Alltagshüpfer

Schnipsel

19. Januar 2018

Friederike hat Münster erwischt. Bei uns persönlich zum Glück nicht. Ein Blumentopf auf dem Balkon ist zerdeppert – den hätte man natürlich vorher reinstellen können, wäre man ein vorbildlicher Bundesbürger und würde die Warnungen von „Nina“ ernstnehmen. Ich habe Nina nicht einmal installiert, aber der Held schon und er las mir auch die Warnung vor. Tja. Schade um den Blumentopf. Ich bin gestern sogar mit dem Fahrrad gefahren. Vor der Arbeit war noch nichts („Büschen windig heute“ hätte ich an normalen Tagen vielleicht gesagt), nach der Arbeit war schon alles vorbei. Da musste ich dann ein paar Kurven um heruntergefallene Dinge fahren und ab und zu mal auf die Straße ausweichen, da der Bürgersteig samt Radweg wegen herunterfallender Dachziegel abgesperrt war. Alles in allem: keine Sturm-News bei uns.


Freitag haben wir Weihnachtsfeier. Ja, unsere Firma macht die Weihnachtsfeier immer im Januar. Wir nennen sie dann halt Neujahrsfeier. Das entspannt alle ungemein. Die Terminsuche ist einfacher, man bekommt problemlos Tische reserviert für viele Menschen, und wann man feiert, ist ja letzten Endes auch schnuppe. Dieses Jahr machen wir mal was ganz neues und gehen auf ein Konzert. Die Band eines Kollegen spielt. Eine Metal-Band. Ich finde es saucool, die meisten anderen auch, einige maulen. Aber irgendwer hat halt immer was zu meckern. Ich bin jedenfalls sehr gespannt.


Unser regelmäßiger Essensplan funktioniert immer noch. Jeden Abend, wenn ich nach Hause komme und nur noch die Zutaten aus den Schubladen bzw. dem Kühlschrank holen muss, freue ich mich wieder darüber. Wir essen seither früher und sparen sicherlich Unmengen an Sprit, weil der Held nicht mehr nach jedem Arbeitstag einkaufen muss. Dank automatischer Erinnerung per „Wunderlist“ am Sonntagnachmittag planen wir auch den Rest unserer Woche dadurch etwas besser durch (der Held wird beispielsweise nicht mehr Donnerstag Mittag dadurch überrascht, dass ich ihm sage, dass ich abends Buchclub habe – das taucht ja alles schon bei der Essensplanung auf). Der Miracoli-Montag wird selbstverständlich trotzdem beibehalten. Traditionen und so.


Vom Leben gelernt: Mit dem Auto zur Arbeit fahren zu dürfen ist Luxus, der höchstens eine Woche lang richtig toll ist. Zwischen Weihnachten und Mamas Geburtstag Mitte Januar durfte ich ihr Auto ausleihen. Und weil ich es konnte, bin ich damit dann auch täglich zur Arbeit gefahren. Am Anfang war das super. In der ersten Januarwoche war es ja auch noch richtig leer auf den Straßen und ich war in kürzester Zeit am Büro angekommen. Außerdem war Mistwetter. In der zweiten Woche war es langsam nichts besonderes mehr, auf das ich mich jeden Tag freute. Außerdem wurden die Straßen immer voller und ich musste beim Hineinfahren in die Stadt ewig an den Ampeln warten. Mit dem Fahrrad flitze ich immer an diesen Schlangen vorbei und freue mich. Daher war es gar nicht so schlimm, als die Luxuszeit nach zwei Wochen vorbei war.

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Alltagshüpfer

2018 – das Jahr ohne gute Vorsätze

10. Januar 2018

Ein frohes neues Jahr in die Runde! Der Blog hat langsam schon Staub angesetzt, oder? Aber hey, ein kleiner Frühjahrsputz wird ihn schon wieder in Top-Zustand bringen. Zumindest habe ich heute das Problem gelöst, dass in den Kommentaren Jedes Wort Mit Einem Großbuchstaben Anfing. Könnt ihr so etwas auch so schlecht lesen wie ich? Mein Gehirn macht dann beim Lesen vor JEDEM Wort eine kleine Atempause. So entstehen völlig zerhackte Sätze. Leider war die Lösung nur durch ein neues Theme möglich. Aber so richtig gewöhnt hatten wir uns ja vermutlich alle noch nicht an das kleine Zwischen-Theme, das den Blog für ein paar Monate zierte.

Wie ist denn sonst so die Lage der Nation? Also, nicht der gesamten Nation. Aber bei euch und bei mir so? Mein 2018 hat entspannt angefangen, zu Besuch bei Freunden, klassisch mit Raclette und Wunderkerzen. Seither drömmel ich mich so durchs neue Jahr. Ich habe nicht einmal einen Neujahrsvorsatz! Dabei habe ich gute Vorsätze echt gern und es macht mir immer Spaß, darüber nachzudenken. Aber nachgedacht und reflektiert habe ich auch dieses Jahr – um dann festzustellen, dass ich eigentlich sehr zufrieden bin. Alles, woran ich mit guten Vorsätzen wirklich etwas ändern könnte, läuft eigentlich so, wie ich es mir vorstelle. Unglaublich eigentlich: Ich bin zufrieden mit dem, was ich mache, ich bin zufrieden mit meinem Aussehen, mit meinem Verhalten, mit allem, worauf ich selbst Einfluss habe. Wow!

Klar habe ich über Weihnachten wieder zwei Kilo zugelegt, die jetzt runtersollen. Aber das ist kein Vorsatz, sondern ist halt einfach so und wird jetzt eben „erledigt“. Ich weiß ja, wie es geht. Auch der Sport (nun ja, die kleinen Turneinheiten vor der Arbeit 3x die Woche) sind kein Vorsatz, sondern gehören mittlerweile dazu. Gesunde Ernährung? Bewegung? Freizeitverhalten? Läuft rund. Im vergangenen Jahr hatte ich meine „100 x 10.000 Schritte täglich“-Challenge. Vielleicht wiederhole ich so etwas im Laufe des Jahres noch einmal – aber momentan habe ich nicht einmal mehr einen Fitnesstracker! (Ich muss zugeben, er fehlt mir…)

Auch im Haushalt läuft es super, das Ausmisten nach Marie Kondo ist zwar immer noch nicht zu 100% abgeschlossen, aber es ist alles schon viel besser und ich war wirklich positiv überrascht, wie schnell das Nähzimmer wieder aufgeräumt war, nach dem das December Daily fertig war. Es ist wirklich eine echte Arbeitserleichterung, wenn alles von Grund auf organisiert ist und einen festen Platz hat! Das werde ich also weiter beibehalten und die paar Baustellen, die da noch offen sind, sollten schnell abzuhandeln sein. Habt ihr eigentlich Interesse an einem Beitrag zum Konmarie-Thema? Mir und noch einigen anderen, die ich kenne, hat die Methode sehr geholfen!

