Berlin, Berlin, wir waren in Berlin!

Und der Preis für den unkreativsten Blogtitel aller Zeiten geht an… Mich! Zumindest bin ich mir ziemlich sicher, dass ich nicht die erste bin, die diese unfassbar gute Idee einer Überschrift hat. Ist mir aber egal, ich find’s lustig!

Unser Berlin-Wochenende ist jetzt schon wieder zwei Monate her und ich habe es noch nicht geschafft, euch irgendwelche Bilder zu zeigen. Vorher hatte ich sogar überlegt, die große Kamera zu Hause zu lassen. Doch dann war kurz vor der Reise das 24 mm-Objektiv im Angebot – ein so kleines, niedliches Ding, das die Kamera klein und handlich machte. Und deswegen konnte ich auch nicht widerstehen, sie doch mitzunehmen. So hatte ich eine kleine Festbrennweite dabei, was fürs Fotografieren wirklich ungewohnt war, vor allem unterwegs. Aber so hat es extra viel Spaß gemacht, und war mal etwas anderes.

Heute habe ich ein paar Fotos von unserem ersten Tag in Berlin mitgebracht. Wir kamen an einem Freitag Vormittag an und durften netterweise schon vorzeitig in unserem wirklich schönen und empfehlenswerten Hotel (dem Vienna House Easy) einchecken. Anschließend machten wir uns auf zur klassischen Touri-Runde. Bundestag, Brandenburger Tor, Siegessäule (der Aufstieg hier ist übrigens vergleichsweise günstig und lohnt sich, fand ich)… Da man diese Highlights schon alle tausend Mal gesehen hat, verzichte ich darauf, euch Fotos davon zu zeigen. Nach dem Mahnmal für die ermordeten Juden Europas besuchten wir die empfehlenswerte, sehr umfangreiche und kostenlose Ausstellung “Topographie des Terrors” über Berlin zur NS-Zeit – hier habe ich wiederum keine Fotos gemacht, wir waren froh, anschließend ein wenig in Ruhe laufen zu können, ohne gleich zum nächsten Programmpunkt übergehen zu müssen. Nach einem Mini-Abstecher zum Checkpoint Charlie standen dann noch die Hackeschen Höfe auf dem Programm. Hier fanden wir auch ein Restaurant – das District Mot – das noch einen Platz für uns hatte. Ohne Reservierung war das wirklich etwas schwierig!

Natürlich war das ein völlig klischeehaftes Programm, aber wir sind ja auch völlig klischeehafte Touristen! 😀 Am Abend hatten wir müde Füße und waren froh, dass unser Hotelzimmer eine Badewanne hatte.

Der Batman-Schrank – ein Upcycling-Projekt für Geeks

In unserer neuen Wohnung – die ich immer noch neue Wohnung nenne, obwohl wir mittlerweile seit zehn Monaten hier wohnen – gab es eine Ecke, die irgendwie übrig war. Eine Nische in der Küche, neben dem Kühlschrank. Relativ breit und tief, aber darüber eine Schräge. Nach unserem Einzug standen dort mehrere Möbel, die aber alle a) kaum zur Küche passten und b) in der Zwischenzeit anderswo einen besseren Platz finden konnten. Klar war, der Platz konnte nicht leer bleiben, denn wir brauchten den Stauraum.

Wir machten uns also auf die Suche nach einer Lösung. Besuche in Baumärkten und Möbelhäusern brachten Ideen, aber irgendwie war nichts wirklich perfekt. Bis uns eines Tages die Nachricht meiner Schwiegereltern erreichte, die nach uns umzogen. Bei ihnen war eine Kommode übrig – ob wir die gebrauchen könnten?

Die Maße waren perfekt – die Optik war nicht ganz so toll in unserer Küche. Das helle Holz passte nicht zur Küche in weiß mit dunkelbraun. Aber da ließe sich doch was machen, oder? Ganz tief im Hinterkopf hatte ich da einen Blogartikel, den ich vor Jahren mal gelesen hatte. Eine kurze – na gut, offen gestanden etwas längere – Google-Suche brachte ihn zu Tage: Ein DIY-Buffet mit The Walking Dead-Theme. Die Grundidee stand, das Thema war auch schnell gefunden: Batman!

Der Plan war nach einiger Recherche dann ein etwas anderer als im Inspirationsbeitrag. Die Kommode wollten wir weiß streichen, die Deckelplatte schwarz – und die Milchglasscheiben in den Türen und Schubladen sollten den gewünschten Comic-Look erhalten. Dafür mussten wir erst einmal alles auseinandernehmen. Glücklicherweise ließen sich alle Glasscheiben herausnehmen! Das machte die Sache erheblich leichter. Als erstes mussten wir alle Holzteile gründlich abschleifen. Da wir beide bei solchen Projekten unglaublich ungeduldige Menschen sind, die am liebsten sofort loslegen (das Abschleifen haben wir an einem Freitagabend direkt nach der Arbeit gemacht, nachdem wir die Kommode abgeholt hatten), ist aus diesem Stadium auch das erste Bild des Möbelstücks. Akzeptiert dies bitte als “Vorher-Bild”, auch wenn wir schon angefangen haben:

Ihr seht: Es passt super in die Ecke und der Stauraum wird schon allein für die Mikrowelle so dringend benötigt, dass es schon in den Zwischenschritten der Baustelle zugeräumt wird. 😉

Als nächstes war das Lackieren dran. Es ging erstaunlich gut. Ich rechnete eigentlich damit, dass wir mindestens 3 Lagen bräuchten, aber zwei Schichten haben tatsächlich ausgereicht. Es dauerte trotzdem einige Zeit, schon allein dank der Schubladen und Türen. Das Hauptgestell war dagegen schnell fertig. Hochprofessionell im Nähzimmer (es war Januar!) auf zwei Wasserkisten.

Jetzt begann der spaßige Teil! Erst mal der, bei dem ich nur am Computer sitzen und googeln musste. Danach kam der nicht ganz so spaßige Teil, bei dem wir nicht nur drucken, sondern insbesondere ausschneiden mussten… Eine etwas eintönige Arbeit.

