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London: Tower Bridge, Platform 9 3/4 und unfassbar müde Füße

5. Juli 2014

An unserem dritten London-Tag hatten wir noch einiges vom Vortag nachzuholen. Wir starteten also frisch und fröhlich morgens am Tower of London, der uns vor strahlend blauem Himmel begrüßte.

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Falls ihr’s noch nicht wusstet: Der Tower ist das älteste Gebäude Londons (vielmehr ein Gebäudekomplex), mit dem Bau wurde schon im Jahr 1066 begonnen. Diese schlaue Zahl ist aber auch ungefähr das einzige, das hängen geblieben ist. Wir ließen uns nämlich eher so entspannt durch die Burgmauern treiben und schauten, statt zu lernen. Ich stelle mir ja gerne vor, dass ich jetzt an genau der gleichen Stelle stehe wie vielleicht schon vor 500 Jahren der König von England. Oder die Königin, wie gesagt, mit dem Lernen hab ich’s da nicht so. Aber hey, wir haben die Kronjuwelen gesehen (ich dachte an dies) und die Raben (ich dachte an jenes) und da es in der Sonne unglaublich warm war, sollte uns das auch reichen.

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Habe ich eigentlich schon mal erwähnt, wie viele Fotos von der Tower Bridge wir gemacht haben? Die Tower Bridge ist für mich einfach DAS Wahrzeichen von London. Ich habe nicht nachgezählt, aber hier ein Fun Fact: Erst während meines London-Aufenthalts wurde mir klar, dass die Tower Bridge gar nicht Tower Bridge heißt, weil sie Türme hat. Die Tower Bridge heißt Tower Bridge, weil sie direkt neben dem Tower of London steht! Kann man mal sehen. Wahrscheinlich war euch das schon lange klar, aber hey, man kann nicht immer nur Spektakularitäten verbreiten.

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Besagte Tower Bridge war dann nämlich unser nächstes Ziel. Man kann nämlich in der Tower Bridge Exhibition nicht nur die Geschichte und Technik der Tower Bridge entdecken, sondern – was ich persönlich noch viel cooler fand – die Türmchen hochfahren und durch die „Querstreben“ spazieren!

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Von dort hat man natürlich einen wunderbaren Blick in beide Richtungen. Extra zum Fotografieren sind dort einige Mini-Fensterchen geöffnet! Sehr zuvorkommend. Aber tatsächlich war auch das Erklärfilmchen zum Bau der Brücke sehr nett gemacht und auch die Technik war erstaunlich faszinierend. Früher wurden hier mit Kohle betriebene Dampfmaschinen eingesetzt, das geht heute zum Glück etwas einfacher. Angeblich wird die Tower Bridge im Durchschnitt 3x täglich geöffnet, um größere Schiffe durchfahren zu lassen. Ich habe das allerdings noch nie gesehen und frage mich auch, wo diese Schiffe denn hinwollen, denn spätestens an der nächsten Brücke ist ja doch wieder Schluss.

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Eigentlich hätten wir nach diesen beiden Highlights schon wieder Feierabend machen können. Wir waren müde und uns taten (schon jetzt!) die Füße weh. Außerdem war es sooo warm! Da half nur eine ordentliche Mittagspause: Wir wollten uns eigentlich nur ein Eis am Stiel holen, aber hey, Ben & Jerry’s war im Angebot und wer sagt eigentlich, dass man als verantwortungsbewusster Erwachsener nicht literweise Eis zu Mittag essen darf, wo doch jeder weiß, dass das glücklich macht? (Tatsächlich sieht dieser Eimer Eis in meiner Hand bedeutend kleiner aus, als er tatsächlich war.)

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Frohen Mutes und mit neuer Energie konnte es also weitergehen, wir verkürzten unser restliches Tagesprogramm. Aber eines musste trotzdem sein: Big Ben und Westminster!

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Wir schlichen langsam nur noch. Trotzdem wollten wir unbedingt noch ein Museum besuchen. Ganz in der Nähe befinden sich nämlich die Churchill War Rooms, die ich allen London-Besuchern wärmstens ans Herz legen möchte. Wir haben aus diesem Museum leider keinerlei (!!!) Fotos mitgebracht. Zum einen sind die Churchill War Rooms unterirdisch gelegen, was gute Fotos erschwert; zum anderen waren wir zu platt (und haben uns sogar einen Teil des Museums schweren Herzens gespart). Im Zweiten Weltkrieg war in diesen Räumen die geheime Kommandozentrale der britischen Kriegsführung unter Winston Churchill. Mittlerweile hat man dort alles wieder originalgetreu hergerichtet und es ist wirklich spannend!

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Trotzdem mussten wir uns danach erst einmal in den St. James‘ Park legen. Wenn ich mich in etwas in London verliebt habe, dann in die vielen Grünflächen und Parks, wo grundsätzlich immer Menschen auf den Wiesen saßen! Egal ob Touristen, Anzugträger, Schülergruppen… Dort konnten wir in der kostenlosen Abendzeitung lesen, wieso England top-vorbereitet in die Fußball-WM startet. Tja, schade. Mittlerweile weiß man es besser, nicht wahr? 😉

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Halbwegs ausgeruht konnten wir uns dann am Abend noch auf den Weg zum „Harry Potter Walk“ machen. Außer uns beiden waren nur noch zwei weitere Teilnehmerinnen dabei – eine Amerikanerin mit ihrer Oma – so dass es sehr entspannt war. Wir sahen uns viele Locations an, die beim Dreh der Harry Potter-Filme genutzt wurden, oder die als Inspiration für die Bücher dienten. Highlight war natürlich am Ende der Bahnhof King’s Cross, wo ich selbstverständlich das Gleis 9 3/4 aufsuchen musste.

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Zum Abschluss des Abends fehlte nur noch etwas zu Essen. Zum Glück gab es am Bahnhof (ich wäre keinen Schritt weiter als notwendig gelaufen) ein LEON-Restaurant. Da ich das zugehörige Kochbuch daheim habe, musste ich unbedingt einmal dort essen! Wir hatten Wraps und hausgemachte Lemonade. Während die Lemonade ausgesprochen hervorragend war, waren die Wraps zwar völlig in Ordnung, aber auch unspektakulär.

So, und wer jetzt gezählt hat, wie unsagbar oft in diesem Beitrag das Wort „Tower Bridge“ vorkam, bekommt 1.000 Internet-Punkte von mir!

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