Kurz hatte ich überlegt, das Jahr mal wieder in „Themenmonate“ einzuteilen, wie ich es 2015 mal gemacht habe. Das hat damals eigentlich super geklappt. Aber hey. Nö. Ich mach einfach alles, ganz nach Gefühl. Läuft ja. Never change a running system und so! 🙂

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Rezensionshüpfer

Kochbuch-Tipp: Die Montag-bis-Freitag-Küche

17. November 2017

„Ich weiß, es klingt etwas merkwürdig. Aber es schmeckt hervorragend!“

Dieser Satz ist in der letzten Zeit häufiger gefallen im Hause bunt, gestreift und hüpfig. So warf ich neulich Kichererbsen, Radieschen und hartgekochte Eier zusammen in die Pfanne. Ein anderes Mal gab es weiße Bohnen mit Mandelsplittern und roten Zwiebeln als Hauptzutaten des Abendessens. Und gestern gab es ein Rote-Bete-Gratin, das ausschließlich aus eben jener roten Bete und erneut hartgekochten Eiern bestand, überbacken nur mit Streuseln aus Butter, Crackern und gehackten Haselnüssen. Ich weiß, es klingt etwas merkwürdig. Aber es schmeckt hervorragend!

Im Sommer habe ich im Buchladen ein Kochbuch entdeckt, was ich gleich faszinierend fand. „Die Montag-bis-Freitag-Küche“ teilt die Werktage in Kategorien ein: Montags gibt es Suppen und Eintöpfe, dienstags kommen Nudeln auf den Tisch, der Mittwoch ist der Fleisch-Tag, Donnerstag hingegen Veggie-Tag und freitags gibt es traditionell Fisch oder Süßes. In jeder Kategorie gibt es dann wie üblich zahlreiche Rezepte, aus denen man wählen kann.

So weit, so einfach. Im Prinzip ist es ja kein revolutionäres Konzept, ein Kochbuch in Kategorien einzuteilen. Aber die Idee, für jeden Tag ein festes „Thema“ zu haben, aus dem man dann nur auswählen muss, fand ich irgendwie doch faszinierend. Und so lieh ich mir das Buch zunächst einmal in der Stadtbücherei aus. Zu viele Kochbücher haben im Laufe der Jahre ihren Weg in unser Bücherregal gefunden und wurden dann niemals benutzt. Und dann kochten wir los. Und merkten schnell: Da geht was. Für uns. Die Montag-bis-Freitag-Küche und wir, das ist Liebe! Ganz große Kochbuchliebe.

Das Verrückte daran ist, dass wir uns gar nicht mal so besonders streng an die Kategorien halten. Wir haben die Reihenfolge durcheinandergewürfelt, wie es zu unserem Leben am besten passt – schließlich muss unser traditioneller Miracoli-Montag weiterhin einfließen! 😉 Der Held geht montags einkaufen, dienstags gibt es dann ein Fleischgericht (so ist das Fleisch noch frisch), mittwochs ein Veggie-Gericht (bis dahin hält sich auch das Gemüse), donnerstags Nudeln, Freitags ganz brav Fisch, Süßes oder halt eine Suppe bzw. ein Eintopf aus der Montags-Kategorie, die wir ja nicht brauchen. Trotzdem funktioniert diese Reihenfolge bei uns seither einwandfrei. Plötzlich haben wir Essenspläne! Was ich ja schon seit Jahren versuche, einzuführen, läuft jetzt schon seit über drei Monaten komplett rund!

Oben: Bohnensuppe – Rote-Bete-Gratin – Couscous mit Kichererbsencurry; Mitte: Knödel mit Bohnenragout – Spätze-Chicoree-Pfanne – Zitronenhähnchen mit Rucola-Reis; Unten: Hähnchen mit Salatstampf – Mohn-Schupfnudeln – Asiatische Nudelpfanne

Natürlich ist es hilfreich, dass das Essen, das wir nach diesem Kochbuch kochen, auch noch hervorragend schmeckt. In 98% der Fälle jedenfalls. Die Rezepte sind einfach umzusetzen, brauchen keine exotischen Zutaten, und sind – wie oben erwähnt – oft einfach mal was komplett Neues. Das klingt dann manchmal eben etwas merkwürdig. Aber seit wir zufällig eines dieser „verrückten“ Rezepte kochten und aus dem Schwärmen gar nicht mehr herauskamen, nehmen wir die Herausforderung an und probieren aus, was das Kochbuch eben gerade vorschlägt. Wenn ich mir die Collage anschaue, würde ich jedes dieser Essen sofort mit Begeisterung erneut kochen. Momentan sind wir allerdings immer noch dabei, neue Rezepte auszuprobieren. Fehlversuche hatten wir natürlich auch; aber nur etwa 2-3 Rezepte werden wir nicht wiederholen. Und selbst die haben nicht schlecht geschmeckt, sondern waren einfach nur etwas langweilig oder uns für den Feierabend zu aufwändig. Manche Rezepte sind mir auch für den Feierabend zu teuer (Kalbsschnitzel oder Rindersteak sind für mich kein „normales“ Werktags-Abendessen). Aber alles in allem bin ich so glücklich mit der Entscheidung für dieses Kochbuch! Zumal die Rezepte in der Regel wirklich alltagstauglich sind – sowohl von den Zutaten als auch von der Zubereitungszeit her. Dabei ist es fröhlich undogmatisch und greift auch auf fertige Schupfnudeln, Gnocchi etc. zurück – mir persönlich sehr sympathisch!

Die meisten Rezepte sind für zwei Personen konzipiert – manche allerdings auch für vier, da muss man etwas aufpassen. Der Sinn dahinter hat sich mir nicht erschlossen. Bisher konnte ich alles problemlos halbieren, bzw. sind wir ja ohnehin etwas verfressen. Im Gegensatz zu Rezepten aus anderen Kochbüchern sind wir hier bislang auch immer satt geworden. Kalorienangaben stehen bei den Rezepten auch dabei, für mich immer noch wichtig. Ich habe ein paar Mal nachgerechnet (ich zähle selbst nicht mehr so genau), es kam halbwegs hin. Und es sind durchaus abnehmtaugliche Rezepte dabei. Beides trifft nicht bei jedem Kochbuch zu.

Die Montag-bis-Freitag-Küche ist im GU Verlag erschienen und kostet 24,99. Ich empfehle, das Buch vorher einmal auszuleihen, ob es dem eigenen Geschmack entspricht. Es ist eben doch kein 7,99 Euro-Heftchen, sondern ein großer, dicker Wälzer. Für uns hat sich der Kauf aber jetzt schon mehr als gelohnt. Ich genieße es sehr, am Sonntag zu wissen: Der Essensplan ist gemacht, der Einkaufszettel ist geschrieben, jetzt eine Woche nicht darüber nachdenken, was wir kochen müssen! 😉

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Alltagshüpfer

5 Sätze, die mehr Ordnung in dein Zuhause bringen

15. Oktober 2017

Aufräumen! Wenige Menschen würden das vermutlich als ihr Hobby bezeichnen. Ich auch nicht. Was mich aber wirklich glücklich machen kann, ist Ordnung. Und vor diese hat der liebe Gott nun einmal das Aufräumen gesetzt. Oder?