Eine der Schubladen-Scheiben, die deutlich kleiner als die in den Türen sind, durfte derweil als Testobjekt herhalten:

Im Bastelschrank hatte ich noch seidenmatten Decoupage-Kleber, von dem ich vor Ewigkeiten ungefähr drei Tropfen für ein Projekt gebraucht hatte. Ich übte ein bisschen, bis sich folgende Technik als optimal herausstellte: Die Scheibe großzügig mit Kleber einpinseln, den Comic darauf andrücken und von oben mit noch mehr Kleber bepinseln, bis er völlig durchweicht ist. Dann gründlich trocknen lassen – es verschwindet dann auch wieder der bläuliche Schimmer, der uns erst etwas beunruhigt hatte.

Es stellte sich heraus, dass auf eine Schubladenscheibe exakt zwei klassische Batman-Comicstrips übereinander passen. So erzählt jede Schublade eine kleine Geschichte – allerdings ohne Zusammenhang und ohne Anfang und Ende, man kann nicht alles haben. 😉

Auf den beiden Türen haben wir uns dann ausgetobt und auch ganzseitige Comics verarbeitet. Dadurch wird es insgesamt unruhiger, aber das gefällt mir sehr gut. Auf der rechten Tür sind etwas ältere und im Format immer noch klassischere Comics, auf der linken Tür wird es noch wilder. Da dort der Joker ein recht großes Bild einnimmt, ist das rechte Fach jetzt das “Joker-Fach”, wenn wir darüber reden – auch nicht unpraktisch (Wohin gehört das? – Ins Joker-Fach!). 😉

Der Deckel, der auf Anregen des Helden schwarz lackiert wurde, wurde leider nicht so gut. Die Oberfläche wurde einfach nicht richtig glatt. Aber wir sind ja improvisationsbereit. Und so bestellten wir einfach im gleichen Shop, der schon die Rückwand für unsere Küche (hinter Spüle und Herd) geliefert hatte, eine schwarze Glasplatte, die seither auf der Kommode liegt. Sieht hübsch aus, funktioniert einwandfrei und hat nicht die Welt gekostet – perfekt! Außerdem spiegelt es hübsch die Batman-Lampe (die nach ihrem unglückseligen Ableben beim Umzug zu Weihnachten durch meine Eltern wieder ersetzt wurde, yay!):

Auf den Schubladen sind jetzt wie gesagt die ganz alten Comics, die für uns heute ja doch oft eher zum Schmunzeln anmuten:

Im Vergleich dazu die moderneren Details – im Format nicht mehr so festgelegt, deutlich erwachsener und “cooler”:

Die schwiegerelterliche Kommode ist jedenfalls nicht wiederzuerkennen – zum Glück gefällt es dem edlen Spender ebenfalls. Und wir sind sowieso sehr glücklich mit unserem DIY-Upcycling-Projekt!

 

 

Hauptstadtliebe: Städtetrip-Planung für Anfänger

Nachdem wir letztes Jahr zwei längere Urlaube gemacht hatten – einen ganz im Norden, einen ganz im Süden – beschlossen der Held und ich, dieses Jahr mal ganz gemütlich im elterlichen Ferienhaus zu urlauben. Dennoch wollten wir ein bisschen was erleben, und was lag da näher als ein Wochenend-Trip in eine schöne Stadt?

Einiges stand zur Auswahl, aber auf Anhieb konnten wir uns nur auf ein Ziel einigen: Berlin! Diese große, wuselige Hauptstadt, in der wir beide schon viel zu lange nicht mehr waren. Ich war zuletzt 2004 dort, aber der Held toppt das locker: 1992 hat er Berlin zuletzt gesehen, und seither hat sich gerade dort vermutlich mehr verändert als in den meisten Städten Europas.

Dieses Mal wollte ich den Trip ausnahmsweise richtig vorbereiten! Wir sind nämlich beide sehr gut darin, nur mit einer vagen Idee loszureisen und dann unorganisiert von A nach B zu stolpern. Dabei habe ich immer das Gefühl, etwas verpasst zu haben. Die besten Tipps entdecke ich dann erst im Nachhinein. Ich weiß nicht, wo die besten Restaurants sind und welche Geschäfte ich auf gar keinen Fall verpassen sollte, und die erste Stunde nach dem Frühstück geht drauf mit der Planung für den Tag. Blöd! In einem zweiwöchigen Strandurlaub mag das ja noch gehen, aber die vier Tage, die wir für Berlin zur Verfügung hatten, wollte ich doch etwas besser nutzen.

Für die Vorab-Planung nutzte ich einen großartigen Tipp von Frau Brüllen: Alles in eine Google Maps-Karte eintragen, was ansatzweise interessant erscheint! Hier hat sie gut beschrieben, wie das funktioniert. Der Held und ich sammelten also, was das Zeug hielt. Museen, Geschäfte, Restaurants und Cafés, und selbstverständlich auch die klassischen Sehenswürdigkeiten. Am Ende sah das ungefähr so aus:

Völlig klar, dass wir nie vorhatten, alle diese Dinge tatsächlich zu sehen. Aber insbesondere bei den Restaurants und Cafés habe ich mich kein bisschen zurückgehalten. Denn ich finde nichts blöder als hungrig zu sein und nicht zu wissen, wo ich jetzt was leckeres bekomme. Dann läuft man nämlich am ersten Laden vorbei (könnte ja noch was besseres kommen), am zweiten womöglich auch, dann ist der Hunger aber schon so groß, dass man verzweifelt in der nächstbesten Lokalität einkehrt – die dann vermutlich eine Enttäuschung ist. Und dann stellt man fest, hundert Meter weiter wäre das perfekte Restaurant gewesen. Ha! Nicht mehr mit unserer Google Maps-Karte, die uns vor Ort anzeigte, wo wir sind und wo die nächste Empfehlung lauert. Allerdings sieht man in der Karte auch einen eklatanten Mangel an lila Punkten im Bereich der Touristen-Attraktionen, und so passierte uns das doch ein- oder zwei Mal. Nichtsdestotrotz, super Sache.

Als nächstes notierten wir unsere jeweiligen Must-Haves. Der Held wollte beispielsweise in einige Comicbuchläden, ich wollte zu den Hackeschen Höfen, und bei den Museen mussten wir hart verhandeln, bis wir uns auf wenigstens nur ein Museum am Tag beschränken konnten. (Wir einigten uns auf die Topographie des Terrors, das Computerspiele-Museum, eine Unterwelten-Tour und die Gedenkstätte Hohenschönhausen im ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnis. Zufällig landeten wir dann aber auch noch in der Mauer-Gedenkstätte.) Berlin hat einfach zu viele Museen!

