Gedankenhüpfer

Jauchzet, frohlocket! {short stories 2014: Traditionen}

5. Dezember 2014

Kalt war es in der Kirche. Wir saßen in unseren Jacken auf den Bänken, nur die Handschuhe hatte ich ausgezogen, damit ich besser im Programmheftchen blättern konnte. Meine kleinen Füße standen auf diesem schmalen Bänkchen, das an der Rückseite der Vorderbank angebracht war. Das Heftchen hatte ich jetzt schon von Anfang bis Ende durchgelesen, stattdessen bewunderte ich nun diese wunderbaren, riesengroßen, leuchtenden Sternen, die von der Decke hingen. Wie gerne hätte ich so einen gehabt! Und natürlich die Gesichter: Die Konzentration der Chorsängerinnen und Chorsänger, der Blick in die Ferne bei den Solisten. Das Orchester: Pauken und Trompeten, im wahrsten Sinne des Wortes! Der wild tobende oder fast still stehende Dirigent. Und natürlich: Die Musik, die durch die Kirche hallte und die wie keine andere nach Weihnachten klang.

Ich kann mich nicht erinnern, wie lange ich nun schon mit meiner Mama jeden Dezember in einer Kirche sitze und dem Weihnachtsoratorium von Bach lausche (und ich bin mir auch sicher, dass es zwischendurch öfter mal ausgefallen ist – aber in meiner Erinnerung waren wir jedes Jahr dort). Es hat sich zu einer meiner liebsten Weihnachtstraditionen entwickelt. Umso schöner, dass in den letzten Jahren auch mein Vater Interesse entwickelt hat und mitkommt. (Den Helden bearbeiten wir noch… 😉 )

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