Seit wir umgezogen sind, haben wir eine Durchgangsküche. Jeder, der in unser Wohnzimmer möchte, durchquert also erst einmal die Küche. Da ist nichts mehr mit „Tür zu, Chaos weg“ – zumal die Türen auch noch Scheiben haben, durch die man alles unbarmherzig zu Gesicht bekommt. Als wir letztes Jahr eingezogen sind, war also mein fester Vorsatz: Wir räumen jeden Tag die Küche auf. Und was soll ich sagen? 100% geklappt hat das nicht, aber wir sind deutlich ordentlicher geworden als vorher. Und  zwar nicht nur in der Küche, sondern insgesamt. Das gefällt mir sehr gut!

Wie ist es dazu gekommen? Zum einen gebe ich mir mehr Mühe (und der Held natürlich auch, aber ich möchte in diesem Artikel nur über mich selbst schreiben – denn ändern kann man ohnehin nur sich selbst, nicht den Partner oder andere Menschen, mit denen man zusammenwohnt). Zum anderen habe ich eine Menge zu dem Thema gelesen – manches bewusst, manches tauchte in ganz anderen Zusammenhängen auf und blieb irgendwie hängen.

Folgende Sätze haben nachhaltig beeinflusst, wie ich mich zu Hause verhalte:

Complete the cycle

Bringe zu Ende, was du angefangen hast. „Complete the cycle“ bedeutet zum Beispiel, dass du Dinge, die du herausholst, auch wieder zurückbringst – der „Kreis“ des Geschenke einpackens besteht darin, das Geschenkpapier, Schere und Klebeband zu holen, das Geschenk zu verpacken und anschließend das Geschenkpapier, Schere und Klebeband wieder an ihren Platz zu bringen. Erst dann ist der Kreis geschlossen. Der „Kreis“ kann zum Beispiel aber auch die Wäsche sein: Sie will sortiert, in die Maschine gebracht, aufgehängt und weggeräumt werden. Dieser „Cycle“ dauert etwas länger und es gibt Ruhephasen. Dennoch passiert es uns seither deutlich seltener, dass die Wäsche eine Woche trocken auf dem Wäscheständer hängt, oder bereits gefaltet im Korb liegt, aus dem man sich dann morgens ein T-Shirt nimmt. Es ist ein sehr befriedigendes Gefühl, zu denken „Yes! I completed the cycle!“

Do the grown-up thing

Manche Dinge nerven. Und dabei sind es oft Kleinigkeiten, die in wenigen Minuten oder sogar weniger erledigt sind. Klassische Beispiele: Die leere Klorolle ersetzen. Den Müll nicht nur rausbringen, sondern auch einen neuen Müllbeutel einsetzen. Die Armaturen nach dem Duschen eben abwischen. Oder die Gehaltsabrechnung sofort abheften, statt sie ungeöffnet in den Briefständer zu stecken, der irgendwann überquillt. Reiß dich kurz zusammen und treffe die erwachsene Entscheidung, es halt eben hinter dich zu bringen. Irgendwann musst du es schließlich sowieso machen – wieso nicht sofort? Es sind nur Kleinigkeiten, aber es macht einen Unterschied.

Never walk empty-handed

Schon Mama hat’s gewusst: „Nie leer gehen!“ Dann wurde mir etwas in die Hand gedrückt, das in einen Raum musste, durch den ich sowieso kam. Heute halte ich bei jedem Aufstehen aktiv Ausschau nach Dingen, die nicht da sind, wo sie hingehören. Die leere Kaffeetasse kommt schon mal mit in die Küche. Manchmal räume ich sie direkt in die Spülmaschine (Do the grown-up thing and complete the cycle! 😉 ), aber manchmal stelle ich sie auch erst einmal nur auf die Arbeitsplatte. Dennoch ist das Wohnzimmer schon einen Tick ordentlicher und die Hürde ist kleiner. Der Clou ist hier auf jeden Fall das aktive Suchen nach Gegenständen, die mitgenommen werden können. Manchmal bin ich dann schon fast enttäuscht, wenn ich nichts finde.

Keep your sink shiny

Das erste Gebot der „FlyLady“. Die Amerikanerin befasst sich mit Ordnung und Routinen im Haushalt. Ihre Website steckt offensichtlich noch in den 90er Jahren, aber inhaltlich konnte ich dort schon einiges mitnehmen. Ihre erste Regel lautet: Halte dein Spülbecken sauber. Bringe es jeden Abend zum Glänzen. Nun ist es so, dass unsere neue Spüle mattschwarz ist. Glänzen wäre also kontraproduktiv. Allerdings ist meine persönliche Regel, dass abends vor dem Schlafengehen nichts mehr in der Spüle steht und diese ordentlich abgewischt ist. Meist spüle ich daher kurz vor dem Schlafengehen noch ein-zwei Töpfe ab und räume sie weg. Dann sieht es schon wieder so viel ordentlicher aus, dass oft wenige weitere Handgriffe reichen, um die Küche richtig aufgeräumt aussehen zu lassen. Sprich: Die Kaffeetasse, die ich im letzten Schritt schnell aus dem Wohnzimmer vorbeigebracht habe, wandert noch eben in die Spülmaschine, die Schere kommt wieder in die Schublade und zack, sieht’s super aus.

You can do anything for 15 minutes – and sometimes for 2 hours

Manchmal sieht die Wohnung aus wie sonst was, aber man hat einfach sowas von keinen Bock. Dann kremple ich die Ärmel hoch und sage zum Helden „Komm! Eine Viertelstunde, das schaffen wir!“ Und dann stellen wir die Eieruhr und flitzen los. Einfach das machen, was man gerade so sieht, ohne großen Plan. Es ist erstaunlich viel, was man in fünfzehn Minuten geschafft kriegt!
Aber auch dem großen „Hausputz“ tut ein Zeitlimit gut. Samstag ist unser Hausarbeitstag. In der Regel haben wir da eine To-Do-Liste, die abgearbeitet wird. Der Held und ich haben manchmal unsere Differenzen, weil ich gern Pause mache, er aber alles möglichst schnell abhandeln will, und wir teilweise unsere Aufgaben auch nicht zeitgleich erledigen, und so weiter. Vor ein paar Wochen haben wir etwas neues probiert, und beschlossen: Heute machen wir für zwei Stunden Hausarbeit. Ein paar Punkte sind ein Muss (Bad putzen zum Beispiel), und sonst schauen wir einfach, was so zu tun ist. Anschließend ist Feierabend – Zeit, das Wochenende zu genießen!
Es hat mich sehr glücklich gemacht, wie gut das funktioniert hat. Zwei Stunden lang sind wir durch die Wohnung gewirbelt und haben dies und jenes gemacht. Am Ende war noch etwas Zeit übrig, da wurden dann mal die Lichtschalter und Steckdosen gereinigt – was ich sonst NIE mache (NIE-NIE-NIE!), aber dann sehe ich zwischendurch immer, wie staubig sie sind, und ärgere mich etwas. Jetzt sind so kleine Aufgaben, die ich niemals auf die To-Do-Liste schreiben würde (weil sie mir nicht wichtig genug vorkommen), auch mal erledigt. Und vielleicht reaktivieren wir demnächst ja mal wieder das To-Do-Listen-Glas zu diesem Zwecke?