Zum Geburtstag hatte ich außerdem einen Gutschein für das Käfer Feinkost-Restaurant auf dem Dach des Bundestags bekommen. Dort muss man reservieren, so dass wir hier einen festen Termin hatten, den wir einhalten mussten. Um diesen Termin herum und außerdem um die örtliche Lage der ausgewählten Museen planten wir dann unsere weiteren Aktivitäten. Nicht minutiös, aber am Ende stand eine gewisse Ordnung. Ein Überblick über die Stadt, die Hackeschen Höfe sowie die Topographie des Terrors am ersten Tag, ein Shopping-Tag mit einem abschließenden Besuch im Computerspiel-Museum am Samstag, Sonntag mit dem Flohmarkt im Mauerpark, dem Restaurant-Besuch zu Mittag und der Unterwelten-Tour am Nachmittag, und am Montag dann noch die Gedenkstätte Hohenschönhausen, bevor wir abends wieder in den Zug steigen sollten.

Dieses lockere Konzept in Kombination mit der Google-Karte hat hervorragend funktioniert! Es war wunderbar, morgens beim Frühstück schon zu wissen, was auf dem Programm steht. Es war erleichternd, abends schon zu wissen, ob man am nächsten Morgen ausschlafen kann oder doch lieber pünktlich aufsteht, weil man z.B. auf den Flohmarkt möchte. Es war entspannt, nach dem “Abhaken” der Liste vor dem Abendessen noch eine Pause im Hotel einlegen zu können, ohne ein schlechtes Gewissen zu haben, etwas zu verpassen (das kann ich nämlich viel zu gut: Entspannungszeiten im Urlaub als “verschwendet” anzusehen). Und es war super, sich die Restaurants auf der Karte aussuchen zu können. (Das einzige, was ich an der Google Maps-Methode kritisieren muss, ist die Tatsache, dass man keine Details mehr angezeigt bekommt, wenn man einen eigenen Punkt hinzugefügt hat. Ihr wisst doch, wenn man auf Google Maps beispielsweise auf ein Restaurant klickt, dann bekommt man die Website und die Öffnungszeiten angezeigt? Wenn man das dann als Punkt hinzufügt, funktioniert das nicht mehr und man muss den Laden parallel googeln, wenn man wissen will, was sich noch gleich hinter dem mehr oder minder kryptischen Namen verbarg. Oder standen wir da nur auf dem Schlauch?)

Wie gut die Planung war, zeigte sich am Montag. Da stand ja nur die Gedenkstätte auf dem Plan, und unser Zug fuhr erst um 18:30 Uhr. Wir hatten überlegt, dass wir ja nach der Gedenkstätte einfach noch irgendwas machen könnten, was wir bis dahin nicht geschafft hatten. Unsere “To-Do-Liste” war aber nun abgehandelt und so saßen wir etwas hilflos herum und scrollten auf der Karte rum, konnten uns nicht so recht einigen, hatten zu viele Möglichkeiten. Dann fuhren wir irgendwo hin, was aufgrund der Entfernung (Berlin ist groooß!) aber viel länger dauerte als gedacht, konnten da dann nur schnell was futtern und mussten schon wieder zum Hotel, die Koffer abholen. Das fühlte sich sehr unbefriedigend an, erinnerte mich aber ein bisschen an bisherige Urlaube. Also war es im Endeffekt der beste Beweis dafür, dass unsere Planung an den übrigen Tagen hervorragend war!

Ein bisschen schwer tat ich mich ja damit, zu akzeptieren, dass man in vier Tagen eben einfach nicht alles machen kann. Dazu ist die Stadt zu groß, sind die Möglichkeiten zu vielfältig. Aber auch da hat mir die Planung sehr geholfen. Sonst bin ich nämlich auf Reisen gern mal etwas verzweifelt, weil ich doch noch A, B und C sehen wollte, aber nur Zeit für A war. Hier bin ich das auch, aber schon im Vorfeld zu Hause, während der Planung. Als wir unser Programm hatten, war ich vollauf glücklich damit, dieses “abzuarbeiten”. Wir haben alles geschafft, was auf unserer Liste steht – ein erfolgreicher Tag. Es gibt sicherlich ein nächstes Mal, denn Berlin hat uns beiden sehr gut gefallen. Vielleicht warten wir dieses Mal auch nicht 13 bzw. 25 Jahre!

Gerade jetzt #4

Wie ist das so, gerade jetzt? Eine kleine Momentaufnahme. Was steht auf der Tagesordnung? Was beschäftigt mich? Und was um alles in der Welt sollen wir heute zu Abend essen?

Gerade jetzt…

denke ich an die vielen schönen Pläne und Termine in den nächsten Wochen – Geburtstage, Sommerfeste, Spieleabende und in ziemlich exakt einem Monat haben wir auch schon Urlaub!

mag ich den Sommer. Die Hitze.

mag ich nicht die tägliche Überlegung, was wir essen sollen. Ich denke an die Familie, die einen festen Essensplan für eigentlich immer hat, der sich alle vier Wochen wiederholt, und frage mich, ob wir das nicht auch brauchen. Es würde vieles so viel einfacher machen!

fühle ich meine neuen Ohrringe mit Legosteinen, wenn ich den Kopf drehe. Hihi! Ein super Mitbringsel vom Flohmarkt im Berliner Mauerpark.

trage ich Kleider, Röcke, Sandalen.

brauche ich mehr Zeit! Und ein Putzmensch wäre schön, der uns die ganze doofe Hausarbeit einfach abnimmt. Vor allem das Fensterputzen.

höre ich mal wieder das Musical “Elisabeth” in Dauerschleife.

mache ich Ordnung. Ich habe den Kleiderschrank entrümpelt – nicht nur Dinge, die nicht mehr passen, sind rausgeflogen, sondern auch Dinge, die mir nicht mehr gefallen/stehen. Im Zuge dessen habe ich gleich alles etwas umorganisiert und bin superglücklich mit meiner neuen Ordnung im Schrank! Grundlage war das Buch Magic Cleaning, was ich aber gar nicht gelesen habe. Diverse Blog-Einträge und Artikel dazu waren völlig ausreichen.

