegen. Es ist unglaublich! Keine Schublade, die ohne einen gewissen Bodensatz von Kugelschreibern auskommt; und auch an den unmöglichsten Stellen lauern sie, in irgendwelchen Boxen, auf der Ablage unterm Wohnzimmertisch, auf dem Nachttisch, im Kleiderschrank (!). Und aus den Massen an Kartons, die wir im Keller in sämtlichen Ecken und dazwischen gefunden haben, könnten wir uns im Prinzip ein neues Haus bauen. Versandkartons, Produktverpackungen, alles, was man sich so vorstellen kann.

Ja, es ist wieder Umzugszeit im Hause bunt, gestreift und hüpfig. Und schon seit Tagen sind wir fleißig dabei, unsere Einrichtigung in große Kisten zu räumen. Jeden Tag wird es etwas leerer in der Wohnung, aber die Vorfreude steigt gleichermaßen. Wir ziehen gar nicht weit weg – nur ca. 150 Meter die Straße runter – aber ein Abenteuer ist es ja trotzdem, irgendwie. Ich freue mich auf die neue Wohnung, auf das riesige Wohnzimmer, auf die neue Küche, auf das große Nähzimmer statt dem kleinen Mini-Raum (dieses Mal wird auch eine Couch drin Platz finden, die als Gästebett ausgezogen werden kann! Yay! Besucht mich!). Anderes ist natürlich nicht mehr so toll – der Luxus, in einem eigenen, kleinen Häuschen gewohnt zu haben, wird beendet. Jetzt haben wir wieder Menschen, die unter uns wohnen und auf die wir Rücksicht nehmen werden. Ungewohnt, aber machbar.

Dieser Umzug wird ganz anders als der letzte. Wir wechseln nicht die Stadt, wir müssen uns von nichts verabschieden. Selbst vom Haus nicht so richtig, denn dort werden die Schwiegereltern einziehen. Also kein Abschiedsschmerz, dafür hauptsächlich ein Haufen Arbeit, ein Haufen Kosten (denn klar: es gibt dieses und jenes neue Möbelstück – manches braucht man, manches will man einfach nur). Die „letzten Male“ sind andere, unspektakuläre: Das letzte Mal in dieser Küche kochen, das letzte Mal ein Paket von den Schwiegereltern annehmen lassen, das letzte Mal mit dem Fahrrad in die Garage fahren.

Die ersten Möbel wurden schon in die neue Wohnung getragen, der große Rest folgt dann in zwei Wochen. Ich freue mich schon so!

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