Weitere schlaue Ordnungssätze nehme ich gern entgegen! Perfekt ist es bei uns nämlich noch lange nicht. Aber wenn man ehrlich ist, wird es das vermutlich auch nie sein… 😉

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Alltagshüpfer | Erlebt | Foto-Hüpfer

Schnipsel

7. Oktober 2017

Heute war ich Wandern. Es regnete, die Sicht war neblig, das Thermometer im Auto zeigte zehn Grad. Egal, Wald. Zwanzig Minuten mit dem Auto von hier und dann ging es auf und ab. Unter anderem war ich zum ersten Mal überhaupt am Longinus-Turm. Dieser Aussichtsturm steht auf der höchsten Erhebung des Münsterlands: dem immerhin 187,6 Meter hohen Westerberg. Überrascht war ich davon, wie unfassbar hässlich dieser Turm ist. Mir wurde dann auf Instagram mitgeteilt, dass man ja auch nicht den Turm fotografieren soll, sondern daraufsteigen und von dort aus dann die Aussicht bewundern. Bei dem heutigen Regenwetter habe ich mir das aber mal gespart.

So bin ich aber immerhin mal wieder auf 16.000 Schritte gekommen. Seit ich meine persönliche Challenge, 100 Tage am Stück jeweils 10.000 Schritte zu gehen, geschafft habe, dümpelt meine Schrittzahl nämlich so ziemlich am Boden vor sich hin. Das ist etwas traurig. Und da ich die letzten Tage auch noch krank war und auf dem Sofa Rückenschmerzen von zu viel Liegen bekam, tat die Bewegung auch bei schlechtem Wetter richtig gut.

Außerdem dieses Wochenende bzw. in der Krankenwoche zu berichten: eine lange im Regal vor sich hin staubende Serie in den DVD-Player geschoben und sofort gefesselt gewesen. Boardwalk Empire spielt in den USA der 20er und 30er Jahre und fängt an zum Beginn der Prohibition. Spannend! Leider nirgendwo zu streamen, aber ich habe mir direkt die Komplettbox bestellt, die zu dem Zeitpunkt im Angebot war und nur 27 Euro gekostet hat (statt – wie jetzt – 99!).

Unser Buchclub hat sein Schicksal endlich eingesehen. Wir sind jetzt offiziell ein Dystopien-Buchclub. Nein, nicht wirklich, aber wir haben festgestellt, dass wir wirklich oft Dystopien lesen, und diese zählen dann meist zu den Büchern, die allen am besten gefallen. Ein paar habe ich ja hier auch schon besprochen (Die Berufene und Ein Jahr voller Wunder), es standen aber noch mehr auf dem Programm. Das Licht der letzten Tage war das vorletzte Buch, und dieses Mal haben wir eine ganz besondere Lektüre ausgewählt: Der Bericht der Magd von Margaret Atwood. Nicht wenige hatten die Autorin für den Literaturnobelpreis auf dem Schirm (den hat ja letzten Endes dann mal wieder ein Mann gewonnen – aber bei einem Verhältnis von mittlerweile 100 Männern zu 14 Frauen sind Männer wohl einfach die besseren Autoren *husthust*) und zu dem Buch, das schon mehrfach verfilmt wurde, gibt es auch aktuell eine sehr gehypte Serie (The Handmaid’s Tale nach dem Originaltitel), die man hierzulande leider nicht ansehen kann. Also, außer auf obskuren PayTV-Sendern, die niemand hat. Das Buch war jedenfalls unglaublich gut. Da steht wohl mal eine ausführliche Rezension an. Da hab ich allerdings noch mehrere Bücher auf der Liste.

Mehr Zeit wäre also schön – also alles wie immer. Nebenbei nähe ich, habe die ersten Weihnachtsgeschenkideen, und entrümpele fröhlich die Wohnung nach Konmari. Es wird nicht langweilig!

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Gedankenhüpfer

Die AfD ist nicht das Problem

25. September 2017

Gestern, als alle gebannt vor den Bildschirmen saßen und auf die ersten Hochrechnungen warteten, war ich nicht dabei. Um Punkt 18 Uhr befand ich mich nicht in meinem gemütlichen Wohnzimmer, sondern in der Aula der Grundschule, als der Hausmeister die Türen schloss und wir die Wahl offiziell für beendet erklärten. Keine Stimmabgabe mehr möglich. Wir schoben ein paar Tische zusammen. Der Wahlvorsteher holte einen Schlüssel aus der Tasche und öffnete die Urne, wir trugen sie zu unserer neuen Arbeitsfläche und schütteten einen großen Haufen gefalteter Zettel aus. Der letzte Zettel klemmte ganz unten fest – mit meinem Arm kam ich so gerade eben dran, um auch diese Stimme nicht in der Urne zu vergessen.

Als in der Republik reagiert wurde auf die ersten Zahlen, als Sektkorken knallten oder Tränen flossen, als fassungslose Menschen auf Bildschirme starrten, faltete ich Zettel auseinander, legte sie auf Stapel, reichte sie von links nach rechts, zählte und zählte und zählte noch einmal. Als mich verzweifelte WhatsApp-Nachrichten von Freundinnen vor dem Fernseher erreichten, entstand meine Verzweiflung hauptsächlich durch die Abweichungen in unseren Zahlen, die wir glücklicherweise aber auflösen konnten. Ich war froh, so beschäftigt zu sein. Um 20 Uhr telefonierte der Wahlvorsteher mit dem Wahlamt und gab unsere Zahlen durch, und dann bekamen wir unser Erfrischungsgeld, das man besser nicht auf einen Stundenlohn umrechnet. Wir packten alles zusammen, und um 20:15 stand ich auf dem dunklen, leeren Schulhof und durfte heim.

In unserem tiefschwarzen Wahllokal bekam die AfD 4,5%. Allerdings brauchte ich mir nichts vorzumachen. Der Gatte hatte mir schon zwischenzeitlich Hochrechnungen zugeschickt, und absehbar war es ja auch gewesen. Rund 13% also für die blaubraune “Alternative”.

 

So viel “Wir” und “Die”

Ich bin nicht überrascht. Enttäuscht, aber nicht überrascht oder schockiert. Meine Hoffnungen wurden schon längst desillusioniert, mein Glaube an das Gute im Menschen ist erschüttert. Leider. Brexit. Trump. AfD. So sieht’s aus auf der Welt. Die übergroße Präsenz der “Wutbürger” in sozialen Medien hat es schwer gemacht, auf ein harmloseres Ergebnis zu hoffen. Aber ich glaube: Die AfD ist nicht das Problem. Die AfD ist das Symptom.