lese ich eigentlich gerade gar nichts. Im Zug auf der Heimfahrt aus Berlin habe ich Jodie Picoults Roman “Bis ans Ende aller Tage” ausgelesen. Ich mag Picoults Bücher eigentlich ganz gern und bin selten enttäuscht worden, dieses fand ich allerdings sehr langatmig und etwas öde. Die Figuren konnte ich bis zum Ende nur schwer auseinanderhalten. Daher habe ich es im Zug gelassen, in der Hoffnung, vielleicht irgendjemandem doch noch eine lange Fahrt etwas angenehmer gestalten zu können (ich meine – besser als nix war es allemal!). Als nächstes steht “Das Licht der letzten Tage” für den Buchclub auf dem Programm.

trinke ich stinknormalen Filterkaffee – nach den ganzen fancy Kaffeespezialitäten in den Berliner Coffeeshops sehr entspannend!

vermisse ich Berlin! Wir waren nur vier Tage da und es war so schön. Ich wäre gern länger geblieben.

schaue ich mit dem Helden selbstverständlich die neuen Folgen Game of Thrones! Außerdem läuft die dritte Twin Peaks-Staffel – da gibt es ja auch jede Woche nur eine neue Folge. Die dritte Staffel Gotham läuft daher eher so nebenbei.

träume ich von einer aufgeräumten Wohnung. Hüstel. Das wäre schön. Meldet sich zufällig jemand freiwillig?

Und, wie ist das bei euch so, gerade jetzt? Nachmachen erwünscht!

Podcast-Liebe: Über das glückliche Leben, die Lage der Nation und mehr

Podcasts! Ich bin nach einer langen, langen Zeit, in der ich mit dem gesamten Konzept einfach nicht warmgeworden bin, mittlerweile großer Fan. Podcasts sind super: Man kann sie unterwegs hören, man kann sie hören, während man andere Dinge tut, man lernt im Zweifelsfall noch was. Sie sind nicht so lang wie Hörbücher, sie sind gratis, und es gibt ungefähr eine Million verschiedene davon. Ich habe einfach länger gebraucht, um die passenden Podcasts für mich zu finden! Ich bin nämlich recht wählerisch und gebe dem Ganzen auch keine lange Anlaufzeit. Wenn mich die erste Folge schon langweilt oder nervt, fliegt der Podcast wieder aus meiner Liste. Leider geht es mir so mit den meisten deutschen Podcasts. Leute, die ohne Konzept drauflos labern und blöde Witze reißen, sind leider oft nicht meins. Wie bei “lustigen” Büchern – es ist offenbar schwer, genau mein Humorzentrum zu treffen. Wenn es aber klappt, bin ich treu und höre “rückwärts”, bis ich alle Episoden durch habe. So kann ich mich dann monatelang mit einem Podcast beschäftigen.


Vielleicht wünscht ihr euch auch noch Podcast-Tipps? Falls ja, dies ist die Playlist mit meinen aktuellen Highlights:

Lage der Nation

Tatsächlich ist die “Lage der Nation” mein erster deutschsprachiger Podcast, auf den ich mich jede Woche freue (und einer von nur zwei Podcasts, die ich automatisch von meiner App herunterladen lasse). Er erscheint immer am Wochenende, allerdings nicht so 100% zu einem festgelegten Zeitpunkt. Und so klicke ich mich ab Freitag Nachmittag immer mal wieder in meine Podcast-App, um zu gucken, ob “die neue Lage” schon da ist. Wenn ja, schnappe ich mir die Kopfhörer und verlasse das Haus. Ein Spaziergang oder auch mal laufen gehen macht mit diesem Nachrichtenpodcast auf den Ohren einfach Spaß. Philip Banse, Journalist u.a. beim Deutschlandfunk, und Ulf Buermeyer, Richter am Landgericht Berlin, fassen die Ereignisse der Woche in ca. anderthalb Stunden zusammen, ordnen ein und erklären Hintergründe. Natürlich nicht ohne Meinung, das bleibt nicht aus, aber da gehen wir an den meisten Stellen konform. Dabei geht es, anders als der Name der Sendung vermuten lässt, nicht nur um News aus Deutschland. Einer der Schwerpunkte ist, sicherlich auch aufgrund der persönlichen Hintergrunde der beiden, die Netzpolitik. So weiß ich jetzt vermutlich mehr über Vorratsdatenspeicherung als du. Also, außer du hörst auch die Lage. Bääm. 😀

Klar, dass aufgrund der Länge des Podcasts nicht alle Themen besprochen werden können, die auf der Welt passiert sind. Auch klar, dass nicht alle Themen gleich “gut” besprochen werden können. Aber mein Eindruck ist, dass Banse & Buermeyer durchaus kritikfähig sind, sie setzen sich mit ihren Hörerinnen und Hörern auseinander und freuen sich über Feedback, und revidieren auch mal ihre Meinung. Sympathisch! Und ich fühle mich definitiv besser informiert, seit ich regelmäßig die “Lage” höre.

Happier with Gretchen Rubin

Neulich habe ich den Podcast schon in diesem Artikel über ein schönes Lebensmotto erwähnt: Always choose the bigger life. Die Autorin hostet den Podcast gemeinsam mit ihrer Schwester. In handlich verpackten 20-30 Minuten (gern so ungefähr eine Fahrradfahrt zur Arbeit lang – perfekt für mich) stellt Gretchen Methoden vor, mit denen man sein Leben “Happier” machen kann. Ideen, Leitsätze, Gewohnheiten, Denkanstöße. Dabei gibt es jede Woche ein “Try this at home” und einen “Happiness Stumbling Block”, also quasi einen Stolperstein fürs Glücklichsein, und wie man damit umgehen kann. Ich habe schon viel mitgenommen daraus! Manches sind wirklich Kleinigkeiten, anderes sind größere Ideen, und manches ist für mich persönlich auch einfach nix. Aber es macht mich fröhlich und viel mehr will ich ja gar nicht im Leben.

