Gedankenhüpfer

Eine Woche

25. Juni 2012

Eine. Woche.

In sieben Tagen um diese Zeit werde ich den ersten Arbeitstag im neuen Job schon hinter mir haben. In vier Tagen werde ich bepackt mit Brownies, Donuts und Mini-Amerikanern ins Büro fahren. In sechs Tagen werde ich diese Wohnung – mein Zuhause! – fürs erste verlassen und nur noch an Wochenenden wiederkommen.

Heute wurde mir erst einmal bewusst, was das bedeutet. Ich schrieb ja schon über die „letzten Male“, aber jetzt wird es wirklich akut. Im Büro meint die Kollegin „Oh, das ist ja dein letzter Montag hier“ (ob ich das jetzt jeden Tag hören werde – dein letzter Dienstag, dein letzter Mittwoch?). Und zuhause kann ich im Grunde schon genau sagen, was ich hier noch tun werde und was nie wieder. Das ist gruselig, denn ich möchte hier ja eigentlich gar nicht weg.

Die ersten Kartons sind gepackt, einiges hat der Held schon mitgenommen. Ich freue mich auf die Zeit mit ihm – allerdings habe ich mich auch ans allein Wohnen inzwischen sehr gewohnt und ich genieße die Ruhe nach Feierabend und die Freiheit, tun und lassen zu können, was und wann und wie ich möchte. Laute Musik hören, nackt durch die Wohnung laufen oder wie jetzt bei geöffnetem Fenster im dunklen Wohnzimmer sitzen, ganz allein, den Laptop auf dem Schoß – das alles fällt in den nächsten 2 Monaten erst einmal flach, weil ich ja kurzzeitig mit dem Helden bei den Schwiegereltern in spe einziehe. Wenig Platz, wenig Ruhe. Wenig „meins“, wenig „zuhause“ – auch wenn ich mich dort pudelwohl fühle, bin ich ja doch irgendwie immer Gast. Bisher war das zumindest immer so, wer weiß, wie es jetzt wird. Ich bin mal gespannt.

Hier also: Endspurt. Morgen ist der letzte Spieleabend. Mittwoch muss ich noch einmal Wäsche waschen. Donnerstag werde ich für die Kollegen backen. Freitag ist mein letzter Arbeitstag und abends kommt der Held. Und Sonntag fahren wir dann. Gemeinsam. Und lassen die Wohnung ganz allein. Schnüff!

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