Meine Filterblase ist positiv, weltoffen, bunt, divers. Ich kenne niemanden, der AfD wählt. Bei uns gibt es das nicht. Münster ist der einzige Wahlkreis bundesweit, in dem die AfD unter 5% geblieben ist. Dennoch bekomme ich natürlich mit, was passiert. Es gibt ja das Internet.

Meine Filterblase redet gern über “die”. “Wir” wissen nicht so recht, was wir mit “denen” anfangen sollen. Sind “die” wirklich alle dumm? Sind “die” wirklich alle Nazis? Und “muss” man “die” auch so bezeichnen? Oder “darf” man “die” überhaupt so nennen? Uns in Details verzetteln, das können wir gut. Was wir noch gut können: Witze reißen. Zum Beispiel darüber, wie dumm “die” alle sind. “Nicht vergessen: Stimmzettel unterschreiben!” oder “Für AfD-Wähler findet die Wahl erst am 25.9. statt” finde ich nicht lustig, sondern traurig. Wenn die beste Möglichkeit, die Wahl einer rechtspopulistischen Partei zu verhindern, darin besteht, die Menschen von der Wahl abzuhalten, halte ich das für ein Armutszeugnis für die Demokratie.

Auch die gut gemeinte Aufklärungsarbeit in den letzten Wochen hatte ihre Schwächen. Die Motivation von Nichtwählern ändert nun mal auch nichts daran, dass diese dann wählen dürfen, was sie gern wählen möchten – auch AfD. Ein Bild mit den vermeintlichen Forderungen aus dem AfD-Wahlprogramm wurde auseinandergenommen – von Kritikern der Partei, denn die AfD selbst braucht sich diese Mühe nicht zu machen. Ihre Wähler hätten sich an den aufgeführten Punkten nicht gestört, der Aufschrei ging wie üblich nur durch die Reihen der “Gutmenschen”. Wie Marina Weisband schon vor Wochen treffend feststellte:

 

Ich teile Ihre Meinung nicht, aber ich würde mein Leben dafür einsetzen, daß Sie sie äußern dürfen.

Wir sind eine gespaltene Gesellschaft, so viel scheint klar. Nicht in der Mitte gespalten – die AfD wurde von nur 13% gewählt, aber das ist schon eine Zahl, die signifikant hoch ist. Ich habe andere Ansichten als diese Menschen. Aber die, die diese Meinungen vertreten, haben durchaus das Recht, AfD zu wählen. Ich kann verstehen, dass man eine Partei wählt, die die eigenen Positionen am besten vertritt. Schade nur, dass ich die Positionen an sich nicht verstehe. Regelmäßig stehe ich fassungslos da und frage mich, wie man so werden kann. Aber ich bin ja selbst von meinem Weltbild so überzeugt, dass mich niemand davon abbringen kann, zu glauben, auf der Seite der “Guten” zu stehen. Also haben wir da diesen Graben zwischen uns, die Gutmenschen und die Wutmenschen, und selbst wenn jemand es schafft, eine Brücke zu bauen, will ja doch niemand auf die andere Seite gehen. Wenn ich nicht zu den anderen will, wieso sollen die anderen zu mir kommen wollen?

Ich weiß keine Antwort, aber mir ist klar, dass es nicht hilft, den Graben zwischen uns noch zu vertiefen. Natürlich ist es verzweifelter Galgenhumor, wenn wir uns über die AfD und ihre Anhänger lustig machen. So lustig sind die nämlich gar nicht. Sie sind Menschen. Sie sind wütend und traurig und manchmal froh, und sie sind genauso sehr davon überzeugt, auf der richtigen Seite zu stehen, wie wir das sind.

Manchmal versuche ich, mich in eine solche Person hineinzuversetzen. Es ist bekanntermaßen leicht, in diesen Filterbubble-Strudel zu geraten, bei dem die sozialen Netzwerke uns immer mehr und mehr und mehr Informationen in die gleiche Richtung anzeigen. Bei dem alle Freunde ähnliche Meinungen vertreten, und bei dem bestimmtes “Wissen” eben Konsens ist, über den man nicht mehr diskutiert. Und ja, ich bin ziemlich privilegiert und mir dessen bewusst. Dennoch, zu einem gewissen Grad kann ich Unzufriedenheit verstehen, auch Wut. Ich kann verstehen, dass man sich von den etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlt. Ich kann verstehen, dass man Denkzettel verpassen will, dass man auch mal was zu sagen haben will.

Dann denke ich: Das muss man auffangen. Man braucht mehr soziale Gerechtigkeit, aber natürlich gibt es noch viel mehr Probleme, die da hineinspielen und die ich gar nicht kenne, geschweige denn, dass ich eine Lösung wüsste. Vermutlich gibt es auch keine.

Und dann sehe ich wieder die Seite, die ich nicht verstehen kann. Den Hass. Die Eskalation der Gesprächskultur. Und ich denke: Leute, ich will euch ja verstehen. Aber wer anderen Menschen eine Vergewaltigung wünscht (“Damit du siehst, wie das ist”), ist kein besorgter Bürger. Wer anderen den Tod wünscht und sich freut, wenn Menschen ertrinken, ist kein besorgter Bürger. Der ist ein schlechter Mensch. Und für den habe ich auch kein Verständnis mehr. Genauso wenig wie für den, der “Stolz” auf die „Leistungen“ deutscher Soldaten im zweiten Weltkrieg einfordert.

Und so schwanken wir zwischen Verständnis und Kopfschütteln, zwischen “Das muss man ernst nehmen” und “Das geht gar nicht” und die AfD grätscht so ein bisschen Hufflepuff-mäßig (nur sehr viel unsympathischer) in die Lücke und sagt “Ich nehm sie alle. Die Besorgten, die Verbitterten, die Ewiggestrigen, die Wütenden.” Während wir nur sagen “Das ist doch alles völlig irrational”. Das macht die Sache sehr, sehr schwer. Es ist alles völlig unüberschaubar und ich glaube nicht, dass die lautesten in dem ganzen Dilemma zwangsläufig die meisten sind. Ich glaube nicht – vielleicht möchte ich es nicht glauben – dass die 13% der Deutschen, die gestern AfD gewählt haben, wirklich alle Vergewaltigungswünscher, Über-Ertrinkende-Lacher oder Weltkriegs-Verherrlicher sind. Ich hoffe-glaube, dass das eine kleine, laute Minderheit ist. Ich muss das hoffen, um nicht den Glauben an die Menschheit vollends zu verlieren.