My Dad Wrote A Porno

Der Titel klingt erst mal komisch, oder? Aber genau das ist passiert: Der Vater von Jamie Morton hat einen “erotischen Roman” verfasst. Und zwar, das stellt sich im Laufe der ersten Staffel des Podcasts heraus, einen wirklich, wirklich, wirklich schlechten erotischen Roman. Jamie liest das Buch Folge für Folge komplett vor – nicht nur uns, sondern vor allem seinen beiden Freunden Alice und James. Was sich daraus ergibt? Nun, unter anderem verwirrte Blicke von Passanten, wenn ich mal wieder auf dem Fahrrad scheinbar unmotiviert in brüllendes Lachen ausbreche. Das Buch an sich ist in erster Linie absurd, aber in Kombination mit den Reaktionen von insbesondere Alice mit ihrem wunderbaren britischen Englisch ergibt sich etwas, das mein Humorzentrum genau trifft. Mittlerweile gibt es schon eine zweite und dritte Staffel, ich höre mich nach und nach durch. Natürlich absolut NSFW. Aber wofür gibt es Kopfhörer?

Oma erzählt vom Krieg

Jetzt wird es etwas ernster. Und eigentlich ist “Oma erzählt vom Krieg” auch kein klassischer Podcast. Jedenfalls hat er nur fünf Folgen. Und die sind kurz. Aber sie haben es in sich. Die Reihe wird produziert von ze.tt, dem etwas jugendlicheren Portal von Zeit Online, mit dem ich eigentlich so gar nichts am Hut habe. Und tatsächlich finde ich die junge Moderatorin, die zu Beginn und am Ende jeder Folge zwei-drei Sätze sagt, eher nervig und irgendwie unangemessen quietschig. Dazwischen jedoch erzählen Frauen, die den zweiten Weltkrieg als Kinder miterlebt haben, ihre Geschichte. Die fünf Damen aus Berlin erzählen, wie sie Bomben erlebt haben, Nächte im Luftschutzkeller oder die Verschickung aufs Land. Es geht nicht um politische Hintergründe, sondern “einfach nur” um die Erlebnisse. Am Ende ziehen sie den Vergleich zur Gegenwart, in der auch Kinder in Kriegen aufwachsen müssen, und deshalb auf der Flucht sind. Der “Erziehungsauftrag” des Formats für junge Hörerinnen und Hörer ist unverkennbar, das Schlusswort der Produzentin manchmal sehr holzschnittartig, aber ich habe in jeder Folge Tränen in den Augen gehabt. Wirklich sehr hörenswert.

 

Meinen Lieblingspodcast “Dear Hank and John” habe ich euch jetzt schon so oft empfohlen, dass ich ihn nicht schon wieder aufführen wollte. Habt ihr noch Podcast-Vorschläge für mich?

Heute ist der Tag. Ehe für alle!

Jetzt hat es mich doch irgendwie überrascht. Zu Beginn der Woche war noch nichts davon in Sicht, jedenfalls nicht so richtig, und heute ist Freitag und wir haben die Ehe für alle. Also “wir”, das meint: die Deutschen. Frau Merkel hat die Abstimmung zur “Gewissensfrage” gemacht und somit die Fraktionsdisziplin aufgehoben – die SPD und die anderen Oppositionsparteien haben die Gelegenheit genutzt und blitzschnell den Gesetzesentwurf aus der Schublade gezogen, der dort schon seit 2 Jahren wartete und durch die Unionsparteien regelmäßig blockiert wurde. Im Bundestag stimmten dann heute auch ausschließlich CDU/CSU-Abgeordnete gegen den Entwurf (und Erika Steinbach, nun ja, seht ihr mein überraschtes Gesicht? Ich auch nicht). Und alle so: Yeah!

Moment. Alle? Nein, natürlich nicht alle. Birgit Kelle spricht in der Welt von “der Vernichtung der Ehe” und droht mit dystopischen Szenarien (ich möchte das hier nicht verlinken), von dem unsäglichen Artikel in der FAZ möchte ich erst gar nicht anfangen (Tenor: Homosexuelle sind potenzielle Kinderschänder, da die “Inzest-Hemmung” wegfällt – WTF?), und wie AfD und Konsorten dazu stehen, war ja ohnehin absehbar. Aber auch unsere Bundeskanzlerin stimmte dagegen. Persönlich finde ich es ja eher irritierend, eine Frage zur “Gewissensfrage” zu erklären, nur um dann dagegen zu stimmen mit der Begründung, sie sei der Ansicht, dies widerspreche dem Grundgesetz. Aber nun gut.

 

Trotz allem. Dies ist ein guter Tag für Deutschland, es ist ein guter Tag für die Menschen, die hier leben. Alle, denn alle Menschen, die hier leben, verdienen Gleichberechtigung, Respekt, Menschenwürde. Die Tatsache, dass sich meine Filterbubble überschlägt und glücklich ist, stimmt mich froh. Die Tatsache, dass es immer noch Menschen gibt, die gleichgeschlechtlichen Paaren feindlich gesinnt sind, macht mich traurig. Dennoch: Ich glaube, wir sind auf einem guten Weg.

Andere können übrigens viel besser ausdrücken, was ich sagen will, oder haben einfach mehr Zeit, ausführlich zu berichten. 😉 Diese Artikel fand ich lesenswert:

Abschließen möchte ich mit diesem Video, was ich sicherlich schon mehrfach geteilt habe, aber es ist einfach zu schön und passend, um es hier nicht einzufügen. Denn “Der Tag”, davon gibt es mehrere. Und einer davon ist eben heute.

Statt Bloggen.

Statt zu bloggen, spiele ich Videospiele. Bei Horizon Zero Dawn bin ich eine Heldin, die mit Pfeil und Bogen auf die Jagd nach Roboter-Dinosauriern geht, und ja, das macht viel mehr Sinn und Spaß, als es klingt. Der Held hat Hand-Controller für die Oculus Rift bestellt und jetzt können wir virtuell klettern oder abstrakte Figuren verprügeln (ersteres mache ich kaum noch im realen Leben, letzteres führt schon virtuell zu winzigen Panikattacken bei mir). Wie üblich wird mir nach einiger Zeit übel, aber bis dahin macht es Spaß.

Statt zu bloggen, lese ich. Endlich mal den dritten Teil der Metro-Reihe beispielsweise. Im Sommer sitze ich so gern zum Lesen auf dem Balkon. Das ist dieses Jahr bisher zu kurz gekommen, daher habe ich mir nun vorgenommen, die Playstation mal häufiger ausgeschaltet zu lassen und mich wieder in die Moskauer U-Bahn-Schächte zu begeben. Da ist es dann wenigstens gedanklich schön kühl. Das neue Buch für den Buchclub wartet auch schon. “Ein spannendes Vexierspiel” steht auf der Rückseite, und ich bin gespannt, ich habe nämlich keine Ahnung, was ein Vexierspiel ist.