Vielleicht sollten wir einfach mehr miteinander reden. Ich ärgere mich heute noch darüber, dass ich nicht beim Projekt der ZEIT mitgemacht habe, bei dem Menschen mit verschiedenen Ansichten zum Gespräch “verkuppelt” werden sollten. Ich gebe zu: Ich hatte Angst! Ich bin schriftlich besser als mündlich und habe oft das Gefühl, mich nicht so gut ausdrücken zu können. Oft brauche ich die Schriftform, um mir erst mal selbst meine Gedanken klarzumachen. Dennoch wäre ich bei einer Wiederholung der Aktion sofort dabei. Ich habe nämlich auch keine Lösung, aber ich bin mir sicher, dass es Deutschland nicht weiterbringen wird, wenn man sich die ganze Zeit nur zerfleischt.

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Erlebt | Foto-Hüpfer

Berlin, Berlin, wir waren in Berlin!

15. September 2017

Und der Preis für den unkreativsten Blogtitel aller Zeiten geht an… Mich! Zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nicht die erste bin, die diese unfassbar gute Idee einer Überschrift hat. Ist mir aber egal, ich find’s lustig!

Unser Berlin-Wochenende ist jetzt schon wieder zwei Monate her und ich habe es noch nicht geschafft, euch irgendwelche Bilder zu zeigen. Vorher hatte ich sogar überlegt, die große Kamera zu Hause zu lassen. Doch dann war kurz vor der Reise das 24 mm-Objektiv im Angebot – ein so kleines, niedliches Ding, das die Kamera klein und handlich machte. Und deswegen konnte ich auch nicht widerstehen, sie doch mitzunehmen. So hatte ich eine kleine Festbrennweite dabei, was fürs Fotografieren wirklich ungewohnt war, vor allem unterwegs. Aber so hat es extra viel Spaß gemacht, und war mal etwas anderes.

Heute habe ich ein paar Fotos von unserem ersten Tag in Berlin mitgebracht. Wir kamen an einem Freitag Vormittag an und durften netterweise schon vorzeitig in unserem wirklich schönen und empfehlenswerten Hotel (dem Vienna House Easy) einchecken. Anschließend machten wir uns auf zur klassischen Touri-Runde. Bundestag, Brandenburger Tor, Siegessäule (der Aufstieg hier ist übrigens vergleichsweise günstig und lohnt sich, fand ich)… Da man diese Highlights schon alle tausend Mal gesehen hat, verzichte ich darauf, euch Fotos davon zu zeigen. Nach dem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas besuchten wir die empfehlenswerte, sehr umfangreiche und kostenlose Ausstellung „Topographie des Terrors“ über Berlin zur NS-Zeit – hier habe ich wiederum keine Fotos gemacht, wir waren froh, anschließend ein wenig in Ruhe laufen zu können, ohne gleich zum nächsten Programmpunkt übergehen zu müssen. Nach einem Mini-Abstecher zum Checkpoint Charlie standen dann noch die Hackeschen Höfe auf dem Programm. Hier fanden wir auch ein Restaurant – das District Mot – das noch einen Platz für uns hatte. Ohne Reservierung war das wirklich etwas schwierig!

Natürlich war das ein völlig klischeehaftes Programm, aber wir sind ja auch völlig klischeehafte Touristen! 😀 Am Abend hatten wir müde Füße und waren froh, dass unser Hotelzimmer eine Badewanne hatte.

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DIY-Hüpfer | Geek

Der Batman-Schrank – ein Upcycling-Projekt für Geeks

12. August 2017

In unserer neuen Wohnung – die ich immer noch neue Wohnung nenne, obwohl wir mittlerweile seit zehn Monaten hier wohnen – gab es eine Ecke, die irgendwie übrig war. Eine Nische in der Küche, neben dem Kühlschrank. Relativ breit und tief, aber darüber eine Schräge. Nach unserem Einzug standen dort mehrere Möbel, die aber alle a) kaum zur Küche passten und b) in der Zwischenzeit anderswo einen besseren Platz finden konnten. Klar war, der Platz konnte nicht leer bleiben, denn wir brauchten den Stauraum.

Wir machten uns also auf die Suche nach einer Lösung. Besuche in Baumärkten und Möbelhäusern brachten Ideen, aber irgendwie war nichts wirklich perfekt. Bis uns eines Tages die Nachricht meiner Schwiegereltern erreichte, die nach uns umzogen. Bei ihnen war eine Kommode übrig – ob wir die gebrauchen könnten?

Die Maße waren perfekt – die Optik war nicht ganz so toll in unserer Küche. Das helle Holz passte nicht zur Küche in weiß mit dunkelbraun. Aber da ließe sich doch was machen, oder? Ganz tief im Hinterkopf hatte ich da einen Blogartikel, den ich vor Jahren mal gelesen hatte. Eine kurze – na gut, offen gestanden etwas längere – Google-Suche brachte ihn zu Tage: Ein DIY-Buffet mit The Walking Dead-Theme. Die Grundidee stand, das Thema war auch schnell gefunden: Batman!

Der Plan war nach einiger Recherche dann ein etwas anderer als im Inspirationsbeitrag. Die Kommode wollten wir weiß streichen, die Deckelplatte schwarz – und die Milchglasscheiben in den Türen und Schubladen sollten den gewünschten Comic-Look erhalten. Dafür mussten wir erst einmal alles auseinandernehmen. Glücklicherweise ließen sich alle Glasscheiben herausnehmen! Das machte die Sache erheblich leichter. Als erstes mussten wir alle Holzteile gründlich abschleifen. Da wir beide bei solchen Projekten unglaublich ungeduldige Menschen sind, die am liebsten sofort loslegen (das Abschleifen haben wir an einem Freitagabend direkt nach der Arbeit gemacht, nachdem wir die Kommode abgeholt hatten), ist aus diesem Stadium auch das erste Bild des Möbelstücks. Akzeptiert dies bitte als „Vorher-Bild“, auch wenn wir schon angefangen haben:

Ihr seht: Es passt super in die Ecke und der Stauraum wird schon allein für die Mikrowelle so dringend benötigt, dass es schon in den Zwischenschritten der Baustelle zugeräumt wird. 😉

Als nächstes war das Lackieren dran. Es ging erstaunlich gut. Ich rechnete eigentlich damit, dass wir mindestens 3 Lagen bräuchten, aber zwei Schichten haben tatsächlich ausgereicht. Es dauerte trotzdem einige Zeit, schon allein dank der Schubladen und Türen. Das Hauptgestell war dagegen schnell fertig. Hochprofessionell im Nähzimmer (es war Januar!) auf zwei Wasserkisten.

Jetzt begann der spaßige Teil! Erst mal der, bei dem ich nur am Computer sitzen und googeln musste. Danach kam der nicht ganz so spaßige Teil, bei dem wir nicht nur drucken, sondern insbesondere ausschneiden mussten… Eine etwas eintönige Arbeit.

Eine der Schubladen-Scheiben, die deutlich kleiner als die in den Türen sind, durfte derweil als Testobjekt herhalten:

Im Bastelschrank hatte ich noch seidenmatten Decoupage-Kleber, von dem ich vor Ewigkeiten ungefähr drei Tropfen für ein Projekt gebraucht hatte. Ich übte ein bisschen, bis sich folgende Technik als optimal herausstellte: Die Scheibe großzügig mit Kleber einpinseln, den Comic darauf andrücken und von oben mit noch mehr Kleber bepinseln, bis er völlig durchweicht ist. Dann gründlich trocknen lassen – es verschwindet dann auch wieder der bläuliche Schimmer, der uns erst etwas beunruhigt hatte.