Statt zu bloggen, gehe ich. Meine App hat mich gestern Abend beglückwünscht, die 10.000 Schritte nun schon seit sechs Wochen täglich durchzuhalten. Das macht 45 von 100 Tagen. Ich laufe beim Telefonieren durchs Wohnzimmer, mache abendliche Spaziergänge, wenn es endlich kühler geworden ist, oder gehe mittags mit dem Bürohund eine Runde. Wenn ich Lust und Zeit habe (und es nicht so heiß ist), gehe ich Joggen. Ähem. Laufen. Wie man es auch nennen mag. Es macht erschreckend viel Spaß. Natürlich ist es auch hilfreich, dass die schöne Gegend ungefähr 200 Meter hinter dem Haus beginnt. Ich kann wählen zwischen Feldwegen und Waldwegen. Abends gehe ich gern durchs Wohngebiet und lausche den Rasensprengern, Fernsehstimmen aus offenen Fenstern, angeregten Gesprächen auf Balkonen und Terrassen, Vogelgezwitscher. Die Geräuschkulisse des Sommerabends.

Statt zu bloggen, nähe ich. Babyshirts für den Freundeskreis. Ich habe sogar extra den Plotter wieder abgestaubt und die niedlichsten Kapelle Petra-Fan-Shirts aller Zeiten genäht. Am Wochenende werden sie verschenkt und dann kann ich sie endlich zeigen. Ich bin sehr verliebt. Meine Nähbücher, die ich zum Geburtstag bekommen habe, wollen ja auch mal getestet. Und gestern haben wir bei Ikea Stoff gekauft, aus dem ich Tischdecken nähen möchte. Das ist immerhin zumindest nicht so viel Arbeit.

Manchmal frage ich mich, ob der Blog sich mittlerweile selbst überlebt hat?

Always choose the bigger life.

Im Podcast “Happier” von und mit Gretchen Rubin* ging es kürzlich darum, wie man mit schwierigen Entscheidungen umgeht. Im Beispiel ging es darum, ob ein Hund angeschafft werden sollte. Die Pro- und Contra-Liste war dabei recht ausgewogen. Ein Hund macht glücklich, sorgt für mehr Bewegung, kann die Familie zusammenschweißen und den Kindern Verantwortung beibringen – ein Hund macht Arbeit, kostet Zeit und Geld, ist eine jahrelange Verantwortung. Wie entscheidet man sich in so einem Fall?

Ich denke, jeder von uns stand schon mal vor so einer Entscheidung. Meistens handelt es sich dabei um wirklich große und wichtige Themen. Jobwechsel, Hauskauf, oder vielleicht ging es auch mal um Liebesdinge? Man wägt ab, schreibt Listen, ist hin- und hergerissen. Montags ist man noch sicher, dass Entscheidung A die richtige ist, aber Mittwoch führt vermeintlich kein Weg mehr an Entscheidung B vorbei. Ich selbst bin da auch sehr groß drin. Es ist einfach schwierig.

Gretchen Rubins Antwort klingt erst einmal simpel: “Always choose the bigger life”. Entscheide dich immer für das größere Leben. Triff die Entscheidung, die dein Leben reicher macht, deinen Erfahrunsschatz erweitert, deine Welt vergrößert. Dabei muss diese Entscheidung nicht zwangsläufig offensichtlich sein. Um auf das Beispiel mit dem Hund zurückzukommen: Hier ist es keineswegs eindeutig, dass die Entscheidung für den Hund das Leben größer macht, auch wenn es erst einmal so wirkt. Vielleicht möchte die Familie viel reisen und von der Welt sehen, sehr flexibel sein und Abenteuer erleben. Dabei ist ein Hund oft eher hinderlich. Man muss also ein bisschen in sich gehen und überlegen, was man vom Leben erwartet und wie es reicher würde. Und sich dann für das größere Leben entscheiden.

An großen Entscheidungen mangelt es in meinem Leben derzeit nicht, und ich versuche, “Choose the bigger life” immer zu bedenken. Aber auch im Alltag finde ich das ein wunderbares Lebensmotto. Raus aus der Komfortzone! Zum Beispiel hätte ich liebend gern am Zeit-Projekt “Deutschland spricht” teilgenommen, bei dem Menschen unterschiedlicher politischer Ansichten aufeinandertrafen. Ich habe mich aber nicht getraut, mich anzumelden – schade, dass ich die Podcast-Folge erst danach gehört habe. Denn ein Gespräch mit einem Menschen außerhalb meiner “Filterblase” hätte mein Leben sicherlich größer gemacht, auch wenn ich große Angst gehabt hätte.

Beim nächsten “Soll ich oder soll ich nicht” werde ich es mir also wieder einmal vor Augen halten: Choose the bigger life! Etwas ist aufwändig, aber man wollte es schon immer mal probieren? Choose the bigger life! Alle finden etwas toll, aber du kannst dir nicht vorstellen, dass es wirklich so toll ist? Choose the bigger life! Ich bin gespannt, wohin mich dieses neue Lebensmotto noch führen wird…


* Gretchen Rubin ist Autorin so schöner Bücher wie Das Happiness Projekt oder Erfinde dich neu. Der Podcast “Happier” geht es um Gewohnheiten und kleine “Life Hacks”, die das Leben glücklicher und einfacher machen sollen.

12 von 12 im Juni 2017 

Jetzt reihen sich hier die 12 von 12 direkt aneinander. Ich will gern mehr bloggen, dann ist es allerdings wieder so: Wenn ich zuhause bin und Zeit habe, dann wende ich die derzeit lieber fürs Nähen, Lesen, Fernsehen, Hausarbeit, Sport auf, als zu bloggen. So stapeln sich in meinem Kopf die Artikelpläne und nichts wird umgesetzt. Blöd für den Blog, aber für mich war es ja immer wichtig, dass dieser ein Hobby und keine lästige Verpflichtung bleibt.