Es stellte sich heraus, dass auf eine Schubladenscheibe exakt zwei klassische Batman-Comicstrips übereinander passen. So erzählt jede Schublade eine kleine Geschichte – allerdings ohne Zusammenhang und ohne Anfang und Ende, man kann nicht alles haben. 😉

Auf den beiden Türen haben wir uns dann ausgetobt und auch ganzseitige Comics verarbeitet. Dadurch wird es insgesamt unruhiger, aber das gefällt mir sehr gut. Auf der rechten Tür sind etwas ältere und im Format immer noch klassischere Comics, auf der linken Tür wird es noch wilder. Da dort der Joker ein recht großes Bild einnimmt, ist das rechte Fach jetzt das „Joker-Fach“, wenn wir darüber reden – auch nicht unpraktisch (Wohin gehört das? – Ins Joker-Fach!). 😉

Der Deckel, der auf Anregen des Helden schwarz lackiert wurde, wurde leider nicht so gut. Die Oberfläche wurde einfach nicht richtig glatt. Aber wir sind ja improvisationsbereit. Und so bestellten wir einfach im gleichen Shop, der schon die Rückwand für unsere Küche (hinter Spüle und Herd) geliefert hatte, eine schwarze Glasplatte, die seither auf der Kommode liegt. Sieht hübsch aus, funktioniert einwandfrei und hat nicht die Welt gekostet – perfekt! Außerdem spiegelt es hübsch die Batman-Lampe (die nach ihrem unglückseligen Ableben beim Umzug zu Weihnachten durch meine Eltern wieder ersetzt wurde, yay!):

Auf den Schubladen sind jetzt wie gesagt die ganz alten Comics, die für uns heute ja doch oft eher zum Schmunzeln anmuten:

Im Vergleich dazu die moderneren Details – im Format nicht mehr so festgelegt, deutlich erwachsener und „cooler“:

Die schwiegerelterliche Kommode ist jedenfalls nicht wiederzuerkennen – zum Glück gefällt es dem edlen Spender ebenfalls. Und wir sind sowieso sehr glücklich mit unserem DIY-Upcycling-Projekt!

 

 

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Erlebt

Hauptstadtliebe: Städtetrip-Planung für Anfänger

24. Juli 2017

Nachdem wir letztes Jahr zwei längere Urlaube gemacht hatten – einen ganz im Norden, einen ganz im Süden – beschlossen der Held und ich, dieses Jahr mal ganz gemütlich im elterlichen Ferienhaus zu urlauben. Dennoch wollten wir ein bisschen was erleben, und was lag da näher als ein Wochenend-Trip in eine schöne Stadt?

Einiges stand zur Auswahl, aber auf Anhieb konnten wir uns nur auf ein Ziel einigen: Berlin! Diese große, wuselige Hauptstadt, in der wir beide schon viel zu lange nicht mehr waren. Ich war zuletzt 2004 dort, aber der Held toppt das locker: 1992 hat er Berlin zuletzt gesehen, und seither hat sich gerade dort vermutlich mehr verändert als in den meisten Städten Europas.

Dieses Mal wollte ich den Trip ausnahmsweise richtig vorbereiten! Wir sind nämlich beide sehr gut darin, nur mit einer vagen Idee loszureisen und dann unorganisiert von A nach B zu stolpern. Dabei habe ich immer das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die besten Tipps entdecke ich dann erst im Nachhinein. Ich weiß nicht, wo die besten Restaurants sind und welche Geschäfte ich auf gar keinen Fall verpassen sollte, und die erste Stunde nach dem Frühstück geht drauf mit der Planung für den Tag. Blöd! In einem zweiwöchigen Strandurlaub mag das ja noch gehen, aber die vier Tage, die wir für Berlin zur Verfügung hatten, wollte ich doch etwas besser nutzen.

Für die Vorab-Planung nutzte ich einen großartigen Tipp von Frau Brüllen: Alles in eine Google Maps-Karte eintragen, was ansatzweise interessant erscheint! Hier hat sie gut beschrieben, wie das funktioniert. Der Held und ich sammelten also, was das Zeug hielt. Museen, Geschäfte, Restaurants und Cafés, und selbstverständlich auch die klassischen Sehenswürdigkeiten. Am Ende sah das ungefähr so aus:

Völlig klar, dass wir nie vorhatten, alle diese Dinge tatsächlich zu sehen. Aber insbesondere bei den Restaurants und Cafés habe ich mich kein bisschen zurückgehalten. Denn ich finde nichts blöder als hungrig zu sein und nicht zu wissen, wo ich jetzt was leckeres bekomme. Dann läuft man nämlich am ersten Laden vorbei (könnte ja noch was besseres kommen), am zweiten womöglich auch, dann ist der Hunger aber schon so groß, dass man verzweifelt in der nächstbesten Lokalität einkehrt – die dann vermutlich eine Enttäuschung ist. Und dann stellt man fest, hundert Meter weiter wäre das perfekte Restaurant gewesen. Ha! Nicht mehr mit unserer Google Maps-Karte, die uns vor Ort anzeigte, wo wir sind und wo die nächste Empfehlung lauert. Allerdings sieht man in der Karte auch einen eklatanten Mangel an lila Punkten im Bereich der Touristen-Attraktionen, und so passierte uns das doch ein- oder zwei Mal. Nichtsdestotrotz, super Sache.

Als nächstes notierten wir unsere jeweiligen Must-Haves. Der Held wollte beispielsweise in einige Comicbuchläden, ich wollte zu den Hackeschen Höfen, und bei den Museen mussten wir hart verhandeln, bis wir uns auf wenigstens nur ein Museum am Tag beschränken konnten. (Wir einigten uns auf die Topographie des Terrors, das Computerspiele-Museum, eine Unterwelten-Tour und die Gedenkstätte Hohenschönhausen im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis. Zufällig landeten wir dann aber auch noch in der Mauer-Gedenkstätte.) Berlin hat einfach zu viele Museen!

Zum Geburtstag hatte ich außerdem einen Gutschein für das Käfer Feinkost-Restaurant auf dem Dach des Bundestags bekommen. Dort muss man reservieren, so dass wir hier einen festen Termin hatten, den wir einhalten mussten. Um diesen Termin herum und außerdem um die örtliche Lage der ausgewählten Museen planten wir dann unsere weiteren Aktivitäten. Nicht minutiös, aber am Ende stand eine gewisse Ordnung. Ein Überblick über die Stadt, die Hackeschen Höfe sowie die Topographie des Terrors am ersten Tag, ein Shopping-Tag mit einem abschließenden Besuch im Computerspiel-Museum am Samstag, Sonntag mit dem Flohmarkt im Mauerpark, dem Restaurant-Besuch zu Mittag und der Unterwelten-Tour am Nachmittag, und am Montag dann noch die Gedenkstätte Hohenschönhausen, bevor wir abends wieder in den Zug steigen sollten.

Dieses lockere Konzept in Kombination mit der Google-Karte hat hervorragend funktioniert! Es war wunderbar, morgens beim Frühstück schon zu wissen, was auf dem Programm steht. Es war erleichternd, abends schon zu wissen, ob man am nächsten Morgen ausschlafen kann oder doch lieber pünktlich aufsteht, weil man z.B. auf den Flohmarkt möchte. Es war entspannt, nach dem „Abhaken“ der Liste vor dem Abendessen noch eine Pause im Hotel einlegen zu können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, etwas zu verpassen (das kann ich nämlich viel zu gut: Entspannungszeiten im Urlaub als „verschwendet“ anzusehen). Und es war super, sich die Restaurants auf der Karte aussuchen zu können. (Das einzige, was ich an der Google Maps-Methode kritisieren muss, ist die Tatsache, dass man keine Details mehr angezeigt bekommt, wenn man einen eigenen Punkt hinzugefügt hat. Ihr wisst doch, wenn man auf Google Maps beispielsweise auf ein Restaurant klickt, dann bekommt man die Website und die Öffnungszeiten angezeigt? Wenn man das dann als Punkt hinzufügt, funktioniert das nicht mehr und man muss den Laden parallel googeln, wenn man wissen will, was sich noch gleich hinter dem mehr oder minder kryptischen Namen verbarg. Oder standen wir da nur auf dem Schlauch?)

Wie gut die Planung war, zeigte sich am Montag. Da stand ja nur die Gedenkstätte auf dem Plan, und unser Zug fuhr erst um 18:30 Uhr. Wir hatten überlegt, dass wir ja nach der Gedenkstätte einfach noch irgendwas machen könnten, was wir bis dahin nicht geschafft hatten. Unsere „To-Do-Liste“ war aber nun abgehandelt und so saßen wir etwas hilflos herum und scrollten auf der Karte rum, konnten uns nicht so recht einigen, hatten zu viele Möglichkeiten. Dann fuhren wir irgendwo hin, was aufgrund der Entfernung (Berlin ist groooß!) aber viel länger dauerte als gedacht, konnten da dann nur schnell was futtern und mussten schon wieder zum Hotel, die Koffer abholen. Das fühlte sich sehr unbefriedigend an, erinnerte mich aber ein bisschen an bisherige Urlaube. Also war es im Endeffekt der beste Beweis dafür, dass unsere Planung an den übrigen Tagen hervorragend war!

Ein bisschen schwer tat ich mich ja damit, zu akzeptieren, dass man in vier Tagen eben einfach nicht alles machen kann. Dazu ist die Stadt zu groß, sind die Möglichkeiten zu vielfältig. Aber auch da hat mir die Planung sehr geholfen. Sonst bin ich nämlich auf Reisen gern mal etwas verzweifelt, weil ich doch noch A, B und C sehen wollte, aber nur Zeit für A war. Hier bin ich das auch, aber schon im Vorfeld zu Hause, während der Planung. Als wir unser Programm hatten, war ich vollauf glücklich damit, dieses „abzuarbeiten“. Wir haben alles geschafft, was auf unserer Liste steht – ein erfolgreicher Tag. Es gibt sicherlich ein nächstes Mal, denn Berlin hat uns beiden sehr gut gefallen. Vielleicht warten wir dieses Mal auch nicht 13 bzw. 25 Jahre!

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Alltagshüpfer

Gerade jetzt #4

19. Juli 2017

Wie ist das so, gerade jetzt? Eine kleine Momentaufnahme. Was steht auf der Tagesordnung? Was beschäftigt mich? Und was um alles in der Welt sollen wir heute zu Abend essen?

Gerade jetzt…

denke ich an die vielen schönen Pläne und Termine in den nächsten Wochen – Geburtstage, Sommerfeste, Spieleabende und in ziemlich exakt einem Monat haben wir auch schon Urlaub!

mag ich den Sommer. Die Hitze.

mag ich nicht die tägliche Überlegung, was wir essen sollen. Ich denke an die Familie, die einen festen Essensplan für eigentlich immer hat, der sich alle vier Wochen wiederholt, und frage mich, ob wir das nicht auch brauchen. Es würde vieles so viel einfacher machen!

fühle ich meine neuen Ohrringe mit Legosteinen, wenn ich den Kopf drehe. Hihi! Ein super Mitbringsel vom Flohmarkt im Berliner Mauerpark.

trage ich Kleider, Röcke, Sandalen.

brauche ich mehr Zeit! Und ein Putzmensch wäre schön, der uns die ganze doofe Hausarbeit einfach abnimmt. Vor allem das Fensterputzen.

höre ich mal wieder das Musical „Elisabeth“ in Dauerschleife.

mache ich Ordnung. Ich habe den Kleiderschrank entrümpelt – nicht nur Dinge, die nicht mehr passen, sind rausgeflogen, sondern auch Dinge, die mir nicht mehr gefallen/stehen. Im Zuge dessen habe ich gleich alles etwas umorganisiert und bin superglücklich mit meiner neuen Ordnung im Schrank! Grundlage war das Buch Magic Cleaning, was ich aber gar nicht gelesen habe. Diverse Blog-Einträge und Artikel dazu waren völlig ausreichen.

lese ich eigentlich gerade gar nichts. Im Zug auf der Heimfahrt aus Berlin habe ich Jodie Picoults Roman „Bis ans Ende aller Tage“ ausgelesen. Ich mag Picoults Bücher eigentlich ganz gern und bin selten enttäuscht worden, dieses fand ich allerdings sehr langatmig und etwas öde. Die Figuren konnte ich bis zum Ende nur schwer auseinanderhalten. Daher habe ich es im Zug gelassen, in der Hoffnung, vielleicht irgendjemandem doch noch eine lange Fahrt etwas angenehmer gestalten zu können (ich meine – besser als nix war es allemal!). Als nächstes steht „Das Licht der letzten Tage“ für den Buchclub auf dem Programm.

trinke ich stinknormalen Filterkaffee – nach den ganzen fancy Kaffeespezialitäten in den Berliner Coffeeshops sehr entspannend!

vermisse ich Berlin! Wir waren nur vier Tage da und es war so schön. Ich wäre gern länger geblieben.

schaue ich mit dem Helden selbstverständlich die neuen Folgen Game of Thrones! Außerdem läuft die dritte Twin Peaks-Staffel – da gibt es ja auch jede Woche nur eine neue Folge. Die dritte Staffel Gotham läuft daher eher so nebenbei.

träume ich von einer aufgeräumten Wohnung. Hüstel. Das wäre schön. Meldet sich zufällig jemand freiwillig?

Und, wie ist das bei euch so, gerade jetzt? Nachmachen erwünscht!

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