Für die 12 von 12 – zwölf Bilder vom Monatszwölften – habe ich aber mal wieder einen Tag lang mein Smartphone dabeigehabt. Ist ja schon praktisch heute. Früher (damals!!!11einseinself) musste man immer die Kamera mitschleppen. Da habe ich aber auch noch Wert darauf gelegt, dass die Kamera möglichst klein ist. Heute habe ich eine große Kamera und ein Smartphone. Finde ich eine prima Entwicklung.

Heute ist Montag, und der Tag beginnt mit Sport. Wie bitte? Ja, richtig gehört, ich mache nun regelmäßig vor der Arbeit Sport. Das klingt erst einmal sehr widersprüchlich, weil ich doch morgens bekanntermaßen schlecht aus dem Bett komme. Allerdings habe ich festgestellt, dass es doch durchaus geht, wenn ich einen Grund dafür habe. Also quasi einen Termin, den ich erfüllen muss. Und weil ich abends oft keinen Bock oder schlichtweg keine Zeit habe, aktiv zu werden, versuche ich das jetzt morgens vor der Arbeit. Es läuft eigentlich sehr gut – letzte Woche habe ich allerdings ausgesetzt, weil ich früh im Büro sein musste. Übertreiben muss man’s ja auch nicht. Motiviert hat mich übrigens Pia. Nach der Abnahme dachte ich, ein paar Muskeln wären ja auch nett.

Es ist noch früh – offenbar so früh, dass ich mir beim Fotografieren den Kopf abschneiden muss. Auf fünf Fotos ist er nicht einmal komplett drauf! 😉 Dafür präsentiere ich meine Superman-Socken, denn wer vor der Arbeit Sport treibt, ist allemal Superman-würdig.

Man sollte jetzt aber nicht glauben, ich mutiere zur Supersportlerin des Jahres. So fit wie Pia werde ich wahrscheinlich nie werden, ich habe zur Mini-Variante gegriffen und beschlossen, dass acht Minuten reichen müssen. Nachdem ich das hier gerade so großspurig eingeleitet habe, seid ihr jetzt vermutlich enttäuscht. Aber hey. Bei 8 Minuten bleibt es ja doch nicht, man muss sich erst in die Sportsachen werfen, die Matte ausrollen, die DVD einlegen und starten, und dann ist ja auch immer noch eine Pause zwischen den Übungen, und anschließend geht’s unter die Dusche. Da ist man mit 40 Minuten locker dabei, wenn man sich noch die Haare föhnen muss. Ich jedenfalls sitze heute 45 Minuten nach dem Aufstehen auf dem Fahrrad. Ein paar Muskeln bringt’s ja vielleicht doch, das 8-Minuten-Muskel-Workout. Spaß macht’s auch ein bisschen UND ich kann mich dazu überwinden, das ist das wichtigste. Acht Minuten sind besser als null.

Heute ist der einzige Tag der Woche, an dem es “nur” um die 20 Grad sein sollen. Daher werfe ich mich in meine neue, langärmlige Bluse (die trotzdem recht luftig ist). Gestern war verkaufsoffener Sonntag in Haltern am See und ich habe dieses Schnäppchen gemacht. Ist die nicht süß? Neues will ich am liebsten sofort anziehen, also hoffe ich, dass mir nicht zu warm wird.

Im Büro: Arbeit. Symbolbild.

Mein Kollege hat heute wieder seinen Hund mit. Im Gegensatz zu unserem “regulären” Bürohund, der täglich da ist, kommt Monty nur ein oder zwei Mal pro Woche mit. Und ebenfalls im Gegensatz zu unserem regulären Bürohund liebt er Spaziergänge. So darf er dann mit auf meine Mittagspausenschritte. Heute entdecken wir die großen Symbole der Münsteraner Skulpturprojekte 2017 auf der Straße vorm Büro. Da folgen wir doch glatt mal den Pfeilen.

Ich bin ja kein großer Skulpturen-Kenner. Zunächst kommen wir an einem Lagerfeuer vorbei. Das ist eine Skulptur (lese ich gerade nach). Ich halte mit dem Hund lieber Abstand. Für die nächste Skulptur sollen wir in den gegenüberliegenden Schrebergarten einbiegen. Dort spaziere ich zwar mittags sehr gerne mal durch, aber ich weiß nicht, ob Hunde dort erlaubt sind. Also biegen wir zwei Kunstbanausen lieber wieder auf die gewohnte Route ab und genießen noch etwas Natur. Fazit: Ich bin offensichtlich nicht kunstinteressiert genug. Monty wollte ja. Aber ich hab ihn ins Grüne gezerrt. Ich bin so gemein.

Nachmittags geht es mit der Arbeit weiter. Zwischendurch aktualisiere ich die DHL-Website. Ich habe letzten Mittwoch etwas bestellt, das am Freitag geliefert werden sollte. Daher habe ich als Lieferadresse das Büro angegeben. Freitag kam und kam dann aber niemand, ich blieb schon extra lange, bis ich irgendwann ins Tracking schaute. Bei DHL hatte man um 16 Uhr vermutet, wir hätten nun geschlossen, und die Sendung zurückgestellt. Tja, da saß ich nun um 17 Uhr und hätte längst heimgehen können. Hmpf. Samstag wurde die Sendung dann erneut zurückgestellt (sinnvoll) und heute? Passiert gar nichts. Doof!

Die Uhr erinnert mich während des Tages regelmäßig daran, dass ich mich mal wieder bewegen sollte. Auch, um meine 10.000 täglichen Schritte zu schaffen, stehe ich dann immer auf und gehe ein paar Meter. Ein Grund findet sich immer. Neuen Kaffee in der Küche holen? Den Kollegen im Nachbarbüro besuchen, anstatt ihn anzurufen? Den Kalender in der anderen Ecke des Büros auf den neuesten Stand bringen? Oder halt den Hund knuddeln. Ich bin nicht wählerisch.

Nach der Arbeit springe ich noch kurz in den Supermarkt. Es ist schließlich Miracoli-Montag, aber unsere Vorräte sind aufgebraucht. Das geht zum Glück recht fix.

Auf dem Heimweg ist es sooo windig! Ich mag es nicht, wenn es windig ist. Das Radfahren ist einfach so viel anstrengender. Eine frische Brise, gut, aber richtig Wind? Ich werde dann immer ganz fuchsig und schimpfe vor mich hin. Sicher ein lustiger Anblick. Ich erspare ihn euch und teile diese schönere Seitenansicht meines Weges mit euch. Immerhin kann ich am Auto-Stau vorbeifahren.

Zuhause schauen wir eine schnelle Serienfolge, bevor ich zur Chorprobe muss. Wer erkennt anhand des Bildes und des passenden Textes in der Lightbox daneben, welche Serie wir gerade schauen? (Auf Instagram habe ich es natürlich schon verraten…) Heute kommt netterweise eine Folge, die mich NICHT mit verdrehtem Gehirn zurücklässt. Eine erfrischende Abwechslung.

Im Anschluss dann die montägliche Chorprobe. Wir kämpfen mit einigen schwierigen Liedern derzeit. Aber es ist eine sehr erfolgreiche Probe und wir alle haben das Gefühl, dass wir die beiden schwersten Stücke meistern können. Letzte Woche haben wir da noch viel mehr gejammert. 😉

Jetzt bin ich zuhause, muss dummerweise den Rest aus der Weinflasche von gestern trinken und werde noch ein bisschen Dinge von A nach B räumen. Am Wochenende habe ich praktische Aufbewahrungskisten fürs Nähzimmer gekauft und somit steht eine Mini-Umorganisation an.

Mehr 12 von 12 gibt’s wie immer bei Draußen nur Kännchen!

(Juni 2015, Juni 2013, Juni 2011)

12 von 12 im Mai 2017

Gestern war der 12. Mai, und ich habe endlich mal wieder daran gedacht, 12 Fotos von meinem Tag zu machen. Es war aber auch ein schöner Tag, da fiel das leicht! Außerdem habe ich entdeckt, dass der Mai tatsächlich einer der wenigen Monate ist, in denen ich seit Jahren die 12 von 12 durchziehe. Eine schöne Dokumentation, finde ich.

Morgens zog ich mich direkt passend an – mit Band-Shirt. Abends sollte es nämlich auf ein Kapelle Petra-Konzert gehen, und es schadet ja nicht, diese Vorfreude schon den ganzen Tag zu demonstrieren!

Der Held ist noch krank, daher konnte ich mit dem Auto fahren. Das traf sich gut, ich bin nämlich selbst noch leicht angeschlagen mit einer blöden Erkältung und da ist Radfahren nun einmal doppelt anstrengend. Auf diesem Foto stehe ich an der Baustellenampel, die ich kürzlich erwähnt habe. Die verlängert meinen Arbeitsweg mal eben um 5-10 Minuten. Was auf einer Strecke von einer Viertelstunde schon eine Menge ist.

Unterwegs halte ich kurz an der Post und werfe meine Unterlagen für die Sozialwahl ein. Das ist ja ein Thema, das mich länger beschäftigt hat. Keiner kennt sich so richtig aus, weiß wirklich, wen er da wählt und wofür. Auf Twitter habe ich einen neuen Podcast entdeckt: Lage der Nation. Jede Woche werden darin die aktuellen Ereignisse der Woche zusammengefasst und eingeordnet. Hier besprechen sie auch die Sozialwahl. Ich habe dabei gelernt, dass ich bei meiner Krankenversicherung gar nicht wählen darf, da dort eine sogenannte “Friedenswahl” stattfindet. Das bedeutet, es stellen sich nicht mehr Leute zur Wahl, als Plätze im Rat vorhanden sind, und somit sind die bereits automatisch “gewählt”. Kommt mir recht undemokratisch vor. Aber bei der Rentenversicherung durfte ich noch wählen. Falls ihr noch nicht gewählt habt und auch so unsicher und verwirrt seid wie ich, hört euch die zehn Minunten des Podcasts auf jeden Fall an (man kann die einzelnen Themen extra anklicken). Mir hat es sehr geholfen.

Es folgt ein unfotogener Arbeitstag.

Eine kurze Runde durch den Park hinterm Büro ist aber natürlich auch drin.

Auf dem Rückweg – habt ihr’s auf dem oberen Foto entdeckt? – halte ich noch kurz an der Tankstelle. Mir kommt der Sprit sehr günstig vor mit 1,11, aber später in Hamm haben wir Tankstellen gesehen, an denen er sogar nur 1,04 kostete. Nun ja, was sein muss, muss sein. Ich ziehe mir einen lustigen Dieselhandschuh an, denn als ich die Zapfpistole (ähm… heißt das so?) einstecke, versaue ich mir schon die Hand. Außerdem ist das Foto so lustiger. 😉

An der Baustelle darf ich natürlich auch wieder stehen. Juchuh!

Zuhause gibt’s Abendbrot und einen Blick auf die Uhr. Naja, das sind ja noch nicht sehr viele Schritte heute. Aber ich habe mich auch nicht so sehr angestrengt, denn erfahrungsgemäß tanze ich auf Konzerten die Schritte schnell und einfach herbei.

Viel Zeit haben wir nicht! Um kurz vor sieben werden wir abgeholt und dann heißt es: “Volles Abteil / Fahrbier dabei / Alle sind glücklich / Denn morgen ist frei!” Man beachte auch unsere signierten “Delücks-Karten”. Wir fühlen uns ein bisschen wie VIPs! 😀

Das Konzert ist im Kurhaus Hamm, die Kapelle wird begleitet vom Sinfonieorchester der Hammer Musikschule. Wir sind gespannt, wie das wohl wird, aber wenn ich ganz ehrlich sein soll, war es jetzt so viel anders als sonst nicht. Was nicht tragisch ist, denn sonst ist es ja immer toll, also ist es auch heute toll! Soweit, so logisch? 😉

Auf dem Heimweg gibt’s noch einen kleinen Zwischenstopp. Wo wir es hier auf dem Blog doch kürzlich mit gesunder Ernährung, Abnehmen und so hatten. 😉 So ein McDonald’s-Besuch ein oder zwei Mal im Jahr wirft das alles nicht um. Ich freue mich schon den ganzen Abend auf einen BigMac und einen Vanille-Milchshake und genieße das dann auch sehr!

Am Ende des Tages stehen rund 16.000 Schritte auf der Uhr. Geht ja doch ganz gut, so beim Konzert. Ich sollte mehr auf Konzerte gehen… Wir lassen uns nach Hause kutschieren und liegen gegen 1:00 Uhr im Bett. Ein schöner Freitag!

Mehr 12 von 12 findet ihr wie immer bei Draußen nur Kännchen!

(2016, 2015, 2014, 2013, 2012, 2011)